Ausgabe 
27.8.1913
 
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Teiles infolge der anhaltenden Materialtzufuhr von ünfen NiNächfl noch die erreichte Maximalhöhe behauptet. Es gebt auch few Linierte Gebilde, die ans der Durchbrechung einerPlatte durch dneit aufsteigenden Piltz entstehen. Diese Grundformen von Ringen, Pillen Glocken und kombinierten Formen lassen sich an Eruptrous- wokken stets imchmeisen, und die gleichen Wirbelbewegung eu haben Sieberg.nnd andere auch an geivöhnlichen Kumuluswolken beobachtet.

* Feinde der Zigarre. Man denke, toenn man diese Bezeichnung hört, nicht etwa an einen neugegründeten Verein gegen das Rauchen, überhaupt nicht an einen menschlichen Femd der Zigarre, nein, es handelt sich um einen viel erbitterteren, um eine ZusÄtenart, die sich in die Zigarre .einbohrt und sie durch­löchert. Sie ist aber auch eine Feindin des Rauchers, denn die Anstrengungen, die er machen muß, um den Rauch aus der durch­löcherten Zigarre tzu ziehen, Tonnen zu Schädigungen der Atmungs- vrgane führen. Die JnsÄtenart Wick Äcksivderma serricorne ge­nannt lund kommt in Kuba und auf den Philippinen massenhaft vor: in Manila allein wird der durch sie.entstandene Schaden innerhalb eines Jahres auf '200 000 sanken berechnet. Auf Ver­anlassung großer Tabakfabrikanten wurden Studien gemacht, um Näheres über den Schädling in Erfahrung zu bringen und ihm beizükommen. Es hat sich dabei herausgestellt, dav Lastoderma in ausgewachsenem Zustande dem Tabak nicht gefährlich i|t. Das Insekt kommt vor allem in Zigarrenfabriken vor und setzt dort seine Eier entweder auf den Tabaksblättern ab oder auf den bereits fabrizierten Zigarren. Aus dem Ei entwickelt sich eine Larve, die lange Galerien durch die Zigarren bohrt und in den Umhüllungsblättern große Löcher hinterläßt. Das Insekt erweist sich dabei als der feinste Zigarrenkenner, denn es sind nur die besten Sorten, die es für seine Eier bezw. Larven wählt. Nun hat man zwar auch natürliche Feinde des Lasioderma entdeckt, dar­unter verschiedene Vögel und ein noch winzigeres Infekt, das ferne Eier in die Larven des Lasioderma legt, wo sie zerstörend wachsen, aber sie genügen natürlich nicht zur Bekämpfung des Zigarren­feindes Der Biologe, dem diese neuen Untersuchungen zu danken sind, empfiehlt .daher energische Mittel, nämlich vor allem eine Desinfektion der Tabakblätter gleich bei ihrer Ankunft tn der Fabrik (wo sie oft jahrelang lagern).

* Die Maus mit dem Rüssel. Ohne den wissenschaft­lichen Verdiensten Dr. Carrels um die Ausbildung der Methoden der Transplantation von Gliedern und Organen Wbruch zu tun, darf daraus hingewiesen werden, daß die erfolgreiche Verpflanzung von Glickern eines Lebewesens auf ein anderes Lebewesen schon vor mehr als einem halben Jahrhundert, allerdings frei von allen wissenschaftliche Absichten', ausgeführt wurde. Die Libre Parole veröffentlicht einige interessante Auszüge aus dem Jahrgang 1857 der französischen Gerichtszeitung, in denen die Einzelheiten eines Prozesses erörtert wecken, den der Gelehrte, Naturforscher und Zoologe Triquel gegen den früheren Zuaven Girorns angestrengt hatte Der Angeklagte war während seiner Dienstzeit sehr häufig Gast der Arrestzellen. Als er von Afrika nach Frankreich zurück­kehrte, verkaufte er dem Gelehrten eine Maus, die einen prächtigen großen Rüssel hatte, für 50 Franks. Triquel kaufte bald darauf von dem Zuaven noch eine zweite Rüsselmaus. Die bisher un­bekannte Tierart beschäftigte den Geist des Gelehrten sehr rege, aber seine Verblüffung und seine Enttäuschung waren nicht gering, als er sehen mußte, daß die von dem Rüsselmauspaar stammenden kleinen Mäuse absolut keinen Rüssel, ja nicht einmal eine An­deutung davon aufwiesen. Der um die Entdeckung einer neuen Tierart betrogene Gelehrte strengte einen Prozeß gegen Girorns an, und im Lause der Verhandlungen wurde als Zeuge auch ein Zuavenoffizier vernommen, der folgende Aussage abgab:Es kommt sehr häufig vor, daß die häufig mit längeren Arreststrafen heimgesuchten Soldaten in Afrika die Eintönigkeit ihrer Hast dadurch verkürzen, daß sie.lebenden Mäusen solche Rüssel auf- pflanzen. Die Methode ist höchst einfach: man nimmt zwei Mäuse, bindet sie mit den Füßen fest auf ein Brett und zwar so, daß die Schwanzsvitze der ersten Mans' die Schnauze der zweiten er­reicht. Mit einem Taschenmesser macht man dann einen Einschnitt in die Nase der Hinteren Mans' und legt die Schwanzspitze der vorderen in die kleine Wunde. Nachdem man die Schwanzspitze dort sorglich sestgebunden hat, läßt man 48 Stunden verstreichen: diese Zeit reicht aus, um die Gewebe miteinander verwachsen $u lassen. Dann schneidet .man der vorderen Maus 2 oder 3 Zenti­meter des Schwanzes ab und läßt sie nun laufen, während die andere noch 20 Tage oder länger unbeweglich auf dem Brett bleiben muß und künstlich ernährt wird. Dann aber ist chic Wunde voll­kommen vernarbt und die Maus hat den schönstenRüssel"'. Der angeklagte Zuave (Strome wurde in jenem Prozesse freige­sprochen, weil er dem Naturforscher beim Verkauf der beiden Mäuse niemals gesagt hatte, die Tiere hätten von Natur diesen Rüssel; der biedere Soldat würde sich gewiß nicht wenig gewundert haben, hätte er gewußt, daß er in den Mußestunden seiner Arrestantenzeit der Wissenschaft neue Wege wies.

kf. K o ch und Dichter. Sogar die Köche haben ihren Dichter. Er heißt Paul Harel und ist Besitzer eines kleinen Land- Gasthanses in Eschauffeur, einem stillen, abgelegenen Sorte in der Nähe von Sainte-Gauburge. Er besorgt mit seiner Gattin das

Hauswesen und beschäftigt sich mit Vorliebe am Herd. Er hat mehrere Dichtungen veröffentlicht und bereits viermal den Preis der Akademie davongetragen. Doch ist er auf diese Erfolge nicht so stolz wie auf seine Kochkunst. Mehrere bedeutende französische Dichter sind mit ihm befreundet. De Heredia, Henry de Regnier, Barres, France, Mistral sind schon ost bei ihm abgestiegen und haben sich mit ihm, während er ihnen, die Serviette überm Arm, die Speisen auftrug, über künstlerische Fragen unterhalten. Vor einigen Tagen hat ihm dieAcadämie des Violettes, die Kunst­gesellschaft der Picardie und der Normandie, einen Besuch ab­gestattet, bei dem sie ihm feierlichst ein goldenes Riesenveilchen überreicht hat. Harel hat die Gesellschaft mit einem feudalen Mahl von sechs Gängen, die er alle selbst zubereitet hatte, bewirtet. Nachher stossen gute Weine in Strömen, die sämtliche Schleusen der Beredsamkeit öffneten. Als Harel in einem flammenden Prolog die verstorbenen Dichter Frankreichs feierte, legte sich eine senti­mentale Wolke über die Gesellschaft und löste sich schließlich in einem glitzernden Tränenregen auf.

' Vom lustigen John Bull. H eimg eleu chtet. In eine kleine Gastwirtschaft kommt ein Mann mit einem Hunde und ein Irländer fragt den Neuankömmling, welcher Rasse der Hund sei. Der Eigentümer blickt den Iren hämisch vom Kopf bis zu Füßen an und antwortet dann hochmütig:Eine Kreuzung zwischen einem Affen und einem Irländer."Ach," sagt der Ire überrascht, schau, ich au, da sind wir ja beide mit dem Tier verwandt." Bedenkli ch. Das Kinderfränlein zu dein Heinen Jack:Ich glaube, du tätest besser, wenn du deiner Mama gleich eingestehen wolltest, daß du die Süßigkeiten heinilich aufgegessen hast. Deine Mama hat so ein weiches Herz "Ja, aber eme so harte Hand " Der Erfolg. Ter kleine John schreibt und sagt in der Schule unentwegtIch habe geschreibt" stattIch habe geschrieben". Als alle Verweise und Mahnungen nichts fruchten, läßt ber Siebter ihn nachsitzen; hundertmal soll er schreibenIch habe geschrieben". Ter Lehrer geht nach Hause, vergißt zuerst den Jungen und eilt sehr spät und besorgt drei stunden später ins Klassenzimmer zu­rück, um nach dem vergessenen Sträflinge zu sehen. Auf feinem Katheder findet er einen Zettel:Lieber Lehrer, ich habe hundert­mal geschreibtIch habe geschrieben" und bin dann heimgegangen.' Vorsichtige Wahl. Besucherin:Was, Sie haberi immer noch keinen Namen für Ihr Baby?" Mama:Nein.' Besucherin:Sa, wird es Ihnen denn so schwer, einen Namen zu finden?" Mama:Das nicht, aber wir haben immer noch nicht herausbekommen, welcher Onkel der reichste ist,"

vüchertisch.

Z ugvogeI", Reiseerinnerung en und Erleb­nisse aus Deutsch-Ost-Afrika zur Zeit der ersten Land­erwerbungen, von Constantin R ed zi ch, nennt sich der Titel eines' Buches, welches im Verlage von W. v. Frankenstein, Berlin N. 65, erschienen ist. Unter Vermeidung allesNvmanhaft-phrasenreichen führt 'uns der Verfasser eine ununterbrochene Reihe von Vorgängen aus dem dunklen Erdteil vor Augen, nrie sie von dieser Seite überhaupt noch nicht geschildert worden find. Der Autor hat es verstanden. Wissenschaftlich-lehrreiches mit spannenden sclbst- erlebten 'Abenteuerit, sowie gesundem Humor bei Mißgeschicken zu verschmelzen und in dieser Weise den Lesestoff jedem Laicn- verständnisse anzupassen, also feine Darstellungen sowohl zu einer interessanten Lektüre, als auch gleichzeitig zur belehrenden Unter­haltung auszugestatten. Deshalb begleiten wir mit immer ge­steigerter Spannung den tollkühnen Globetrotter auf fetneu un­säglich gefahrdrohenden Wanderzügeu in eine Welt voll gigantischer Wildnisse, grausiger Wildheit und schauerlicher Beschwerden in entsetzliche Länderstrecken, von der erbarmungslosen Tropensonne durchglüht und in den Bereich von Behausungen furchtgcbietender Bölkerstämme, sehen die Gräueltaten fanatifcher Anhänger einzelner Sekten bei ihren Götzendiensten, sowie auch bestialische Untaten schrecklicher Kannibalen, wie sie zu damaliger Zeit in dem noch völlig 'unerforschten Hinterlande in vollster Blüte standen. Packend sind ebenfalls gewagte Jagdstreifzüge, Seeabeuteuer, sowie nerven- erregenbe Küstenfahrten bei den gewaltigen, so sehr gefürchteten! und verrufenen Monsumstürmen, im schwankenden MZsschur-Fahr- zeug, die Schaudern erweckende Durchquerung von Wstensumpfeu und die gräßliche Plage der dort in unglaublichen Mengen hausen­den Lebewesen. ------------

Magisches Guadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben AA AADIILLL M N N N 0 0 derart einzutragen, daß die wagerechten u. senkrecht.Reihen gleichlautend folgendes bedeuteir:

L Figur aus einer Wagner'fchen Oper.

2. Nordische Gottheit.

3. Weiblichen Vornamen.

4. Französischen Schnhstaat in Asien. Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Hosen, Rose n.

Redaktion: I. V.: August Goetz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Bnch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,