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Die Schulferien im Wandel der geilen
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«11 Vaterland Mekka nichts aalt und dem sich hauptsäHlichdie Armen und Sklaven zuwendeten. Da die Herrschenden Famuien in Mekka ihn mit offenkundiger Feindschaft und Verachtung be- Handelten, kam er auf den Gedanken, die Stätte ferner £äugieu tot> anDershin zu verlegen. Gr versuchte Zunächst, in dem benach- barten Laif Fuß zu fassen, und als di^ miMang wanderte er nach der Stadt Jathrib aus, dre nach seiner Uebersiedlung Medina genannt Wurde. Die zahlreichen in der Stadt wohnenden Juden hatten den übrigen Einwohnern von eurem tunt» ttgen Gottgesandten erzählt, der die Streitigkeiten zwischen ihren Stämmen schlichten und ein neues Gvttesreich herauffuhren werde. Do war der Boden für Mohammeds Lehre tn Medma vorbereitet und der Islam faßte Hier überraschend schnell Wurzeln. Schon vor Mohammeds Ankunft waren erntge lAner Anhän^r nach Medina gegangen, und nachdem der PrvWet Gottes Er- laubnis für Len großen Entschluß angerufen, machte er suh selbst auf den Weg. Die Gläubigen gingen ihm entgegen, als sie hörten, daß er Mekka verlassen habe, aber da sie chn nicht fanden kehrten sie wieder um, denn es waren heiße Tage, öte waren bereits wieder heimgekehrst als ein Jude ihnen nachge- JS kam und rief: A Ihr Sohne Keilahs! Euer Gluck ist angekommen." „Wir gingen hinauf", so ^richtet der älteste Biograph Mohammed Ibn 3shak, „und fanden Mohammed im Schatten eines Dattelbaumes und bei ihm war 2lbu Dekr, der ibin an wahren gleich war. ^>a die meisten von uns Mohammed Nh^nie FhA. hatten, so wußten sie, indem sie auf ihn zugingen auch nicht welcher von beiden Abu Bekr war bis der Rotten von Mohammed wich und Abu Dekr ihn mttferninn Oberkleid beschattete; dadurch erkannten wrr chn. Mosmmmed kam nach Medina, als die Sonne heih brannte. Er amr damals 53 Jahre alt, und es waren 13 Jahre, seit er als Prophet gesandt worden war."
In Medina erst stellte Mohammed den Islam zum Juden- und Ehriflentum tn einen strengen Gegensatz. Die Vorschrift Leim Gebet fortan nicht mehr gegen 3emfaIem fDnbet-n gegen Mekka Zu blicken, war Las äußere Zeichen der Mehr des Islam von d«m anderen Religionen. Als der Prophet zehn Jahre später starb hatte er seine Heimatstadt Mekka bezwungm, dre neue Lehre unter den Arabern Ml beendet und mit bem Kampf gegen das bhzaniinische Reich ihre Weltmission eröffnet.
vrdnung des Gymnasiums zu Rvrdhausen v. I. 1583: „Ob man wvll den Praeceptoribus gerne gönnet, daß sie bisweilen ruhe haben und remissiones, mus doch> solches auch seine maße haben, damit die knaben nicht verment oder zu sehr verseumet werden. Demnach sollen alle Ferien, die inen die Evllegae gemacht, gentzlichen abgeschnitten sein, ohn allein folgende, welche inen sollen vergunnet werden, nemlich. . ." Und nun folgen einige freie Tage: die Zeit der Faschingsfreuden, das Erntedankfest, die Kirrneßseier und andere allgemeine Freudentage, — in Dresden die ganze Dvgelschießenwvchen. Später wurden hier auch alle Mittwoch-- und Sonnabendnachmittage schulfrei gelassen; eben- so in Berlin, so daß die bekannte Anekdote vom Alten Fritz und den Rangen, die den König auslachten, weil er nicht wisse, daß am Sonnabendnachmittag keine Schule sei, irtS Reich der Fabel gehörte. Desgleichen schrieb schon die älteste Schulordnung bes$ Grauen Klosters zu Berlin vor, daß auch während des Ja^marktS der Unterricht ausfallen solle.
Das waren die ersten eigentlichen Ferien, von denen wrr wissen. 3m allgemeinen scheint es schulfreie Sommerwochen, dre Lehrern und Schülern ein Ausruhen und Erholung brachten, tn den größeren Städten bis zum 11. Jahrhundert nicht gegeßen zu haben; eine geregelte Ferienordnung für das ganze Jahr brachte wohl erst das vergangene Jahrhundert.
Und wie stand es mit den Serienreifen? Solche muhten die meisten Zöglinge der Lateinschulen und Universitäten, weil von auswärts kommend, an jedem Semesterende, also zu Ostern und Mickneli notgedrungen machen. Tagelanges, mühsames, entbehrungsreiches Wandern hin und her durchs Land für viele, und mancher, der frisch und fröhlich auszog, kehrte nicht gesund, überhaupt nicht wieder heim. ~ .
Da ist denn neben Ferienlust zugleich von Ferrenlerd zu reden. 3m Jahre 1598 hielten sich in der Leipziger Pflege alle Ortschaften wegen der Pest verschlossen und so fand man denn, als diese Landplage vorüber war, bei Dolsenhain einen fahrenden Schüler tot am Wege, den sie zu Grandstein nicht eingelassen hatten. Der hatte noch in sein Wanderbuch geschrieben: „Ja, i freilich, ich bin krank. 3ch bin nun vierzehn Tage unter den Himmel gelegen und hat mich niemand wollen Herbergen. Der Hals ist sehr dick, ich Tann nicht schlingen, ich habe die Braune gekriegt von 6er Aachtluft und bin die Zeit über immer in nassen Kleidern gelegen und weih mich niemand zu trösten, denn meines Herrn Jesu Christi, der wird mir helfen." So ist wohl noch mancher derzeit unterwegs verdorben, einer aber sogar bei Serien» beginn in 6er Schule selbst, Öen sein Rektor ins Karzer sperrte,, weil er sich gar zu stürmisch darauf gefreut hatte, auf Eltern un6 Freiheit. Die Altenburger Ghmnasialchronik vermeldet davon: Alle andern jungen Vögel flogen aus. Der Schulregent vergrub sich in seine Bücher, wobei ihn wieder und wieder der Gedanke quälte, daß er irgendetwas vergessen hatte. Erst ein Mahnbrief der Eltern des armen Jungen brachte ihn auf Den richtigen Gedanken. Da aber war es zu fpät. Wohl stürzte der Alte ins Gewölbe Der nahen Brüderkirche, in das er den luftigen Vogel I elngeschloffen hatte. Der war inzwischen ganz still geworden, I qualvoll verhungert." Roch lange verwahrte man sein Skelett in I der Bibliothek des Ghmnastums, vielleicht heute noch Dr. T. At.
Gaben des Waldes.
Von Amtsgerichtsrat Dr. Hartmann, Mainz.
Millivnenwerfe gehen Jahr für Jahr ungenutzt zu Grunde. Weder die eifrigste Ausklärungsarbeit unermüdlicher Natur- freunde, noch die furchtbare Rot des Krieges haben eine wesentliche Wandlung bringen können. Gleichgültig stehen die Meisten den Wunderwerken der Ratur gegenüber, die diese in unerschöpflicher Fülle alljährlich hervorbringt. 3n seuchtwarmen Sommern wenn Wald und Flur ihr prächtiges Sommertteid anlegen, entwickelt sich vielgestaltig und farbenprächtig das Pckzreich. Die früher fast mißachteten, neuerdings aber dock) immer mehr und melhi- in Ruf kommenden Pilze verdienen es wahrlich, aufmerksam beachtet zu werden. Sind sie doch ein köstliches, wohlschmeckendes Lebensmittel, das in großer Menge vorkommt gratis zu haben und geeignet ist, manches Haushaltsbudget recht fühlbar zu entlasten und in angenehmster Weise Abwechslung in das -ägliche Einerlei der Küche zu bringen. Pilze sind nicht nur schlechthin Nahrungsmittel, die an Nährwert den besten Gemüsen gleich- zustellen sind und dem Fleische nähekommen sondern sie sind auch in besonderem Maße Leckerbissen von köstlichem Geschmack. Dermöae ihrer Bittigkeit sind sie namentlich in unserer Zeit unaufhaltsamer Teuerung ein Dolksnahrungsmittel allerersten Ranges.
Es gibt kein größeres Vergnügen für den Naturfreund als Den tannenduftenden Wald zu durchwandern und mit reichster I Ausbeute an den prächtigsten Pilzen beladen heimzukehren. 2 bis 3 Zage nach starken Niederschlägen sproßt das Pckzreich tn üppiger Pracht und keine Wanderung wird erfolglos werden, wenn man feine Jagdreviere erst einmal kennt und die P.ckze erkundet hast die diese oder jene Art der Pilze bevorzugt Erfahrungsgemäß kommen die einzelnen Arten an bestimmte Stellen vor, an Denen fte sich oft Jahre lang halten, und Der Kenner ^mag schon im öoraS zu sagen, weiche Pilzarten er vermutlich da oDei Dort 1 finden wird.
Uns wird geschrieben: 3m Mittelalter, wenn Die Schwalben wieder kamen, ober Der Storch, war Freude in der ganzen deute kcben Welt Der Durmwächter flieh ins Horn und Holte sich I einen Taler zu einem Ehrentrunk, weil er »uerft den Sommeranfang durch Stadt und Laich verEünDet hatte. I 91m allermeisten aber jubelte die Jugend, denn den ganzen I ©SnmnHang hatte sie schulfrei. Ja, schulfrei - weil es nam- ttch fü? Lchrer und Kinder jetzt allerlei anderes zu tun gab! Wer waren Denn Die ersten Lehrer wenigsterÄ in der Ätein» flabt und auf Dem flachen Lande? Das waren die 2>mttr, Hirten und Schäfer Die sommersüber mit dem sanzen Gemeindebesitz an ME Rindes, Schweinen, Ziegen und Dchaff-- zwischen Wald und Weide herumschweiften und erst wieder heim- tebrten wenn es draußen nichts mehr zu füttern gab. Dafür mußten sie aber im Winter selber mit durchgefüttert werden Das geschaht sehr einfach. Wochen- und tageweise waren ste bald in diesem, bald in jenem Hofe zu Gast«, und wo hielten sie für die jeweilige ganze Nachbarffchaft Schule, wobei tftnen nicht nur alle Kinder, sondern auch die Alten gerne zu- Hörten soweit es ihre Zeit erlaubte. Denn diese Manner, die bei ihren sommerlichen Streifen Muße hatten, mehr auf alle Erscheinungen Der Natur zu achten, waren vor Andern wted-und wetter- quellen- pflanzen- und 'heilkundig. Ueberdies hatten sie draußen Zeit zum Les^n. Hinterher teilten sie dann aus dem reichen Schatze ihrer Erfahrungen mit.
Aus allen diesen Gründen ergab es sich gewissermaßen von selbst daß Das Sommerhalbjahr schulfrei, baji Winterhalbjahr aber' ferienlos war, — abgerechnet Die kirchlichen S^ertage. Nur etwa bei häuslichen Freuden, wie z. D., einem Schweineschlachten fehlten Die Kinder „selbstverständlich beim älnterrichst 3ur Entschuldigung diente Dann wohl eine Wurst. Nur um Weihnachten wurden kurze Ferien gemacht. 3ni DuDerstadter Urkundenbuche vom Jahre 1434 heißt es Darüber: „Thomas avcnb tomi men De KhnDere ut drivet", nämlich aus der Schule Auch in größeren Städten wußte man sich kaum anders zu Helsen So wurde beispielsweise noch im Jahre 1532 zu Fwink- kart a M als erster Deutscher „Qeremetfter em früherer Schuhmacher, Jakob Medenbachs angestMt Dtese Unterrichtsmetbode -Sech Halbjahr Praxis, ein Halbjahr Theorie — hat fw& in einigen Fächern, z. D. in den Landwirtschafts- und Schifferschulen, bis auf Den heutigen Tag erhalten.
Durch Einführung Der Reformation fielen nun viele Feter- tage weg. .Dadurch tourDe die Zähl der freien Tage in den Schulen die inzwischen schon mehr und mehr geregelte Anstalten geworden waren, bedeutend verringert: in Dem Maße, daß es Den Herren Lehrern zuviel wurde. Sv lieft man tn der Schul-


