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-mir hatte, aber es war müde von dem Tangen, nächtlichen Ritt, und der Kaiser war einer von den Reitern, die nicht wissen, wie man's einem Pferd leicht macht. Er hatte wenig Mitleid mit Pferden und eine schwere Hand, so daß ihnen das Maul sehr weh tat. Freilich hatten auch Stein und seine Leute eine lange anstrengende Tour hinter sich. Es war ein ebenbürtiges.Rennen!
Ich hatte so rasch überlegt und so> schnell daraufhin gehandelt, daß ich nicht genügend an meine eigene Rettung gedacht hatte, sonst -würde ich selbstverständlich direkt auf der Straße zurückgerrtten sein, die wir gekommen waren, denn auf diese ,Weise würde ich unsere eigenen Leute getroffen haben. Aber ich war von der Chaussee weg und eine'Meile über die Wiesen geritten, ehe nur das entfiel. Als ich mich dann nmsah, hatten die Preußen eine lange Linie gebildet, damit ich die Charleroier Landstraße ntcht erreichen könnte. Zurück konnte ich also nicht mehr, aber.wenigstens konnte ich mich nach Norden wenden. Ich wußte, daß die ganze Gegend in dieser Richtung von unseren fliehenden Truppen wim- mcln, und daß ich früher oder später doch auf sie treffen mutzte.
Aber ich hatte eins vergessen — die Sambre. — ,Fn jneuier Aufregung dachte ich gattz und gar nicht dran, bis ich sie sah, tief und breit, im Morgenlicht glänzend. Sie versperrte nur den Weg, und hinter mir heulten die Preußen.. Ich sprengte lns ans Ufer, aber das Pferd war nicht weiter zu.bringen. Ich gab ihm die Sporen, doch das Ufer war hoch und der Fluß tief. Es prallte zurück, zitterte und schnaufte. Die Triumphschreie wurden mit jedem Augenblick lauter. Ich drehte mich um und galoppierte an der Sambre hin. Sie bildet hier eine Schleife, und ich mußte auf irgendeine Weise hinüberkommen, denn der Rückweg war mir abgeschnitten. Plötzlich durchzuckte nrich ein Hoffnungsstrahl. Ich sah ein Haus an meiner Seite des Flusses und ein anderes an der gegenüberliegenden. Wo. zwei solche Häuser liegen, ist gewöhnlich auch eine Furt dazwischen. Ein abschüssiger Pfad führte hinunter ins Wasser, unb ich spornte mein Pferd. Es ging. Das Wasser reichte bis an den Sattel, rechts und links spritzte der Schaum in die Höhe. Einmal stolperte es, und ich hielt uns für verloren, aber es kam wieder auf die Beine und stürzte im nächsten Moment .den anderen Psad 'nauf. Ms wir am anderen Ufer toarett, hörte ich, wie der erste Preuße ins Wasser platschte. Jetzt waren wir nur noch nm die Breite der Sambre von einander entfernt.
(Fortsetzung folgt.)
Die die Bot sprengen.
Die Saison in Monte Carlo sieht auf ihrem ®ipfel.~ Saison in Monte Carlo: das bedeutet das Spiel. Die blechernen Stimmen der Croupie.s ertönen, die Goldstücke rollen, die iliecben raffen und die Bank macht wie immer ihren Prosit. Immerhin, auch sie hat zutveilen ihren llnglückstag. Auch sie unterlieft bisweilen im Ramp'e um den gleißenden Mammon I . N den Annalen von Monte Carlo sieht ein Name mit blutiaroten Lettern verzeichnet der des Engländers Jaggers, der der Bank die größten Summen abgerungen hat. Der „große Jaggers", tuie er heute noch hecht, ist zu einer elgendarilchen Persönlichkeit geworden. Sein Bildnis wird henke noch als Talisman von Spielern und beionders Spielerinnen verehrt unb getragen. Jaggers war ein englischer Techniker, der eines guten Tages nach Monte Carlo kam, um sich das Ronlettesmel cmzivehen, nicht um zu spielen. Da es aber mm nicht gestattet ist, am Ronlettetiscke zu sitzen, ohne einen Einsatz zu wagen, so setzte et auch ab unb zu ein m'mf'rankstück. Unablässig beobachtete er, machte seine Aufzeichnungen, unb siehe da 1 er sand, daß einige der Zahlen häufiger, und zwar in einem bestimmten Rhythmus erschienen, als es nach der Wahrscheiulichkeitsrechming hätte der Fall sein butten. Mehrere Tage setzte er seine Beobachtungen fort, big er nicht mehr zweifelte, daß das Rouletterad, das er beobachtete, einen mechanischen Fehler auf wies. Es wat nickt genau in der Schwebe, sondern schrägte sich in befiimmten Intervallen, so daß die Kugel in geiviffeu Zeitabsiänben immer wieder in dieselben Fächer fiel Daraw baute er sein System auf, das seinerzeit ganz Monte Karlo, ja die ganze Welt tu Aufregung brachte. Et riskierte seine ganzen Erspariiifse und — sackte enorme Summen ein. Aber Jaggers wollte mehr! Et organisierte einen regelrechten Stab von Spielern, die allmotgendlich antraten und nach feinen Weisungen setzten. Herrn Blanc, dem Spielpächter, wurde eS schwul zu Mute. Die Verluste der Bank nahmen rasend zu. Es war aber nun immer derselbe Roulettetsich den Jaggers aufsuchte, und das führte dazu, daß in einer Nacht die Direktion der Bank die Rouletteavparate auswechseln und timlaufcheu ließ Aber Jaggers hatte an seiner Roiilette sich emen winzigen weißen Punkt gemerkt, unb allmorgenblicb, bevor er sein Spiel begann, vergewisserte et sich, ob dieser Punkt noch da war, und erst dann begann er seine hohen Einsätze. So riskierte er an dem Morgen, als er den Trick der Bankdirektion bemerkte, nur wenige lumpige Franken. Unauffällig machte er die Runde und bald hatte et sein Roulettetab wieder berau§ge!unben. Ta entschloß sich die Bankverwaltung endlich, naebbem Jogge-S an die 5 Millionen Franken gewonnen hatte, iäthtlicbe dloulettea vparale einer genauen Jnipektion S» unterziehen : der Fehler des einen Rades ward entdeckt, das Rad repariert. Und als Jaggers nun fein System wieder aufnahm, da
verlor er trotz des weißen Punktes auf seinem Roulelietade tu kurzer Zeit ungeheure Summen. Erst nachdem er 2 Millionen geopfert hatte, machte er Schluß, verließ die Bank, kehrte Monte Karlo den Rücken unb ivard nie mehr dort gesehen.
Unb noch ein anderer mäEcbenhafter Gewinnet ist in bett Annalen von Monte Karlo verzeichnet. Es ist ein junger Amerikaner, der tn seinem ersten Monte Karlo-Jahre trotz einiger Fehlschlage einen guten Gewinn embeimfte. Im Jahre 1910 (ehrte e# zurück unb verblüffte alle Welt durch sein unglaubliches Glück. 1911 stieg sein Glücksstern noch höher. Er wat damals in aller Munde. Aber wie er gewann, das war sein Geheimnis unb ist auch sein Geheimnis geblieben. Kurz unb gut, der Amerikaner soll einen Reingewinn von etwa 27s Millionen davongetragen haben. Man sagt, daß er mit einem Croupier unter einer Decke gesteckt habe. Und noch von anderen Sptelergrößen Monte Carlos ließe sich berichten, von den Gebrüdern Garcia, die auf Grund ihres Systems ein Vermögen gewannen, wieder verloren unb elend endeten, von dem berühmten 'Monte Carlo-Wells, bet erst kürzlich in Paris vor Gericht erklärt hat, in SOfonte Karlo annähernd 2 Millionen gewonnen zu haben, und vom russischen Grotzfürsten Michael. Aber bas sind Rinaeltauben unter beu Spielern Das Bonmot, bas ein Witzbold auf das Roulettespiel in Monte Karlo geprägt hat, gilt noch immer: .Rouge rot) verliert, noir (schwarz (verliert*, blaue (weiß) gewinnt immer." Blanc ist nämlich der Pächter der Spielbank. ------------
vermischte*.
— Das Land der Circe. In einen! umfangreichen Aufsatz des Mercure de France unternimmt Philippe Champault den interessanten Versuch, das in der Odyssee geschilderte Land der Lästrygonen, die Insel der Circe und das Totenreich geographisch zu identifizieren. Denn wenn wir mit diesen Stätten auch das Land der reinen Phantasie zu betreten meinen, so glaubt der französische Forscher doch, daß Homer bei seiner Dichtung sein« Helden zu wirklich vorhandenen Stätten führte, daß also wirliche Landschaftsbilder die -Grundlagen jener Schilderungen abgab en, die die Phantasie des Dichters dann schaffend umdeutete. 'Die Odyssee berichtet uns, wie Odysseus nach dem Verlassen der Insel des Äeolus nach sechstägiger Fahrt einen schönen Hafen erreicht, der zur Rechten und zur Linken von unfruchtbaren Feldern ein- geschlossen ist und von der Feste LaMos beherrscht, wird. Hiev hausten nach Homer die menscheufresseichen Riesen. Die Insel des Aeolos gehört zu den Äegaden; nun findet man, sechs Tagereisen nördlich, eine winzige Insel, die in unmittelbarer Nähe der sardinischen Küste liegt. Sie heißt heute Scoglio Colo m b o, der Fels der Tauben, tvas dem Sinne des Wortes Lästrygonen entspricht. Hinter ihr schneidet der Porto Pozzv zwischen zwei mächtigen -Granitmauern gegen 3 Kilometer weit in das Land hinein. Tie Feste Lamos würde sich dann auf der heutigen Punta Sardegna erhoben haben: ihr Name Lamos ent* spricht im Sinne den „Drei", jenen Ungeheuern, denen die lokal« Tradition den Bau der noch vorhandenen Nnraghen und megalithischen Gräbern zuschreibt. Odysseus gibt nicht an, wie viel Zeit er brauchte, um die Insel der Circe zu erreichen; aber sie wird als flach bewaldet und mit Eichen und Reben bewachsen geschildert. Nun sind flache Inseln im Mttttlmeer sehr selten; in der Tat gibt es nur -eine, die dieser SMlderung entspräche, und das ist Pianosa, das ehemalige Prauaria; sie liegt bei Elba, ist heute zur Strafkolonie umgewandelt und ist daher auch in unseren Tagen die Stätte, auf der unglückliche Menschen ein trauriges Gefangenendasein führen. Als die Zauberin Odysseus entließ, sagte sie ihm, er brauche keinen Lotsen, um den Hades zu finden: „Breite die Segel, Boreas führt dich zum Ziele'7 Boreas ist der Nordostwind. Der Nordvstwiud hätte den Reifenden im Laufe eines Tages zu der Mündung des Flusses C o g y i- nas geführt, dessen Name so viel wie „kochend" bedeutet und' die Erinnerung an den furchtbaren Acheron wachruft.
Lkat-Aufgade.
Vorhand spielt Coeur-Solo auf folgende Karte:
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Obgleich ein Wenzel unb ein Aß im Skat liegen, geht daS Spiel verloren. — Wie faßen die Karlen unb wie würbe gespielt k Auflösung in nächster Nunrmer.
Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Wir sind genwbnt, daß Oie Menschen verhöhnen, Was sie nicht verstehn, Das sie vor dem tonten unb Schönen, Das ihnen oft beschwerlich ist, murren. Goethe.
Redaktion; K. Neurath. — Rotationsdruck unb Verlas bet Brühl'ichen Universitäts>Buch- unb Steindruckerei, R. Lang«, (Bte&eat


