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Tausend Völker aller Sprachen Empfinden wohl des Wunders Macht; Niemand aber kann begreifen, Weihnachten, die heil'ge Nacht!
Nach dein Land der Obcrhessen Ernste Männer, gewandert weit. Trugen auch des Christkinds Lehre, Keil'gen Glaubens Gottesweisheit. Christus ist uns heut' geboren! Alle rufen's schon so lange; Noch gar manchem rtmtt Die Zähre Heimlich, stille über die Wange. Immer ist es so gewesen, Ewig auch wird es so bleibens Weihnachten mus; in jedes Herze Eine tiefe Rührung schreiben. Erna Reumann.
* * *
„Weihnachten" trug beim frohen Feste
Mein Christbaum vier verfchiedne Aejte;
Tie güt'ge „Fee" mit ros'ger „Wange Ist kurz, der „Oberhesse", lange.
Der „Seher" kennt fast rede „Sprache , , Der Christbaum scheucht fast jede Klage.
So sucht' ich ivas ich braucht' zusamm', Da nannt' das rechte Wort der Stamm, ' Das Rätsel habe ich geraten
Will hoffen nicht zu meinem Schaden.
Annemarie Schäffer.
* * *
„Weihnächte n."
Wenn man im stillen Stübchen sitzt Und harrt aufs Klingelzeichen, .
Wenn's hier und da verrät'risch blitzt Und leis die Eltern schleichen
Durchs Zimmer hin — wie träumt man dann So zwischen Schlaf und Wachen
Bo» Büchern, Spielen, Hampelmann
Und all' den schönen Sachen;
Bon Aschenprödel und der Fee,
Bon ihren Schwestern, die sie schalten, Bom stillen Heiligtum am See, Wo fromme Seher walten, Um durch der Sterne stumme Sprache Der Götter Willen kund zu tun.
Man träumt von Kaiser, Sultan, Zar/ Von großen Kiinstlern und Gelehrten, Bon Pepler*), der ein Oberhesse war Und seinen mutigen Gefährten. — Die Zeit vergeht bei frohem Sange, In der Erwartung glüht die Wange. Unb durch das Stübchen jubelnd zieht _ . ,
Von Weihnachten ein altes Lied. Kurt Dietz.
.*) Seefahrer und Forscher im 18. Jahrhundert. * * *
„Tas schönste Fest im ganzen Fahr' ; i Ist Weihnachten doch immerdar, 1 v Es bringt Geschenke groß und nein,
*■ Mitunter auch ein Preisräts'lein; Zuerst rat' ich's int „Giestener",
_,3 Wie jedesmal, auch jetzt wieder — Da kommt zuerst die holde Fee, Die niemals ich int Lande seh', Den Seher kenn' ich auch nicht mehr. Da Hütt' ich müssen sein eher. Nun kommt die Sprache, die hab' ich — Ein Oberhess' bin ich für mich,
6 Tenn Wangen hab' ich rot wie Blut/ Tie sind für mich doch wohl sehr gut. — Zum Schluß bitt' ich die Redaktion, An mich zu denken auch mal schon!"
Marie Spies- Gießen, * * *
Sehnsüchtig sah ich in das Blatt, . Ob's nicht das Jugendrätsel hat;
i Am Weihnachtsabend bracht's die Fee,
\ Doch ohne den ersehnten Schnee.
Der Seher kündet zwar in seiner Sprache Dem O b e r h e s s e n baldigst kält're Tage.
Tann eilen wir mit glüh'uder Wange
Zum Rodeln an des Berges Hange;
Tenn zu Weihnachten lag inmitten Des Gabentisch's ein Rodelschlitten.
Zur Weihnachtszeit erscheint die güt'ge Fee
Des Oberwaldes, fonst im lichten Winterkleide Und streut auf Berg' und Täler tiefen Schnee, Zu aller Menschen großen Freude.
Ach, nichts von dem ist heul' zu seh'», Der Seher Sprache hat es langst verkündet! Dem O b e r h e s s e n tut der Westwind weh'n. Der stets mit Regenschauern ist verbündet.
Sonst eilte alt und jung hinaus ins Weite, Das Auge strahlt', es glüht' die Wange, Welch' Jubel, wenn es dichte Flocken schneite. Die Jugend rodelt' an des Berges Hange.
Und Christfesttage ohne lust'ge Winde,
Die schneebedeckten Wald, verschneite Taler brachten. Sind jedem fromm gesinnten deutschen Kinde, Trotz Regen, dennoch selige Weihnachten.
Gisela Horst.
Die Lösung des Preisrätsels.
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Es erhielten:
Georg Batz, Freienseen: A. Byhan, Die Polaroolker. i Otto Böcher, Bingenheim: Vom deutschen Rhein. , Tillp Bormann, Göbelnrod: Schmitthenner, Treuherzig«
Geschichten. , ,
Ernst Tomm, Nidda: W. Gotha», Aus der Vorgeschichte der
Pflanzen. t _
Mathilde Erle, Gießen: Denken und Tun.
Hermann Fabel, Krofdorf: K. Brunner, Ferd. v schtll.
Heiitr. Gompf, Geilshausen: Deutsches Onentiahrbuch 1918.
Elsa Haas, Ortenberg: Unsere Blume» und Pflanzen tM
Garten. _ ~™ „
Robert Haas, Gießen: G. Eliot, Der Schatz des Webers.
Willi Hach, Alsfeld: einen Globus.
Karl Häuser, Steinberg: Novalis.
August und Eugen Jüngst, Ilsdorf: I. I. David, Mährische Dorfgeschichten.
Lina Jordan, Gießen: E. L. von Wolzogen, Meine Lieder
zur Laute.
Tilli Keitzer, Gießen: Gesundbrunnen.
Bergliot Lauge, Wertheim a. M.: Marche» ohne Worte.
Ernst ßentert, Gießen: G. Ulmer, Unsere Wassennsekten.
Adolf Mandler, Gießen: Deutschland.
Erna Neumann, Gießen: E. Zahn, Erzählungen aus den
muffsky.
Deutschlands Stellung auf demj Tie sieben Raben.
Berge».
Karl Pauli, Leihgestern: Weltmärkte.
Elsa Reinig, Eichelsdorf. ...
Helene Schmidt, Lich: Musikergeschichten.
Wilhelm Schwan, Gießen: E. L. von Wolzogen, Meine
Lieder zur Laute.
Karl Schweitzer, Gießen: Der Schillsche Zug.
Fritz Wachtel, Meßen: E. L. von Wolzogen, Meine Lieder zur Laute.
Albert Weinberg, Holzheim: Himmelskunde.
Lid di unb Kurt Wenzel, Grünberg: Eh. .Reuter, Schel-
Die Gewinner ans Gießen können ihre Preise in der Geschäftsstelle unseres Mattes abholen. Ten auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugestellt.
Magisches Guadrat.
In die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben A A A A A EH IM MM Ä RR T T derart einzutragen, daß die ivagereebten u. senkrecht.Reiben gteiehlautenü iotgendes bedeuten:
1. Weiblichen Vornamen.
2. Seemännische Bezeichnung.
8. Gesvenstiges Wesen.
4. Ort in Italien.
Auflösung m nacimer Nummer.
Auflösung des Loavgriphs n voriger Nummer: E is e n, Essen.
Redaktion' K. Neuratb. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts'Buch- und St-t»druckerei, R. Lange, Gießen,


