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Mit großen Angen sah ihn sein Herr nn. Wußte Drcwel non seinem Verlust? Er wollte es- ergründen.
„Schlimm war es weiter nicht. Glauben Siebes mir."
„Herr Oberleutnant, klein sängt's an, groß hört's auf."
Hans-Wilhelm ärgerte sich über diese Neckerei;, er hatte denl Dretvel, weil er ihm geholfen, den kleinen Finger gegeben, nun griff er schon nach der ganzen Hand, so meinte er. Ungehalten zuckte er die Achseln griff nach der Mütze imb ging.
Als er aus dem Stalle heraus war,, entfuhr dem alten Manne ein grimmiger Fluch. Ihn täuschte Hans-Wilhelm
seinen Sitz hatte.
Ädalbraht in Luopbahe. .
Frechold in loco Weterefeld m stmbus- Luopcche.
Folcrat in Lonbbach.
Steinolf in Lonpach.
Meginbölt in Lonpach. f
Natürlich war Laubach damals noch leine Stadt, gabs doch damals in unserem deutschen Vaterland überhaupt noch kerne Städte Wir werden uns vorstellcn, daß Laubach damals eine Anzahl von Bauernhöfen war, die nicht dicht beisammen lagen, sondern wo jeder Hof inmitten seines Feldes lag. Darauf weist auch eine alte Sage zurück, wonach Laubach aus 3 Höfen entstanden ist: aus dem „Alten Hof", der heute noch Gewannname ist aus dem „Storchshof" mtb dem „Gutleuthof", welche heute noch, namentlich die zwei ersteren, im Volksmund leben. Allmählich rückten die Ansiedlungen dichter zusammen, und wahrend Laubach 1265 noch als Villa, Dorf, bezeichnet wird, erscheint es 1405 zuerst als oppiduut, d. h. als Stadt.
Aber während heute außerhalb der alten Umivallung ganze neue Stadtteile entstanden sind und gegenwärtig der Zug der Bewohner nach mehr Lust unb Platz bald den, bald jenen Bewohner veranlaßt, sich außerhalb anzubauen, gab es bis vor
.„Na ja, und ich war im Gewinn."
„So o?"
Der biedere Röpke opferte einen Teil seiner Mau.
„Denke nur, fast achthundert Mark Hube ich gewonnen!
„Die werden wir gleich morgen auf die Sparkasse tragen, sonst verlierst du sie doch wieder!"
Bedeutend milder wurde ihre Stimme.
Er mußte lachen.
'„Ich hab das Geld bloß noch mcht!"
„Moreth ist fürchterlich ausgeraubert worden: er ist mir die Summe schuldig geblieben, aber sie ward fällig binnen dreimal vierundzwanzig Stunden."
„Der junge Ehemann fpielt also mit Euch die Nächte
„Nach Ossendorf bringen mich zehn Pferde nicht sobald wieder!"
Sie war klug genug, nicht in ihn zu dringen, obgleich sie sein Schweigen schmerzlich empfand. Aber sie hoffte, nach und nach würde er gesprächiger werden.
Beim Mittagessen lenkte seine Mutter das Gespräch auf den gestrigen Tag.
„Wie war es bei Püchkow?"
„Er läßt sich empfehlen; ich habe das natürlich wieder mal vergessen auszurichten, im übrigen wars 'ne tolle Trinkerei."
Hastig sagte er das. Die Mutter fragte nicht weiter.
Nach Tisch forderte Eva Hans-Wilhelm zu einer Spazierfahrt auf. Der Traber sollte vor den Schlitten gespannt werden, ,Eva wollte selbst kutschieren. Mit Freuden ging er auf diesen Vorschlag ein, die Wände drückten ihn und ein schlechtes Gewissen. Draußen würde er auch schneller seinen Jammer los werden.
Eine halbe Stunde später fuhren sie ohne Kutscher durch die verschneiten Fluren. Eva hatte die stille Hoffnung: nun wird er mir sein Herz ausschütten. Aber sie irrte.- Hans-Wilhelm saß mit gefürchteter Stirn neben ihr und sprach kaum ein Wort. Da wurde sie sehr traurig., Früher, als sie anfangs gewollt, lenkte sie das Gefährt heimwärts.
Noch nie hatte sich der junge Ehemann solche Mühe geben müssen, das Gespräch am Abend mit seinem Weibe in Gang zu halten; dann 'und wann rang sich sein besseres! Ich durch, das ihn mahnte: Beichte! Aber sofort redete ihm ein böser Geist ein: Tu's nicht; zeigst du dich erst schwach, dann hat deine Frau bald die Hosen an! Dieser Widerstreit ärgerte ihn.
Er sprang auf.
>„Jch muß noch einen Gang durch die Ställe machen." Tue es, Haus-Wilhelm. Gerade Sonntags darf das
Herr Bruno Röpke konnte nun ungestört feinen Jammer M-LüUbüch Md seine BciöOffilCr.
ausschlafen. * | Bon Pfarrer Nebel zu Laubach.
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bvn der ^agd. Er jagte nur. | JD(n, ^cmi Laiwach ist soviel wie Laubbach, der Bach, der von
Wold überdeckt und überschattet ist. Noch heute wird ja der kleiue Bach, der aus dem Tiergärtnerteich kommt, durch den Schlost- garteu fließt und durch die dortigen Ouelleu verstärkt wird und dann bald in die Wetter mündet, die Lanbach genannt, und mehrere Gewanne des fruchtbaren Gartenlandes in seiner Nahe Heißen „In der Lanbach". Merkwürdig mchemt es, daß der Ort von diesem kleineren Wasser und nicht von der bedeutenderen Wetter, an der Laubach ebensogut liegt, seinen Namen hat. Ich möchte annehmen, daß in früheren 'Jahrhunderten und Jahrtausenden auch unsere Lanbach bei dem feuchten Klima und dem Wälderreichtuni ein weit stärkerer Bach war als, heute, bum erstenmal wird Laubach genannt.782 in dem Breviarium Sanctl Lnlli d h in dem Gütcrverzeichnis des Klosters Hersstld, das dessen erster Abt Lullus, ein Schüler des Bonifatius, amgestellt hat Dort beißt unser Ort Loubahe, in den folgenden ^ahe- hunderte» Loubaha, Lonbbach, Lonbahc, Lobah, Lobahe, Lopach, Lubach 1250 Laupach. Was aber wird iins ut rener ältesten Nachricht von Laubach erzählt? Unters den Gütern welche trete Männer dem neugegründeten Kloster Hersscld schenkten,, werden auch 10 Hub. 3 matisus in Lonbahe in Pago Wetercibe mn- qesührt Es ist recht wenig, was wir da erfahren, aber es zeigt unS daß das Christentmm damals schon ut unserer Gegend fest eingewurzelt war, und das >vohl nicht erst seit.kurzem, durch die Tätigkeit des Bonifatius, des sogenannten Apostels der deutschen, sondern daß es wie vielfach, so auch bet uns schon lange vor Bonifatius Christen in größerer oder kleinerer Anzahl gab.
Sodann tvird unser Lanbach wieder geuamit in dem Smn- marium, d h. Verzeichnis des Mönchs Eberhard non Fulda, etroa mit 900, wo nach Namen der Geber und Orte folgende Schenkungen an das Kloster Fulda angegeben find:
Nordalach de Meter'in Lnobach, al,o em edler Herr, der hier
Auge des Herrn nicht fehlen."
Für diese Worte küßte er sie dankbar auf die Stirn.
Im Schweinestall traf er den Oberinspektor.
„Eine Sau ferkelt, Herr Oberleutnant," rief er ihm entgegen. „Acht Stück sind schon da!"
Heute interessierte ihn das seht wenig. Er brummte.
„Ich hab 'ne Hundelaune-, Drewel!"
„Kein Wunder, wenn man zu Herrn tion Püchkow fährt!"
Wider Willen mußte Hans-Wilhelm lachen.
„Ja, in Ossendorf wird- mächtig gepichelt." Drewel spuckte nach alter Gewohnheit aus.
„Und gespielt."
schon lange nicht mehr. —
Eva saß in ihrem Zimmer und biß die Zähne aufein-
£ - , ander; ihr war das Weinen nahe. Verloren hatte ihr
durch? ... . /, | Mann sicher, wenn sie nur wüßte, wieviel? Eine .größere
„Nach funse ist er nach Haufe gesahten. I » mnstte es sein sonst hätte er sie genannt. Warum
Warum sollte ich dir denn etwas vorlugen? warte w “ Sk war doch sein Weib!
K Ochsten Tage ab, daun ollst du zwechundertfunfzig. L?^fchworen, gute und böse Tage mit
Mart für ein neue» © i - ij„ • I ihm gemeinsam zu tragen.
Da wurde Frau Ropke „vernünftig ; von der Spam Einmal war sie fest entschlossen, ihn zu fragen. Dann faffe sprach sie nicht mehr, aber ihre Neugier war noch! ^er ^urde sie wieder wankend, denn sie kannte von früher lange nicht befriedigt. seinen Jähzorn; den durfte sie unmöglich herausfordern.
„Wieviel hat denn Moreth verloren? Sonst wurde der leichte Riß vertieft, lind wie er nut
„Na gut und gerne zweitausend Mark. finsterem Gesicht wieder ins Zimmer trat, entfiel ihr vol-
Da schlug Frau Emma Röpke die dicken Hande über dem Ogids der Mut
Kopfe zusammen. Gut, daß sie heute nachmittag zur Frau * (Fortsetzung folgt.)
Kreisarzt zum Kaffee geladen war. Diese Neuigkeit tourben ___________
die Damen sicher interessieren.


