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fett? Sre tr und Warten

Er mutzte zugeben: ein wenig ist ein jeder Egoist, slbst ich, und das hatte er doch immer nur in sehr be- chranktem Maße sein wollen. Denn man mußte es zsm Grafen lassen unternahm er etwas' Neues, so egte er sich stets die Frage vor: ist das auch ein BorteU N die, die Gott mir anvertraut? Nahm es wunder, ivenn eine Leute voll Ehrfurcht und DanWarkeit zu ihm ansblick- :en? Sie wohnten in autgebauten Häusern, hatten Feld Warten und die höchsten Löhlire bezahlte er auch> in her ganzen Gegend. Freilich der Grandseigneur b-lieb^ er wnen gegenüber immer, aber das imponierte und hielt die Leute in Zucht und Ordnung. Er hatte Neider und Feinde

Mwitz. aber die langten nicht herauf MI zu seiner stzolzsn Hohe, die noch einfamsr geworden, feit Eva Wn

Die Tatsachen sind ost brutal und an wem brutaler fiehandslt ist, an meiner Tochter oder an mir, ist noch ehr die Frage." tL ,,

Nicht dem Alter, der Jugend gehört dre Zukunft. Die auf die richtigen Wege zu leiten mit Geduld, Sanft­mut und Nachsicht, das ist unsere Pflicht!" t

Da krampfen sich Evas Hände in die Bettdecke, durch ihren Körper geht ein Beben; sie schreit:

Haus-Wilhelm, verlaß mich nicht, fahr' nicht zur ^agd bitte, bitte, bitte!"

Den Schluß des Satzes bringt sie nur wrmmernd her­aus. . .

Nun? Sagen Sie noch immer, daß ich die Schuld trage, gnädige Frau?" , , ... .. , .,

Was hat Evas Schmerz nut Ihrer L>chuldlo,igtcit zu tun?" .

Sie beugt sich über die Fiebernde, die wieder ruhiger toiXb>-go scheinen Sie nicht zu wissen, daß Hans-Wilhelm wieder hoch gespielt hat." .

Mit großen Augen sieht sie den Grasen an, dann geht ein Zucken über ihr Gesicht, aber im nächsten Augenblick hat sie sich wieder vollkommen in der Gewalt.

Das tut mir unsagbar weh. Hätten Sie die Hände über ihn gehalten, wäre das nicht geschehen."

Der Graf schweigt und- denkt: Sehr bequem, die Schuld aus andere abzuwälzen!

Drewei kommt in diesem Augenblick mit den Medi­kamenten aus der Stadt an.

Frau von Moreth versorgt Eva, die bald nach einem Tranke in ruhigen Schlaf verfällt. "Der Graf sitzt schweigend und starrt zu Boden. Tausend Gedanken durch­kreuzen sein Hirn. War er wirklich so schuldig? Er glaubte es nicht. Seine feste Ueberzeugimg war es auch jetzt noch, daß er nicht anders hatte handeln dürfen. Vom Durch-, schnittsmenschen war er weit entfernt, dies wußte er wohl, tzr wähnte, er betrachte die Welt von einem höheren richtigen Standpunkte. Wirkliche Freunde besaß er kaum und doch hatte ihn der Grafenverband Pommerns einstimmig in Vas Herrenhaus abgeordnet, weil er den Dingen eben vbjektiv gegenüberzustehen pflegte. IN wirtschaftlichen Fragen galt er für eine Autorität und die standen momen- tan im Vordergründe. Seiner Scholle hatte er abgerungen, was nur herauszuholen war, nichts blieb bei ihm unbenutzt. Den Freuden des Lebens wurde er früh ein Fremder; er schätzte die Menschen nach ihrem Pflichtbewußtsein und das fehlte nach seiner Ansicht Hans-Wilhelm vollkommen. Wenn er in der ersten Zeit mit starker Hand in Moreth Angriff, nun, so war es eben das Neue, das seinen Schwie­gersohn fesselte; für den war es! auch nur das Spiel, dem mau nachgeht, solange es Spaß macht. Und- ihm schien Hs, dies Vergnügen sei schon zu Ende, denn Hans-Wilhelm bedurfte bereits wieder neuer Aufregungen, um das Leven lebenswert zu finden.

Und die in erster Linie darunter litt, die hieß Eva Relendovfs. Grund genug für den Vater, um mit einem! solchen Manne nichts zu tun zu haben.

Nun machte ihm auch noch Frau von Moreth! Vor­würfe! Von keiner anderen hätten sie ihn tiefer berührt, denn er war kühl bis ins Herz: hinein und gerade deshalb! geeignet, zu den Männern zu gehören, die die Geschichte Machen. In unserer Zeit tvändte man sich ja leider Got­tes saft ausnahmslos Hitzköpfen und Kopffechtern zu, die ihr Steckenpferd ritten. Aber eine Stelle in seinem alten Herzen war empfindlich geblieben; er, der gesetzte Mann, hatte immer noch nicht ganz überwunden, daß ihn Agathe von Moreth einst ausgeschlagen hatte.

Verlässen. Er meinte zu fühlen, nun, wo fein Kind krank lag auf den "Tod, würden sie doch hinaufreichen können! bis zu ihm mit dem Vorwurfe: er hat Moreths gejagt, bis das Einzigste, was ihm Gott gelassen, auf der Strecke liegen geblieben ist. Und diesen Gedanken wurde er nicht wieder los, so sehr er sich dagegen sträubte.

Da machte er zum ersten Male seit vielen Jahren Kon­zessionen an die Welt, lieber sein Fleisch und Blut sollte sie nicht rechnen mit ihm, das hätte er nicht ertragen.

Eva ist ruhiger geworden. Wo ist Leun eigentlich Hans- Wilhelm? Ich möchte ihn gern sprechen."

Und wieder zuckten Frau von Moreths Mundwinkel.

Ans meinen Wunsch, Graf, verzichtet er darauf, Sie zu sehen, bis Sie ihn in Glosfow empfangen."

Alles andere hätte er erwartet, nur diese Antwort nicht. Einige Augenblicke ist er sprachlos, dann steigen ihm bit­tere Worte die Kehle herauf.

Also, das ist der Dank!"

oMewiß f ein Herr von Moreth war Ihnen zu großem Dank verpflichtet. Tas gibt Ihnen aber nicht das Recht, auf ihm herumzutreten zum Gespött des ganzen Kreises noch dazu, wenn er Ihr Schwiegersohn ist."

Sehr gegen meinen Willen."

Der Gras erhebt sich; er ist empört.

Er machte eine stumme Verbeugung, wirft noch einen langen Blick auf sein krankes Kind und entfernt sich.

Frau von Moreth geht an die Nebentür und winkt Hans-Wilhelm herein.

Wo ist er?"

Ich habe Ihn nach Hanse geschickt. Frage jetzt nichts! weiter!" .

Er kennt feine Mutter zu gut. Wenn sie so starr zuw Fenster hinaussieht, ist nichts mit ihr anzufangen und bann, seine arme Eva ist ja schwer krank.

Gegen Abend kommt der Graf noch einmal und bringt die Pflegerin mit.

Hm, es scheint sich besser zu machen, als ich dachte." Wirklich?"

Nur Ruhe! Die Gefahr ist noch lange nicht vorüber." Mit der barmherzigen Schwester wacht Hans-Wilhelm! die Nacht durch, die Mutter liegt nebenan auf dem Sofa. Sie kommt aber alle Augenblicke, um nach der Schwieger­tochter zu sehen.

Es war eine schwere Nacht. Eva phantasierte stun­denlang und mußte oft mit Gewalt im Bett zurückgehalten werden.

Auch in Graf Releudorffs Arbeitszimmer erlischt in dieser Nacht das Licht nicht; sein Inneres ist in gewal­tigem Aufruhr, die Vaterliebe ringt mit feinen Lebensan­schauungen, und die tragen doch schließlich den Sieg davon.

Bei Tagesgrauen schickt er einen Boten hinüber nach Moreth und läßt anfragen, wie die Nacht gewesen.

Die Antwort ist kurz und bündig.

Schlecht!"

Hans-Wilhelm erhält aber keine Aufforderung, ihm! in Glosfow selbst Bericht zu erstatten.

(Fortsetzung folgt.)

Alt-Laubach und seine Vewohner.

Von Pfarrer Nebel zn Lanbach.

(Fortsetzung.)

Wie sah es aber sonst in Laubach aus? Nun, wir haben alte Stadtteile, die noch heute ziemlich geradeso aussehen, >vie vor einigen 100 Iahten, so namentlich dieLipp" imb das' Grüne Meer". Hier haben wir einige prächtige alte Häuser, die, wenn sie, wie dasAmtshaus", würdig hergestellt wären, wahre Sehenswürdigkeiten darstellen würden.

Durch ganz Alt-Laubach zog sich al8' Hauptverkehrsader vorn! Obertor zum Untertor die Langgasse, in Obere und Untere Lcmg- gasse zerfallend. Ungefähr in ihrer Mitte setzen wir den alten Engelsbrunnen, einen immerfließenden Brunnen mir vier Röhren, dessen steinerner Brunnenstock von einem Engel gekrönt wird, det in seinen Händen das Stadtwappen von Laubach trügt, einen gelb-blanen Schild mit einem blau-gelben Löwen. Uebrigens ist das älteste Wappen vyn Laubach, das Prof. Röschen in einet Urkunde int Gräflichen Archiv von 1427 entdeckt Hat, ein sogenann­tes redendes, d. h. es erklärt den Namen, es stellt nämlich einen fließenden Bach und Bäuwe dar. Au einer Urkunde von 1561 zeigt das Staotsiegel nur den Solmser Löwen, wenig Jahre darauf wird ein noch auf der Bürgermeisterei ausbewahrtes Pet­schaft angeschafft, das einen Engel als Schildhalter zergt und