Ausgabe 
24.12.1913
 
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jeder weiß, daß das Modellieren nicht nur für die Beseitigung der Langeweile gut sei. Es gibt kaum eine andere Beschäftigung, die den Geiß in gleichem Maße zürn Nachdenken, Beschauen, Vor­stellen, zum Vergleichen und Urteilen anregt. Es ist noch etwas ganz anderes, ob man einen Mann malt oder formt. Viel deut­licher erscheinen die Mißverhältnisse, viel zivingender fordert jeder Fehler seine Beseitigung und Verbesserung. Wie oft und wie genau muh man eine Frucht von allen Seiten ansehen, ehe die Nach­bildung ihrer Form in natürlichen oder veränderten Gröhenver- hältnisscn gelingt. Es gibt kein besseres Mittel, das Auge zum genauen Sehen zu erziehen. Leider kostet das Formen viel Zeit, so viel, daß die Schule sie nicht aufwenden zu können glaubt. Sie muß ja jahrelang die 24 Buchstabenformen wöchentlich in mehreren Stunden üben! Und doch, wieviel Zeit könnte erspart werden, wenn die Kinder besonders in den ersten Schuljahren ihre Augen besser gebrauchen lernten! Roch etwas anderes gibt es zu bedenken. Bei dem Formen muß mit beiden Händen gearbeitet werden, auch dielinkische" Linke muß helfen. Das ist nicht nur deshalb wich­tig, weil diese Hand auch geschickter wird, sondern hat, wie Aerzte nachgewiesen haben, noch den Vorteil, daß das Nervensystem vor einseitiger Belastung und Ueberaustrengung bewahrt und dabei ge­sunder bleibt. Bedarf es in unserer bildungsbedürftigen, nervösen Zeit noch einer weiteren Empfehlung des Modellierens? Nein! In jede Schule, jede Kinderstube gehört ein Klumpen knetbarer Masse, mit der sich die Kinder nutzbringend beschäftigen können. Dafür, daß die Stuben nicht mehr schmutzig werden, ist gesorgt. Die Industrie bringt eine Modelliermasse, Plastilina oder Plastizin genannt, in den Handel, die vor dem gewöhnlichen Ton den Vor­zug fjat, daß sie nicht erhärtet, sondern immer wieder verwendet werden kann. Sie schmutzt nicht wie jener, wenn man die Kinder anzuhalten versteht, daß sie bei der Arbeit an einer Stelle bleiben, die angefettete Masse nur auf einer Unterlage von Linoleum, einer alten Schiefertafel oder einem Brett verarbeiten und sparsam jedes abfallende Teilchen an den Borratsklumpen andrücken. Plastilina ist billiger als Wachs nub in den verschiedensten Farben käuflich. Besondere Werkzeuge sirch nicht erforderlich. Es gibt zwar Mo- dellierhölzer,verschiedenster Art, die der Bildhauer haben muß; Mr Kinder jedoch reicht ein zugespitztes oder schneideförmig zu­rechtgeschnittenes, hartes Holz zur Behandlung der Oberfläche, ein haaruadelartig gebogener Draht zum Ausarbeiten von Hohlräu­men vollständig aus. K. E.

* Der Verwaudlungsknnstler. Blinder Bettler: Schenken Sie mir etwas, kiÄer Herr. Ich ivar nicht immer so, wie Sie mich jetzt sehen." Herr:Iw Wm-mlts, gestern! waren Sie einarmig und vorgestern taubstumm."

* Keine Bevorzugung. Mama:Weißt Du, es ist Zeit, daß wir daran denken, Grace zu verheiraten. Sie ist schon 22 Jahre." Papa:Ach, laß sie doch tobrtert, bis bl e r Rechte kommt." Mama entrüstet:Was, warten? Habe ich gewartet?"

* Der Einwa n d. Der Geistliche bei der Trauung:Und nun fordere ich die Anwesenden auf, tvenn sie ettvas wissen, wes- tvegen die Beiden hier nicht getraut werden sollen, so mögen sie reden." Der kleine Tommy:Ich kann was sagen, Herr Pastor. Er denkt, Tante wär' erst 25, und sie ist schon 10!"

vilchertlsch.

Neuerscheinungen der U n i v e r s a l b i b l i o - 1 h e k. Nr. 56115613. Der Wirbeltier körper. Eine ver­gleichende Anatomie. Bon Dr. Fr. Hempelmann. II. Teil. 19. Band der Bücher der Naturtvissenschaft, herausgeg. von Professor Dr. Siegmund Günther. Mit 2 bunten und 2 einfarbigen Tafeln und 71 Abbildungen im Text. I. und II. Teil in einen Leinenband geb. 1,50 Mk., in Leder mit Goldschnitt oder Halbpergament 2,25 Mk. Inhalt des 2. Teiles: V. Die Sinnesorgane. VI. Die Leibes- höhlen. VII. Der BerdauungSkanal. VIII. Die Atmungs­organe und Schwimmblasen. IX. Die Organe des Kreislaufs. X. Das Urogenitälsystem. XI. Allgemeine Betrachtungen über die Gestaltung des Wirbeltierkörpers. Namen- und Sachregister des 1. und 2. Teiles. Nr. 5614. 5615. D e r B l i tz. D i e Trommel. Bon Albert Geiger. Zwei Erzählungen. Mit einem Bildnis des Verfassers. In Leinen 80 Pfg. fstr. 5616. Er­läuterungen zu Meisterwerken der Tonkunst. 28. Baud: Der Schmuck der Madonna. Bon Ermanno Wolf- Ferrari. Oper in drei Aufzügen aus beut neapolitanischen Bolts leben. Geschichtlich, szenisch und musikalisch analysiert, mit zahl- reichen Notenbeisprelen von Max Chop. Nr. 5617. Der Heideschäfer. Angela Wilms und der Prinz von Oranien. Bon Emmy v. Diucklage. 2 Novellen. Nr. 5618; D i e Hose des Herrn M a r a u i s und andere Humoresken. Von Eugen Heltai. Autorisierte Ilebersetzuna aus dem Ungarischen von Ed. Kadossa. Nr. 5619. 5620. Clara oder über den Zusammenhang der Natur mit der G erst er welk. Von F. W. I. Schelling. Ein Gespräch. Frag­ment. Herausgegeben und mit einer Einführung und Erläute­rungen versehen, von Prof. Dr. Ludwig Kuhlenbeck. In Seinen! 80 Pfg. Nr. 5621. Di e Ke ichsgesetze über die Reichs­

und Staatsangehörigkeit und die F rei z ü g i g feil nebst dem Wahlgesetz für den Deutschen Reichstag und dem W a h l r e g l e m e n t. Textausgabe mit kurzen An­merkungen und ausführlichem Sachregister. Herausgegeben von Karl Pannier. In Leinen geb. 60 Pfg. Nr. 5622. lieber- minder. Von Georg Hirschfeld.' Drama in vier Akten. Nr. 5623. 5624. Kreisleriana. Der Dichter und der Komponist. Von E. T. A. Hoffmaim. Eingeleitet und heraus­gegeben von Dr. Edgar Jstel. In Leinen 80 Pfg. Nr. 5625. Der romantische Oedipus. Von August Grafen v. Platen. Lustspiel in fünf Aufzügen. Herausgegeben und eingeleitet vort Walther Schreiber. Nr. 5626. 5627. Tantchen Mohn- Haupt und Anderes. Bon Johannes Schlaf. Dingsda-Ge­schichten. Mit einem Bildnis. In Seinen 80 Pfg. Inhalt: Selbst­biographisches. Tantchen Mohnhaupt. Frau Bornmüller. Das Eckberichen. Der Stille Ozean. Sturm. Nacht­wanderung. Nr. 5628. Ein Todesflug und andere Novellen. Bon Hans Hauptmann. Inhalt: Ein Todesflug. Auf Wiedersehen. Der rosenrote Diamant. In letzter Stunde. Das Bild der Anderen. Die Abrechnung. Inge mit dem gläsernen Herzen. Der Rivale. Der Mantel. Curare. Die Selbstmörder. Das Geheimnis des Fahrstuhls. Nr. 5629. Der Hochzeitsabend. Bon Peter Nansen. Lustspiel in einem Aufzug. Einzig autorisierte Uebersetzung aus dem Dänischen von Ernst Brausewetter. Nr. 5630. Aus den Erzählungen des Ba­rons Kahlebutz. Bon Paul Steinmüller. Erster Band. Inhalt: Die Kirchenkutsche oder die drei Grazien. Die Venus von Milo.;

Weihnachts-Preisrätsel für die Jugend.

Wie in früheren Jahren haben wir unseren jilngen Lesern auch diesmal eine besondere Freude für die Weih­nachtstage Vorbehalten, indem wir wiederum ein Preis­rätsel ausschreiben, an dessen Lösung sich alle unsere junge» Freunde beteiligen können.

Da tlnsere Zwiebelfischrätsel in früheren Jahren so viel Anklang gefunden haben, wollen wir auch diesmal ein ähn­liches zu erraten geben, und wir hoffen, daß sehr viele vort! Euch die richtige Lösung einsenden. Die einzelnen Verse sind sehr leicht auszuzählen und dann in bestimmter Reihenfolge untereinander zu reihen.

Als Preise haben wir wieder eine Anzahl hübscher Ge­schenke airsgewählt, die Euch sicher viel Vergnügen bereiten werden. Die Lösungen siild mit genauer Wohnungsangabe zu versehen und bis zum 2. Janttar, abends 6 Uhr, an die Schriftleitung der Gießener Familienblätter einzusenden, Weihnachtsrätsel.

nSe nsbs TeTrich iadnam.

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rdir Hane ditih Crsk nlikm ene e rdi chslünb GiMta eflt iroee chr rcher buJüe rie Pat.

tar, chnwgeaWs seüst edch, eurchs rH afaoWrud sez ifet, eit Helu hsiW ree Al Set

Silbenrätsel.

b, ch, de, del, dy, e, ec, ei, ei, erb, go, ha, fa, i, n, n, na, o, pa, r, rau. rieh, neu, st, 1t, va, wei.

Aus vorstebenden Sillen uns Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Aman s- buchstabcn von oben nach unten und die Endbuchstaben von umen nach oben gelesen einen Wunsch bezeichnen, den nur jetzt unseren Lesern zuruien. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:

1 Ein Musikinstrument.

2, Deutschen Dramatiker.

3 Stavtschen Dichter.

4. Stadt aus der Insel Cuba.

5. Einen Schmuckgegenstand.

6. Wanze mit roten Blüten.

7. Nahrhaftes Gericht.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: M ans van 3.

Redaktion- K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Luch- und Steindruckerei. R. Lange. Giese».