Ausgabe 
12.8.1922
 
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IZ7

om Schtattkomatant und wohren und jez ist er

Man hat tert svrs geriecht gestehlt und ferurteilt und daS schafvth wahr schon Hergericht und halb hawe ich beth, das er aerethet wird und halb were ich doch neigirig gwesen, wie das wbfen ist, aber da hat sich wer gernelt, der wo ales gesähen had. Wer glaubs du, bas eS wahr? Ein anbernes mentfch fon bissem barohn, die wo aber schon elter wahr und zu iem had schlaichen wohlen und hat hinder einem forhang ales gsähen, daS es blvs ein ßvs wahr und der toth is zufelig dazu tehmen. Da war er gerethet und hat sie geheirat, aber nichd die elterne, wo ten ge reihet had sondern das junge Mütchen, wo alS dienz- anasangen had und is Lan barohnin Wöhrden mit einem gschlvtz. So was lehnte mahn schon auch braugen. Dem matrosten wo ich zufelig wider tropfen habe had es auch ser guth gefalen.

Vibe marih kvhme bald und läse Dich nichd fon bissen bauern «uSntezen. Wegen dem das di zeid ferget brauch!.!« du nichd mec Fun arbeiten den jez Haven toter disse einrichtung, bas Man m Kienoh gehen bahn.

Ts ist iemer gans fol und oft get mahn in zwei und in drei und was man da ahles derlebt ißt schobn waS anderneS als frieher wo mahn den boden buht hat und teler gewaschen. Mahn schleggt die stetzigkeithen und es stet auch in der zeidung, Has mahn dadurch das Folk bieldet und anfklehrt. Die alben Hübschen lasen wier in die Kirchen gehn und die jugenth get

@8 itzt auch iemer muflkh dabei und oft ein ohrgch balz traurig astrd. Mahn tornt auch WaS, tote es auf der wetth zuget

Äeben feiner Dension fier arbeizlosigkeit bedreibt er aufer- dem einen schlaichhandel dadurch das ich vom lande wahr und bei Erding gu hauste war. Fon den geschärten hohlen wir aler- dand, leuber das dieste rahmeln jez auch schon Höll auf der blathen sind und der Karie ergert sich oft driber.

Ich hawe dier aber schreim Wahlen damit das du in die Gchtadt komst, den mit dem schlaichhandel kanzt du dier fiel verdinen und Wan du nichd gleich einen schaz finzt ban ich dier schon einen besorgen. Du klaubst nichd wie es jez lustig is und fil lustiger als tot zu for, too mähn als Dienzbothe gegnächtet wahr.

Der ^Karie sagt vfö es reib ien jede stund wo er was garbeib hat und es wahr gewiss nichd fil aber es reib ien doch.

Wich reid es ebenfahles.

Ich gehe jeden Dag um fir Uhr in ein Kieno.

Libe marih, frieher in der Zeid wo wir ahle unterdrikk wahren und Gschlafen fon dem kabidalismuS, und wie ich zuerscht ein Dienzbothe wahr, La hübe mahn gar nichz dafon gehabd bald ma'hn sich einen sreien nachmiedag herausgeschwiendelt hat, nufer Las mahn ins wierzhaus gegangen ist und da had mahn seinen schaz sil vier und esen zallen missen.

Da hab mahn schon gar keine Freide dazu gehabt zum blau machen und ich hawe sogahr liber garbeid aus ferdrus.

Aber jez ist es ganz anderst.

Libe marih dadurch das mahn das Kieno had ist erst die arbeizlvsigkeit scheuer gewohrben und anaenähmer und bald man lang im bet ligen bleibt und im nachmwag inS Kieno geht ist es ein härliches leben, tote mahn es frieher nichd gekennt hab.

Du hast neilich geschriem mid der arbeid ferget dier die zeid.

Libe marih mit dem Kieno ferget sie auch und fil ange-- nähmer.

Dadurch, ist dieste Kunzt. eine solchene wollthat fier das toerktetinge Volk, bas es iehm die arbeizlvsigkeit ferfiestt.

Ich kauffe mier WaS zum schläggen und seze mich hinein und fuxle ganz gemiedlich meine Zetteln, derweil schaue ich dieste grasartige Kunzt an.

Du klaubst nichd was man da a'fjfeg siechd, lauter scheue romahne und du brauchst nichd ein mahl zu läsen sontern blvs fchaugen und kanzt dabei schnuhlen.

Forgestern wahr ich in einem da wahr ein mohrd in einem Kehler und es hat sich zwegen einer erbfchafd gehandekt, die wo einer mögen häd, Der gar nichd der bedrefende wahr svnterh er hat den andern in amerikha um bracht gehabt und ttzt mit seine babier als Erbe kohmen und wahr schon mithen in reich- vum und gÄst und had mit die scheu sten mentscher schambanniger tarnten. Da hab man sich gergert und es haz aber ein ameri- khantscher Debekfif aufbracht. Ich weis es nichd mer genau tote ers aufbracht had weil ein matrvste neben mir gsässen itzt, too ser fräch wahr aber ein ser nether mentsch.

Testern wahr ein läbensbilö fon einem ahrmen mätchen in das too sich, ein barohn ferlibt der schön ein alther Dadetl ist Und er häth noch Kubi<Aen auf daS junge Mätchen, wo fileicht noch unschiuldtg wahr aber der son fon dissem barohn ist auch ^6« libe ergriffen wöh.öen und hat seinen elenthen satter, tm alther auf das junge bluth gedirschtet had einen stos

wie ein Dees ident im Zar. Aber schneggen, wahn ich chum bin. Eine stehle kann man jetzt iemer haben, daS kahn ich dir sagen, wen mahn mahg. Mir ferlaubt es aber mein KaricH nichd, der, wo ich dir schon geschrieben habe, das mir in der Bulferfabrieg in Dachau wahren und er wahr aufsaher und hernach, ist er Haduöant gewest fi hernach ist er zweiter Dolizeibresident arbeizlvser.

und siecht wie vfd eine ier glükh machen tahn zum beischpll disses Dinsmätchen mit ierem barohn.

Mahn siechd nichd Last eine arbeiden mus, sontern Lurch eine erbschaft oder das grose los oder durch eine libschaft get es fil schener.

Libe mahri sei gefcheid und kohme bald.

Es griff dich deine

Deine freindin Babeth Fröfchl.

B. S. So ein matrohen kanzt du auch leicht tagen. Er istt aber nicht auf dem mehr gewesen sontern in Heidhauhen und had auf der Festwise geschaugelt, tote noch der Kabidalis- mus wahr. ________

Die Wasserversorgung der Stabt Gießen.

Von Direktor S t e d i n g, Giehen. (Fortsetzung.)

An ©teile des Dergwerksdirektors Bansa, der tnzwischen nach Veuendvrf a. Harz verzogen war, wurde Bergwerksdirettor Roth aus Wetzlar noch, einmal ersucht, festzustellen, ob die aus- gesührten Arbeiten insbesondere der Stötten, bergmännisch richtig ausgesührt und ob und in welcher Weise das Stollentreiben zur Wahrung der bis jetzt vorliegenden Ergebnisse fortzusetzen sei. Aach Erstattung des Gutachtens wurde der Beschluß gefaßt, von allen Arbeiten abzusehen, die weitergehende ZweM als die Veschafsung von Quellwasser zur Speisung von öffentlichen Brunnen verfolgen. Mitte des Jahres 1879 war der Stollen gefährdet und drohte an einer Stelle zu Bruche zu gehen. Im Jahre 1904 ist Liese Stottenstrecke auch wirklich zufammengebrochen.

Die Messung Les geschürften Wassers ergab eine Schüttung von 195 Tages-Kubikmeter, eine Menge, die wohl ausreichte, einige Ventilbrunnen zu speisen, aber nicht genügte, um die Wohnhäuser anzuschliesten. Es wurde nunmehr mit der Aus­mauerung der 400 Meter langen, unter einer mächtigen Basalt- schicht vorgetriebenen Stellen, mit der Verlegung einer Tonleitung tm Stellen und der gußeisernen Leitung zwischen den beiden Quellen, also zwischen dem Grienbrunnen und der Quelle Les Anneberges, und der Herstellung der Drunnenstube nächst der Schneise 8, zwischen der Licher Straße und dem alten Steinbacher Weg, begonnen. Ferner wurde die Zubringerleitung in der Licher Straße und ein Wasserbehälter von 170 Kubikmeter Fas­sungsraum auf dem Lutherberg hergestettt. Inzwischen wurden auch die Pläne über das Stadtrohrnetz angefertigt und der Auf- stettungsplatz der Ventilbrunnen festgesetzt. Die Abgabe durch 16 öffentliche Ventilbrunnen begann im Jahre 1883, also nahezu 8 Jahre nach Beginn der Schürfarbeiten im Stadtwald.

Während der Stottenarbeiten hat die Attienbrauerei auf ihrem, zwischen der Liebigstraste und dem Leihgesterner Weg liegenden Gelände, Bohrversuche angesteltt. Auch bei dem Betrieb des Draunfleinbergwerkes traten bedeutende Mengen von Wasser zu Tage. Die Stadtverwaltung beabsichtigte nun das überschüssige Wasser der vorgenannten beiden Wasserstellen, wenn es als ein­wandfrei befunden wurde und die Mengen nicht zurückgingen, der Allgemeinheit dienstbar zu mach.en. Diese Absicht kam aber nicht zur Ausführung, weil wahrscheinlich die Menge oder die Qualität des Wassers den gestellten Ansprüchen nicht genügte. Weiter wurde erwogen, !das Wasser des Jughardsbrunnens, dessen Leitung, tote schon eingangs erwähnt ist, bis vor das Haus Frankfurter Straße 12 geführt war, nach dem Selterstor $u verlängern. Die Stadtverwaltung hätte sich wohl mit diesen kleinen Projekten nicht beschäftigt, wenn die Schürfungsarbeiten im Gießener Stadtwald vollen Erfolg gehabt hätten.

EinflechtenL sei erwähnt, Latz im heißen Sommer 1911 die Absicht bestand, Len inzwischen außer Betrieb gesetzten Brunnen der früheren Attienbrauerei mit zur Wasserversorgung der Stadt Gießen heranzuztehen. Die nach Schlämmung des Brunnens aus- geführten Pumpversuche ergaben eine Schüttung von etwa 200 Tages-Kubikmeter. Wenn nun auch die chemischen Analysen ein gutes Ergebnis aufwiesen, so brachte Loch die bakteriologische Untersuchung Las Projekt zu Fall.

Im Jahve 1885 wurde unterhalb der Hohen Warte eine Quelle in etwa 10 Meter Tiefe erbohrt. Aach Fassung dieser Quelle ^ibertusbrunnen genormt und Ausführung einer aus- gedehnten Sickerleitung wurde dieses Wasser L'vtz der geringen Menge von 30 Tages-Kubikmeter zur Wasserversorgung mit herangezogen und nach der Zubringerleitung des Stadtwaldes geführt. Der gesamte Wasserzulauf aus dem Quellengebiet des StadtwaldeS also aus dem Erlenbrurmen, der Quelle des Anne­berges und Les Hubertusbrunnens betrug im Mittel 225 Lages- Kubikmeter.

Der Wunsch Ler Gießener Bevölkerung, Quellwasser auch in die Häuser einzuführen, zwang die Stadtverwaltung, sich, nach weiteren wasserreichen Grundstücken umzusehen. Sie fand in der Gemarkung Grosten-Buseck, unweit der Landstraße von Aödgen nach Gvoßen-Duseck, an dem Ab'hang des Distrikts Scheerbrand ein passendes Quetteiigelände. Die Fassung geschah durch Aus- füHrung eines nicht bergmännisch vorgetriebenen begehbaren, 60 Meter langen Stellens bzw. einer Galerie, von deren Sammel- flube LaS Wasser, etwa 200 Tages-Kubikmeter, durch eine 7000 Meter lange Leitung in natürlichem Gefälle nach dem Wasser-