IW
Rösselsprung.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R, Lange, Gießen
(Auflösung in der nächsten Nummer.)
Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Ein Sperling in der Hand ist Vesser als eine Taube auf dem Dache.
Vermischtes.
* Ein furchtbarer Kampf mit Löwen. Eine aufregende Begegnung mit einem Rudel Löwen hatte, wie aus Nairobi in' Britifch-Ostafrika berichtet wird, der Engländer I. C. Srawley zu bestehen. Ter Jäger zog, bewaffnet mit seinem Gewehr und einer Browuiugpistole itnb von einem eingeborenen Boy begleitet, auf die Lömenjagd. Bald sah er in einer Entfernung von 125 m einen groben Löwen sitzen; er feuerte und tötete das Tier. Lils er sich seiner Bente näherte, tauchten auf einmal fünf andere Löwen auf, die er nicht bemerkt hatte und die wahrscheinlich in der Nähe schlafend gelegen hatten. Srawley feuerte wieder und ein zweiter Löwe brach zusammen. Dadurch ermutigt, versuchte
Wie Rostan- seinen „Lyrano,, fand.
Wie Rostand dazu kam, seinen unsterblichen „Cyrano" zu schreiben, erzählt er in einem! tnteresianten Bekenntnis, das Andre Arnyvelde in den „Anngles" veröffentücht „Tre erste Idee des Cyrano keimte in meinem Geist, als ich die Vorrede las, die der Bibliophile Jacob zu den Werken Cyrano de Bergeracv geschrieben hat. „Ach! Cyrano darstellen! ... dachte rchc Aber nach diesem Wunsch kanr absolut nichts weiter. Lange blieb dieser Gedanke ganz vage. Ich schrieb. „Tre Romantischen", dann die «erne Prinzessin". Dachte ich lemals an Cyrano? Am Abend, da ich Sarah Bernhardt und ihrer Truppe „Die Samariterin las, war Coquelin da. Nach der Sitzung ging er mit mir fort. Wir kannten uns kaum. Ich sehe uns noch m der Rue de Bondy. Coquelin nahm Mich am Arm. „Sie müssen eine Rolle für mich schreiben," sagte er eindringlich. ,Zch habe schon eine für Sie, antwortete ich unverzüglich. Cyrano war mir plötzlich vor die Seele gesprungen. Aber deshalb wußte ich durchaus noch nicht, was das min für eine Rolle iverden sollte. Eines sommers war ich in Lnchon, um mich aus^uruhen. Einer.meiner Freunde war in ein junges Mädchen verliebt, das er heiraten wollte, wagte aber nicht, uM sie anzuhalten. „Willst du mir helfen? hat er mich eines Tages. „Willst du für mich nut der Familre sprechen?" Ich sagte zu, und eines Tages sprach ich mit dem Water des Mädchens über die Angelegenheit. Wer gingen zu- sammen spazieren und plauderten darüber, und dabei schonen Mir allerlei Vorstellungen durch den Kopf: „Wie? wenn ich auch in das Mädchen verliebt wäre, UM das'ich für einen anderen warb . . . Und wenn ich häßlich wäre, mißgestaltet? . . . Wie Cyrano Mit seiner Nase..." Rostand machte eine große Gebärde: „Das war wie ein Blitz. Krach!! . . . Cyrano war gefunden. Nichts blieb mir übrig, als ihn zu schreiben .
Andre Arnyvelde erzählt anknüpfend an fern Gespräch Mit Rostand dann einige Cyrano-Anekdoten, darunter anch eine, die für die Art bezeichnend ist, in der die Franzosen die Welt und besonders Deutschland sehen. Als Coquelin in Deutschland den Cyrano spielte, so berichten die Annales ihren Lesern, „ließ sich der Kaiser von Coquelin versprechen, daß er wiederkehren und eine intirrte Vorstellung geben würde, nur vor dem Kaiser, seiner Gemahlin und den Prinzen. Coquelin versprach, das, vergaß es aber." Einige Jahre später kommt Coquelin auf einer Tournee durch Deutschland auch wieder nach Berlin. Seine Truppe ist schon vorausgefahren und , die Schauspieler steigen in verschiedenen Hotels ab, Coquelin selbst trifft um’ Val Uhr nachts in Berlin ein. In dem Augenblick, da er den Bahnhof verlassen will, tritt eine Hohe Persönlichkeit voM Hofe an ihn heran: „Seine Majestät erinnern Sie an Ihr Versprechen. Sie werden morgen um V2I Uhr vor ihm und der Kaiserin Cyrano spielen." Coquelin wies darauf hin, daß er nicht wisse, in welchen Hotels alle seine Schauspieler abgestiegen seien, die Dekorationen seien noch nicht da, kurz, es sei unmöglich, um diese Zeit bereits zu spielen, da er feine Künstler nicht erreichen könne. „Sorgen Sie sich nicht um! Einzelheiten," sagte die geheimnisvolle hohe Persönlichkeit. „Ihre Künstler werden verständigt, die Dekorationen aufgestellt sein, uM 1/2I Uhr wird sich int Schlosse der Vorhang heben." Und so geschah es, die ganze Nacht hindurch jagte die Polizei durch alle Berliner Hotels, stellte fest, wo die Schauspieler wohnten, verständigte sie und Punkt I/2I Uhr begann die Vorstellung vor dem Kaiser...
aLbrauckt er die deutschen Wörter: Blende, Hornblende, Gneist, Candan Löß, Meerschaum!, Nickel, Nickelsilber und Nichelstahl, Sviegeleisen und Trommel. An deutscheii Tieren hat er in seiner Sprache den Dachshund, den Spitze den Steinbock und den Lammer- aeber" Deutsche Titel, die er übernommen hat, sind schließlich. Frau, Fräulein, Herr, Kaiser, Kapellmeister, „Landgrave jmtb Privatdozent. Heinrich führt genau achtzig Wörter an; der vierte Teil davon gehört 'zu den häufigeren Ausdrucken. Also welch eine Spracheinheit gegenüber dem Kauderwelsch, stas mancher Deutsche wicht nur spricht, sondern auch schreibt, ime in dem' schönen satz. Der Patriotismus ist das Fundament der Monarchie.
der Jäger, noch einen dritten König der Tiere zur Strecke zu bringen. Er legte daher, wülweud die vier noch übrigen Löwen auseinander liefen, auf den nächsten an und uetiuunbele ihn. Tas I
Tier stürzte mit Wutgebrüll in feinem Schmerz auf die Stelle zu, von wo der Knall gekommen war. Ein zweiter und dritter Schuß, brachten dem Löwen neue Wunden bei; mit einem sicheren Schutz seiner Browuiugpistole machte ihm Srawley den Garaus, ats er nur >wch 2% m von ihm entfernt war. Die Leiber der TierK lvurden nun gesammelt und dabei bemerkte der glückliche Nimrod eine blutige Spur, die ihm anzeigte, das noch ein viertes Tier verwundet war. Er machte sich an die Verfolgung und fand nach wenigen hundert Metern den verwundeten Löwen, der sich in einem kleinen Busch, nicht 12 Fuß entfernt, niedergelassen hatte. Das gereizte Tier sprang auf, und als Srawley feuerte, verliest ihn daS Jagdglück, er fehlte und war nach wenigen Augenblicken in den Klauen, des Löwen. Während das Raubtier feine Pranken in ihn eingrub und mit den Zähnen ibn zu zermalmen suchte, stieß der Jäger in feiner Todesangst dem Tier den Kolben seiner Flinte in den Rachen. Aber es war bereits zu spät: der Löwe, mit seinen Vordertatzen auf den Knien Srawleys, hatte ihm fünf Bisse beigebracht. Der Jäger sah den sichern Tod vor Äugen. Aber plötzlich erlahmte die Kraft, des Löwen, die Wunde, die er erhalten hatte, war so schiver, daß sie ihn sein Rachewerk nicht mehr vollenden ließ. Ten nahen Tod fühlend, ließ das Tier von dem Manne ab. Srawley erholte sich rasch und fand den Löwen wenige Schritte von der Stelle verendet. Seine eigenen Wunden waren nicht gefährlich. Die Tiere waren prachtvolle Exemplare, aber sehr abgemagert; sie hatten augenscheinlich seit einiger Zeit nichts zu fressen gehabt.
K.-K. Krankheitserreger als Farbstoffbildner. Es ist wenig bekannt, daß viele mikroskopische Krankheitserreger,, wenn man sie auf entsprechenden Nährböden züchtet, Farbstoffe bilden. Eine solche Kultur sieht bei Betrachtung mit bloßem Auge wie ein farbiger, mehr oder weniger großer Fleck aus. Choleravibriouen z. B. färben Kartoffeln hellbraun, der Rotz- bazillns rotbraun. Der Erreger des grünen Eiters wächst mit grünblauer Farbe auf verschiedenen Nährböden. Der farbige Schweiß hat ebenfalls seine Ursache in dem Auftreten solcher Baktcrienfarbstoffbildner. Der Milzbrandbazillus und verichie- dene Eiterbildner werden in älteren Kulturen braun. Einen goldgelben Farbstoff bildet ein nicht selten vorkommeuder Eitererreger, zitronengelb wächst eine andere Art. Bei dieser Gelegenheit sollen auch die bekannten, dem Menschen nicht schädlichen Farbstosf- Fabrikanten unter den Bakterien erwähnt werden; der Blan- bildner, der in saurer Milch Sommers häufig auftritt und manche Menschen erschreckt, sowie der Wunderbazilliis, der auf stärkehaltigen Stoffen siegellackrote Kulturen erzeugt. Man hat die Farbstoffe teilweise schon von den Bakterieuleiberu zu trennen vermocht und Färbversuche angestellt.
* Hänseleien. Berliner: „Ja, die Hellen Sachsen, die machen alles Weiche hart und alles Harte weich ..." — Sachse: „Nu, nu . . . und die Berliner alles Kleene groß und alles Große klecn!" _ m .
* Doppelsinnig. Fremder (zum Bauer, der ihm den Stall gezeigt hat): „Eine wahre Pracht, Ihre Ochsen, Divvel- baner!" — Bauer: „Nicht wahr?" (als eben sein ältester Sohu hinzutritt, der die Ferien auf dem' Hofe verlebt) „Und dies hiev ist Mein Aeltester!"
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