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heute abend, es ist beinahe so schön wie bei Vater
Mutter zu Hause auf der Erde/
6.
Nur ein kleiner Bub mit hellen Locken und strahlenden Blauaugen eilte auf die Muttergottes zu und rief:
„Liebe Gottesmutter, werden wir denn heute abend nicht unsere Eltern sehen, können wir nicht unserem Schwesterle auch einen Traum schicken?"
Kindern warm ums Herz wurde, und er setzte sich unÄ nahm sie auf den Schoß, bald das eine, bald das andere und liebkoste die Aermsten, die soeben gekommen waren und sprach so liebe Worte zu ihnen, daß alle ganz froh wurden.
Und ein kleines Mädel kam zur Mutter Gottes undi meinte: „Ach, Mutter Maria, es ist doch wunderschön
und e.
unzählige Kinder, welche dies schönste aller Feste in tröst-Augen strahlten einen Glanz der Liebe aus, daß es allen loser Verlassenheit verleben."
Die Kinderschar war ganz schweigsam geworden. Ob sie fühlten, wie gut sie es doch hatten?
Da streichelte ihn die Muttergottes und sprach: „Das ist eine gute Idee, mein Junge, einen Traum sollt Ihr ihnen senden, einen schönen Traum, da sollen sie Euch sehen, wie Ihr tanzt mit den Engeln im Himmel. Aber sehen dürft Ihr sie jetzt noch nicht, das kommt erst später, wenn Ihr noch viel gelernt habt, wenn Ihr froh und glücklich geworden seid, dann sehet Ihr sie wieder, alle die lieben Geschwister und auch die Eltern."
Da gab es nun ein geschäftiges Treiben im Himmel und auf der Erde. Alles rüstete für den Heiligen Abend und ehe man es sich versah, war er gekommen. Und als nun wieder die Himmelskinder hinabschauen durften auf die Erde, da drang ein voller, feierlicher Ton aus der Dunkelheit empör. „Das sind die Weihnachtsglocken," sprachen die Kinder und falteten die Hände.
Und dann zeigte ihnen Mutter Maria in Wirklichkeit im kalten, nackten Leben alles, was sie den Kindern der Wohlhabenden gestern im Traume vorgegaukelt hatten: Das war heute eine andere Wanderung als die gestrige: In abgelegenen, morschen Hütten, tief int dunklen Walde waren sie, dann wieder in verfallenen Gehöften auf einsamer Flur im steilen Felsgestein schauten sie in Behausungen, die mehr der Höhle eines Tieres, als einer menschlichen Wohnung glichen, und überall in Not und Elend, oft unter Zank und Unfriedenl btenfit ider, u- d dieS e en die e Ki de en p an- den die heiligen Schauer der Christnacht uno sehnten sich nach Licht und Liebe. Und ihnen allen sandten die Himmelskinder im Traum einen Funken göttlichen Lichtes und füllten ihre Herzen dtlrch liebliche Bilder mit neuer Hoffnung.
Und als Mutter Maria ihnen versprach, daß vielen dieser Kinder morgen eine richtige Weihnachtsüberraschung werden solle, da jubelten sie in heller Freude.
Am traurigsten Ivar es in einer großen, großen Stadt, in welche Mutter Maria sie zu allerletzt blicken ließ. Dort sahen sie lichtdurchflutete Straßen und wiederum enge, dunkle Gassen, in die kaum ein Lichtschimmer fiel, in denen arme, verlorene Kinder umherirrten, die nie ein Dach über dem Haupte gehabt hatten, die nie ihre Hand in eine Mutterhand gelegt, nie mütterliche Fürsorge und Liebe gekannt hatten. Diese Aermsten irrten wie Verdammte umher in der Weihenacht und spähten, ob nicht auch für sie ein Fünkchen Liebe abfiele. Und als die Nacht tiefer und düsterer wurde, rind kein Christbaum für sie sich entzündete, da legten sie sich nieder auf die Türschwellen, da krochen sie in einen Torweg, da schmiegten sie sich in eine dunkle Ecke der Gasse, um wenigstens ein Plätzchen zu haben zum Ausruhen. Und der Schlummer senkte sich voller Erbarmen auf ihre Lider und als sie schliefen, da durften die Himmelskinder wieder ihre Traumbällchen senden und diesen Aermsten unter den Armen das Weihnachtsfest im Himmel zeigen, mit einem Christbaum so glänzend, tote es ihn auf der Erde nie gegeben. Und während sie im Traume ihrem Elend entrückt wurden, schwebten Engel hernieder und trugen sie auf ihren Armen hinauf in das Himmelreich.
Die Himmelslinder drängten sich um die Neuangekommenen, wischten ihnen den Schlaf aus den Augen, tanzten um sie herum. Engel kamen, badeten sie in Himmelstan und hüllten sie in duftige, lichte, schöne Gewänder und erstaunt sahen die Neulinge sich um, fragend und scheu blickten sie auf die Himmelslinder und verwundert, befangen sahen sie einander an.
Da nahmen die Himmelskinder sie an die Hand und tanzten mit ihnen hinein in den Himmelssaal und hier war ein großer Christbaum entzündet, noch viel schöner wie die Armen ihn im Traum gesehen und eine Musik ertönte, zu der die Engel sangen, und alle durften mit einstimmen. Und als dann die Kinder ihre Gaben erhielten, Gaben, wie sie sie selbst im Traume noch nie so schön erschaut) hatten, und voller Freude herumsprangen, da öffnete sich die große Tür des Himmelssaales und leise, leise trat der Heilige Christ herein, und als die Kinder ihn sahen, wurden sie ganz stille. Er aber mischte sich unter sie, und seino
Dermifditee.
* Weihnachten. Das Wort Weihnachten ist der dritte Fall der Mehrzahl von dem Worte Weihnacht. Ter Gebrauch der Mehrzahl hat seinen Gruiid in der alten kirchlichen Sitte, die 12 heilige Nächte und zwar vom 25. Dezember bis zum 6. Januar, dem Feste der heiligen drei Könige, zählte und siel diu wihe nahte nannte. Ein Rest des alten Ansehens dieser Nächte hat sich noch jetzt int Volksglauben erhalten. Denn viele Leute meinen, daß sich alles erfüllt, was man in ihnen träumt, und Laß das Wetter, wie es sich in diesein Zeitraum zeigt, so auch während des ganzen Jahres vorwiegend bleibt. Daß man auch die Tage Weihnachten nennt, findet wohl in bem altgermanischen Verfahren seine Erklärung, wonach man nicht nach Tagen, son- beut nach Nächten zählte. Siben naht, über vierzehn naht sind Fristbesimmungen, die häufig in alten Rechtsdenkmälern vorkommen. Warum braucht man aber auch noch herck den britten Fall der Mehrzahl in dem Wort Weihnachten? Weil man ursprünglich ze den wihen nahten d. h. zu den geweihten, Nächteck sagte, später die ersten beiden Wörter wegließ und die letzteck beiden zu einem Wort zusammenzog. Die Erinnerung daran, daß man es mit dem dritten Fall zu tun hatte, der von dem Verhältniswort zu abhängt, wurde vergessen. So kam es, daß das zusammengeeogene Wort als im ersten Fall stehend (Nomiitativ- angesehen wird. Auch sagen wir heut ineistens bei Nacht, aber noch Bartholomäus Riugwald, der gegen 1600 starb, sagt in einew Gedicht: O hütet euch zu Tag und Nacht, daß ihr nicht llebeli ärger macht. Weih, der erste Bestandteil des Wortes Weihnachten, kommt von einer Wurzel, die im Gotischen weihs, int Althochdeutschen wich lautet, als einfaches Wort schon früh untergegangen ist und nur in Zusammensetzungen wie Weihbischof, Weihwasser, Weihrauch vorkommt. Es bedeutet heiligend zueignen. In gottesdienstlichem Sinne bezeichnete man damit Personen wie Priester und Nonnen, oder Gegenstände wie Altäre, Glocken, Friedhöfe, Gebäude oder Zeiterr wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Im allgemeinen Sinne kommt cs auch in den Wendungen sich dem Leben ober bem Tode weihen vor. Uhlaird braucht es auch von der Sprache, wenn er sagt: sie weihe sich dahin, daß der Freie für Recht, für Freiheit spricht.. Obgleich Weihnachten das größte unter den christlichen Festen ist, so ist cs doch nach der Zeit seiner Entstehung das jüngste. In der römischen Kirche findet es sich zum ersten Male um 360, in Antiochien wurde es um ,377 eingeführt, in Alexandria sogar erst um 430. lieber die Festsetzung des Tages bestand anfangs Uneinigkeit, da über den Geburtstag Christi jede Spur fehlt. Während die morgeuländische Kirche den 6. Januar ansetzte, nahm die römische den 25. Dezember als Geburtstag Christi an. Ueber die Annahme des 25. Dezember sind verschiedene Vermutungen ausgestellt worden. Vielleicht hat die Annahme recht, daß dieser Tag bei den Römeni als der Tag der Sonnenwende angesehen wurde und dies natalis invicti Solis der Geburtstag des unbesiegten Sonnengottes hieß. Leicht ließ sich der heidni'chcn Fcstseier eine christliche Deutung geben, zumal Christus mit Vorliebe das Licht der Welt genannt wurde. Auch ist Nicht einmal das Geburtsjahr Christi 'zweifellos festgestellt, da das nach der Berechnung des römischen Abtes Dionysius Exiguus
556) angenommene Jahr der Geburt, nach dem sich uniere Zeitrechnung richtet, um einige Jahre zu stütz fällt.
DBK Modellieren, eine nützliche Beschäftigung. Modelliermasse, ein für Kinder passendes G e -- s ch e n k. Jeder weiß aus eigener Erfahrung, wieviel Freude das Formen und Umbilden knetbaren Stoffes bereitet. Wie gern benutzen Kinder feuchte, lehmige Erde oder Ton, um bte verschiedensten Dinge herauszubilden. Leider steht diese Beschäftigung bet den Müttern nicht in bestem Rufe. Die Hände werden schmutzig, und das angeborene Reinlichkeitsgefühl veranlaßt das Kind, jede Unsauberkeit seiner Hande durch Abwischcit an den Kleidern zu beseitigen. Ein Stück alten Stoffes hätte demselben Zweck weit besser gedient. Welches Kino denkt aber daran, zuerst einen alten Lappen zu holen, wenn der Stoff zum Schaffen lockt? „Einmal und nicht wieder" hat schon manche Mutter zu ihrem Kinde gesagt, das diese reizvolle Beschäftigung auch in der^ Stube fortsetzen wollte. Mit betrübter Miene wurde der edle Stoff beiseite geschafft. Wie feilt ließen sich allerlei Dinge für den Gemüse- ober Bäckerlabeu, Häusel und Gretel mit ber Hexe, Reiter und Roß, Haus und Hof daraus formen. Es ist ein Jammer! Nur in ber Schule gibt es Modellierstunben! JKber man muß sie besonders bezahlen! Wenn doch lieber die Schreibstundeu extra zahlt werden müßten! — Das Modellieren unterbleibt. — Nicht


