Samstag, den Februar
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Von Frühling ?u Frühling.
Roman von Erich Eb en st ein« (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
„Konradchen, sag' mal, bist du sehr gerne hier in Dopolanyi?"
„Ja, Mama. Du nicht?"
„Doch! Aber wir werden trotzdem bald fortgehen von hier....."
„Wohin?"
„Das weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich in eine große Stadt."
„Gibt es dort auch Zigeuner?"
„Nein. Aber Musik. Es wird dir schon gefallen, Liebling . . ."
Meta sah auf die Uhr.und stellte das' Kind dann rasch! zu Boden.
„Siehst du, nun hätten wir uns bald wieder verplaudert. Komm und laß dir von Lena den weißen Anzug anlegen, wir müssen bald zur Bahn."
Während sie selbst noch rasch die Sträußchen in den Speisesaal trug und auf der Tafel verteilte, dachte sie etwas beklommen an Mont-ellis Heimkehr.
Im stillen bangte ihr ein wenig vor der Aussprache, die unvermeidlich war. Anfangs hatte sie ihn gar nicht erwarten und daheim gleich mit dem empfangen wollen, was ihr auf der Seele brannte.
Dann aber hatte die Ueberlegung gesiegt.
Ein solcher Empfang würde alles verderben. Er wäre ärgerlich und gereizt geworden und Gründe konnten ihn überhaupt nicht überzeugen.
So beschloß sie, im Gegenteil alles zu tun, um ihn in gute Stimmung zu bringen und daun recht innig zu bitten, er möge aus Liebe zu ihr seine Stellung aufgeben.
Darum war sie bereitwillig auf Baron Lenkays Idee eingegangen, Montellis Heimkehr mit einem Fest zu feiern.
Darum schmückte sie die Tafel mit Blumen und verwendete ein wahres Studium aus das ganze Arrangement. Denn das liebte er. Alles vornehm, prächtig und von erlesenstem Geschmack.
Darum kleidete sie sich mit großer Sorgfalt in ein hellblaues duftiges Gewand. Denn so liebte er, sie zu sehen.
Sie warf noch einen Blick auf die Tafel. Die grünen, zarten Ranken, welche sich über blendendes Weiß zwischen blitzendem Silber und feinstem Porzellan hiuschlängelteu, machten sich vortrefflich.
Ein feiner Duft entstieg beit Heliotropen und die blassen, kaum erblühten Rosen daneben stünmteu so fein zu dem Grün und Weiß.
Dort auf der Estrade sollten die Zigeuner postiert werden. An den Wänden zwischen Waffen und alten Bildern würden hunderte von Kerzen brennen und durch die offenen Fenster würde man den weiten, sternübersäten Himmel erblicken, der sich über der Pußta wölbte.
Roch einen Blick in den Spiegel. Ja, sie konnte sich sehen lassen. Abends wollte sie dann noch die Diamanten umlegen, die er so gerne um ihren weißen Hals sah . . . und lächeln, fröhlich sein. Keine Vorwürfe machen. Er sollte gar nicht ahnen, wie übel sie cs genommen, daß er Reinsbergs Reise gebilligt hatte.
Nachdem sie den Speisesaal verlassen hatte, machte Meta noch einen Abstecher in die Küche, überzeugte sich, daß auch hier alles in bester Ordnung war, erinnerte den. Diener nochmals, ivelche Weine und in welcher Reihenfolge sie gebracht werden sollten, und eilte dann hinauf in ihr Zimmer, um Hut und Schirm zu holen.
Unten "fuhr schon der Wagen vor. Konradchen war auch fertig. Der weiße Basthut mit dem großen Ver- gißmeinnichtbüschel darauf stand Meta entzückend. Sie knövfte die langen weißen Handschuhe zu und spannte den duftigen hellblauen Schirm auf, der sich mit seinem faltigen' Gekräusel tote eine Wolke vor die letzten Sonnenstrahlen legte.
Ein kleines Lächeln spielte mit ihre Lippen, als sto zufällig die bewundernden Micke der Dienerschaft aufsing, welche unter dem Tore stand.
„So — nun vorwärts, Jauos, und sehen Sie zu, daß wir zurecht kommen."
Der Kutscher mit seinem riesigen, steif gewichsten Schnurrbart verbeugte fich halb nach der Seite und hieb in die Pferde ein.
Wie ein Vogel flog das Gefährt dahin.
Als man die Station erreichte, dämmerte es bereits, und gleich darauf fuhr der Zug ein.
Mvntelli war der einzige, welcher ausstieg. Er blickte einen Augenblick suchend umher und sein finsteres Gesicht erhellte sich sofort, als er Meta und den Knaben et'bTicfte
Sie' aber erschrak fast, als sie ihm gegenüberstand. Sein Antlitz war gelblich bleich, die Augen lagen tief ttt den Höhlen und ein fremder, nervöser Zug zog sich um die blassen, vollen Lippen.
Besorgt legte sie die Hand auf seinen Arm.
„Bist du krank, Viktor? Du siehst so blaß aus!"
„Lächerlich. Watmm denn?" Er führte sie zum Wagen und half ihr einsteigen. Dann hob er Konrad hinein und sprang ihm nach.
Während die Pferde anzogen, drückte er Melas Hand.
„Es ist riesig nett von dir, daß du mich hier erwartet hast. Eigentlich war das eine Rackerei diese drei Wochen! Kaum daß mau zu Atem kam vor lauter Aufregung! Und dann das schauderhafte Pech mit „Aram" . . . wtr hatten


