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Haufe? Weil ntkin ihn schlüge und huttgerrt liehe. Es war eilte nachdenkliche Geschichte, die sich Ker vor dem altm Manne aufrollte Herr Kloppe hatte immer nur für fern Geschäft gelebt: Dio Wohltätigkeit, soweit sie unbedingt nötig toter, besorgte ferne Krau, und wenn er selbst irrt Vorbeigehen einem kruppelhaftert Bettler eine kleinere oder größere Mstnzie hinwarf, fühlte er sich schoir austerordentlich gehoben. Bei Berührung mrt ledem aber, der nicht auf den gebahnten Wegen bürgerlicher Wohlanstaitdigkett dahinwaiidelte, toteri> er ängstlich, und wenn er tn Berlin einen Jungen nachts gegen elf Uhr auf dem -Friedhöfe gefun^n hätte, so totere er ohne weiteres Nachdenken einfach zuM Schutzmaun gegangen. wejt unj) breit keinen SchEnann. Und über Herrn Kloppe kam mit einem Male eilt ganz seltsames Gefühl. Sie wußten doch beide nicht recht, tv'ohin in der werten, werten Welt, der fieiite Junge und der alte Mtente, imd es kam Herrn Kloppe ganz undenkbar vor, daß er wieder in ferne leere , od,e Wohnung allein zurückgehen sollte, in der man höchstens örtert Kubalke mit den Tellern klappern hörte. Im Grunde Hatte er immer eilt weiches Gemüt nehabt, aber das Leben hatte ihm keine Zeit gelassen, auf die Stimme seines Herzens zu hörm. Hier aber erwachte die jahrzehntelang zurückgedräugte Empfindung, hier, ton es weder Baumtvolle en gras noch einen Stammtisch Mehr gab, tvv die Stiin'men der vergessenen Jugend zu ihnl sprachen — und er legte bette Kleinen, von einem! plötzlichen Entschlüsse getrieben, die Hand auf den Kopf und streichelte ihn Mit einer Wilde, die Herrn Basoche am Stammtisch ehren Lacw kranipf zugezogen haben würde. Es erschien ihm plötzlich als die selbstverständlichste Sache von der Welt, dast er sich des Jungen tenzunehwen hätte, und dieser, der die seltsame Wandlung in Herm Kloppes Seele .fühlte, -ohne sie retfrt zu begreifen, liest sich v-on seinem neugewonnenen Freunde ruhig -vom Friedhöfe hinunter- Mren. Die beiden gingen über bete schweigenben Wall, von dessen Bänken langst bas letzte Liebespaar verschwunden toter, dem Gasthofe zu, und Herrn Klappes Herz war so frei und leicht wie noch nie zuvor. Denn er Wußte, daß nun ein neues Lebten vov ihM -lag — und vielleicht war es erst das Wahre, das richtige Leben, das er jetzt mit seinen grauen Haaren noch beginnen sollte.
Vermachtes.
bl. ^Photographieren ohne Licht. Photographieren ohne Licht ist, wie schon das Wort „Photographie" besagt, eigentlich ein Widersinn. 'Wir haben uns freilich daran gewöhnt, dast außer den Lichtstrahlen auch unsichtbare.Strahleuarlen, Röntgen« ünd Radinmstrahlett, auf die photographische Platte etuwirken. Es gibt aber auch noch andere, viel merkwürdigere Arten des Photo- graphierens ohne Licht, wie Gustav Blunck in der „Naturivisseu- schaitltchen Wocheuschriit" ausfnhrt. Blankgepntzle Melallplalten, die man mit Bromsilberplatten in Berührung bringt, ivirken z. B. so auf die lichtempfindliche Schicht ein, daß man nach dem Ent- roickeln eilt Abbild bekommt, und ebenso erzeugen Harze, Oele, Fette, Holz, Samen, Blätter usw. Bilder, so daß mau nach einem lichtlofen Photographieversahren Bilder von gepreßten Pflanzen Herstellen kann, indem man diese aus die photographische Platte legt. So kann man genaue Strukturbilder von Federn und Holz und den nieteten Pflanzenteilen erhalten. Mack, Pollen, Stärke, Zucker uud Gummi zeigen diese merkivürdige Wirkung allerdings nicht und bei Keimlingen gelingt der Versuch ebeuialls nicht. Beim Verarbeiten der „aktiven" Stoffe bleibt die Aktivität erhalten und so kann inan Strukturbilder groben Papiers auf der photographischen Platte erzeugen. Ebenso wirksam ist wegen ihres Firnis- und Terpentinölgehattes die Druckerschwärze. Blunck gibt unter verschiedenen Abbildungen zu seinem Aussatze eine, -die einen lichtlos hergestellten .photographischen Abdruck eines bedruckten Blattes zeigt. Uebrigens ist oie unmittelbare Berührung zwischen der Platte und dem Objekte nicht nötig; die Bildererzeugung gelingt auch, tueiiit Pappe oder andere Stoffe dazwischengeschaltet sind. Landschaften kann man ohne Licht, also bei Nacht, photographieren, wie schon Zeuger in den siebziger und achtziger Jahren gezeigt hat. .Er.hat von einem Zimmer in Gens den Genfer See mit dahinterliegender Landschaft photographiert, indem er eine mit Leuchtfarbe .überzogene Glasplatte drei Minuten hindurch exponierte und daraus eine Stunde lang mit einer photographischen Platte in Kontakt brachte. Der so erhaltenen „Photographie" sieht man.nicht an, daß es sich um eine lichtlose Nachtaufnahme handelt. Dieser Versuch ist später von anderen, so auch von Blunck selbst, iviederholt ivorden, so daß eine Täuschung ausgeschlossen erscheint.
* Das beste Heiratsalter — zum Beste» der Nachkommen. In der Eugenics Review, die sich dew Propagierung der eugenischen Lehren gewidmet hat, wird eine interessante Statistik veröffentlicht, die sich mit der Frage des besten Heiratsatters beschäftigt. Man hatte sich das Ziel gesetzt, in einer mittelgroßen Stadt Erhebungen anzustellen, um zu ergrü'nben, ob das Lebensalter der Ettern auf die Gesundheit und die Schön- chteit der Nachkommenschaft von größerem oder geringerem Einfluß ist. Die schwierige Aufgabe erstreckte sich! auf die. englische Stadt Mrbbkesborough in der .Grafschaft Bork. Dr. E. I. Evarte hat
[eine Feststellungen Vor telkein teuf die Angehörigen des Kleirt- bürgexstandes und der -Arbeiterklasse attsgedchnt rthb ist d-abei M dem' Ergebnis gekommen, daß die schönsten Jungen von Fraueit [abstammten, die während ihrer Mutterschaft zwischen betet 25. und 30. Lebensjahre standen. Die schönsten Mteochest bagegey ftominten von Müttern ab, hie oas 2h. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt hatten. Die kräftigsten Kinder stachmen vvy Vätern ab, dis zwischen dem' 30. und 35. Lebensjahre .standen. Daß schönste! Kino der ganzen Stadt stammte von werte, die diesen Migabten entsprachen: der Väter roter 31 itrtb hie MuMr 25 Jahre, * Die Ausführung einfacher Befehle bei der H u n d e d r e s s u r: Setzen, Legen, Springen, Apportieren, Bor- und Zurückgehen, rote auch Tragen von Gegenständen, muß jedem größeren Hunde, der als wohlerzogen gelten soll, beigebracht worden sein. Für großrassige Hunde ist zudem stster Appell unbedingtes Erfordernis, weil man sonst aus Aerger, Scherereien und Unatmehmlichkeilett nicht herauskommt. Alle jene kleinen Leistungen sind den Huttden aber mehr im Spiele als im Ernste beizubringen und gelincen leicht, wenn man rechtzeitib mit der Hebung darist beginnt ituo in richtiger Folge dabei verfährt. Bei alleren Zwingerhunden macht die Erziehung zu solchen „Kunststückchett" gewöhnlich mehr Schwierigkeiten und muß dann die Dressur ost mit ganzer Strenge entsetzen.
Büchertlsch.
— Handbuch der Kunstwissenschaft heraUsgegeben von Privatdozent Dr. Fritz Burger-München, unter Mitwirkung der Universitäts-Professoren Dr. Dr. Curtius-Erlangen, ;Eager- Gritez, Hartmann-Straßburg, Ncuwirth-Wieai, Pinder-Darmstadt, Siteger-Dresden, Graf Vitzthum v. iEckstädt-Kiel, Wackeruagel- Leipzig, Weese-Berlin, Willich-München, Wulfs-Berlin, Privat- bozeitt Dr. Herzfcld-Berliii, Oberbibliothekter Dr. Leidiitger-MÜn- chen und anderer Universitätslehrer und Museumsdirektoren. Mit cte. 2000 Textabbildungen und Vierfarbendrucken usro. Lieferung 3: Wulff, Mtchristliche und bhztentinische Kunst. Heft 1, Verlag der Akademischen Berlagsgesellschaft Berlin-Neubabelsbersj. Auch aus dieser Lieferung sehen wir, daß es sich hier um ein in großartigen Zügen angelegtes Werk handelt. Zu bett interessant geschriebenen, anschaulichen und gründlichen Darstellungen, die dem neuesten Stand der Kunstgeschichte entsprechen, bietet das prachtvolle und seltene JllustrationsMatersal eine wertvolle Ergänzung. Das Hauptziel der Verfasser ist die Erschließung des Kunstverständnisses. Die zur Erreichung dieses Zieles eingeschla- geiten Wege sind methodisch und technisch durchaus originell. Durch den Vergleich verrotendter Werke verschiedener Zeiten nnd Völker, durch Zusammenstellung von Eiitwichlungsreihen sowohl auf dem Gebiete der neuen wie alten Kunst usw. roerben alle Hindernisse! des Verständnisses hintveggeräumt und der Leser so mit bett Kunstwerken vertraut gemacht, daß er ein persönliches Verständnis zu ihnen güwinnt und sie aus ihrert eigerteil .Lebens- und Ent- sttehungsbedingungen heraus begreift, beit Wert .der Kunstwerke erkennt und lernt, das Mesen der Kunst Art begreifen und selbständig Kunstobjekte zu beurteilen. In diesem Handbuch werden durch eine fast unerschöpfliche Fülle hervorragender unerreicht dasteheu- der Abbildungen, die infolge ihrer ausgezeichneten künstlerische Ausführung Und vollendeten technischen Rehrteduktionen überraschen, alle bedeutenden Werke der Mak-, Bildhauer- und Baukunst aller Zeiten und aller Länder vor Augen geführt.
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Redaktion: K. Neurat h. — Notationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


