Ausgabe 
28.8.1913
 
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trotzdem nam-enloZ gWÄich, daß ich die Wette aus ehrliche Meise yelDioniten Habe."

Meine Frau tota glücklich, und ich toctr es auch, denn wenn man schon dazwischen wWen mich, dann ist es immer schon besser, selbst #it botriigen, als betrogen zu Werden!

Vermischter»

* Eine neue elektrische Lampe. Soeben wird in Frankreich eine neue elektrische Lampe in den Handel gebracht. Sie besteht aus den bekannten Drahtsäden, die im Innern einer Birne an einem Glasständer befestigt sind, die aber nach zwei Rich­tungen hin von den bisher gebräuchlichen Formen verschieden sind. Die Leuchtsäden bestehen ans dem wolframhaltigen Tungstein, der durch ein neues Verfahren sehr haltbar gemacht worden ist. Sie sind nun nicht, wie bisher senkrecht, sondern wagerecht angeordnet. Das bedingt natürlich auch eine andere Lampenform. Die neue französische Lampe hat die Gestalt einer Zwiebel, in der die Leucht­säden als kleiner glühender Rost angeordnet sind. Dadurch soll das Licht besser ausgenützt werden. Bei der bisher gebräuchlichen senkrechten Anordnung der Leuchtsäden geht ein großer Teil des Lichtes verloren oder kommt nur bei der Beleuchtung von Plätzen oder großen Vorräumen völlig zur Geltung. Für die Zimmer­beleuchtung und namentlich für den Arbeitstisch hat sie sich als verschwenderisch erwiesen. Diesen Mangel sucht die neue Lampe, die das Licht besser verteilt, zu heben.

* Kommt die Krinoline wieder? Kommt die Krinoline wieder? Noch ist sie nicht in ihrer vollen Größe und Herrlichkeit da; aber sie ist auf dem Weg« und zwar ersteht sie als Rückschlag gegen das enge Kleid. Die modernen Kleider sind bereits weiter im Schnitt und auch reichlicher mit schmückenden Zugaben versehen. Den Uebergang zur Krino­line, oder zum Reifrock, bildet das Stufenkleid. Einer der ersten Modekünstler hat soeben allen Ernstes die Einführung der Krinoline angebahnt und befürwortet. Er hat die einzel­nen Stufen des Kleides durch Drähte auseinander gespannt, sodaß sie sich kokett vom eigentlichen Rock abheben. Das Kleid wird dadurch steif, puppenhaft, ineinander gesteckten Papier- düten nicht unähnlich. Bis zum vollendeten Reifrock ist nur noch ein kleiner Schritt, umsomehr, da die Herbstmode bereits steifere Kleiderstoffe vorzieht.

I , Die Wiederbelebung der Quadrille. Menn nicht alles täuscht, machen sich Anzeichen einer beginnenden Reak­tion Aegen die exzentrischen Tanzmoden, die in den jüngsten Jahren zur Herrschaft gelangt sind, bemerkbar. Eines der interessantesten dieser Anzeichen ist, daß, die Quadrille, die als Modetanz schon längst ausgestorben war und nur noch in der Provinz ein be­scheidenes Dasein fristete, wieder auflebt. Tse Anregung geht vonkParis aus, wo sie vor einigen Tagen sogar in der Moulin de la Galette, wo sonst die skrupellosesten Tänze geherrscht haben, 8unt ersten Mate nach 40 Jahren wieder getanzt worden ist. Das merkwürdigste an dieser Wiederbelebung ist, daß, man auf die zahmste sihrer formiert zurückgegriffen hat. Denn auch sie wurde während ihrer Blütezeit, hauptsächlich, zwischen 1840 und 1850, auf die verschiedensten Arten getanzt nnd hat sogar gelegentlich sehr wilde und -exzentrische Formen angenommen. Sehr beliebt war es i: Bl, sie auf einem Bein ober auf den Händen zu tanzen. Roch weiter ging -eine Mrobatengruppe, die sie, nur auf einer Hand stehend, mit Erfolg und Eleganz getanzt hat. .Hoffentlich bleibt 'uns eine derartige Entwicklung der Quadrille erspart.

* ®om luftigen -Dittel S a ml Die s chw-a ch e S t el l e. Er:Warum greift eigentlich ein Schauspieler, wenn -er höchste Erregung ausdrü-chen will, sich immer an den Kopf, nnd eine Schauspielerin immer ans Herz?" Sie:Jeder greift halt nach seiner schwächsten Stelle."I n effigie" gehängt.Ich möchte bloß, wissen, warum sie dieses Bild aufgehängt haben?" Wahrscheinlich konnten sie den Maler nicht kriegen." Er weiß es besser.Nun, Harold," sagt der Lehrer,rechn-e mal aus: wenn 11 Schafe in einer Umzäunung sind ststd 6 kriechen durch ein Hoch im Zaun, tot einet bleiben dann noch drin ?"Keins," antwortet Harold prompt.Doch, doch, es bleiben tvelche," will ihm der .Lehrer helfen, aber Harold beharrt unerschütterlich dabei: Es bleibt keins," und mitleidig fügt er hinzu:Sie mögen ja rechnen können, Herr Lehrer, aber Schafe kennen Sie nicht." Ein Gipfel des Erfolges.Nun, wie geht's Ihrem Sohne, dem Rechtsanwalt in Texas?"Schlecht, der arme Kerl sitzt im Gefängnis."Aber wieso - denn?"Er hatte einen Pferdedieb #it verteidigen und hielt ein so großartiges Plaidoyer, daß ihn die Richter gleich als Helfershelfer da behielten." Nicht sei u Stil. Der Bater, ein Parvenü, fragt den Freier hochmütig: Junger Mann, werden Sie auch meiner Tochter ein Leben in dem Stil bieten können, den sie gewohnt ist?"Ich könnte Wohl," ^antwortet der andere,aber ich würde mich genieren." --Sein Standp u n k t. Ein Hausbesitzer, der eine große

Reise zur Erholung unternommen hat, kommt g-uch nach Aegyptea und besucht die Pyramiden. Lange steht er staunend und feen wundernd vor dem gewaltigen Bauwerk, und dann entringen sich ihm die Worte: -Unerhört, was W eine Menge Mauerwerk, daz keinen Pfennig Miete bringt."

Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.

* K a n n e t w a s schön s ch m e ck e n ? Es gibt Gegenden in deutschen Landen, in denen man schön nur von Aussehn ge­braucht, in anderen aber stößt sich niemand daran, wenn man es auch vom Schmecken sagt. Die Frage, ob man sagen könne, daß etwas schön schmecke, kann nicht entscheidend beantwortet werden. Die Ausdrücke, die von den Wahrnehmungen der fünf Sinne reden, haben alle Bedeutungsübergänge durchgemacht.Süß", ursprüng­lich nurdas Gefallende" bedeutend, wird vornehmlich von Ge- schmackswahrnehmungen gesagt, aber doch spricht man auch von einem süßen Gerüche oder von süßen Tönen.Hell", mitHall" undhallen" zusammenhängend, wird bis ins späte Mittelalter hinein nur von Gehörsempstnduugen gebraucht, wie noch heute zum Beispielein Heller Klang", und doch sprechen wir auch von Hellen Farben, bezeichnen also damit auch etwas, was wir mit dem Gesichte wahrnehmen.Schars", womit nach der Grundbedeulung etwas Einschneidendes benannt wird, dient zunächst nur zur An­gabe von Empfindungen des Gefühls, daneben aber doch auch für solche des Gehörs, Geruchs und Geschmacks, wieein scharfer Ton", ein scharfer Geruch",ein scharfer Geschmack". Und mit demselben Bedeutungsübergange (vom Geiühl zum Geschmack) sprechen wir voneinem beißenden Geschmacke". Nicht anders verhält es sich bei dem Worteschon", das, vomschauen" herkommend, ursprüng­lich nur dasGeschaute",Gesehene" bezeichnet, dann mit einer Verengerung der Bedeutung das dem Auge Wohlgefällige, das aber weiterhin auch für Wahrnehmungen anderer Sinneswerkzeuge ver­wendet wird:die Blume riecht schön",die Musik klingt schön". Und daß gerade auch diese legte Uebertragung nichts Ungewöhn­liches an sich hat, wird der Leser vielleicht bei sich selber beobachten können, wenn er sich des gewiß auch von ihm bei besonders her­vorragenden Gaumengenüssen schon verwendeten Ausdrucks erinnert: Schmeckst du prächtig!" beimprächtig" ist vonPracht" abgeleitet, und dieses Wort heißt ursprünglich und in der älteren deutschen Sprache nichts weiter alsLärm"Geschrei", dient also zum Aus­drucke einer Gehörswahrnehmung, während die heutige Sprache damit nur einen Gesichtseindruck wiedergibt:Pracht der Aus­stattung". Und doch wird das Eigenschaftswortprächtig" unbe­denklich auch für Geschmacksempsindungen verwendet. Der be­anstandete Gebrauch des Wortesschön" ist also nichts Sprach­widriges, und wenn er hier und da so empfunden wird, so kommt das nur daher, daß er nicht überall in deutschen Landen gleichmäßig verbreitet ist. Maydorn (Thorn).

Büchertisch.

Neuerscheinungen der U u i v e r s al - B i b l i o - t h e k von PH. Reclam, Leipzig: Nr. 55815583. D ie Wel V alter. Bon F. W. I. Schelling. Herausgegeben mit Ein­leitung und Anmerkungen von Prof. Dr. Ludwig Kuhlenbeck. Nr. 5584. Di e Schule der Gastfreundschaft. Bon D. W. Grigorowits ch. Novelle. Uebersctzung aus dem Russischen von F. Cordes. Nr. 5585. Fräulein Direkt o r. Bon Paul Fr. Evers und Otto M e 11 e rh a u se n. Lustspiel in 4 Aufzügen. Bühneneinrichtung nach der Aufführung am Lübecker Stadttheater. Nr. 55865588. Napoleons Soh n. König von Rom. Gefangener in Wien. Bon Clara T s ch u d i. Autori­sierte U-ebevsetzung aus dem Norwegischen von [Sir. Heinrich von .Cent. Mit 6 Abbildungen. Nr. 5589. Erläuterungen z u M eisterwer k e n der T o n k u it st. 27. B-d.: D i e Zan­bei: f l ö t e. Bon W. A. Mozart. Oper in zwei Aufzügen. Ge­schichtlich, 'szenisch Und musikalisch analysiert, mit zahlreichen Noten- beispielen von Max CHop. Nr. 5590. jT e r Brautschnr u H der Ahnfrau und andere Novellen. Bon Eufemia von A d l e r s f e l d - B a l l -e st r e m.

versteckrätsel.

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, ivie die Silbean" inWanderer".

Maltakartoffeln Landkarte Gerichtsgebäude Mehlsuppe Lasttier Musensohn Kurzsichtigkeit Vergißmeinnicht Biedermann Roggenfeld. .Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer:

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Redaktion: I. B.: August Goetz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu llniversitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießest.