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die Bübchen alle als Griechen in elfenbein Crepe, von griechischen Münzen gehalten, die Mädchen im langen Chiton ans gleichem Material und Lorbeerkräuzen. Sie trugen Büschel flammender Tulpen. Dem Zug voraus gingen die Chorknaben in ihren weißen Chorhemden. Die kommende Mode warf ihre Schatten voraus in den an dieMerveillenses" erinnernden Extravaganzen der weib- lichen Gäste. Die Röche waren so eng und dabei so grapiert, daß vonSchnitt" keine. Rede mehr sein konnte, die meisten waren bis zum Knie aufgeschlitzt. Eine Dame war auf beiden Seiten schlitzt", und dazu waren die Vorder- und Hinterbahn am Saum so zugespitzt, daß beim Gehen die Strümpfe aus gesponnener L-eide ohne jedes Hindernis von den Seiten des Rocks sichtbar waren. ißHne Dame war in saxe-blau mit roten Absätzen an den Schützen, und viele trugen kleine Käppchen nur mit einem Rosenbäumchen geschmückt, das direkt aus der Frisur herauszuwachsen schien..

Zwischen Leben und Tod. Aus New Nork wird berichtet: Ganz .Amerika nimmt lebhaftesten Anteil.an dem Ge- schtck des Bankiers Saunders Walker in Macom Georgia, der obgleich noch am Leben, doch eigentlich schon als tot betrachtet wird", wie die Meldungen, die über seinen Zustand einlausen, hauten. Vor vier Tagen nahm er, wie die Blätter berichten, eine Dosis von Quecksilber-Dvppelchlorid, wobei nähere Angaben über die Umstände, unter denen dies geschah, nicht gemacht werden. Man erwartete nunmehr, daß sein Tod in kürzester Frist eintreten; wurde; höchstens würde er noch zwei Wochen zu leben haben, erklärten ihm die Merzte, aber sein Tod wäre unvermeidlich, sobald die Funktionen der Nieren durch das Aetzmittel zerstört wären. Walker wollte sich zunächst über diese Ankündigung der Merzte mit dem Trost helfen, daß noch Hoffnung wäre, solange das Leben nicht erloschen, und daß die ärztliche Diagnose ja nicht unfehlbar wäre. Schließlich mußte er aber doch einsehen, daß er dem Tode verfallen war, und er traf dementsprechend seine Vorbereitungen. Der Bankier ist reich, hat weitverzweigte Jnter- essen und steht im Mittelpunkt des Gesellschaftslebens in seinem Ort. Im Angesicht des Todes legte er nun eine Unerschrockenheit und Tapferkeit an den Tag, die int ganzen Lande Bewunderung erwE. Kühl und geschäftsmäßig traf er seine letzten Anordnungen, ja er erhob sich aus dem Bett und ging int Gesellschaftsanzug zn einem Bankett, wo er der Lusttgsten einer war und niemand glauben konnte, daß der Mann, der da so fröhlich unter ihnen saß, schon einen Fuß im Grabe haben sollte. Seine geschäftlichen Angelegen­heiten behandelte er int Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, er setzte sein Testament auf, gab alle Anordnungen für sein Begräbnis und dachte an jede Kleinigkeit, die zu regeln war. Ein tele­graphischer Bericht ans Macon meldet:Wären nicht die traurigen Gesichter und tränenerfüllten Augen seiner Frau und seiner Kinder, so könnte man es schwer begreifen, daß in Walkers Hans der Tod umgeht. Die Mitglieder der Familie sind übereingekommen, von bent drohenden Schicksal des Herrn in seiner.Gegenwart nicht zn sprechen, und. machen alle Anstrengungen, feine Aufmerksamkeit auf andere Tinge zu lenken, aber es sind deutliche.Anzeichen, daß das Bist int Körper des Ungleichen seine verhängnisvolle Wirkung ausübt.

kf. Ein neues S t ü ck l e i n vom St. B n r e a n k r a t i n s i n F r a n k r e i ch. Die Hafenverwaltung von Toulon hatte jüngst zwei Messer nötig. Jedes Kaufhaus hat sie zu Hunderten, und kür wenige Nickel sind sie zu erstehen. In fünf Minuten hätte die Häfenverwaltung die beiden Messer haben körnten. Aber der Mensch, denkt itnb St. Bureaukratius lenkt. Ja, wenn nicht die Vorschriften gewesen Wären! Da gibt es einen Paragraphen, in dem geschrieben steht, das; alle Ankäufe nur auf bent Wege der öffentlichen Ausschreibung gemacht werden dürfen. Es ward ein Schreiben aufgesetzt, worin die einzelnen Bedingungen und Be­stimmungen ordnungsgemäß der Reihe nach aüfgesührt wurden. Die Art der gewünschten Messer ward eingehend beschrieben. Es sollte ein Messer mit einem Heft und mit einem Griff sein . . . Und das Höft sollte aus Stahl, der Griff aber ans Holz sein. Ueberdies War noch eine Abbildung der gewünschten Messer ge­geben, so daß niemänd mehr im Zweifel sein konnte, wie die Messer auszuschauen hätten. Der Jngenieuradmiral unterzeichnete dieses Ausschreiben, der Verwaltungsdirektor setzte seine Unter» schritt darunter, der Rechnungskontrolleur Malte auch seinen Namen Mit.schönen Lettern hin, und dann gabs noch eine Reihe von Unter­schriften von wenigerhohen Tieren". Eineinhalb Monate ver­strichen mittlerweile, denn bis solch eilt Schriftstück mal solch eine Reihe von Instanzen passiert hat, vergeht schon geraume Zeit! Aber die Messer bekam man schließlich, und das war die Haupt­sache. Fünfundzwanzig Beamte und Offiziere hatten gearbeitet, um zwei Messer für die Hafenverwaltung zn erwerben. Wozu hat man denn auch Offiziere und Beamte!

* ® i n 2 o b l i e b aut die Kröte. Während es unter den Personen, welche keine Beobachtungen an den Tieren in Gärten und Wiesen gemacht haben, gewiß nur wenige gibt, welche die Kröte leiden mögen, hat der Landmann und Gartenbesitzer triftigen Grund, den Widerwillen gegen die Kröte als unberechtigt zurück- zuwei.sen. Es gibt im Garten keine besseren Verteidiger des jungen Gemüses als die Kröten. Sie vertilgen in unglaublicher Atenge Schnecken und Larven von Salat, Karotten- und ©urfeitbeeten.

Ebenfalls ist die Kröte in Weingärten ein außerordentlich wert volles Inventar. Auch in Kartoffel-, Obst- und Gemüsekellern halten die Kröten darauf, daß Ungeziefer, wie die Asseln, nicht bte Vorräte zerfressen. Die häßliche Kröte ist also ein Schutz für dir Landwirtschaft. Man schone uüd schütze sie darum!

* Häusliche Sorgen.Was ist dir, Mein Freund?/* fragte die Frau ihre» sehr ünvuhig aussehendett Gatten. Ach, ich Mache mir Sorgen uml den Geldmarkt," entgegnete er zögernd.Und ich m-Me Mir Sorgen über das Marktgeld/* fagte sie seufzend, als sie den 'Inhalt ihres Portemonnaies nach-! zählte.

Viichertisch.

Der starke Fritz. Roman von Fedor von Zobel- titz. Kronen-Verlag G. m. b. H., Berlin. Als erster Band bett neu gegründetenKron e n - B ü ch e r" istDer starke Fritz" ein schillernder Stoff aus dem Varietv-Leben. Der kleine Kantors­junge, der nach dem plötzlichen Tode seiner beiden Eltern im Pfarr­haus. erzogen wird, int Gefühle seiner jungen Kraft dann.Pferdes bändigt und leitet, auf der Bühne des Varietäs mit dem Spiel seiner Muskeln und Kräfte die Zuschauer entzückt, nM endlich als Heldentcnor und echter Künstler von der Welt begeistert be­jubelt zu werden er bläst Abenteuerlust in die Seele des Lesers/ der sich der spannenden Lektüre willig hingiüt, bis er schließlich doch merken müßte, daß die frische Atmosphäre des Lebens ganz wo anders zu suchen ist.

C a r l Bn lcke, S chw a r z - w ei ß - he l l g r ün. Roman. Verlag von B. Elischer Ns., Leipzig. Als ein Abbild des sprudeln- den, niederziehenden und emportragenden Lebens steht Herbert Graumann, der Held des Buches, vor uns: eine komplizierte^ problematische Natur. Und in prächtig geschauten Bildern enthüllt sich uns seine Persönlichkeit; wir sehen das naive CorPssüchsleiN/. den schneidigen Chargierten, den Franenliebling, den Gecken und Mann, den ehrlichen Arbeiter und rücksichtslosen Stteüer . . . und wir sehen sie alle, die vielen aiibern, die Alten und Jungen,- denen Schwarz-wviß-hellgrün das Band wird, das sie gängelt/ fesselt, führt undschleppt". . . .Der Bund"macht alles", das ist das Leitmotiv, das sich durch ihr ganzes Leben zieht. Aber sie klingt nicht jedem derBeteiligten" angenehm in die Ohren, diese Melodie, und gerade Herbert Graumann ist es, der mitunter ihren häßlichen Unterteil gar schrill heran short. Und der sich doch schließlich auch tragen läßt von der gütigen Woge/ die ihn nach kurzer Fahrt ins gelobte Land führt.

K r i e g s s p i e l e. Anleitung zu Felddienstübungen der Jugend. Entworfen von Dr. Karl Tittel. Zweite Auflage. Mit 21 Abbildungen auf 9 Tafeln und einer beigelegten Winker­tafel. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1913. Für alle, die sich in den Dienst der Reformbcstrebungen zur För­derung der Leibeskräftigung unserer Jugend gestellt haben, ist das Buch eine praktische Handreichung. Auf den Erfahrungön/ die bei zahlreichen Kriegsspielen der Jugend im Gelände ge­sammelt sind, beruhend, bietet das Büchlein erprobte Vorschläge über Anlage itnb Durchführung solcher Geländespiele, sowie 36/ bemkleinen .Kriege" entnommene Aufgaben als praktische Beispiele.

A u s b e r Heima t", naturwissenschaftliche Zeitschrift/ Organ bes Deutschen Lehrervereins für Naturkunde, Nr. 2 und 3. Verlag Stuttgart, Silberburgstraße 79. Die beiden vorliegenden Nummern der Zeitschrift des Deutschen Lehrervereins für Natur- künde schlagen neue Wege im Zeitzschriftenwesen ein. In jede« Nummer ist ein Gebiet einheitlich behandelt und eine Art Mono­graphie über den betreffenden Gegenstand geboten. Nr.. 2 he- handelt den Schutz der Naturdenkmäler. Nr. 3 dieEiszeit". Vereinsberichte und Bücherbesprechuugen bilden den Schluß dev Nummer.

Magisches Iahirnquadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats sollen die Ziffern

2 17 26 39

viermal derart eingetragen werden, baß bte Summe ber Zahlen in jeher ber senkrechten, wagerechten und Tiagonalreihen stets 84 beträgt.

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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießen.