Windstill« über ihm,
— er hatte ausgelitten. —
— schlaf wohl! Wie
Schristleituns: August Goetz.
Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießen-
das be- für
und uns für der
eigen war mir zu Mute,- ich dachte zurück, und da fiel mir, — doch nein, es gehört nicht mehr hierher: driiben fangen noch immer die Drosseln, es war Frühling, der 13. Mai.
Recht gute Erfolge haben in jeder Hinsicht dagegen die Der- feuerungen flüssiger Brennstoffe für den Betrieb der Lokomotiven gehabt. Als Heizöle kommen u. a. in Betracht: Erdöl, Leer und Masut (dieser ist eine syrupartige Flüssigkeit mit etwa 88 Prozent Kohlenstoss und 12 Prozent Wasserstoff), wobei die Oelverbren« nung für den Eisenbahnbetrieb nach der Methode der Zerstäuberverbrenner vorgenommen werden muh. Wie das Oel zerstäubt und zur Derbrennung gebracht wird, soll hier nicht näher beschrieben werden. Jedenfalls steht fest, dah es gelungen ist Dampf von 10 Atmosphären in der halben Zeit gegenüber der Kohlen- feuerung zu erzeugen, ganz abgesehen von anderen Vorteilen. Dre Oelfeuei-ungslokomotiven führen im Tender statt der Kohl« ernen mit Brennöl gefüllten Behälter mit, der durch eine mit Hahn versehene Leitung mit der Lokomotive in Verbindung steht. Allen Landern voran in der Benutzung der Oelfeuerung geht da» olreiche Amerika, das eine grvhe Zahl Güterzug- und Schnellzug» tokomotwen mit Oelfeuerung in den Verkehr eingestellt hat Für Deu.schland wird allerdings der flüssige Brennstoff für den Loko- motivbetiaeb erst dann als Ersatz der Kohle gelten können wenn eg die notigen Mengen Heizöle herbeischaffen kann: Länder wie Auhland und Rumänien find in dieser Beziehung besser dran CH
ist, mit dein man nicht sparsam genug umgehen kann, ist Interesse für feuerungstechnische Fragen in stetem Wachsen griffen. Deutschland ist es nicht allein, das sich nach Ersah Kohle umsehen muh, — alle Länder der Erde werden nach nach vor die gleiche Aufgabe gestellt. Längst hat man bei die Dampskesselanlagen einer Reihe industrieller Betriebe
LokomvLvm mit Oelfeuerung.
Seitdem durch den Krieg und besonders durch den Vertrag von Versailles die Kohle für Deutschland ein Brennstoff geworden
Keinen Stanölaut mehr, keine laute Hetze, nicht mehr den grünen Wald! — Armer .Treff!" Aber leben sollte er, und ein gutes Leben, mir war's bekannt, stand ihm bevor.
Einige Jahre waren vergangen, ich hatte den braven Hund nicht wieder gefehen. Da kam eines Tages ein Sandwägelchen mit zwei Hunden vor meine Wohnung. Mir hatten diese armen Proletarier in der Hundewelt stets herzlich leid getan, und Wohl aus diesem Mitleid heraus nahm ich Veranlassung, mir das Gespann einmal näher anzusehen. Zwei Hühnerhunde waren es, der eine zweifellos edler Abstammung, aber in einer Verfassung, dah einem das Herz wehe tat. Mager und zerschunden wie solche Hunde oft sind, waren beide. Gewih hatten sie keinen guten Herrn. Da fiel mir plötzlich bei einem der beiden Hunde eine recht tiefe, breite Rarbe auf der Stirn auf, — sollte es, — doch nein das war Wohl unmöglich, dah er in solche Hände gekommen wäre! Aber darüber muhte ich Gewißheit haben, — die Narbe gab mir zu denken, — ja ganz dieselbe Narbe hatte mein armer „Treff". — Gewih hatte ich den Namen in Gedanken laut genannt, — er wedelte mit der Rute, und als ich ihn jetzt laut mit „Treff" anrief, ging eine merkwürdige Veränderung mit dem Hunde vor: die alten, guten Augen blitzten auf, ein Zittern ging durch die magere Gestalt, und dann versuchte er an mir emporzuspringen: sein Geheul schnitt mir tief in die Seele, und ich glaube, in meinen Augen schimmerte es feucht. Keine Frage, das war „Treff". Dann kam der Besitzer, und von ihm erfuhr ich denn, dah er den Hund von der Familie geschenkt erhalten hatte, weil er bissig geworden wäre. — Warum gab man ihn mir nicht zurück? — Doch das stand bei mir fest, „Treff" sollte nicht mehr den Wagen ziehen, und nach längerem Handel erstand ich ihn für eine Kleinigkeit.
„Treff", mein lieber, guter, alter „Treff", jetzt bist du wieder mein, dein Ende soll ein Ende in Ehren fein! ^Wie's sich gebührt für dich! i ■.
Am Abend waren wir beide drüben am Waldrande: Drossel-
fchlag dort drüben, Goldhähnchen und Meisen in den Tannen, und dazu der Kuckuck, und da im Westen hinter den Bergen stieg langsam die Sonne hinab. „Treff" füllte sie zum letztenmal gesehen haben — Der Dreilauf zitterte in meiner Hand, — ein scharfer Knall. — Drüben vom Berge hallte es zurück, und das lichte blaue Wölkchen schwebte in der '
Mit eigener Hand grub ich ihm sein Grab und legte ihm einen frühlingsfrischen Bruch aufs Haupt,
13 waren ihrer, die mit „Treff" gleichzeitig zur Welt kamen, und wenn ich das spätere Schicksal dieses edlen Hundes bedenke, wckl» mir scheinen, als ob „Treff" bestimmt der 13. gewesen sei; 13 ist eine böse Zahl, wenigstens ist sie's im Vvlksmunde, und wenn „Treff" wirklich der 13. gewesen ist, dann straft sein Schicksal diese Vr lksweisheit nicht Lügen. 13 Welpen waren aber für die edle Mutter unseres „Treff" zuviel, und sein Herr hatte in kluger Sorge eine Schäferhündin als Amme herangezogen. Zu dieser kam auch „Treff", wohl weil er der „Dreizehnte" war.
Anfangs ging die Sache nicht gerade gut, denn die Stiefmutter wollte in ihrem Kummer um die eigenen Kinder von ihren Pflegebefohlenen nichts wissen, und eine tiefe Wunde auf dem Schädel „Treffs" zeugte lange von der schlechten Behandlung, die den armen Stiefkindern zuteil wurde. Allmählich aber besserte sich die Sache, und nun begannen die kleinen Jugend- freuöen für die sieben abgeteilten Welpen.
Soviel sein Herr sich auch bemühte, „Treff" wollte anfangs nicht gedeihen, er blieb hinter seinen Geschwistern merklich zurück, dafür aber überragte er sie wohl in geistiger Beziehung. Sein Herr schien ihn allerdings nur nach seinem Körper zu bewerten, und so mochte es kommen, daß „Treff" einem Förster, dem sein Herr zum Danke verpflichtet war, gefchenkt wurde, und zwar im frühesten Alter, in dem er kaum verstand, sich von etwas anderem als der Muttermilch zu ernähren.
In einer Kiste trat er die Fahrt an. Zum erstenmal allein, überkam ihn grohe Traurigkeit, und seine klagende Stimme übertönte das Nädergerassel des Packwagens, bis dem Packmetster die Sache denn doch zu bunt wurde und er der Kiste einen derben Fuhtritt versetzte. Der Schreck machte den Einsamen still. Am anderen Morgen hielt der Förster einen am ganzen Leibe zitternden, schwächlichen Hühnerhund im Arm. Das als Wegzehrung mitgegebene nahrhafte Welpenfutter war gänzlich unberührt, aber wer mochte unter solchen Umständen auch Hunger verspüren! Doch schien sich unser „Treff" eines Besseren zu bedenken, denn als ihm Försters Else einen Napf mit Milch hinflellte, langte er zu, so gut es ging.
Wochen und Monate waren dahingewandert und hatten aus dem kleinen „Treff" einen ganz ansehnlichen, vor allem formen» s Hünen Jagdhund gemacht, der auch in jagdlicher Beziehung zu den besten Hoffnungen berechtigte, lag doch auch seine Erziehung in den besten Händen. Den Ort seiner frühesten Jugend hatte unser „Treff" längst vergessen, auch die Stiefmutter, von der als Andenken allein die Narbe auf der Stirn geblieben war. Aber Feld und Wald hatte er lieben gelernt. Ja, der Wald hatte es ihn: angetan. Anfangs hatte er ungebunden und frei laufen und auch einen Hasen hetzen dürfen, denn sein Herr sagte: „Passion geht über alles, recht geleitete Passion ist die beste Abrichtung, ohne Passion hilft die beste Lehre nicht." Er hatte recht, und unser „Treff" war nach der Lehre seines Meisters nach l1/» Jahr ein fertiger Gebrauchshund, firm bis zur Vollendung. Da brach für „Treff" ein neuer Lebensabschnitt an. Er ging in meinen Besitz über, und wir beiden wurden bald die besten Freunde, verstanden uns in jagdlichen Lagen aufs beste. Mehr kann man eben vom Hunde nicht verlangen, als dach er seinen Herrn versteht, — vorausgesetzt, dah dieser überhaupt als Jäger zu verstehen ist. Schlechte Schützen verstand „Treff" vorzüglich zu beurteilen.
Kommt da eines Tages ein bekannter Herr, um zu jagen, — einen Hund hatte er nicht: was soll auch so ein Gelegenheitsjäger mit einem guten Hunde anfangen? Er war dazu noch ein „anerkannt" schlechter Schütze. Ihn selbst zu begleiten, war mir nicht möglich, und den Hund konnte ich ihm für einige Stunden auch nicht abschlagen. Gate Hunde verborgt man nicht, das ist alte Jägerregel, doch man macht auch einmal eine Ausnahme. Zweimal war Freund 9C. schon an die Hühner herangekommen beide Wale hatte er zweimal geschossen. Da kommt „Treff' ganz gemütlich den Feldweg herauf, klingt die Tür auf und steht im Zimmer. Im ersten Augenblick wollte es mir scheinen, als ob er angekratzt sei. — Heiliger Hubertus, ich hätte dem Kerl — Verzeihung! Freund — aber „Treff" war einfach die Sache leid geworden, vier Schuh und kein Huhn, — das kannte er zu in Gluck nicht, weder bei feinem Lehrherrn noch bei mir.
Viele Jäger beneideten mich um den schönen Brauntiger, — aber da kam das Schicksal: „Treff" bekam eine schwere Lungenentzündung, rang lange mit dem Tode: aber er kam durch und war bald wieder hergestellt. An Wild kam er den Winter über nicht mehr heran, und eines Tages auf dem Schnepfenstrich entdeckte ich zum gröhten Leidwesen, dah „Treff" seine Nase in der Krankheit verloren hatte. Ich hoffte noch, stellte stets neue Proben an, und als dann die Hühnerjagd kam, wurde das was ich längst wuhte, aber nicht glaubte, weil ich's nicht glauben wollte, zur unumstößlichen Gewihheit. Als alle Mittel vergeblich gewesen, entschlvh ich mich schweren Herzens, ihn fortzugeben Einer bekannten Familie sollte er als Hof- und Begleithund dienens
Armer „Treff", wie mag's dir wohl da zumute gewesen sein — deinem ureigenen Berufe so für immer zu entsagen? —
die Benutzung minderwertiger Brennstoffe wie beispielsweise ... Braunkohle umgebaut. Nur Schiffahrt und Eisenbahn haben im grohen ganzen bis jetzt die hochwertige Kohle nicht entbehren können. Aber auch hier ist man eifrig bemüht, andere Möglich- ketten der Heizung zu schaffen, die wirtschaftlicher sind als der Betrieb mit Kohle. Versuche mit Torf, Koks und Holz (es sei nur an schwedische Lokomotiven erinnert- haben erwiesen, dah diese Brennstoffe für Lokomotivbetrieb sich zwar eignen, aber den Forderungen höchster Wirtschaftlichkeit nicht gerecht werden.


