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tttrb tret) über bett DurfHen, Satz fte allerhand Allotria trieben, und es wurde vvrgejchlagen zu probieren, wie es wäre ?,u sterben, da sie einander ja wieder ins Leben zurückrufen könnten. ;/3te töteten einander, strichen Salbe auf die Wunde und lebten sofort wieder auf. Das ging nun zum groben Gaudium für sie eine ganze Weile so.
Einmal über, als dem Barschen der Kops abgeschlagen worden war und sie ihn mit Hilfe der Salbe wieder an «den Rumpf hatten anwachsen lassen, war das Gesicht nach hinten gedreht, der Sinter» köpf aber nach vorn. Ms der Bursch nun fein Hinterteil sah, weil der Kopf verkehrt herum fab, wurde er wie rasend vor Schreck und bat sie, ihn um Gottes willen von diesen Qualen zu befreien. Die Höhlenbewohner liefen sofort herzu, hieben den Kopf von neuem ab und fehlen ihn richtig auf den Körper. Da «erlangte er seinen Verstand wieder und war seitdem genau so mutig, wie er früher immer gewesen war.
Dann sammelten die Leute sämtliche toten Köpper, nahmen ihnen die Waffen fort und verbrannten sie mit dem Huldreweib zusammen, das mit dem Salbentopf aus dem Hügel gekommen war. Dann gingen sie in den Hügel hinein, nahmen sich alles, was an Geldeswert da war und schleppten es mit nach Hause in ihre Höhle. Der Bursch blieb später immer bei ihnen, von Neser Zeil ai> gibt es aber leine Erzählungen mehr über ihn.
Eine Ahrtalspsrre.
Einer der ungestümsten deutschen Müsse, die Ahr, soll durch einen Talsperrenbau gebändigt werden. Rur 89 Kilometer durch- flieht die Ahr von ihrem Quält gebiet in der Hohen Eifel bis M ihrer Einmündung in den Rhein gegenüber dem Städtchen Binz, aber sie hat auf diesem Lauf 421 Meter Gefälle, dazu ein QuellgebietzdaS außerordentlich reich an RiedersHlägen ist. Däher ist die Ahr schon bei mittlere m Wasser stand reihend, bei Hochwasser furchtbar. Wer sie gesehen hat, wie sie mit elementarer Kraft, tosend and hochan f schä um end durch ihr enges, sehr tiefes, oft gekrümmtes Tal strömt, das eine Art Moseltal tm Keinen ist wird den Anblick dieses wilden Kindes der Eifel so leicht nicht vergessen. Die Chronik der Ahrüber- fchtoemmungen ist ebenso alt tote reich an verhängnisvollen Daten. Wie oft hat die Ahr nicht schon fast alle ihre Drücken weg- gerissen, das manchmal bizarre Felsental in voller Breite ungangbar gemacht, Städte und Dörfer aufs schwerste heimgesucht und schwere Opfer an Menschen und Vieh gefordert. Wie oft hat sie in rasendem Lauf nicht schon Altenahr, Mayschoß, Walporzheim, Ahrweiler, Reuenahr und all die alten weinberühmten Orte des Ahrtales durchflutet, alles nieberreifjenb, was ihr hinderlich war. lind trotz dieser Hochwasserkatastrophen kommt nach langen Seiten auch einmal ein Jahr, wo dies ungestüme Gewässer ganz zahm wird. So war die Ahr im Sommer 1921 infolge der großen Dürre vollständig ausgetrocknet. Man sah im September Silber des wasserleeren Geröllbettes dicht oberhalb der Mündung bei Sinzig. Der reiche Fischbestand der Ahr, besonders Forellen und die der Ahr eigentümlichen Keinen Rümpchen '(Chprinus pho^imrs), die zu Millionen gefangen werden, wurde vernichtet.
Die Ahrtalsperre, Ne jetzt mit einem Kostenaufwand von 320 Millionen Mark erbaut wird, kommt übrigens nicht in den eigentlichen Ahrlauf, sondern ins Tal des Trier buch es, des HauptniederschlagsgMetes der Ahr. Er ist einer der zahlreichen Bäche, die der Ahr in ihrem Oberlauf aus den dichten Forsten der Eifel zuprömm. 3n die künftige Talsperre werden 186 Hektar Wald und Wiese einbezogen. Die Sperrmauer wird 51 Meter hoch, der Stausee 1 Kilometer breit und 6 Kilometer lang. So leidenschaftlich tote die Ahr in ihrer Strömung, ist auch der würzige dunkelrote Ahrwein: der sogenannte Ahvbleichert. Reben den Äaheweinen und vereinzelten Frankenweinen ist er der hitzigste auf deutscher Erde wachsende Rotwein. Seine Haupt» orte sind Walporzheim, Ahrweiler und Dodendorf. Der künftige bessere Hochwasserschuh im Ahrial wird auch der Ahrtal- b a h n Remagen a. Rh.—Altenahr—Adenau sehr zustatten kommen, beren Betrieb schon oft durch Hochwasser cmfs empfindlichste gestört wurde.
Der Marsch der Herrfcheecks«.
Südafrika leidet gegenwärtig unter dem furchtbarsten Angriff der Heuschrecken, den es fett 20 Jahren zu verzeichnen Hat. Diese flügellosen Heuschrecken, Ne tote ihre geflügelten Verwandten -auf der Wanderschaft die schrecklichsten Verheerungen anrichten, haben den Ramen „Doetgangers", weil sie zu Fust gehen. Sie sind der Vernichtung etwas zugänglicher da man 'in der Erde Gräben anlegen kann, in die sie hineingehen und sie dort leichter vergiftet. Aber der Marsch Neser ange- beuren Heuschreckenscharen bleibt deshalb nicht minder furchtbar und ist eine Menschheitsgeihel, wie sie die großen Seuchen dar-' stecken. Die Heuschrecken find Kinder der Wüste! die ungeheuren Weiten Mittelasiens und Arabiens, die Sahara sind ihre Heimat In Neser Herkunft liegt ihre Stärke und Ne Änmögkichkeit sie
s vollkommen auSguretten. Vögel und Käfer mögen noch jv viel von diesen Tieren freien, es ist doch vergeblich, denn ihre Zahl ist wie der Sand am Meer. Gift hilft etwas und ebenso ßärnt, der die marschierenden Waffen stört, sie in ihrer Richtung ab» lenkt und daher gestattet, graste Mengen von ihnen in Ne afrikanischen ©een zu treiben, wo sie ertrinken. In Gegenden mit engerer Besiedlung find sie nicht so gefährlich, denn hier kann die Briämpftmg durch Gift und Lärm verstärkt werden. Aber die Wüsten BE eiben. und mit ihnen bleiben die Heimstätten der Heuschrecke, in denen sie sich immer wieder zu unzähligen Massen vermehrt. So eifcheinen sie denn von Zeit zu Zeit ganz plötzlich und überraschend, wodurch der Schrecken ihres Auftretens noch vermehrt wird. Dem Farmer sind sie das Zeichen der Ber- toüflung, dem unbeteiligten Beobachter ein schaurig-phantastischer Anblick. Lord Bryce hat .einmal den Marsch der Heuschrecken als schaurig-schön beschrieben: sie leuchteten in der Sonne wie riesige rote Schneedecken. Ein anderer schildert sie wie de« seltsam gefärbten Rauch eines cklrtoaldfeuers am Horizont, der allmählich zu einem dichten gelben Rebel von .„wimmelnden Millionen" anschwilft, durch die der Reiter sich seinen Weg bahnt, bis der widerliche Gestank ihm Erbrechen verursacht. Ein Mittel gegen die Heuschrecken ist bisher von der Wissenschaft nicht gesunden. worden. Das einzige, was vielleicht helfen könnte, wäre, tocim es gelänge, gefangene Tiere mit einer Krankheit zu infizieren, die sich in die Wüsten ausbreitet und dort die Heuschrecken am Ort ihrer Entstehung umbringt.
Wie die Schnepfe ihre Jmigerr transportiert.
Gin anmutiges Bild aus dem Dogelleben entwirft der Revier» förster Stettmayer im „St. Hubertus", in dem er auf Grund seiner eigenen Beobachtungen den Transport der Jungen durch Ne alten Schnepfen beschreibt. Er sah eines Tages, höchstens 5 Meter entfernt, zwei alte Schnepfen, die in auffallend zusammengekrümmter Stellung schwerfällig dahinflogen. „Sofort gewahrte i<ch" erzählte er, „dast beide etwas unter sich trugen, and schon sah ich Ne kleinen Ständer und schwächeren Stecher zweier „Schnepfenlinder". Deutlich sah ich dast jede der beiden Alt- schnepfen. zwischen Stvst und Ständer eingeflemmt, einen Jung- Vogel trug. Die Ständer der Altvögel waren dabei weit nach hinten gestreckt, der Stoß nach unten eingezvgen, und so sahen die Kinderlein wie in einer Schaukel und liehen sich über Stock und Stein hinwegtragen. Die Figur der Altvvgel schien dadurch gang eingerollt. Einer dieser beiden Altvögel entzog sich alsbald dadurch meiner Beobachtung, dah er mit seiner Last in einer tiefen Mulde verschwand; den zweiten sah ich auf etwa 70 Meter Entfernung an einem Keinen Haufen Dürreisig „Halt" machen, und dort sah ich, wie er unter lautem „Kie—kie—kie" und unter ständigem Flügels-hlageri die Jungschnepfe direkt unter das Reisig hineintreiben wollte." Als der Förster näher heranschritt, nahm Ne alte Schnepfe ihr Junges wieder in derselben Weise auf und flog mit ihm werter fort, bis sie das Kindlein an einem sicheren Ort geborgen hatte. Mit dieser Beobachtung scheint die Frage nach dem Jungen-Transpori der Schnepfe gelöst. Jedenfalls erfolgt das Fortbrrngen der Jungen durch die Benutzung der Deine und der Flügel am sichersten und bequemsten.
Ich hab's gewagt ! ')
Daneben wird mich trösten ein gut Gewissen dann: dah keiner auch der Dös'sten mir an die Ehre kann, noch sagen, dah in irgendwas ich anders fei gegangen als Ehren nach: ich hab' mein' Sach' in Gutem angefangen!
Will drum sich selbst nicht raten, mein tapferes Vaterland, aufholen all den Schaden, wie ich schon lang vermahnt, so tut mir's leid!
Ich geh' und scheid' und misch aufs neu bte Karienk bin unverzagt!
ich hab'S gewagt und will des End's erwartens
Air ich v« n Hütte«.
*) Wir entnehmen diese Dichtung Huttens in der Fassung Cäsar Fsaischkens einem Privatdimck von Gebr. Klingspor, Orten- dach Gerade in unserer Zeit scheinen uns die Worte HutteriS leben Mg ft e Geltung zu haben.
LchrMÄtung: August Goetz. - Druck und Verlag der Brühl'schsu Atüv^Buch. und Stsindruckerel. R, Lange, Wehen,


