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schenliebe Tiefe Trilogie Mammen mit den besten Erzählungen wird dasGepäck" bilden, mit dein Peter Rosegger in die Un­sterblichkeit wandert. ,

Millionen, die in Klammen ausgehen.

Zwei Milliarden Mark diese Riesensumme bezahlen die Amerikaner alljährlich als Strafe für.den Lerchtsmn, mit dem sie brennende Streichhölzer und Feuerwerkskorper behandeln und für ihre leichtsinnige Art zu bauen: das ist die Behauptung, die Robert I. Lawrence imNew Nork American ausstcllt, und die amtlichen Zahlen, die er zuni Beweise hierfür ansuhrt, zeigen, dast die Bereinigten Staaten von Nordamerika wirtlich allen anderen Völkern in Bezug auf den Brandschaden weit voraus find. Tiefe 2 Milliarden enthalten dabei noch nicht den Verlust bet Waldbränden, sondern beziehen sich bloß auf Schadenfeuer in Gebäuden, außerdem aber sind die jährlichen Ausgaben für Bcr- sicherungen darin einbegriffen. Ganz verloren jmb freilich dieie 2 Milliarden nicht, denn tatsächlich iuitö ,a die Feuerwehr davon unterhalten, es werden Schutzvortehrungeu gegen Brande ein­gerichtet und ein Teil dieses Kapitals arbeitet im Vcrpcherung^- betriebe; dieser Aufwand für das Feuer entsprlcht^edoch nach Lawrence einem Kapital von beinahe 40 Msllrarden wollars, das sich mit 5 Prozent verzinst. Auf die Bevölkerung der Union ver­teilt, bedeutet das, daß jeder Einwohner 107 Dollars, al,o 430 Mark zu 5 Prozent verzinst allein für den Feuerschaden in Bereitschaft halten muß, und für >ede Fannlie (zu o »opstst angenommen fbedeutet dies entsprechend ein Kapital von o-jo -ol- ^^Tie .Hauptmenge des Riesenbrandschadens der Vereinigten Staaten kommt auf wirklich verbrannte Gebäude: 1911 beifpielv- weise verbrannten für 236 Millionen Dollars Hauser, und der Rest des Brandschadens kommt auf Möbel, Waren u,w. Daß alljährlich bei Feuern 2000 Amerikaner umkommeu und 10 000 verletzt werden, sei nur nebenbei erwähnt. Im ganzen und lau in den Bereinigten Staaten 165 250 Gebäude niedergebrannst Was das bedeuten will, zeigt Lawrence im Bilde: mau konnte aus diesen Gebäuden eine Straße von New York nach san Franzisko aufiühre«! Besonders lehrreich ist der Vergleich der amerikanrichcn Brände mit europäischen. Lawrence stellte da amerrkanstche Staote mit europäischen zusammen, die immer annähernd die gleich Etn- wohnerschast haben. Für London, das zwilchen 7 und 8 Acu- lioneii Einwohner hat, findet sich freilich in der Union keine Stadt zum Vergleich. London hat nach Lawrence einen durch- schnittlichen Brandschaden von 5,1 Millionen Dollars, auf den Kopf der Bevölkerung also 1,55 Mark. Bei der größten Stadt der neuen Welt, New York, die nur 4 bis 5 MUlwuen Einwohner hat, ist der ganze Brandschaden 8mal so groß, nämlich 42 Mil­lionen Mark, so daß auf den Kopf der Bevölkerung annähernd 9 Mark kommen. In Paris beträgt der Brandichaven lahrlich 4,7 Millionen, 1,56 Mark auf jeden Einwohner. Für Berlin gibt Lawrence die Zahl 1,2 Millionen, oder 56 Pfennige auf den Einwohner, für das etwas kleinere Philadephia dagegen 10 Mil­lionen, und 7 Mark auf jeden Einwohner. Ebenw |oll ,eder Dresdner jährlich mit 50 Pfennigen am Feuerschaden beteiligt sein, während jeder Einwohner von Boston, das nach der Ein­wohnerzahl Dresden etwas übertrifft, 20 Mark, al,o 40mal ,o viel bezahlen muß! Ties ist überhaupt die grösste Brandlchaden- quvte, die der Amerikaner in seiner Statistik aiiführt. Warum nun die Amerikaner den Europäern in Bezug auf Brandschaden so weit vorausstehen, sagt Lawrence seinen Landsleuten mit einer erfreulichen Offenheit:Wir unterscheiden uns von den Europäern in der Solidität des Charakters, und uiiser Charakter spiegelt sich in unserer Bauweise wieder!"

An anderer Stelle führt Lawrence diesen Gedanken ungefähr mit den Worten aus: Wenn Fachleute eine Art des Bauens aus­findig machen sollten, die besonders feuergefährlich ist, so könuten sie sich die Mühe sparen und brauchten nur eine von den vielen! Großstädten der Union herauszugreifen, bei denen offenbar der Untergang des Eigentums die letzte Absicht war. Worin die Feuergefährlichkeit der amerikanischen Bauwerke besteht, i|t schon Afters^ ausgeführt worden: die Amerikaner bauen so hoch, daß die Feuerwehr weder mit Leitern, noch mit Wasserstrahlen Brände in den oberen Geschossen erreichen kann, sie stapeln feuergefähr­liche Tinge unmittelbar neben Gasleitungen auf, bauen zwar zehn Zoll starke Zementböden, die dem Feuer Widerstand keiften sollen, legen dafür aber die Fenster so an, daß sich das Feuer keine bessere Ventilation wünschen kann und verschließen die Fenster außerdem mit dem dünnsten Glas, das zu beschaffen ist. Ihr vielgepriesener Zemenkbau, der oft als feuersicher hingestellt, wird, ist freilich nicht brennbar, aber unter der vereinigten Wirkung von Wasser und Hitze fällt er zu Krümeln auseinander.

Strohwitwe und Strohwitwer.

Wir stehen jetzt im Zeichen des Strohwitwertums. Reiselust und Erholungsbedürfnis haben ja in der Ferienzeit Tausende und Abertausende^ von Ehepaaren getrennt. Tie zu Hause geblieben

sind, tragen die zeitfveilige Witwerschast, von seltenen Ausnahmen äbgesehcn, mit wundersamer Fassung, ja, gar oft mit heimlicher Freude, indem sie meinen, daß es manchmal auch gut sei, allein! zu sein. Wozu auch trauern, da man weiß, daß nach wenigen Wochen das Widersehen sicher erfolgt! Darum haben auch die BenennungenStrohwitwe" undStrohwitwer" einen heiteren Klang. Wer die Worte geprägt hat, das ist heute nicht mehr zu, ermitteln. Sein Name ist verschollen wie der der größten Er­finder. Sprachforscher konnten nur feststellen, daß dieStrohwitwe" zuerst am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts auftaucht, so 1715 bei Amaranthes als scherzhafte Bezeichnung und 1744 in Zedlers Universallexikou, worin bemerkt wird:Strohwittben heißt man aus Scherz in etlichen Orten diejenigen Weiber/ deren Männer verreiset oder abwesend seyu."

Auch derStrohwitwer" erscheint um jene Zeit, lieber die Bedeutung des Wortes hat man viel herumgestritten. Am nächsten liegt es dabei wohl, an denStrohmann" zu denken. Er ist kein echter Manu, sondern nur eine Scheinperson, gehaltlos wie das Stroh, aus dem man die Körner gedroschen. Strohwitwe bedeutet demnach soviel wie Scheinwitwe. Mit dieser Erklärung geben sich aber nicht alle zufrieden. Früher kannte manStrohbräute". Sie wurden so Benannt, weil ihnen bei der Trauung der grüne Kranz versagt wurde, und weil sie mit einem Strohkranz oder < mit Strohzöpfen vor den Traualtar treten mußten. Andererseits nannte man häufig ein gefallenes Mädchen spöttisch Graswitwe, und so meinen einige Sprachforscher, daß nach der Analogie dieser Spottnamen auchStrohwitwe" gebildet fvurdc, und das Wort ursprünglich eine unschöne Bedeutung hatte. Es ist gewiß schon vorgekommen, daß Spitzwörter ihre Bedeutung im Laufe der Zeiten geändert haben, daß aus einem harmlosen Wort ein Schmähwort wurde und umgekehrt. Aber zum Trost der vielen Strohwitwen" von heute muß hervorgehoben werden, daß trotz des eifrigsten Suchens in älteren Schriften seine Stelle ermittelt wurde, in der das WortStrohwitwe" eine üble Nebenbedeutung hätte. Ein harmloser Sinn lag ihm gewiß von Anfang an zu Grunde, und so kam es, daß es die allgemeinste .Verbreitung fand und in wenigen Jahren das 200jährige Jubiläum seiner Einführung in die Schriftsprache wird feiern können.

vermischte».

* Ihre Fräulein Tochter oder Ihr Fräulein Tochter? Der Zweifel entsteht überall da, wo zwei Wörter verschiedenen Geschlechtes mit einem Beiworte verbunden sind. Manche behaupten, das Beiwort müsse sich nach dem zunächst stehenden Wort richten; dann wäre zu sagen:Ihr Fräulein Tochter". Andere sagen, das letzte Wort enthalte die Hauptsache, und darum inüsse dieses den Ausschlag geben, also:Ihre Fräulein Tochter". Ganz denkgerecht ist beides nicht, wenigstens nicht di- Begründung; denn daß ein Wort an erster oder zweiter Stelle, Bent Beiworte näher oder ferner steht, ist ein äußeres Unter­scheidungsmerkmal, das für eine sinngemäße, also innerlich be­gründete Sprrchfügung nicht in Betracht kommt. Und doch ent­hält die Begründung für die zweite Ansicht den Kern der Wahr­heit und des Richtigen. Innerlich begründet ist die Beziehung des Beiwortes nur dann, ivenn sie auf den wichtigsten, den Hanvt- begriff geht; nur daß das nicht in jedem Falle das ztveite Wort ist. Wohl ist dies so beiFräulein Tochter"; denn ivenn ich mich bei jemand erklutdige, so frage ich nicht nach seinemFräulein", sondern nach seinerTochter",Fräulein" ist bloß als Höflichkeits- sormcl eingeschoben und hat daher weder Kraft noch Berechtigung, die granunatische Fügung zu beeiiiflusseit. Niemand aber ivürde es wohl je einjallen,'Dient Tante Gretchen" zu sagen. Diese Ver­wandte ist meineTaute", nicht meinGretchen". Ter Name ist hier nur hinzngesügt zu näherer Kennzeichnung, gleichsam als Be- stimmungswort zu dem GrundworteTante". Wo aber Be­stimmungswort und Grundwort eine Zusammensetzung ergeben, gilt für diese Zusammensetzung das Geschlecht des Grundivortes, zum Beispiel,die Tür" Z-das Schloß":das Türschloß". Es heißt also in jenem Falle:Ihre Fräulein Tochter" und in dem anderenMeine Tante Gretchen".

* Immer dasselbe. Der Anbeter:Sag es mir, Liebste, hast bu nur mich allein lieb?"Ach, es ist unerträglich, alch stellen sie dieselbe Frage."

Versteckrätsel.

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer".

Eisbahn Fahnenweihe Mohammed Erdbeeren Weinkanne Regenmantel Vergißmeinnicht - Schweißtropfen Wanderbursche Geburtstagsgeschenk.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: Bel) Abba Banne Farne Arad Harfe lind

Erbe kiahe;

Radfahre n.

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag her Brühl'schen Ninversitäts-Buch- und Stemdruck-rei, R. Lange, Gceßen.