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Roman von Horst Bodemer.

(Nachdruck verboten.)

' (Fortsetzung.)

Hans-Wilhelm, der jetzt den Kopf etwas frei bekommen hatte, war viel auf Jagden. Sie gönnte ihm die Zerstreuung von ganzem Herzen, wußte sie doch, was für ein leidenschaft­licher Jäger er war; aber dann kamen die einsamen Stun­den und sie taten nicht gut. Oft suhlte sie sich wie zer­schlagen; ein Bangen stellte sich ein, weil sie wußte, die Herren nahmen nach dem Jagdiner die Karten zur Hand.

lind Hans-Wilhelm ahnte, was sein Weib dachte; noch immer hatte er mit gutem Gewissen ihren stillen Befürch­tungen "die Spitze abbrechen können.

Du, Eva, ich hab' verloren!"

Viel?" fragte sie dann ängstlich.

Zwei Mark fünfzig im Skat um die Pfennige," er- widerte er lachend.

lind wenn er gewonnen hatte, gab er ihr da» Geld.

Für 'n Reitpferd für Dich. Bis zu unserer Silber­hochzeit wird's wohl dauern, bis wir genug zusammen haben, da bin ich aber schön 'raus' und kann sagen: hab' meiner Frau 'nen Schinder geschenkt!"

Hans-Wilhelm bekam eine Einladung zu Püchkow nach Ossendorf zur Treibjagd.

Nimmst du an?" fragte Eva.

Warum denn nicht?"

.Ich dachte, er wäre dir nicht sympathisch,"

Liebe Eva, die Jagd in Ossendorf ist gut, Püchkow! hat Sauen." !

Tann geh' nur hin."

Aber es koinmt ihr doch gepreßt aus dem Munde.

Hans-Wilhelm bemerkt es nicht, seine Leidenschaft für die Jagd ist erwacht.

An diesem Nachmittag fährt Eva nach Glossow. Vater und Tochter, reden über gleichgültige Sachen.

Endlich entschließt sie sich zu fragen:

Bist du nächsten Sonnabend auch bei Püchkow zur

Jagd?" '

Nein."

Gar nicht.eingeladen?"

Weder ich, noch Biogenstern, noch Goldbeck, Sie waren gestern bei mir und hätten sicher davon gerodet."

Eva weiß wohl, es sind die gediegendsten Charaktere der ganzen Gegend. Sie schweigt und preßt die Lippen zusammen, weil sie den Mick ihres Vaters prüfend auf sich ruhen läßt. Schneller, als sie ursprünglich gewollt, ver­läßt sie ihn.

Vom Fenster aus sieht ihr Graf Relendorff nach. Hat es bereits Streik in Mvreth gegeben, oder zieht das' Unwetter erst auf?

Jedenfalls ist er froh, sich so fern von Hans-Wilhelm gehalten zu haben.

Am Sonnabend morgen nimmt der junge Ehemann von Eva zärtlichen Abschied.

Jdj lasse dich eigentlich recht ost allein, Liebling; aber mein Jägerblut muß sich austoben. Bald kommen die Tage strenger Arbeit wieder, dann heißt es, hübsch bet dir bleiben und das ist gut so."

'Ich freue mich, wenn bu Zerstreuung findest. Diü bist dock) sonst so hübsch solide."

Er streichelt ihr die Wangen. [

!Kunststück, wenn inan ein so herziges Frauchen hat!" k

Da wirft sie sich an seine Brust, Sie weiß nicht, wie es kommt, aber ihr ist so bange. Beinahe hätte sie ihn gebeten, nicht zu spielen; aber sie läßt es, weil sie eine Trübung ihres Glückes fürchtet und Hans-Wilhelm ist doch so vernünftig geworden!

Nächstens müssen wir wohl auch eine Jagd geben?" Ganz einfach, Eva. Die Leute sollen wissen woran sie sind. Moreth ist weiter nichts, als ein bescheidener, sehr, sehr glücklicher Landjunker und das ist doch soviel ist alles, was mein Herz begehrt!"

Sie sieht ihn in inniger Liebe an. Die Angst weicht! ihr; fast schämt sie sich, daß sie an Hans-Wilhelm zweifeln konnte. t

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, Püchkow hat nur wenige Herren geladen.

Natürlich ist Jochen Düsedau, sein Schatten, da, tiuiBI der Kreisstadt der Amtsgerichtsrat Nöpke, der so gern Burgunder trinkt und immerbrr" sagt, wenn man von Akten spricht. Er schießt wie Gift und strampelt mit seinen kurzen Beinen und dem dicken Bäuchlein sehr gut, wenn er die Flinte auf dem Buckel hat, sonst ist er die Bequemlich­keit selbst. Seine Frau ist die gefurchteste Person im ganzen Kreise, denn sie weiß alles und bringt jede Neuigkeit in vierundzwanzig Stunden zehn Meilen in der Rrmde herum. Das loseste Maul Pommerns," pflegte Jochen Düsedaus zu sagen. Aber gerade deshalb-gibt er sich die erdenklichste Mühe, mit ihr gut zu stehen.

Auch ein paar Rittmeister der Husaren, bei denen Püch­kow früher gestanden, sind zur Stelle Herlingenach Notenstein und Reinbrecht, ein paar ordentliche Spielratten. Einige andere harmlose Menschen sind auch noch da, wie der Ämtsgerichtsrat meint:UM das Kraut fett zu machen."

Hans-Wilhelm war keinen Moment im Zweifel, die heutige Jagd war nur ein Mittel zum Zweck. Gut, daß er nur hundert Mark eingesteckt hatte!

Düsedau fing auch gleich an, ihn zu necken.

^Na, junger Ehemann, wie bekommen die Flitter­wochen?"

Danke, sehr gut!" i ' <

Hat die Gnädigste auch recht zärtlich Abschied ge- genommen?"