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Rvmpatz. Es wurde eine Seemeile SO gesteuert und das Schiff untersucht, ob es dicht geblieben sei. Das Schiss war lenz. Da raus wurde S'/zO gefieuert; um 10 Ähr war Weser-Feuerschiff dwars ab in 4 Seerneilen Abstand, um l/al 1 Role-Sand--Leucht-- tu cm passiert, machen um 3 Ähr im Hafer, fest. Ende der Reise."
Vom Atom.
Das Mart „Atom" stammt bekanntlich aus dein Griechischen Und bedeutet „das Änteilbare". Die Erichen glaubten aus rein philosophischen Gründen letzte Teilchen der Materie annehmen zu müssen, die absolut unteilbar sind und die unveränderlichen und 'einigen Bausteine der Welt bilden. Immerhin konnten sie keine besonders überzeugenden Gründe dafür beibringen, und so galt denn, wie Alfred Schack in Ar. 12 des 64. Jahrganges der Zeitschrift „lieber Land und Meer“ (Deutsche Verlags- auslalt, Stuttgart) darlegt, die ganze Atomlehre bis in die neuere Zeit als reine Annahme, die zwar wahrscheinlich, aber keineswegs bewiesen ist, das heisst, sie galt als Hypothese.
Ja, selbst heute findet man noch in älteren Lehrbüchern der Physik, und auch häufig bei den der Physik ferner Stehenden überhaupt, diese Ansicht vertreten. In Wirklichkeit ist aber heute die Existenz kleinster Teilchen der Materie, die für einen und denselben Stoff immer gleich groß und gleich schwer sind, nachgewiesen. Auch ihre Anzahl ist bereits festgestellt worden. Dies ist die berühmte „Loschmidtsche Zahl", von der noch weiter unten die Rede sein wird. Freilich ist die Änteilbarkeit nur noch bis zu einem gewissen Grade vorhanden. Die moderne Atomforschung ist nämlich bisher zu folgenden, alS feststehend zu betrachtenden Resultaten gelangt. 1
Man darf sich unter einem Atom keineswegs eine kleine komptakte Waffe Vvrsiellen wie etwa ein kleines Eisen--, Kupfer- usw Stäubchen. Vielmehr ist ein Atom ein außerordentlich kompliziertes Gebilde, komplizierter, wie etwa ein kreisendes Sonnensystem. Es darf heute als sicher angesehen werden, datz jedes Atom aus umeinander rotierenden Teilchen von positiver und negativer Elektrizität besieht; nur über die Art und Weise der Gruppierung dieser Teilchen bestehen heute noch Zweifel. Man kann sich zum Beispiel vvrsiellen, daß die negativen Teilchen, die „Elektronen", in kreisförmigen oder elliptischen Dahnen um einen positiv elektrischen Kern kreisen. Zur Zeit gibt es mehrere solcher Vorstellungen, die aber alle nicht prinzipiell voneinander abweichen; für alle diese „Atommodelle" hat die theoretische Physik die Vedingungen errechnen können, unter denen die Atome nicht zerfallen, also existenzfähig sind. Es ist hiernach klar, daß also auch die Atome noch weiter teilbar sein müssen, da sie ja aus Teilen zusammengesetzt sind. Aber sie verlieren dann die Eigenschaften des Körpers, von dem sie die kleinsten Teilchen sind. Wenn wir z. D. Kohlenstvffatome, die aus einem Zuckermvlekül entstanden sind, noch weiter zerteilen (was allerdings zur Zeit noch nicht möglich ist), so bekommen wir nichts Kvhlenstoffähnliches mehr, sondern positive und negative Elektrizität. Wir finden also, datz auch die Atome nur in dem Sinne als unteilbar selten tonn-en, u(o He oie rrentrren Teilchen find, die als solche Elemente noch existieren können. Wenn wir nun diesen letzten Schritt getan und den Zucker in Positive und negative Elektrizität zerlegt haben, so ist nach dem augenblicklichen Stande dec Wisfenschaft eine weitere Zerlegung nicht mehr möglich. Wir haben danach in den positiven und negativen Elektrizitätsteilchrn die wahren Atome zu erblicken, die in der Tat ewige und unveränderliche Bausteine dec Materie und damit des ganzen materiellen Weltalls sind. Es gäbe also nur zwei verschiedene Arten von Atomen: die positiven und die negativen Elektronen. Aus dieser Zweiheit baut sich das ganze Weltall mit feinen Millionen Sonnen und seiner unendlichen Mannigfaltigkeit der Formen auf.
Freilich könnte man nun die Analogie fortsetzen und über das von der heutigen Forschung Erreichte hinaus sagen datz es nach dem Dorangegangenen nicht unmöglich scheinen dürfte datz auch die kleinsten Elektrizitätsteilchen einer weiteren Zerkl-nns- ning fähig sein könnten. Wenn dies auch zugegeben werden mutz da ja nichts Gegenteiliges bekannt ist, so ergibt andererseits dann wieder etwas ganz anderes entstehen tue Materie und Elektrizität sicher ganz verschieden ist. Da die.es dann wohl nichts Materielles mehr an sich haben wird ftnoglicherweste Ware es zum Beispiel die Energie), wie ja die S» lt^l f<t°? kaum noch etwas mit der gewöhnlichen Körper- welt gemein hat so fann man dann doch mit allem Recht sagen datz die elektrischen Teilchen die letzten materiellen Bestandteile aller chemischen Elemente und damit der gesamten Körperwelt sind.
Es entsteht nun nur noch die Frage wie die Wissens?s>.itt hu wirkli^ Existenz der Moleküle, Atom.e und EleZonm na^
bat da sie doch.wegen^ihrer Kleinheit offenbar noch niemand gesehen hat. Zunächst wurde die Existenz von Reinsten Teilchen aus denen sich dre einzelnen Elemente aufbauen denn auch nur beZbalb von dec WMenschaft angenommen, w^il sich n^ auf aeSLC Erscheinungen, besonders in der Chemie er- Lären lietzen. Solange war aber auch die Atomlehre Achts als
I eine blohe Annahme die allerdings sehr viel mehr und wichtigere Gründe für sich in Anspruch nehmen konnte als die rein gedankliche Forderung der allen Griechen. Man darf aber füglich lagen, datz in der Physik erst das als wirklich anzusehen ist, was man auch me.sen kann. Run ist es Lvschmidt im Jahre 1865 gelungen, zum ersten Male die Zahl der Atome in einem Kubikzentimeter Gas, wenn auch noch sehr ungenau, festzustellen. Don dieser Zeit an also darf man die Existenz des Atoms als sicher- gestellt annehmen.
Heute gibt es die verschiedensten Methoden, um die Zahl der Atome oder Moleküle festzustellen. Diese Zahlen kann man aus der Beobachtung der blauen Farbe des Himmels, der Zuckungen der Sonnenstäubchen unter dem Mikroskop oder des Verhaltens von Qelflecken auf Wasser und noch andere Weise berechnen. Wahrlich, verschieden genug find die Wege, die zu der Lvfchmidtschen Zahl führen! Änd doch ergeben sie alle ungefähr übereinstimmende Resultate; der schönste Beweis für die Richtigkeit der Atomlehre. Die Zahlen, die sich so ergeben, sind von ganz ungeheurer Grötze. So enthält ein Gramm Wasser etwa dreitzigtausend Trillionen Atome, das ist eine Zahl von 23 Stellen! Daraus folgt, datz ein Atom in der Tat sehr klein sein mutz, und es ist kein Wunder, daß auch die schärfsten Mikroskope noch keins sichtbar machen konnten. Vielleicht können i wir uns noch ein besseres Bild von der Kleinheit dieser kleinsten Teilchen der chemischen Elemente machen, wenn wir bedenken, datz sich ein Atom der Grütze nach einem Apfel gegenüber so verhält, wie dieser Apfel zu unserer ganzen Erdkugel. Wollte man die Atome in einem Gramm Wasser zählen und zählte in jeder Sekunde ein Atom, so brauchte man 900 Billionen Jahre (eine fünfzehnfache Ziffer!) ununterbrochener Arbeit, um fertig zu werden. Dies mag einen Begriff von dec gewaltigen Grötze der Zahlen einerseits und von der Kleinheit der Atome andererseits geben.
Wenn es nun bisher auch noch nicht gelungen ist, die Atome selbst willkürlich weiter zu zerlegen, wie es bei den Molekülen noch der Fall war, so beobachten wir doch täglich, wie dieser Zerfall von selbst bei etwa dreißig Elementen vor sich geht. Dies sind die f»genannten radioaktiven Elemente, deren Atome dauernd sich in andere umwandeln und dabei Elektronen und positive Teilchen mit großer Geschwindigkeit aussenden. Diese Erscheinung, die feit der Entdeckung des wichtigsten dieser Elemente, des Radiums, näher erforscht wurde, hat überhaupt erst die heute feststehende Lehre vom elektrischen Aufbau aller Atome und damit des ganzen Weltalls züv Entstehung und Ausbildung gebracht.
Rach dem heutigen Stande der Forschung sind also die Elektronen die letzten Bausteine des Weltalls. Wohin wir auch blicken mögen, was wir auch ansassen mögen; Alles Materielle ist aufgebaut aus rotierenden elektrischen Elementarteilchen. Kupfer und Eisen zum Beispiel unterscheiden sich danach nur durch die Zahl und Gruppierung der Elektronen in den einzelnen Atomen. In der Tat, wir sind heute ein gutes Stück in der Erkenntnis her muterutten Well ourgevrungen: Es ist uns gelungen alles Materielle auf Elektrizität und Bewegung zurückzuführen. Die unermetzliche Mannigfaltigkeit der Welt ist als eine Variation elektrischer Mengen erkannt worden.
Wer im neuen Jahr sterben mutz.
Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben:
Zu der Frage, ob man den Tod und die Sterbestunde voraus« sehen kann, sind in dec Änterhaltungsbeilage der Silvestemummer des „G. A." zwei Geschichtchen aus dem Sagenbuch Wehrhaiis abgedruckt. Sie rufen mir folgendes aus den 50er and 60er Jahren in das Gedächtnis zurück:
Ein Mann namens Haas in Steinbach schaute den Tod von Verwandten und Freunden voraus. In seiner Jugend schon — ich folge den Erzählungen verschiedener glaubwürdiger Leute — Pflegte er seinen Eltern zu sagen: „Ich habe von dem und dem geträumt, der stirbt bald." Änd so geschah es. Mit zunehmendem Alter merkte der Junge, datz er, wenn er von seinen unruhigen und schrecklichen Träumen von dem Tod der Betreffenden nichts verlauten lieft, ruhigere Rächte bekam. Er sprach nicht mehr davon. Als Knecht bei dem Pächter Gl. zu Birklar beschäftigt lag er eines Tages auf dem Sittkessel, als er plötzlich aufsprang und rief: „Mein Kind mutz sterben." Das Kind starb nach einiaen Tagen. Eines Sonntaas kam er in fein Heimatdorf St. Iu Besuch. Er hatte von dem Tod eines Freundes geträumt und wollte sich nach diesem erkundigen. Er war inzwischen durch den Huffchlag eines Pferdes zu Tode getroffen worden und bereits begraben. — Kann etwas, was uns treffen soll seine Schatten vorauswerfen, eine Ahnung des Kommenden in un- ferem Herzen wachrufen? — Vielleicht nehmen Gläubige und Ungläubige Stellung zu dieser Frage. G
Schriftleitung: August Goetz. - Druck und Verlag der Drühl'schen Äniv^Buch- und Steindruckerei, D. Lange, Gietzen. -


