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s))?»h»r Mick hie Verlustliste der Verbündeten war bedeutend. Blücher lwar verwundet worden; schwerer als er General v. scharn- ?oE der an den Bolgen der Verwundung später starb und »ich die Früchte seines Bestrebens zur Befreiung des Vaterlande» ernten f0Un$en glücklichen Erfolg des Tages von Görschen am 2 Mai verdankte Napoleon den Hessen. Ten Tod und die Gefahren nicht achtend, lvaren sie überall vorn, und auch die nmge, unerfahrene Mannschaft wurde durch das Beispiel der: Ofeeit £ Veteranen anaeseuert. Dre Forcierung der Uebergange über, Den -l-lostaraben die Weg na hin e der hartnäckig verteidigten Dörfer Klein- und Groß-Görschen ivar hauptsächlich! das Werk der hessischen Truvven In seinem« Bericht an den GroWerzog konnte Prinz Emil das rühmliche Behalten seiner Regimenter und ferner “ÄÄ ES
Napoleons Freunden begeistert besprochen. Der bayerische Ge iandte Graf Lurbürg iir Kassel berichtet seinem! König nach München- „Diese Schlacht auf bent klassische» Boden geliefert, auf dem dm.-Heros des 17. Jahrhunderts als Sieger fiel, wird noch viel müs-eie Tolaen haben, als die im 30jährigen Krieg gehabt hat. 150 Kanonenschüsse teilten den Bewohnern vmi Kassel des Ereigne des „gewaltigen Ringkampfes von GrosMorschen nnt
Napoleon hatte es versäumt, unmittelbar »ach der Schlacht bei Görschen, seinem Gegner nachzusetzen. Erst am 7. Mai bricht er nach Dresden auf, wo er den König von Sachsen Zwingt, aus seiner unentschiedenen Haltung hervorzutreten und ihm 30 000 Manii Hilfstruppen zu stellen. So verstärkt, sollte das Neysche Korps eine Diversion nach Berlin zu unteruehnwn, zu svelchein Zweck er nach Torgau .und Wittenberg ausbricht. Rechtzeitig merkte jedoch Napoleon, daß der König von Preußen sein^ Haupt- Heer nicht bei Berlin stehen liest, sondern sich anschrckte, sichwach Süden M wenden, um sich mit dem russischen Heer bei Bnnzlau »n vereinigen. Ney must seinen Plan aus Berlin aufgeben und erhält am 27. Befehl, sich wieder an den linken französischen Flügel anzulehnen. Durch die Gefechte bei Hoyerswerda und KSnrgswarcha erzwang sich der Marschall beit Durchmarsch, und es gelang ihm, sich mit Napoleon zu vereinigen, bet eben aus Banken marschierte. An bent Gefechte bet Königswartha nimmt auch das 1. hessische Chevauxlegers-Regimlent teil, das der Division Beaumont zugeteilt worden war. Die Verluste bei dem Regiment lvaren gering: nur 1 Offizier und 1 Gemeiner wurden verwundet. In der Nacht vom 19./20. Mar ward die. italienische Division Peri überfallen und vollständig aufgerieben. _
Am 20 Mai komnlt die Division Marchand nach Königswartha, wo in der Nacht der Ueberfall stattgesunden hatte. „Di? chaotische Mischung verstümmelter Leichen, erschossener Pferde, umgeworfeuer und zertrümmerter Munitionswagen bezeichnete den Dit de» llcber- falls." Tie Division kommt nordwärts Königswartha bei UM ins Biwak. „ , . . ..J < ,
Die 2tagige Schlacht bet B etlichen nahm in der Früh.' des 20. Mai ihren Anfang. Den ganzen Tag donnerten die Kanonen Der Kaiser hatte am Abend die Spree (forciert, Barchen besetzt und den Feind, dem er am Morgen Waffenstillstand aiigeboten, in feine 2. Aufstellung zurückgeschlagen ...
Am 21 Mai erneuert sich die Schlacht. Die Division Marchand wird vor Gutta auf dem Wiudmühlenberg in Reserve ausgestellt. Der Kaiser hält beit linken Flügel und das Zimtrum des Feindes in Schach. Die Division Marchand rückt »ach K l e i n - B a u tz e n vor. Der Feind rannst bei ihrer Annäherung das Dorf, nachdem er .es vorher in Brand geschossen hatte. Die Division besteigt rechts von Kleiii-Bautze» eine Anhöhe, die sie vis zum Ende der Schlacht behauptet. Mm Abend ist die Schlacht gewonnen; „sie lieferte einen neuen Beweis des militärischen Uebergewichts Napoleons". Bei einbrechender Nacht verlässt die Division ihre Stellung und bezieht Biwak bei Preititz, das während der Schlacht beinahe qairz abgebrannt war. Die Schlacht bet Bautzen kostete die Franzose» 20 000 Ma»», die Verbündete» 12 000 Ma»».
Tie Verbündete» ziehe» sich »ach Schlesien zurück; die srauzv- fischeu Heere folgen ihnen. Bis zum« 31. Mai war die Divnw» Marchand bei Liegnik »»gekommen, svo sie biwaliert. Am 4 ^mii nimmt das hessische Chevauxlegersregiiuent an dem Gefecht bei Luckau teil, durch das der geplante Uebersall des Marschalls Vudinot auf Berlin vereitelt wird. Au demselben Tag trifft auch die Nachricht von bei» zwischen Napoleon und den Verbündeten abgeschlossene» W a ffe n sti l l st a ub von Poisckw t tz et», der zunächst nur 6 Woche» bis zitm 14. Juli dauern sollte, aber spater bis zum 10. August verlängert wurde. Die Division Marchand und die Hesse» konfmen in das Lager nach Lüben in Schlesien.
vermischter.
* Die Stillung des N a s e n b t n t c n §. Das Bluten der Nase erklärt sich in der Häufigkeit seines ?lustrete»s dadurch, daß die Naseuschleimhaut außerordentlich ausgedehnt und eiupfiud- lich ist. Sie iveist and) eine reichliche Durchblutung auf, indem sie mit kleinen Aedercheu ganz durchsetzt ist. Findet nun ein Sehr starker Blutandrang statt, so kommt leicht eins dieser Aedei djen
zum Platzen. Das hat an sich nicht viel auf sich, zeigt aber einen krankhaften Zustand an, wenn es sieh ost und gar regelmäßig wiederholt. Namentlid) können es fid) bleichsüchtige Menschen nickt leisten, aus diesem Wege etwas von dem kostbarsten Säst zu verlieren, der ihnen ohnehin in zu geringer Menge gegeben ist. Es nmii also eine Abhilfe gesucht werden, die ganz allgemein in einer Herabsetzung des Blutdruckes gefimden wird. Läßt sich das Nasenbluten nicht vermeiden, so sollte ivenigstens eine möglichst rasche Stillung herbeigeführt werde», die in der Bildimg eines Gerinnsels besteht, wozii der Luftsauerstoff mitwirkt. Tiefes Atmen ist ein Mittel dazu, das den Blutdruck um etwa 3 Millimeter verringern kann, was jedoch nicht genügt. Man muß den Luftzutritt noch etwas verstärken, und das geschieht ganz einfad) dadurch, daß man den Nasenflügel auf der nicht blutenden «Seite, mit bent Zeigefinger andrückt, damit die eingeatmete Stift durch die blutende Oefsnung um so stärker hindurchstreicht. Das Einatmen muß bei geschloffenem Munde so langsam vorgenommen werden, daß aus einen Zug fünf bis acht Sekunde» entfallen. Darauf folgt ein kurzes Atisatmen durch den Mund. Der Kopf muß dabei gerade und aufrecht gehalten werden. In gewöhnlichen Fälle» genügt eine kleine Zahl von Wiederholnngen dieser Atemgymnastik, um das Blut zum Stocken zu bringen. Selbstverständlich muß man sich bann in Acht nehmen, die wohltätige Wirkung des Sauerstoffes wieder auf- zuheben, indem man vorzeitig das Taschentuch benutzt. Die Eut- laslimg des Kopses vom Blut, die ans diesem Wege erzielt wird, kann so groß fein, daß bei zu langer Fortsetzung deS Verfahrens zunäd)st ein Flimmern vor den Auge» und bann geradezu ein Ohnmachtsanfall eintritt.
* Guter Rat. Wirt: „Herr Lehrer, id> niöcht' Sie um eilten guten Rat bitten — ich möcht' nämlich meine neue Wirtschaft „Zum Ochsen" heißen, aber ein Roter, ei» Schwarzer »itb ein Gelber Ochs ist «schon sm Ort." — Lehrer: „Na — da»» nennen Sie's halt „Zum größten Ochsen!"
* Ganz einfach. Fremder (zu seinem Reisegenossen): „Das Jodeln muß ivohl sehr schlver sein — nicht wahr, mein Lieber?" - Berliner: „Ach, gar nicht!-Da sitzt inan geiuiit- lich, hebt den Kopf in die Höhe und schreit so taut wie möglich: Zelluloid!" _
* Gemütlich. „Die alte Wab'u ist also l'rqzik? Wer kocht bann jetzt für die drei Spitzbube», die int Spritzenhaus eingesperrt sind?" — „Die bekommen mittags pro Marin a Fufzgerl, damit st beim Brnckenwirt essen!"
Büchertisch.
— Speckmann, Diedrich, Erich HeydeureichA Dorf. Erzählung, (Berlin, Martin Warnecks. In seinem neuesten Buch macht Speckt»»nn, der i» „Heidehof Lohe" das bäuerliche 'Lebe» eines einsame» Hofes erstehe» ließ, ei» ganzes Dorf vor uns lebendig. Es ist nicht das ruhige gleichmäßige dörfliche Treiben, bei dem die Aeußerungeit des Innenlebens unter schwerem Arbeitsdruck zurücktreten, sondern sehr bewegte Zeiten, um die Mitte der 70er Jahre, als durch das Zivilstandsgesetz in jenem Winkel, „wo die llhr um 100 Jahre nachgeht", die Gemüter aufs tiefste erregt wurden und die Köpfe infolgedessen hart aufeinanderstießen. Die sich daraus ergebenden Kämpfe biete» dem Schriftsteller Gelegenheit, dörfliche Verhältnisse und Gestalten mit feinster Beobachtung und packender Wahrheit, häufig erquickend humoristisch zu schildern.
. — Vom Bücher w u r »t, einer Monatsschrift für Bücherfreunde, erschien eben das Aprilheft. Das Heft ist dem deutschen Altertum und Mittelalter gewidmet, Zeiten, die in der landläufige» Beurteilung meistens sehr schlecht wegkommen und, z. B. der Renaissance gegenüber, in ganz ungerechtfertigter Weise unterschätzt werden. In ungemein geschickter und habet außerordentlich reizvoller Weise vermittelt das Heine Bücherwurmheft durch eilte Reihe von Aufsätze» aus de» berufenste» Feder» eine» Einblick und Ueberblick über die Literatur und Kunst der großartigen Welt des Mittelalters. Textprobeii aus dem Nibelungenlied, aus Gottfried von Straßburg, Wolfrant von Eschenbach, Walter von der Vogelweide, der Frithjofssage nsw. sowie zahlreiche groß« und kleine Holzschnitte illustrieren das Hest.
Charade.
De» Bube» schafft's Erste ost große Pein, Manch' Tröpflei» Tinte und Schweiß fällt darein. Tie Zwei und die Drei in de» kleineren Städten Hat mancher mit arger Verwünschung betreten.
Das ganze wirb beim Apotheker bestellt, Sobald es der Doktor für nötig hält.
Es zeigt sich dem Kranken für einige Zeit Als rühmliches Beispiel von Anhänglichkeit.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Wie eng gebunden ist des Weibes Glück.
Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»


