Ausgabe 
31.3.1913
 
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M5 Nr. 60

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Seine Faust ballte sich auf seinem Herzen.

Um Gottes willen!"

Mumm nickte Frau von Moreth, während ihr Tränen die Wangen herablaufen.

Graf Relendorff und Frau vou Moreth fahren sammen hinüber. ~

Seht Wort weiter sprechen sie auf der Fahrt zusam-. ineit.

Frau von Moreth geht in Evas Zimmer, der Graf Muß nebenan warten.

Düster blickte Haus-Wilhelm auf.

Ihr Vater ist da."

Ziehe dich um, Haus-Wilhelm, sonst wirft du buch Noch krank."

Ich bleibe hier."

Es ist besser, du läßt mich mit ihm etwas an Evas Bett allein."

Schwerfällig erhebt er sich.

Du hast recht Mama, es ist besser um meines Weibes willen."

Schlürfend ist sein Schritt, den Kopf trägt er vorn­über geneigt. Durch eine Seitentür' verschwindet er.

Goa stöhnt und wälzt sich int Bett. Der Eisbeutel, der auf der Stirn gelegen, fällt mit dumpfem Schlag auf den Boden.

Frau t)on_ Moreth hebt ihn auf und setzt sich ans Bett. Sie weiß, Eva hat Nervenfieber. Der Diener hätte es ihr beim Aus steigen aus dem Wagen nicht sagen brauchen. Die heißen Hände ihrer Schwiegertochter nimmt sie in die ihren. Da wird die Arme ruhiger.

Letse erhebt sich Frau von Moreth ttnd winkt den Grafen itts Zimmer.

Was fehlt ihr dann?"

Sie ist fertig mit ihren Nerven. Hohes Fieber sich eingestellt," antwortete Frau von Moreth.

Der Graf sieht sie von der Seite an. Hochaufgerichtet sitzt fie im Wagen, die Mundwinkel hättgen ihr in ver­bissenem Schmerze herab, ihr Blick starrt geradeaus.

frauenüebe.

Roman von Horst Bo dem er.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Graf Relendorff war nicht wenig erstaunt, als sich Frau von Moreth bei ihm melden ließ. Natürlich war Hans-Wilhelm wieder einmal eine fatale Geschichte zu- gestoß-eu. Fast erfüllte es ihn mit Befriedigung.

Er ging ihr entgegen.

Gnädige Frau, feien Sie herzlich willkommen!"

Sie übersah seine ausgestreckte Hand.

Kommen Sie, bitte, sofort mit mir. Eva ist schwer krank!"

Der nimmt auf dem Stuhle Platz, auf welchem Haus- Wilhelm soeben noch gesessen; er versucht in den Zügen seiner Tochter zu lesen, und in diesem Moment kreischt sie laut auf und will heraus Ms dem Bett.

Papa, schieß nicht! Es ist ja Hans-Wilhelm!"

Eilten Stich gibt es deut Grafen ins Herz. Mit Frau von Moreth drückt er sie sanft in die Kissen.

Aber es kommt noch viel ärger. Auf einmal fängt Eva an, höhnisch zu lachen.

So ist's recht, laß 'dich nicht unterkriegen, Hans- Wilhelm! Schlag zu, und wenn er zehnmal mein Vater ist!"

Und während er bleich uttb entsetzt an die Wand V melt, sagt Frau von Moreth leise:

Das arme Kind!"

Mit zitternden Kniett komutt der Graf an das Bett und beugt sich über die Fiebernde.

Eva, erkennst du mich? Papa ist La, er tut doch Hans-Wilhelm nichts."

Aber die Kranke wendet nur Leu Kopf stöhnend zur Seite.

Seife fragt er Frau vou Moreth:

Wo ist Hans-Wilhelm denn?"

Ich habe ihn hinausgeschickt es ist besser so," ent­gegnete sie kühl.

Sobald es irgend geht, muß fie ius Krankenhaus, damit die Aerzte ihr stündig zur Seite stehen."

Da tritt Frau von Moreth die Galle ins Blut.

Vorläufig ist es unnötig und dann erlaubt es mein Sohn, der hier Herr ist und Evas Mann, sicherlich nicht."

Aber ich bitte Sie, gnädigste Frau, mein Kind wird eine lange Rekonvaleszenz haben."

Gewiß, Graf fals wir fie überhaupt über den Berg bringen."

Gerade deshalb bedarf es der sorgfältigsten Ueber- wachung."

Frau von Moreth sieht mit hochgezogeuen Augenbrauen den Grafen an; in ihrem Inneren wütet es.

Der beste Arzt werden Sie selbst fein, Graf, das sollten Sie nachgerade wissen."

Ich?"

Frau von Moreth ist nicht mehr weit entfernt, die Fassung zu verlieren. Stellt sich der Graf nur so oder hat er kein Verständnis für die Lage? Mit verhaltenem Grimme sagte sie:

Passiert ein Unglück, so trifft mir Sie die Schuld!"

Mich?"

Nun ist es aus mit ihrer Selbstb eherrschung.

Allerdings! Glauben Sie denn, M>a hätte nicht ent­setzlich gelitten durch die Behandlung, die Sie meinem Sohne haben angedeihen lassen? Sie waren, mit ein­fachem Wort gesagt: brutal!"

Der Graf erkennt Frau vou Moreth gar nicht wieder; aber er ist ein viel zu harter Kopf, nachzugeben..