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bittd) em geläufigeres Wort. Dabei tourbe ut der.Mehrzahl/ be sonders wenn eine Atlslasfuug m Betracht kam, dasselbe Fehlwort niedergeschrieben. So war ein allgemeines Bestreben vorhanden, altertümlich klingende Worte zu Modernisieren. Auch-tm sinnlosen Tcrte spielte die Geläufigkeit eine störende Rolle, ganzen wurden ans dem Motiv der Sprachgeläufigkeit von 1308 323 gemacht. Die Auslassungen aber, die in sinnvollen Texten am häutigsten vorkamen, haben aber noch einen anderen Gründ tn der H e m - m u n g, die gleiche aufeinander folgende Elemente aufeinander aus- übeu. Schon aus Menwrieriibungen weiß man, daß sinnlose silben- paare uviso schwerer eingeprägt und umso schlechter behalten werden, je gleichartiger sie waren. Dieselben Verhältnisse lassen sich auch bei der Entstehung der Schreibfehler konstatieren. Bei diesen zeigt sich die Hemmung sowohl in einer Auslassung von Worten, Silbeu und Silbenteilen, als auch bei der Auslassung von Buchstabenteilen So wird ein gleich oder ähnlich klingendes Wort, ein „das , welches auf ein „daß" folgt, ausgelassen: so wird statt „zuzugestehen" und statt „Wirklichkeit" „zugestehen" und „Wirlichkeit" geschrieben. Durchgehend enthielt das Fehlwort immer weniger gleichartige Buchstaben als das Textwort. Auch nicht ganz gleiche, aber doch ähnliche Elemente zeigten Hemmung, weit« auch nicht m dem großen Umfange. Die Aehnlichkeit kann als Aehnlichkect des Schriftbildes — visuell — oder als des Klangbildes — akustisch auftreten.
Den allergrößten Anteil an der Entstehung der Falschleistungen rührt gewissermaßen von dem Beharrungsvermögen der Seele her, einem Spezialfalle des Gesetzes der Trägheit, ^eder Wahrnehmung oder Vorstellung, die ins Bewußtsein gelaugt ist, wohnt die Tendenz inne, dort zu verharren. Dieses Beharren i« einer Vorstellung kann beim Schreiben vorwiegend ooer r u ck- läufig sein. Letzteres ist uns geläufiger. Es tritt em, wenn em vorausgegangener Worteil akustisch oder ent Buchstabe visuell stark im Gedächtnis haftet. Auch die Möglichkeit ist gegeben, daß eme besonders geläufige Bewegung des Armes!, die einen Buchstabm produziert, sich zu Ungunsten eines neuen und seltenen einschiebt und wiederholt, so wird „konsekgueut" statt „konsequent" geschrieben, oder in einem Satz „müssen Chinesen" „müssen Chinesfen". Em Beharren durch Borwirkung stellt der Fall vor, wenn dominierende Buchstabencharaktere, die über und unter die Zeile hinausrageu, den Blick uiid das Jnsteresse an sich ketten. Dann tauchen alle Formen der'Fehler auf: Auslassungen, Umstellungen: gehlertZtatt gelehrt, Zusätze: Zunkunst: Fälschungen: „der Zur Zeit". Stoll bezeichnet die größte Zahl der Fehler in den Abschriften, nämlich 324 --- 24<>/o, als aus der Beharrungstendenz heraus entstanden.
Dazu gesellen sich dann noch als große Gruppe die Fehler hinzu, deren Auftreten durch das Zusammenwirken zweier oder imehrierer Ursachen bedingt ist, oder deren eigentliche Ursacqe nicht ermittelt werden kann. Eine Abhängigkeit der gemachten Schreibfehler von der Intelligenz der Versuchspersonen läßt sich Nicht erweisen. Im Gegenteil, es waren die intelligentesten Seminaristen Stolls, die die meisten Fehler begingen. Die Fehler sind weder vom Zufall diktiert noch durch Nichtwissen entstanden. Vielmehr enthüllt sich in ihnen der Typus der Persönlichkeit m der Richtung der visuellen, akustischen und motivischen Vorstellung. Normal geht wohl das Abschreiben so vor sich, daß zuerst die optische Vorstellung sich geltend macht, um beim Niederschreiben der Klangvorstellung oder der Sprachbewegungsvorstellung Platz zu machen. Das Innere spricht das Wort vor. Aus dieser Erkenntnis lassen sich wohl praktische Folgerungen für die Didaktik des Orthographieunterrichtes ziehen. Eine lautreiue, getreue Aussprache, die sich nach Möglichkeit dialektischer Färbungen enthält, ist als Vorbedingung für richtiges Schreiben anzusehen.
Uermlidjto«
— Kurze Verdeutschungen. Es läßt sich nicht in Ab« rede stellen, daß inanche der in den letzten Jahrzehnten vor- geschlagenen Verdeutschungen länger als das Fremdwort sind, das sie vertrieben haben ober noch vertreiben sollen. So können sich manche nicht für das Wort Schneeschuh begeistern, da ja Ski kürzer ist. Cb freilich diese Leute auch ärgerlich waren, als man das zweisilbige gute deutsche Wort Roßarzt durch das viersilbige Wort Veterinär ersetzte? Man muß zweitens zugeben, daß man beim Ersatz eines Fremdwortes sogar gelegentlich zur Umschreibung durch mehrere Wörter hat greisen müssen. In einer kaiserlichen Verpflegungsvorschrift für die Kriegsflotte heißt es zum Beispiel jetzt: „das Fleisch soll dem Fingerdrucke nachgeben", während es früher hieß „das Fleisch soll Elastizität besitzen"; anrf) das Wortungetüm Faksimiledruck läßt sich nur durch mehrere Wörter, etwa durch „Nachbildung in Abdruck", ersetzen. Die zum Glück an Zahl und Bedeutung immer mehr abnehmenden Gegner der Sprachreinigung versteifen sich nun auf solche einzelne Fälle und behaupten in übertreibender Verallgemeinerung, das Fremdwort zeichne sich vor unserem heimiscl)«« Sprachgute meist durch größere Kürze aus. 9(n Hunderten von Beispielen läßt sich das Haltlose dieser Behauptung beweisen. Früher redete unsere Gesetzessprache von den mit Korporationsrechten ausgestatlelen Vereinen: nufer neues Bürgerliches Gesetzbuch nennt sie in treffender Kürze rechtsfähige Vereine. Unter Friedrich III. wich der Mintsterkouseil dem finden,
vornehm klingenden Kronrat. Wie lang waren Flankendetachement und extraordinäre Remunerationen, wofür man jetzt kürzer und dabei doch leichter verständlich sagt Seitendeckung und besondere Zulagen. Ein Buch, das neulich unter dem Titel „Weltamt für Wetterkunde" erschienen ist, hätte wohl ein fremdwortfroher Gelehrter vergangener Tage Internationales Meteorologisches Zentralbureau genannt; hieß doch vor kurzer Zeit noch der Wetterbericht unserer Tagesblätter Meteorologische Nachrichten, rote auch das Meteorologische Institut dem Landeswetteramt voranging. An Stelle der schleppenden Ausdrücke telegraphische Antwort, telegraphische Nachrichten sind die bündigen Wörter Drahtantwort, Drahtnachrichten getreten. Den Schluß dieser kleinen Aufzählung, die sich leicht hätte vermehren lassen, mache die von der preußischen Staatseiseitbahnverwaltung eingeführte prächtige Verdeutschung für Dokumentendepositorium: Werteschreiit. Rau (Zwickau).
Vücherttsch.
— P e t e r R o s e g g e r, G e s a nt: m e l t e W e r r e. Vom W« Jaffer neubearbeitete und neueingeteiUe Ausgabe. 40 Bände ist 4 Abteilungen zu je 10 Bänden. Jeden Monat gelangt ein Band zur Ausgabe. Jeder Band geschtnackvoll gebunden 2,50 Mark (K 3.—), in Halbpergament Mk. 4.™ K 4.80). Einzelne Baude werden nicht geliefert. Verlag von L. Staackmann in Leipzig. Soeben erschien in der 1. Abteilung Band 3: Die Aelpler tn ihren Wald- und Dorfgeschichten. Nicht weniger als 42 kurze Geschichten enthält der vorliegende dritte Band der „Gesammelten Werke" Peter Roseggers. Die Eigentümlichkeiten der Gebirgsbewohner, ihre Freuden und Leiden, die Siefen und Höhen des Volkslebens lernt der. Leser hierin kennen. Die verschiedenstest Gestalten ziehen in buntem Reigen vorüber, der Pfarrer, der Schulmeister, der Kirchenwaschel, ber Richter, der Einlager, die Bettelleute, die Politiker, der Lotterienarr, der Viehhändler, der Bratel- geiger, die Wallfahrer, der Peckölmamt, der Kohlenbrenner, der Wchrzelgraber, die Sennin und der Wildschütz und vieles andere. Wir heben noich Hervor ein Kapitel über die Höflichkeit und Gastlichkeit der Bauern, über ihre Reinlichkeit und Eitelkeit, ihre Liebe und ihren Humor. Die knappen und packend gezeichneten Momentbilder dieser verschiedenen Menschenthpen au8 Wald und Dorf ergeben in ihrem Zusammenhang ein allgemeines Stimmungsbild von der Seele des Aelplers, das teilweise schon heute besonderen Wsrt als historisches Denkmal beansprucheit darf, da die Neuzeit auch an den Aelplern nicht spurlos vorübergegangen ist stad ihr Wesen und Leben stark beeinflußt hat. Jedenfalls bieten Roseggers „Aelpler" ein höchst fesselndes und abwechslungsreiches Buch, das man vor allem auch allen denen empfehlen kann, die sich zu einer Besuchsfahrt in die Alpen rüsten; sie besitzen in den „Aelplern" einen unschätzbar eit Führer.
— Wilhelm Kotzde. Wilhelm Drömers Sieges- ig a n g. .Berlin, Verlag von Martin Warneck. Wilhelm Drömers Siegesgang ist die Lebensgeschichte eines märkischen Bauern aus der letzten Zeit des großen Preußenkönigs bis zu den Tagen der Befreiung. Doch nur wie ganz fernes Doitnergrollen mischen sich die Zeitereignisse in das Buch, vielmehr sehen wir das Leben und Treiben eines Dorfes und gewinnen zugleich einen Einblick in eist Stück preußischer Kulturgeschichte. Da walten noch die „Dorf- gerichte" in Würde ihres uralten Herkommens, der Amtmann ist noch die bestimmte Instanz in gerechten unb ungerechten Dingen und die Spimtstube ersteht vor uns noch in inniger Schlichtheit und Unverdorbenheit, lieber dem Buch liegt der Zauber und die Stimmung alter Volkslieder.
Ariihmognph.
1 10 5 11 Stadt in Steiermark.
2 11 lyrischer Dichter.
3 9 8 7 9 Fluß in Frankreich.
4 8 7 4 9 viel gebrauchte Flüssigkeit.
5 2 3 4 9 10 schmackhaftes Tier.
6 9 10 7 9 4 französischer Maler.
7 8 9 10 9 wichtiges Organ.
8 10 8 3 griechische Gottheit.
9 10 7 5 weiblicher Vorname.
10 5 4 4 9 schädliches Tier.
8 7 7 ein Fluß.
4 10 5 4 4 9 kaufmännische Bezeichnung.
11 9 8 3 8 1 munterer Vogel.
Die Anfangsbuchstaben der geiuitdeneit Wörter sollen den Namen eines Jugeitdschriilstellers ergeben.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer:
E
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Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UuiversitätS-Buch» und Steindruckerei, R. Langem <Bte6«fc


