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(Fortsetzung folgt)
Dies ist der Staatsanwalt Teil, der sich der Sache Niik großem Eifer widmet und jedenfalls bessere Auskunft als ich geben kann." Sofort wandte sich der hohe Herr an Dell. „Ich freue mich- Sie kennen zu lernen, HeBr Staatsanwalt: tun Sie nur Ihr Bestes, daß Unser von Brant fern. Geld wiederbekommt! Wen haben Sie denn schon abgefaßt? Teil berichtete nun von jenem Hochstapler der fdjon unteifi den verschiedensten Namen der Hauptstädte der Welt un^ sicher gemacht haben soll,; der Kronprinz horte aufmerksant -• wie aber eine Uhr in der Nahe zu schlagen begmin,.
rzählen. Sie kommen doch auch, Herr von Brank?" „Zu BefehE Kaiserliche Hoheit," erwiderte ich, „die Einladungskarte ast mar schon gestern zugegangen." „Ihre Damen sind doch, nicht verge sen?^ - ■ ' ^ wnprinz weiter. „Auch meine Damen werden
" ' h zur Antwort. „Dann also au^ । zum Gehen wendend. „Und Sie
geschlungen. t , <
„War der Herr, der mit uns den Zug verließ, nicht der Staatsanwalt TM?" fragte Frau Klara von, Braiik.
„Er war es", versetzte der Gatte, „ich lud ihn ein, mit uns diesen Wagen zu benutzen, er schien aber schon anderweit versagt zu fein." . v, r r, ...
„Ist er denn den kronpnnzlichen Herrschaften naher bekannt? Ich denke, es ist heute nur ein kleinerer Kreis
Pastler damals trug und den JUst noch nie Mi ihm.gesehen . hatte. Und wie auf einem Webstuhl das Schifflein hiu-- und herfährt, und Faden für Faden kreuzend verbindet, so entstandeil nun auch in seinem auf rechter Fährte befind- | liehen Geiste immer wieder neue Kombinationen, die, je । länger er ihnen nachsann, desto größere Gewißheit gewannen Vielleicht war dieser sogenannte Brasilier auch jene Linkhand gewesen, die in Giersdorf den Einbruch aus-
Güdtalch- h-«--. -u-ih- I gÄTiVK .. .
einen kleinen Knopf und verglich ihn heimlich mit d n I toenn ich weiter muß; ich habe keine
Paletotknöpfen feines Nachbars. Beim wunderbareiiGot I f) 8 . ^^hr 'Was Sie mir da aber erzählt haben, ist
Der Knopf, den er in der Haudhate paßte zu den anderen sr-a Fortsetzung begierig bin;
Dieselbe Form und Größe! Dieselbe Steinnußmasse! Und interessant °^abend mein Gast im Neuen Palais; hier aus der Brustseite des Paletots, die uo^^lbar dem s Musik hören und es wird sich eine Pause
’VSf'Tt“ V'hiÄ T. I Md-», i» der Sie mir W W-M--.V»». «- '•-» jammerschade,'daß Peter Dechner wahrscheinlich nut tu die Einbruchsgeschichte verwickelt war! Welch ein Erntetag des Glücks wäre dies sonst heute für ^ust gewesen! m to
Er hätte seinem Freunde, dem Staatsanwalt, auch .die fragte der Kronprinz w t verboraensten Fäden dieser Sache in die Hand geben und I die Ehre Mven, gav i )
so dessen Findigkeit und Gewandtheit für frie -Ang<m der I Wredersehen. uJ , 1.^ HerrHt'!"'Er' hatte" mit bet Behörden ins grellste Licht stellen können. Ruhig und schein- I S Staatsanwalt gedeutet, dann nickte er uns
bar gelangweilt stand er neben seinem ahnungslosen Nach- I H f -endlich zu und schritt eilig von bannen." bar; er stieg hinter ihm vom Straßenbahnwagen, er fuhr I ) s aroße Auszeichnung für den Staats^
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einer Querstraße von „Unter ,den Linden" ein treten unb I daß ^^A^iß^das/er'bein alter Protege ist, na, na, Kläre stand wenige Minuten später im Hausflur desselben Gast-' I . v t eifersüchtig," scherzte der Freiherr?
Hofes, wo .er vorn Portier die jetzige Adresse des eben -Abin M/A ^mehr v«blM Äs angenehm be-
ÄÄÄ W* H-6 sich in W "«LS L S" ”* " M w **** schnellster Gangart nach der Genthinerstraße fahren. ans dem Verkehr be tz fe ... b äonnmitt§ und!
Es war ein sternheller Herbstabend, als ein von Berlin ^üen PÄais angeEmen; d?e Unterhaltung des Em Etzch°---s, d°r M-N »Is stumm- z>ch-r°n» msim-rstum paar Dutzend Herren und, Damen, deren festliche Anzuge gefolgt war, fand E Eud^ iüa§ ir[) in jetier Nacht aber durch schützende Umhänge für das Auge der neugierig I .AA" fragte sich Ellen, die die Erinnerung an lugenden Bahnbeamten fast ganz verhüllt blieben, ent I g! ^tikerbellte Erscheinung Peter Dechners nicht mehr stiegen dem Zuge und begaben sich nach den harrenden die bllvechellie^fcheinnng, Perer^ ^cy ^tLatsanwalt Equipagen, die sie nach dem Neuen Palais bringen sollten, ^os ^werd^rl ihren zierlichen, in Goldkäferleder
„Habt Ihr auch eure sieben Sachen? fragte Herr Inenden Fuß auf den Tritt des vor dem Theaterflügel von Brank, der hinter seiner Frau und Tochter in euren | ' § Schlosses haltenden Wagens iind lehnte die Unter- geschlossenen, mit zwei Trakehner Rappen bespannten Lan- ftüfe b ibr 6eim Aussteigen Ritterdienste anbietenden dauer einstieg. Er mußte die Chapia abnehmen, um nn I ca„. beleidigt ab.
Wagen aufrecht sitzen zu können; er trug heute feine I ^lber Papa! Gib nur Mama den Arm, ich folge euch. Ulanenuniform und hatte um den Hals das schwarze Seiden- I sie die Schwelle des Schlosses überschritt, war
band mit dem weißen Emaillekreuz des Johanniterordeus | , wieder mitten im Nachsinnen über das, was ihr
die Pflicht zu tun gebot. Durste sie länger schweigen? War es nicht ein Unrecht gegen den Papa? War die vermeintliche Schonung des Staatsanwalts nicht eine Torheit. Was ainaen den ehrenwerten Herrn Tell die Sünden eines anderen an, der zufällig mit ihm verwandt war? Sie be4 schloß, noch Henle abend dem Staatsanwalt zu sagen, was ie wußte. Gerade aus dem Umstande, daß sie ihm ganz un-i besangen die Mitteilung machen wollte, sollte er er feit nett, wie so gar kein Grund für ihn vorlag, zu erröten und sich durch die Persönlichkeit des Verbrechers bloßgestellt zu wahnen. Mit diesem Entschluß hatte sie ihren Umhang in entern der Vorräutue abgelegt und nun trat sie neben ihrer Mutter und vom Papa gefolgt in den Muschelsaal, wo die Versammlung der Gäste stattfand.
befohlen —" .. ,
„Zu dem er sicher auch nicht hinzugezogen worden wäre", ergänzte der Freiherr, „wenn nicht eilt ganz eigentümlicher Zufall bett Vermittler gespielt hätte. Du weißt, daß ich schon heute früh in Berlin war, um Geschäfte zu erledigen. Wie ich auf einem meiner Gänge den Königs- platz kreuze, treffe ich zufällig den Staatsanwalt, Heu gerade nach Moabit will. Wir schlendern ein Stück Weges zusammen und plötzlich, ohne daß wir seine Annäherung
bemerkt hatten, stehen wir vor dem Kronprinzen, der tu
”* ” *"'*• I Witter aus dem mittler.
Krottvrinz mit seiner Leutseligkeit, nun, du kennst sie ja! I Teils der Bevölkerung des Mittelalters bestellt war Zu- er luftr ouch seinerseits stehen geblieben und bot mir wie stände, die mit der heutzutage )o oft beklagten u6erbanb einem alten guten Bekannten die Hand. „Haben Sie Ihren I nehmenden Roheit der Gesinnung in den ungebTtbeteren Schreck denn^schon überwunden?" fuhr er freundlich fort, Volkskreisen keinen Vergleich aushalten — dafür legen m ick habe zu meinem größten Leidwesen erfahren, daß I erster Linie beredtes Zeugnis ab die m jener Zeit von den man Sie ziemlich grob ^beraubt hat; ist der Täter schon Fürsten, Landes- und städtischen Behörden erlassenen V e r- ermittett?" — Man hat wenigstens schon eine verdächtige I boteunb Strafbestimmungen mit ihren beigegebe- fßerfon verhaftet kaiserliche Hoheit, erwidert« ich, und auf I neu Motiven. Auch im Gebiet der altheffischenLande den Staatsanwalt deutend, der barhaupt in einiger Ent- war es in dieser Beziehung recht übel bestellti nicht nur in serming von uns ebenfalls stehengMieben war, fügte hinzu: I den Städten, sondern auch in den kleinen Dörfern war


