Ausgabe 
31.12.1913
 
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beibt, jhtb ein paar Tomaten-- ttnö Salatswcke im Trcibhause des Gouverneurs. Es werden übrigens gegenwärtig ansgedehnkc Ver­suche mit Gcmüfepflanznngen gemacht, da im Sommer einzelne Pflanzen ausgezeichnet gedeihen. Man hat «. a. mit dem Weizen- ban keine schlimmen Erfahrungen gemacht. Nach der Theorie,nützte der Pflanzenwuchs sogar überraschend rasch vor sich gehen, da es in Alaska mährend des Sommers nie Nacht wird, mrd die Pflarrzen somit doppeltZeit haben", zu wachsen. Die Blumenwelt von Alaska soll sich durch Farbenpracht auszeichnen. Die enormen Lebensniittelpreise überraschen übrigens nicht, ivenn man mit ihnen die Arbeitslöhne vergleicht. So erhält z. B. der niedrigste Minenarbeiter 20 Mark im Tag.

* Sic größte B r ü ck e der Welt. Zwischen den Städten R c iv A ork und N c w I e r s e y, die durch den etwa einen Kilo- Meter breiten Hudson getrennt .werden und bisher nur durch Fährbootc verbunden waren, wollen die New Haven- und die Pennshlvania-Msenbahn mit staatlicher Unterstützung eine gewaltige Hängebrücke bauen, über die dieNature" einige Einzelheiten mitteilt. Dieser größte Brückenbau der Welt wird geradezu phan­tastische Matze haben: eine Gesamtlänge von 4890 Metern, von denen 2538 Meter auf die Brücke selbst, der Rest auf die Zu-- führungen kommen. Das Mitteljoch erhält eine Spannweite von 878 Metern; seine Pfeiler werden sich 166 Nieter über dem Wasser­spiegel erheben. Die Brücke wird 52 Meter über dem Fluß hängen. Sie wird vier mittlere Schienenwege zu beiden Seiten aufuehmen, zwei für die Untergrundbahn und zwei für die Eisenbahn; daneben wird ein 11 Meter breiter Weg für die Straßenbahn, von New Zersetz und ein anderer für die von New Bork und schließlich noch ein 21/3 Meter breiter Fußweg laufe». Alle die verschiedene» Schienenwege werde.» in gleicher Höhe liegen; die Gesamtbrette wird 62 Meter betragen und die Hängebrücke allein eine Fläckw von über 9 Hektar bedecken. Die Bauzeit ist auf vier Jahre be­rechnet und die Baukosten sollen sich auf 168 Millionen Mark belaufen. Tie nächstgrößten Brücken sind die Wiesenüberfahrung in der Schweiz mit 3500 Meter, die Ohio-Brücke i» Cairo (Illi­nois) mit 3220 Meter und die Tay-Brücke in Schottland mit 3287 Meter Länge.

kos. Unterseeische Bergwerke. Daß es auch Unterseeische Bergwerke gibt, die sich kilometerweit unter dem Meere hi» erstrecken, dürfte noch wenig bekannt sein. Unsere deutschen Bergwerksgebiete liege» zwar alle weitab von der Meeresküste, aber ein beträchtlicher Teil der eng.- tischen Minen zieht sich von der Küste aus weit unter dem Boden des Meeres hin und bildet auf diese Weise richtige unterseeische Bergwerke". Das ist der Fall bei den Berg- werken Cumberlands, aber auch für die Minen int Norden Englands kann man saft -als Regel -annehmen, daß sie zm» Teil unter Wasser liegen. Selbstverständlich liegen die Stol­len in allen diesen Bergwerken so tief unter dem Meeres­boden, daß ein Wassereinbruch oder auch nur ein gefähr­liches Durchsickern von Wasser ausgeschlossen ist. Die Sicher­heit in diesen unterseeischen Minen läßt deshalb nichts zu wünschen übrig.

* Vvrgebeugt. Bei der Hockzeitsscicr bemerkt der junge Mann zu seiner Dame:War cs nicht schrecklich, wie das Kind, das man in die Kirche mitgenommen hatte, während dcy ganzen Feier schrie?"Es war einfach fürchterlich," antwortet entrüstet die Brautjungfer;wenn ich mich mal verheirate, dann lasse ich gleich in die Ecke der Einladungskarte drucken:Babys werden nicht erwartet!"

* U n v e r st ä n d l i ch. Mr. Smith, der kein Feind des Alkohols ist, steht verdutzt vor einem Schaufenster und liest: Kognak, 50 Jahre alt.Was ist das für ein Unsinn," meint er,daß man Kognak so lange aufhebt!"

* Schön gesagt.Ich habe immer das'Gute und das Schöne geliebt." Sic:O, John, wie hübsch hast du mir das gesagt: ich bin dein!"

* 11 nter Geschworene u. Der Obmann zu einem ander» Geschworenen:Wir werden den Mörder natürlich in gewohnter Weise freifprechen; aber mir scheint, als wenn wir für diese» Mann noch etwas Besonderes tun müßten. Was sagen Sie z» einem Ehrcnrevolvcr?"

* Ser» e r stc r Gedank c. Sie:Es ist dock entsetzlich, diese Feuersbrunst auf dem Meere!" Er:Ja, ja. Na, wir wollen bloß hoffen, daß sie ein Paar Aufnahmen für das Kino gemacht haben."

* Ei ne Seele von einem Arzt. Arzt zu der Frau, der eben der Mann gestorben ist:Weinen Sie nicht, meine Gute, ich ivilt auch den letzten Besuch nicht rechnen."

* D ic Vorderseite der Medaille. Bob, der kein begeisterter Freund des Badens ist;Hnrrah, die Wasserleitung ist eingefroren - ich kann nicht baden!"

* Eine zwecklose Ga b e. In d^r Kircke war eine Mij- sivnspledigt und --Kollekte. Ein kleines Mädchen, das den Vater tu ueui Gottesdienst begleitet hatte, kam nachdenklich nach Hanse,

eilte sofort zur Mutter und fragte sie, ob die Wilden, in Afrika, von denen sie in der Predigt gehört hatte, überhaupt Meideg trügen.Nein, sie haben keine," erwiderte die Mutter.Ja," sagte die beobachtende kleine Dame,was sollen sie dann mit! dem Knopf ansangen, den Vater in die Sammelbüchse getan hat?"

* Der Schlaf der Gerechten. Eine alte schottische Dame fällt dem Pfarrer dadurch auf, daß sie immer schläft, wenn er predigt, dagegen tvenn junge Geistliche von der St. Andrews- Universität ihn vertreten, eifrig aufpaßt. Eines Tages stellt ee sie deswegen zur Rede, und die ivttrdige Greisin erwidert! Wissen Sie, Herr Pfarrer, tvenn Sie predigen, dann weiß ich, ist Gottes Wort gut aufgehoben; aber wenn die jungen Leute von St. Andrews kommen, bann muß man scharf aufpafse», ob's auch in den rechten Hände» ist."

* Auskunft.Wo ist denn eigentlich hier der Fahr­stuhl?"Geh'» Sie man nach obeir! Fünf Treppen links tit er gleich!" _____________

Zwischen den Jahren von Cäsar Flaischlen.

Wind heult ums Haus . .

es ist auf einmal Wim er ge­worden

und Regen und Schnee ver­wett» das Jahr!

und was da war,

wertlos wie zerrissene Briefe, wie welle Blätter rot und braun wirvetts über den grotzenZaun; der Wind verlrügt's.

der Schnee vergräbts!

Als es vor uns lag, wie lang es schien!

lind wie schnell es wieder vorüberging!

Wir freuten uns eben noch auf den Mai

und wie ein Flug Wolken flog es vorbei . .

wie von der Bahn aus vor beit Fenstern

Städte, Dörfer, Wies' und Wald, ein paar Minuten Aufenthalt und da und dort auch ein paar

Tage

schön unb heiter. .

ein frobc§ Fest

und Gruß und Schluß

und wieder ans und iveg und weiter

zu Pflicht und Muß!

Und zwischen hinein dann ein paar Lieder,

ein helles Lachen, lieb und jung. .

doch nun . , . nur noch Er­innerung ;

der Wmo verträgt's, der Schnee vergräbt'S l

Wir aber .. komm l die Glocken klingen!

ich zünde unfern Baum uns anl

Was fallen will, mag ruhig fallen,

was sich verliert, verloren gehn, was Blatt ist, muß und mag ueriuetut . .

wir schassen es tu alter Treue ans eigenem Frühling unS aufs neue I

und das, löorauf es ankommt, sieb,

baut nach wie vor sich fest und feuer

in die Höhe, Stein um Stein l das Ja r hat keine Macht darüber,

ob es heller oder trüber, ob es Sturm ist oder Ruh . . das Jahr btu ich, das Jahr bin du!

und was w i r w o l l e n, will'- und gilt'S,

und was wir schasse», das ersüÜt'S!

Logognph.

Ein Jahr sinkt wieder in das Meer der Zeit Und eilte ernue St imniing nimmt dich ein; Du sinnest nach, wie viel dir's bracht' an Leid, Wie viel der heitern Stunden waren dein.

Gewiß nicht immer tatest btt die Pflicht So wie btt bir5 int Herzen vorgenommen, Unb manche Stunde niitgeft du wohl nicht, Durch die des Glückes Huld btt hälfst bekommen.

Doch plötzlich richtest bti auf mich beit x> lick Und frohe Stimmen mahnen zum Geiueben: So jung erlaubt uns nimmer das Geschick Des netten Jahres Ankunft zu begrüßen!"

Ich stärke dich: die Sorgen müssen weichen, Unb gut wird alles noch int nächsten Jahr. Tn hebst bas Glas und änderst mir ein Zeichen Unb bringst mich nunmehr beineu Lieben dar.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Gittcrrütsels in voriger Nummer: C 8 E Cleveland ernt v i e Semiramis

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Ente igtien d s n.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Beilag der Brühl'schen Universitäts-Buck- und Steindruck-rei, R. stangv. Gieße»