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Ohne Aufenthalt geht es nmter. Ms man aus dem fckfir- Menden Schatten der Palnien heraustritt in das sandige Meer, luhlt man die scharfen Strahlen der Sonne, die sich fast zu nnttaglrcher Höhe erhoben hat. Tas Thermometer zeigt bereits ,b4 Grad Celnus.
Bon der erhitzten Erde geht ein Flimmern aus, das sich in die Augen zu bohren scheint, die wie glühende Kugeln in ihren Hohlen rollen Tie Zunge brennt ausgcdvrrt zwischen den sand- mirschenden Zahnen, und die Lippen zucken wie in lohendem Fieber. Tre Gesichter der Soldaten werden init der Zeit blau von den Qualen, und die Adern drohen nne gespannte Stricke auf der troaenen Haut.
Unsre Lurche.
Bon Arno Marx, Leipzig.
... Atter Pflanzenwuchs ist geschwunden. Nur vereinzelte licht- griine_—“ooshugc( leuchten aus dem Sande hervor und werden von den Kamelen tnt Vorwärtsschreiten gierig aufgcrafft.
,.., ^nefer und tiefer führt der Marsch in die Wüste, und immer hoher steilzt das Thermometer. Von den Sanddünen, die die Kolonne jetzt kreuzt, erhebt sich unter schwülem Winde feiner Flugsand und hüllt die . ganze Truppe in dichte Wolken. In schweren Schichten legt sich der Staub auf die schweißtriefenden Gesichter und dringt in den durstgeöffneten Mund. Segeltuch-
bern^en beseelt:. Mass er. Schon zeigen sich in eG & b f $nutne °m Horizont, da stürzt mitten int Glied Ter glänzt die schwitzige Haut;
^ll'iterkiefer hangt fckMf auf dre Brust herab, und die Augen die Sonne. Ein kurzes Zucken, ein schmerzend kicher Ruhe b ®Itcber' und dann dehnt sich der Körper zu und rierM^tt'L^fe1?bcn- Einige Kameraden packen ihn auf, Unö w er' .unaufhaltsamer geht es vorwärts.
von ^llen von Erschöpfung geschwächt und werden
x mitgeschleppt zuni Brunnen. Willenlos fallen dessen rechtem "Üft-rHeitergM I Naß zu Sürfem f’* ÖUf blC «MW*
Statten sagender Palmen, Nackt« | Wvas südwärts von. benf Wasserplatz, unter den Palmen, wird pLmt?Äe den Verdursteten. Nach kiirzeni Geb^t dröhnt eine rollende Salve, und dann schließt sich die Erde über dom er vielleicht schon vergessen. Der Tod fordert
dort w viele Opfer, daß er das Gefühl allmählich abstuurpft.
' .uh geht es zurück zum Lager. Tie Gewehre werden in Pyramiden zusammengewtzt und die Tornister abgeworfen. Dann wird die Mahlzeit, Reis und Büchsenfleisch, auf kleinen Feuern hergestellt und mit Appetit und Humor verzehrt. Nachdem man einige Hände voll Sand auf die Glut des Feuers geworfen hat/ vuuen «moreii. । ^yf9ert den noch übrigen Kaffee zu wärmen,
auf dre Schultern herabfällt und das schmale, bronze-
hmtMp ^pf?9r rf,ar fundiert. Unter langen Winipern flau,men dnnteie, tiefe. Migen in verlangendem Feuer.
die.Schar der neugierigen Wüstenmenschen hindurch öum eigentlichen Dorf. Ein alter, wettergrauer Wachtturm, der der Umfassungsmauer vorgebaut ist, ragt als Zeuge vergangener Blute kühn in den Himmel hinein. Hochwölbige Bogenfenster unb^ zerfallene Giebel, zartgeformte Arabesken und
Wuge schaut entzückt in die Ferne, wo sich zackige Berge in lilaroten Tinten erheben und schlankstänrmige Palmen wie buntes Feuerwerk in den hochwölbigen Himmel schießen. Zu beideir Seiten, des Weges steigen schwere FelsMassen steil in die Höhe, und die bräunlichen Kämme leuchten in den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne wie lauteres Gold.
Tie Kolonne nähert, sich den jäh abstürzenden Felswänden, und mit mühsamen schritten geht es einem steinichten Pfad nach, auf gewundenem, fast 7 Kilometer langem Wege der Höhe entgegen. Unter großen Anstrengungen klettert ein Mann nach dem andern empor bis zur Hochebene Mesch-Mesch.
Aach einer Stunde ist ihre nördliche Grenze erreicht, und vor
--Ogwnaren dehnen sich in scharfen Umrissen die Berge von Ait-bou-Habbi und von Toubal, im Norden erhebt sich der Tjebel üchir, und im Westen gewahrt man die riesige Berggruppe des ic- e ,.?ult. In einer Tiefe von 1200 Metern erstreck! sich die Eoene El-Goran mit ihren befestigten Dörfern und Palmenhainen.
Auch kurzer Rast geht es ins Tal hinunter. Gar manchep Ftuch fahrt von den spröden Lippen, wenn die Lasttiere immer und immer >meder unter ihrer Bürde zusammenbrechen und nur mit größter Muhe wieder auf die Beine gebracht werden können. Tie Truppe kommt dadurch stets aufs neue ins Stocken, denn das Ab- und Ausladen nimmt viel Arbeit und Zeit in Anspruch, nmh htpf'J ?ufe-lJnb kräftigen Peitschenhieben wird
auch diese Schwierigkeit glücklich überwunden und das Tal erreicht. o-„ C" »euer, langentbehrter Anblick bietet sich jetzt deiii Auge. jJ" Wrt-en, öon 3u|fen durchzogenen Boden stehen vereinzelte iÄruppen von Brotbaumen und verküimuerten Feigensträuchern.
der Qued-Guir — einer jener großen marokkanischen Flusse, die beim Eintritt in die Sahara im Sande versiegen — seine Wogen, an i " '
ln ben tuuvuvci vuunen. ocaa-re ,
Araberkmd er tollen auf dem weichen Boden umher und bieteni den Solhaten für geringes Geld süße Früchte an. Männer mit
w ieTten ?^“bcln un^ braunen Gesichtern starren mit stechenden Augen auf die Truppe, und man hat das Gefühl, als ob sie nur ungern die krummen Dolche in der Scheide ruhen ließen, ^zn. der geballten Hand pressen sie lange Steinschloßflinten mit gleißenden Beschlagen und Beinschnitzereien. Sie sowohl wie die Frauen tragen weiße, hemdartige Kleider, die die kräftigen mH? s, Umschlagtücher umrahmen die
U fLbfr 38et6cr und schließen sich unter der Brust in kunst- vollen Sunoten. 1
In unsren Gärten, im Erdbeerbeete, unter den großen Kohlblattern und im ewig feuchten Schatten der Hecke halten sich fast das ganze Jahr hindurch stille und bescheidene Gäste auf, die nis- feitt“ ausgearb'eiteteO Sockel" mGnem' I «la-ch. etwas zuleide tun, und doch so manchen Entsetzensschrei-vdv-
mäcktioer Sntm,.p n„s Pracht | anlassen, wenn sie Mit euiem Satz auf den Gartenweg springen Uiid
dabei einem weiblichen Wesen nahe koinmen. — In der Tat gibt es schönere Tiere, als Frösche und Kröten, aber nicht viele sind so be- lcheideu und so nützlich wie der Grasfrosch und die gewöhnliche graue Erdkröte, die Gäste unsrer Gärten. Nach einem warmen
ullgeiueine Müdigkeit übermannt die Körper, und schlep- aleicki die Truppe, einem inechanischen Werke
yit.iu.7, uOnViuTty. :—
nnierfuSn”“^ ^"^c^t eine Wasserstelle! Doch bei näherer deren^Aimen^N^^? -BferbeD./üenr »nige Araber vorüber, aus Mannst» E lMmsch aufblitzt beim Anblick der erschöpften GesiÄn Michtt"^ ®h6mUt unb Grimm aus den verstörten &.Dffnmf-r ^pfpon peppen sich alle vorwärts, aber von neuer
dm nörblüü' bCniJ be§ MVrers soll drei Stun-
KrüstebmpG... i 8ute Wasserstelle zu finden sein. Tie letzten 2 bif p und mit fiebernden Blicken sucht
WafiAttw sein sott Halmen, in deren unmittelbarer Nähe die den jetzt vorwärts; keiner achtet auf
oen sttjweiß, der ihm über Gesicht und Hände flicfit ~—
swd von dem Einen beseelt: Wa sc T-
• S,raie die Bäume am Horizont, d
^"^:9br ssultane und. goldstrotzender Würdenträger.
. , ..n. uuler Traum liegt über den stolzen Trümmern, und nur da» eitrige Treiben der Menscheil mahnt an frisches, pulsierendes Leben in dieser versteinerten Ruhe. '
8rid^”i&n&°n(^aaSU!um0T«rfit °!mh herrlichen Schrift- I Sommerregen, wenn dtt MMchnecken ^n7er"wttden unb“bte Händler »(fer UM «nh H 1 shuen hocken I Regenwürmer aus den Wegen ivandern, da sind auch Frösche unb
den Herrlichkeiten an '^-arbenu Ib“«?shHrlta I Kröten auf dem Posten, schleichen umher, lauern hier und spähen rotlederne KAdbmict^inv $crtert, da, und >vo fich ein schleimiger Salatfresser sehen läßt, machen
und alei ß e n de Blaff en tt S®' Sshämmerte Tabletts sie fick heran, durchbohren ihn mit den starren Blicken ihrer gold- Zaum-cuae? silbernen Ännen Unordnung zwischen unkenlden Augen und schendern ihn mit der klebrigen Klappzunge
^aum.eugen, lübcrnen Kannen und Patronengurteln. | ins Maul. Sie würgen und drücken, stopfen mit den krummen
Buldoggbeineii nach, lassen die Knopfaugen int Kopfe verschwinden und langsam wieder hervorquellen und schlingen unter entsprechend erheiterndem Mienenspiele auch den längsten Wurm glücklich hinunter. Danach ivackelt die lockere Kehlhaut im schnellen Takte, so daß man meint, das arme Tier müßte fast ersticken, plötzlich fährt es herum, wackelt noch stärker, zittert nervös mit der Mittelzehe des Hinterfußes, als wollte es die Krämpfe kriegen, macht einen Satz, biegt den Kopf zur Erde und — schnappt eine riesige, dicke Eulenraube auf, die man noch gar nicht bemerkt hat. Danach läßt es einige Nacktschneckeii in den Magen wandern, darauf einen Käser und einige Fliegen, aber dann hüpft es weiter — einem ergiebigeren Fangplatzc zu.
Die Gefräßigkeit der Lurche ist lvirklich erstauulich und da sie sich meist auf unnützes Krabbelzeug erstteckt, bedingt sie den nicht unbedeutenden Nutzen der ungern gesehenen Gartenfreunde. Der vorurteilsfreie Gartenbesitzer gönnt ihnen deshalb gern ein Plätzchen im Schatten seiner Pflanzen, denn er weiß die sttlle Arbeit der kalten Gesellen zu schätzen. Mancher fängt wohl auch auf seinem Spaziergang jede Kröte, um sie zu Hause wieder freizulassen, und da sie gewöhnlich nicht weit wandert, macht sie sich auch im angewiesenen Garten nützlich. Doch das dauert nur ein Jahr, denn ftnfrEpn wi'k»ä's®rff.Z' wm wvmiw. »cyauu»' I wenn die Schneeglöckchen blühen, dann machen sie sich fort, sie
Hand zu Hand, I unternehmen eine Badereise — zwecks späterer Heirat, wie'r im doch erschlaffend wiM jeder Schluck. Die Ausrüstung drückt auf I Annoncendeutsch heißt. Noch legt allnächtlich der Frost eine blanke Schnier-e-g^ reHl, Gefühl schlafenden Scheibe auf jede Wegpfütze, da finden sich die kaltblütigen
.Schmerzes in be.t Schlüsselbeinen und schultern, | frösche m flachen Teichen und in den Tümpeln, die Hochwasser auf


