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eft Hatte,-- dort lagen zwischen unzähligen toten

ösifchen Soldaten auch viele mit gelben blinkenden Helm­spitzen und viele unzählige vom Leib-Garderegiment. Sie waren getreu gewesen, getreu bis in den Tod. Friedlich lagen sie Mer zum ewigen Schlaf gebettet und der Morgenwind kühle mitleidig ihre bleiche Stirn. Heber dem ganzen Dorfe lagerte ein schwarzer Dunst und im fermen Osten leuchtete grell das Morgenrot---!

Wenden wir uns hinweg von dieser Stätte des Todes, lassen wir sie ruhen, die stummen Kumpane; und nie, nie wieder wollen r wir sie vergessen, jene Manner, die so großes für ihre Heimat getan. Schauen wir hinüber auf die Felder, wo die Schlacht wieder, mit besonderer Heftigkeit entbrannt war. Die dmäschen Armeen Holten aus zum letzten Schlage und es hätte nicht msl gefehlt, dann war's um Frankreich geschehen gewesen, und -btt große Schlachtenplan des Generals v. Schlieffen wäre gegluckt, wenn nicht ganz unerwartet, sozusagen in Deutschlands schwerster Stunde, fast die Hälfte der deutschen Armeen aus Frankreich abberufen worden wäre, um den Aussen, die aller deutschen Be- rechnung hohnsprechend, mit großen Heeressäulen in Deutschland einmarschiert waren, ein Tanneickerg zu liefern. Don dieser Stunde an war das Schicksal Deutschlands besiegelt. Siegreich --unglückselige Marneschlacht.--Mancher aber wird sich fragen, wie war es möglich, daß in dieser kurzen Zeit die großen Armeen Rußlands aus dem fernen Asien an^ der deutschen Grenze sein konnten, bei nur einer einzigen Eisenbahn--?

Vielleicht wird uns die Geschichte später einmal Aufklärung darüber geben.

Wir aber wollen den früher führenden Männern Rußlands nicht fluchen sie sind bestraft genug I----

Geschichten von Canova.

(3u seinem 100. Geburtstag, 13. Oktober.)

Ms Antonis Sanova am 13. Oktober 1822 in Venedig seine Seele aushauchte, trauerte ganz Italien um diesen Künstler, den man als einen zweiten Phidias und Prakiteles, als den Rassael der italienischen Plastik" pries. Kein Künstler ist je von seinen Landsleuten begeisterter verehrt worden als der Meister von Possagnv, in dem man ebenso gut den Ausdruck * italienischer Gröhe sah wie in Dante oder Michelangelo. Heute ist der Aame Eanovas in der Kunstgeschichte nur noch ein leerer Schall, und w«nn man in Italien sein Jubiläum mit großen Feierlichkeiten begeht, so gelten diese Feste mehr dem großen Menschen und Patrioten, als dem Gestalter einer originalen Schönheitswelt. immerhin wird man vielleicht auch über die Plastik Eanovas, bie noch Jakob Durckhardt als denMarkstein einer neuen Zeit" bezeichnete, auf einmal wieder gerechter denken. Mit der Vorliebe für das Empire, die jetzt besonders in Frank­reich einsetzt, dürste auch dieser bezeichnende Vertret«: des Meu- klassizismus am die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts von neuem Bewunderer finden. Die Zeiten sind freilich endgültig vorbei, da man in seinen Göttinnen und Heroen eine Wiedergeburt antiken Geistes erblickte, aber die besten seiner Werke atmen eine weiche Anmut, eine pathetische Würde und eine romantische Stimmung, die sich zu einem sehr interessanten Zeitkolvrit ver­einen, so daß man in Canova wohl den repräsentativen Dild- bauer der napoleonischen Epoche erblicken darf. Den Aachkommen wackerer Steinmetzen, die feit langem in den Steinbrüchen des venezianischen Hinterlandes arbeiteten, war eine tüchtige hand­werkliche .Ueberlieferung mitgegeben, und so lebt in dem Klassi- giften, der die von Winckelluann entdeckte ., Einfalt und Würde" des Griechentums geftaften wollte, der Geist der italienischen Barockkunst, der sich die Welt eroberte, und er erinnert in manchem an seinen Gegenpol Devnini, so in der scharfen Aaturbeobachtung, die sich besonders in den Zeichnungen offenbart, so in den vorzüg­lichen Porträts, in denen er bedeutende Persönlichkeiten seiner Zeit festhielt. In der Heimat Passagno wuchs er zunächst unter dürftigsten Verhältnissen auf und mutzte in der Küche eines reichen venezianischen Senators Falieri helfen. Gin Zufall soll zur Entdeckung seiner plastischen Begabung geführt haben. Er modellierte für die Tafel des Herrn aus Dutterteig einen Löwen so vortrefflich, daß dieser davon überrascht war und sich den kleinen Küchenplastiker kommen lieh, dessen er sich von da an tat­kräftig annahm. Die Löwen sind denn auch stets ein Lieblings- motiv des dankbaren Eunova geblieben.

Rasch wurde der junge Meister in Italien bekannt; aber zum Weltruhm führte ihn erst die Aufmerksamkeit Rapoleons, der ihn zweimal nach Paris berief und sich selbst von ihm als nackten Cäsaren darst eilen ließ in jenem merkwürdig grandiosen Denkmal, das im Hofe der Mailänder Brera steht. Damals schuf er auch eins seiner schönsten Bildwerke, die Marmorstatue der entzückenden Schwester Rapoleons, Pauline Borghese,. «und bekannt ist die Anekdote, die Prinzessin habe auf die Frage, ob ihr die Modell­sitzungen in unbekleidetem Zustande nicht peinlich gewesen seien, geantwortet:Warum beim? Es war doch im Atelier gut ge­

heizt." Eanova war ein glühender Patriot, der in seinen Untev- redungen mit dem Kaiser aus seinem Schmerz über die Riederlage seines Vaterlandes keinen HM machte und für sein Land alle« mögliche erreichte. Den größten Dienst leistete er ihm aber nach bem Sturz des Korsen, als er die Rückgabe der von den Franzosen geraubten italienischen Kunstwerke durchsetzte. Er vollbrachte hier ein politisches Meisterstück, bei dem ihn auch Wilhelm von Hum­boldt unterstützte. 69 antike Skulpturen, 10 Hauptgemälde, 461 Manuskripte und vieles andere brachte er int Triumph nach Rom zurück und wurde so zum Rationalhelden. Diese Tat war der Höhepunkt seines Lebens. Aber er blieb bescheiden und zog sich nach seinem Heimatdorf zurück, wo er den Grund zu dem noch heute bestehenden Canova-Museum legte und sich eine Begräbnis­stätte schuf in der Kirche von Possagno, die ihre Gestalt dem römischen Pantheon entlehnt. In diesem weihevollen Tempel zu den Fützen seiner schönen Dronzegruppe der Pietä ruht er nun, und nicht weit davon stehen, umrahmt von herrlichem Garten- schmuck, seine Werke in dem Museum. Hier ist die Stätte, wo man den besten Eindruck von Eanovas Kunst gewinnen kann; von hier wird eine bessere Würdigung dieses Meisters ausgehen, dessen Werke vielleicht keinen Ewigkeitsgehalt besitzen, aber dem Geschmack ihrer Zeit den reinsten Ausdruck verliehen.

Wie Siemens feine erste Unternehmung 9 gründete.

(Bunt Jubiläum von Siemens und Halske.)

Das 75jährige Jubiläum der Weltfirma Siemens u. Halske wird in diesen Tagen begangen. Aus kleinen Anfängen ist bet Siemens-Konzern" zu einer gewaltigen Macht auf wissenschaft­lichem, technischem und wirtschaftlichem Gebiet geworden. In feinenßebenSerinnerungen", dieser klassischen Selbstbiographie, hat Werner von Siemens selbst in seiner schlichten und so ein­dringlichen Weise die Gründung der Firma erzählt. Der junge Artillerieoffizier beschäftigte sich damals in seinen Muhestunden viel mit der Entwicklung des Telegraphenwesens. ..Ich veranlahte daher," schreibt er,im Herbst des Jahres 1847 den Mechaniker I. G. Halske, mit dem die gemeinsamen Arbeiten mich näher verbunden Hatten, sein bisheriges Geschäft dem Sozius zu über­lassen und eine Telegraphenbauanstalt zu begründen, in die ich mir den persönlichen Eintritt nach meiner Verabschiedung Dor* behielt. Da Halske ebensowenig wie ich selbst disponible Geld­mittel Hatte, so wandten wir uns an meinen in Berlin wohnen­den Vetter, den Justizrat Georg Siemens, der uns zur Einrichtung einer kleinen Werkstatt 6000 Taler gegen sechsjährige Gewinn­beteiligung darlieh. Die Werkstatt wurde am 12. Oktober 1847 in eurem Hinterhause der Schöneberger Stratze wo Halske und ich auch Wohnung nahmen eröffnet und entwickelte sich schnell und ohne 'weitere Inanspruchnahme fremden Kapitals zu dem weltbekannten Etablissement von Siemens und Halske i:t Berlin mit Zweiggeschäften in vielen Hauptstädten Europas." Rachdem die Firma bereits mehrere glückliche Kabellegungen durchgeführt 'batte, sah sich Siemens im Jahve 1849 gezwungen, entweder auS dem Staatsdienst auszuscheiden oder auf die Beteiligung an der Firma zu verzichten. Er wählte die Aufgabe des Offizierberufes, bat im Juni des Jahres 1849 um seinen Abschied und legte seine Stellung als Leiter der Technik der preutzischen Staatstelegraph»« nieder.Die hohe Leistung der elektrischen Telegraphie für das praktische Geben war erkannt," schreibt er,und namentlich die Eisenbahnoertoaltungen begannen, die Leistungsfähigkeit ihrer Dahnen und die Sicherheit ihres Betriebes durch Anlage von Telegraphenlinien für den Rachrichten- und Signaldienst zu er­höhen. Es tauchte dabei eine Fülle interessanter wissenschaftlicher und technischer Ausgaben auf, zu deren Losung ich mich berufen fühlte." Durch 20 5atjre haben dann Siemens und Halske gemein- sam an dem Ausbau des Weltunternehmens gearbeitet. Im Jahre 1868 zog sich aber Halske von der Firma zurück. Siemens berichtet darüber:Die günstige Entwicklung des Geschäftes es wird dies manchem auf den ersten Blick nicht recht glaublich erscheinen war der entscheidende Grund, der ihn dazu veranlahte. Die Gr- klärung liegt in der eigenartig angelegten Ratur Halskes. Gr hatte Freude an den tadellosen Gestaltungen seiner geschickten Hand, sowie an allem, was er ganz übersah und beherrschte. Unsere gemeinsame Tätigkeit war für beide Teile durchaus be­friedigend. Das wurde aber anders, als das Geschäft sich Der« gröfierte und nicht mehr von uns beiden allein geleitet werden konnte. Halske betrachtete es als eine Entweihung des geliebten Geschäftes, datz Fremde in ihm an ordnen und schalten sollten. Schon die Anstellung eines Buchhalters machte ihm Schmerz. Gr konnte es niemals verwinden, datz das wohlorganisierte Ge­schäft auch ohne ihn lebte und arbeitete. Als schlietzlich die Anlaa« und Unternehmungen der Firma so groß wurden, datz er sie nicht mehr übersehen konnte fühlte er sich nicht mehr befriedigt und ent* schloß sich, auszuscheiden, um seine ganze Tätigkeit der Verwal­tung der Stadt Berlin zu widmen, die ihm persönliche Befriedi­gung gewährte."

Schriftleitung: August Goetz. Druck und Verlag der Bruhl'fchen Univ^-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.