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Man ju! Pan Pufahl", sagte er finster. , .

In Pusahls Gesicht arbeitete es, und der anflteigende Zorn färbte sein Gesicht kirschbraun. Aber wie gelähmt verharrte er in der prachtvollen Haltung. . -

Das erwartungsvolle Gemurmel der Zulchauer ging all­mählich in ein spöttisches Gelächter über. Es klang, noch leise und verhalten, aber an Pusahls Ohren schlug eS wie die Po­saunen des jüngsten Gerichts. Was sollte er tun?

Na?" fragte Modlibowski höhnisch feixend. Da end­lich fand der Stadtsergeant den Mut, alles auf eine Karte zu setzen.

Vielleicht tut der Himmel ein Wunder, dachte er.

Dann kreischte Mundgermtz:Er geht! Wahrhaft'gen Gott! .Pnfahl zieht!" ', .

Er hatte auch recht. Pufahls Arm krümmte sich in ge­waltigem Ruck, eine Naht an seinem Waffenrock krachte aus­einander, und die Adern schwollen ihm in der riesenhaften Anstrengung. So heftig 30g er.

Aber blank zog er nicht! , , '

Denn da der Himmel keiil Wunder tat, ging auch sein lsabel, der seit Jahr und Tag fest-eingerostet war, nicht aus der Scheide. Roch zweimal versuchte er es, ihn aller Gewalten zum Trotz herauszukriegen. Daun verliest er fluchtartig den Schauplatz seiner Niederlage, bis in seine.Wohnung von dem brausenden Ge­lächter der halben Stadt verfolgt.

Heistt e Schutz, was wir an unserm Stadtsergeanten haben!" fache Mundgeruch erbittert.Gebrüllt hat er wie zwei Löwen und gebissen Wie e zahnloser Wiedehopf! Nu, die Bür­gerschaft wird's ihm gedenken!"

Die Bürgerschaft gedachte es ihm auch.

Als er tags darauf, beschämt, aber alter Gewohnheit treu, den Üblichen Rundgang machte, wurde er überall kühl und ver­ächtlich «Mangen. Gänzlich ungestärkt und in einer Nüchtern­heit, die allen sichtbar davon Zeugnis ablegte, hast es mit seiner Beliebtheit vorüber war, kam er an seinen Ausgangs­punkt Mrück.

Schon dadurch auf das äußerste niedergeschlagen,^wollte er eben die kleine Steiutreppe hinaufsteigen, als vom Schulhause her, aus dessen Pforte gerade eine Schar Knaben strömte, ein Sieb erklang, das, nach der Melodie desGeneral Landon" gesungen, wie -ein Peitschenhieb sein Ohr traf:

Pufahl, Pnfahl, Pnfahl zieht blank.

Zieht mit empörtem Sinn, Aber sein Schwert bleibt drin. Pufahl, Pufahl, Pufahl zieht blank! '-JS, ihr Hinimelhunde!"

Wetternd und fluchend wandte er sich NM. Die Kinder stoben aber schon auseinander, ehe er überhaupt nur daran denken konnte, eins zu erwischen. Und das wiederholte sich nun Tag für Tag. Wo er. auch ging -und stand, durch Haustüren oder Zäune, Hecken oder Fenster, von irgendwoher scholl es ihm immer nach.

(Schluß folgt.)

Der §arbenwechsel der Blumen.

Wenn int Mai die Kastanien ihre volle Schönheit entfalten dadurch,, daß sie überall in dem frischen jungen Grün ihre weißen 'BWenkerz'en aufleuchten lassen, können wir an diesen Wüten eine interessante und sehr merkwürdige Beobachtung machen. Betrachten wir die weißlenchtende Kerze kurz nach der Entfaltung ihrer Blumenblätter, so sehen wir, dast jede der rings nm den Stengel sitzenden Blüten mit einem leuchtenden, schwefelgelben Fleck geziert ist. Dieser gelbe Schmuck bleibt einige Tage unverändert, dann aber, bemerken wir zu unseren« Staunen, daß der Meck sich umwandelt und nach kurzer Zeit eine tief karmoisinr-ote Färbung annimmt. Eine Blume nach der.andern geht zu dieser roten Farbe überrund wenn zu Anfang der Blütezeit aus den weißen Blütenkerzen nur gelbe Flecken Hervorleuchteten, so sehen wir nach einiger Zeit die Blumen Nur noch in rotem Schmuck. Was hat dieser merkwürdige Vor­gang -zu bedeuten?

Die Befruchtung der Kastanienblüten wird durch Insekten vermittelt, die nach Honig suchend von einer Blume zur andern -fliegen und den Blütenstaub dabei in die Blumen abstreifen. Sobald nun eine Blüte der Roßkastanie von Insekten besucht und bestäubt worden ist, wandelt sich plötzlich der gelbe Flecken in Rot um, er sagt damit den Insekten,' hier bei mir ist kein Honig mehr zu haben, euer Besuch ist also nicht mehr nötig. Die roten Blüten werden denn auch in der Tat nicht mehr von den .Insekten besucht, oder doch nur von den dummen, die das rote Wirtshausschild noch nicht kennen und erst durch Erfahrung klug werden, müssen. Die Flecken auf den Blüten, die das Vorhandensein -oder Fehlen des Honigs anzeigen, werden daher Mit dem NamenSaftmäl" richtig bezeichnet.

, Die Roßkastanie ist aber nicht die einzige Pflanze, die zur Orientierung der Insekten ihre Blütenfarbe wechselt, wir haben vielmehr in unserer Flora noch -einige andere Blumen, die eben­

falls zu diesem originellen Mittel -greifest. In erster Linie nenn«! wir Hier das Lungenkraut (Pulmonaria ofsicinalis), eine uq Schatten hoher Waldbäume ober im dichten Gebüsch ziemlich häufig vorkommende Pflanze mit rauhhaarigen Blättern und niedlichen roten Blüten, die von den Insekten viel besucht werdest. Sobald aber, eine Blume bestäubt und ihres Honigs beraubt ist- liimmt sie eine blauviolette Färbung an, damit anzeigend, da» nunmehr der Besuch der Insekten höflichst verbeten wird. Wo das Lungenkraut in größerer Menge blüht, sehen wir überall rote und blaue Blumen durcheinander gemischt, die von den Insekten wohl, unterschieden werden.

Einen gleichartigen Vorgang, aber in ganz anderer Aus­führung, zeigt, die Natterkopfbkuine (Arnebia), deren schwefelgelbe 'Blütenkronen im Schlund mit fünf großen tiefpurpurnen Fleckest geziert sind. Diese charakteristischen. Flecken bleiben aber nur zwei. Tage, dann ist die Blüte bestäubt und die Flecken ver­schwinden vollständig, die -Blume wird reingelb, bei ihr ist für die honiglüsternen Insekten nichts mehr zu holen. Es ist selbst­verständlich, daß die bluistenreiche Tropenflora zahlreiche Ver­treter mit wechselnden Blütenfarben hat; die merkwürdigste davon ist eine große, in Brasilien vorkommende, Melastomazee, bis von den AnsiedlernWeihnachtsblume" genannt wird. Sie blüht Herrlich schneeweiße so daß die von ihr dicht bedeckten Hügel wie mit einer Schneedeicke überzogen erscheinen, aber nach wenigen Tagen ist die weiße Docke verschwunden und zum ©tonnen des Beobachters erglüht die Landschaft im prächtigsten Rot.

humoristisches.

* Di e F ran des Hauses. Haben Sie notiert, Jean? Also noch einmal: Hin 11 Uhr fahre ich zur Modistin, um 12 Uhr frühstücke ich bei der Gräfin Droste, um 3 Uhr muß ich ins Ministerium zu einer Sitzung des Vereins gegen die Land­flucht der weiblichen Bevölkerung. Von dort fahre ich um 5 Uhr zum Waldowschen Palast. Um 6 Uhr habe ich mit der Ge­heimrätin Rosenfeld wegen der Säuglingsfürsorge zu verhandeln, um 8 Uhr beginnt die Oper die wird gegen 11 Uhr aus sein Haben Sie? Da wär's für heut übrigens! soll die B-onne mit den Kindern, sie sind doch gesund? am Nachmittag in den Tiergarten fahren Wie? Ach so, der Baron, mein Mann, erwartet mich in der Kunstausstellung. Ja. Hm sagen Sie ihm, ich lasse heute bedauern, aber meine Zeit sei bis auf die letzte Minute ausgefüllt.

* Nur bar um'. Pfarrer:Ich dachte, Huber, Ihr hättet den festen Vorsatz gefaßt, nicht mehr zu raufen, und jetzt habt Ihr den Märtel doch wieder geschlagen." Bauer:Aber bloß, weil er mich von meinem Vorsatz hat abbringa woll'11." _

* Aus der Schul e.Wie war es nach Wallensteins Tod?"Da wurde ein Drama ans ihm gemacht."

* Die erste Stufe. Frau:Man soll ja immer die Neigung eines Jungen berücksichtigen: unser träumt Tag und Nacht davon, als Aviatiker durch die Lüfte zu segeln und seine Gegner zu besiegen."Wie wollen Sie ihm denn bei Ihren geringen Mitteln entgegenlommen?"Nun, mein Mann hat ihm einstweilen eine Stelle alsLiftbotz" verschafft.",

* Stets int Geschäft. Tochter:Ach, Papa, wie herr­lich ist doch die Schilderung des Feuers in Schillers Glocke!" Jawohl, der Mann hätte nette Provisionen verdient, ivenit er Versicherungsagent geworden wäre!"

* Verlockend. Fremder:Weshalb ging denn die Meiste­rin gleich heraus, wie ich eintrat?" Barbierlehrling:Die kann kein Blut sehen!" 1

Skat-Ausgabe.

Während' des ganzen Abends wirb Herr Lehmann vom Pech verfolgt.Jetzt endlich einmal ein paar vernünftige Karten, mit deen man seinen Gegnern ordentlich heimlenchten kann! rief er «ns, als er in Hinterhand Folgendes erhielt:

+*+ ++* * +

W H

Aber mit des Geschickes Mächten könnte auch Herr Lehmann nichts ausrichten: Er verlor das Spiel (selbstverständlich ohne einen Fehler zu begehen). Hieran! sagte er die letzten Runden an, be­zahlte seine Zeche und ging alsdann heim. Was war es für ein Spiel und wie mußte gespielt werden? Vorhand hat in ihren Karten 29 Augen weniger als Mittelhand.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Gleichklangrätsels in voriger Nummer: Karte n.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, ®ieyen»