Ausgabe 
4.11.1922
 
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Samstag, 4. November

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1922 Nr. 44

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Felix Mendelssohn bei Goethe.

(Zur Erinnerung an seinen 75. Todestag.)

Am 4. Aovember sind Dreivierteljahrhundert vergangen seit dem Tage, an dem Felix Mendelssv h n«Darth oldi seine Augen für immer schloß. Der große Komponist ist in der letzten Zeit in gewisser Hinsicht vernachlässigt worden, aber die harmonische Kraft und Schönheit seiner Kunst sichert ihm eine Aeublüte seiner Werke. Nicht minder anziehend als der Schöpfer ist der Mensch Mendelssohn, dessen Wesen sich so anmutig und bedeutend in den Familienbriefen spiegelt. Er war es auch, der dem alten Goethe die letzten großen musikalischen Genüsse bereitete, nachdem er bei seinem Besuch in Weimar mit seinem Lehrer, dem Gvethefreund Zelter, wie ein Sohn ausgenommen war. Am 4. Oktober 1821 betrat der 12jährige Knabe, der damals schon ein großer Klaviervirtuose war, mit Zelter das Haus am Kmuenplan und mußte dem Olympier Vorspielen, zuerst kleine Liedchen, dann eine Dachsche Fuge, dann aus MozartsDon Juan", zuletzt Beethoven. An einem späteren Tage kamen dann drei Musiker der Weimarer Hofkapelle, um mit dem kleinen Komponisten zusammen ein Werk von ihm selbst vorzutragen. Goethe hörte mit größtem 'Beifall zu, und als ihn Zelter daran erinnerte, daß er auch schon Mozart in feinem 7. Jahre in Frankfurt angehört habe, meinte er:Ja, damals zählte ich selbst erst 12 Jahre und war allerdings wie alle Welt höchstlichst er­staunt Über die außerordentliche Fertigkeit,' was .'aber deins Schüler jetzt schon leistet, mag sich zum damaligen Mozart ver­halten, wie die ausgebildete Sprache eines Erwachsenen zu dem Lallen eines Kindes." Felix berichtete auf das Drängen seiner Eltern hin fleißig von seinen Erlebnissen nach Hause und schrieb 3. 23.:Jeden Morgen erhalte ich vom Autor desFaust" und desWerther" einen Kuh und jeden Nachmittag vom Baier und Freund Goethe zwei Küsse. Nachmittags spiele ich Goethe über zwei Stunden vor, teils Fugen von Dach, teils phantasiere ich. Alle Nachmittage macht er das Streichersche Instrument mit den Worten aus:Ich habe dich heute noch gar nicht gehört, mache mir ein wenig Lärm vor ", und dann Pflegt er sich neben mich zu sehen, und wenn ich fertig bin, so bitte ich mir einen Kuß aus oder nehme mir einen. Und ein andermal:Bon seiner Güte und Freundlichkeit macht Ähr Euch gar keinen Be­griff, ebenso von dem Neichtum, den der Polarstern der Poeten an Mineralien, Büsten, Kupferstichen, kleinen Statuen, großen Handzeichnungen hat. Daß seine Figur imposant ist, kann ich nicht finden,' er ist eben nicht viel größer als der Vater. Doch seine Haltung, seine Sprache, sein Name, die sind imposant. Einen ungeheuren Klang der Stimme hat er, und schreien kann er wie 10 000 Streiter. Sein Haar ist noch nicht weiß, sein Oanjg ist fest, seine Rede sanft."

Nach dem Abschied des jungen Felix fühlte sich der alte Dichter vereinsamt.Wenn der talentvolle, fähige und fertige Knabe mich manchmal beim Nachtisch den Kopf umwenden und nach dem Flügel schauen sähe," schrieb er an den Vater Abraham Mendelssohn,so würde er fühlen, wie sehr ich ihn vermisse und welches Vergnügen mir seine Gegenwart gewährte. Denn seit dem Scheiden der fo willkommenen Freunde ist es wieder ganz still und stumm bei mir geworden, und wenn es höchst genußreich war, gleich beim Empfang nach langer Abwesenheit meine Woh­nung in dem Grade belebt zu finden, so ist der Kontrast an trüben und kurzen Wintertagen leider allzu fühlbar. Als der junge Mendelssohn, 21 Jahre alt, nun schon ein Fertiger, der

bereits so wundervolle Kompositionen wie die Ouvertüre zum Sommernachtstraum" undMeeresstille und glückliche Fahrt" geschaffen hatte, im Mai 1830 seine große Reise nach Jtalietzx antrat, da blieb er ein paar Tage in WsinMr, und Goethe wollte ihn gar nicht fortlassen. Damals spielte er dem Achtzig­jährigen den ersten Teil der Deethovenschen OMoll-Sinfonie vor und berichtete darüber den Seinen:Dabei sitzt er in einer dunklen Ecke, wie ein Jupiter tvnans, und blitzt mit den alten Augen. An den Beethoven wollte er gar nicht heran. Ich sagte ihm aber, ich könne ihm nicht helfen, und spielte ihm nun das erste Stück der L-Mvll-Sinfonie. Das berührte ihn ganz seltsam. Er sagte erst:Das bewegt aber gar nichts das macht nur staunen das ist grandios!" Und dann brummte er so weiter und fing nach langer Zeit wieder an:Das ist sehr groß, gang toll: man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein und wenn das nun alle Menschen zusammen spielen!" And bei Tisch, mitten in einem anderen Gespräch, fing er wieder damit an. In den letzten Briesen nannte ihn Goethe stetsMein lieber Sohn". Al- Felix in Paris die Nachricht von Goethes Tod erhielt, da war es ihm, wie wenn ihm ein Vater gestorben wäre. . .

Sin Jubiläum bss ZÄndholISZ.

Die Zündhölzer find heute so selten und teuer, daß wir sie wieder mit besonderer Behutsamkeit und Andacht behandeln, fast so wie in jenen Tagen, da sie zuerst die Menschheit er­freuten und vom Feuerstein erlösten. Ein Jubiläum, das in diese Kindheit des Zündholzes zurücksührt, kann in diesem Jahr gefeiert werden, denn die ersten Phosphorzündhölzchen tauchten im Jahre 1 8 3 2 auf. .lieber den Erfinder dieses so wichtigen Gegenstandes, der bald zu einer großen Industrie führte, werden in der Frankfurter WochenschriftDie Umschau" nähere Mit­teilungen gemacht. Es war ein Deutscher namens Johann Friedrich Äammerer, von dem berichtet wird, er habe als politischer Gefangener auf dem Hohenasperg seine Erfindung gemacht: es sei bann dem politischen Verbrecher verboten worden, die Erfindung wegen ihrer Feuergefährlichkeit auszunützen, und deshalb sei er irrsinnig geworden. Wahr ist an dieser Erzählung nur das traurige Ende Kammerers, der ursprünglich Siebmacher war und sich dann der Hutsabrikation zuwandte, daneben einen Handel mit Feuerzeugen betrieb. Er wurde 1832 in die revolu­tionäre Bewegung verwickelt, am 1. Juli 1833 verhaftet und auf dem Hohenasperg in Untersuchungshaft gehalten, bis er am 17. Februar 1838 vom Kammergericht in Eßlingen zu zweijähriger Festungshaft verurteilt wurde. Der Vollstreckung des Urteil- entzog er sich durch die Flucht. Kammerer hat nun sicherlich di« Phosphorzündhölzer nicht während der Hast erfunden, denn er hat sie schon vorher hergestellt. Das große Handelshaus Leuch­berichtet, daß es schon 1833 Zündhölzer von ihm bezogen habe, und fügt ausdrücklich hinzu:Wir waren die ersten, die seinen Zündhölzchen größeren Absatz verschafften."

Es machen freilich auch andere Erfinder auf diesen Ruhm Anspruch, nämlich Preshel in Wien, Mayer in Eßlingen und Link in Darmstadt, die ebenfalls vor 1833 keine Phosphorhölzer hergestellt haben. Nun weiß man, daß Link nicht als erstev phosphvrhaltige Streichhölzer in Darmstadt verkaufte, sondern der Zinngießer Krätzinger. Seine Zündhölzer, die schon 1832 im Kandel waren, stammten nach dem einwandfreien Zeugnis von Prof, Thiel von Kammerer. Dieser war also zweifellos der erst«, der eine PhvSphormasse verwendete und deshaD auch als Er­finder der Phosphorhölzer angesehen werdem muß. Bon der