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Dr. Traugotts," daß zwar auch im Schlaf die Gmiestatlg- fei» hier Traum genannt — fortbesteht, dM sie aber tn eiiieiu nach Wert und Masse herabgeminderten Maße vor srch geht. Den Umftoitb, daß im Schlat gerade dre höchsten?Ejg° Funktionen in Wegfall fontmen, namlrch das abstrakte Deuten, begründende Urteilen unb Sßä^lw uVro n ii&e?
die Folge davon auffaisen, daß n« Schlaf die Assmnlanon noer die Dissimilation überimegt; hierdurch aber ^rd em genügender Eueraiaersab gewährleistet, rind so kann trotz permanenten^ .brau mens doch eine ausreichende Krastaufspeicherung, em genügendes „Ausruhen" statt haben."
VsikMischLes«
bk. B a k t e r i e u h ö h l e n. Traurig, höchst traurig sind die Ergebnisse, gtt denen der französische Arzt LanglaiS der semen jünasten Untersuchungen über die Bakterreir un Barbierladen ge- kommen ist. Alle Geräte, die die Barbiere und Friseure der der Ausübung ihres Handwerkes benutzen, hat er untersucht'nachdem nni bi, übliche Weise gereinigt worden waren. Jedes LLerr- zeug wurde in 50 Kubikzentimeter keimfreies Wasser gebracht und nach einiger Zeit wurde der Bakteriengehalt oes Wassers besttnnnt. Da zeigte sich denn, daß tauf den Kubikzentimeter berechnet,, das Rasiermesser 8600 Bakterien zurückgelassen hatte, wert mehr, nämlich 160 000, waren es bei dem Rasierpinsel, verymtnwmaBig günstig, mit 5800, schnitt der Rasiernaps ab, ein Metallkamm hinter- ließ 28 OOO Keime int Kubikzentimeter Wasser, em hölzerner Kamm gar 178 000 und eine Kopfbürste die erschreckend große Menge von 576 000. Der „Matin", dem diese Zahlenangaben entnommen sind, sagt zwar iticht, daß es sich um gefährliche Krankherlserreger gehandelt hätte, ivohl aber, daß die bekamtten Ettererreger, Staphylo- okken und Streptokokken darunter waren. AuS diesen Bersuchen darf man aber keinen Schluß auf die Reinlichkeit des Barbter- ladens ziehen, denn es ist eine bekannte Tatsache, daß alle Gerätschaften, die im täglichelt Leben gebraucht werdeit, ebenso von alle» möglichen Bakterien wimmeln.
» W o blieben die I u w e l e n der Kaiserin Eugenie? Tie Auffindung einer geheimnisvollen Flasche mit einem vom 4. September 1870 datierten Verzeichnis von Juwelen der Kaiserin Eugenie läßt ivieder die alte, noch nie einwandfrei beantwortete Frage aufleben: wo blieben 1870 bei dem »ju5flniiiteii= bruch des französischen Kaisertums die Juwelen der Kayerin Eugenie? Denn die jetzt in den östlichen Pyrenäen aufgeftuidene Flasche, worüber wir berichtet haben, in deren unmittelbarer.iahe man am nächsten Tage bei den eingeleiteten Ausgrabungen auch ein Skelett fand, ist nicht die einzige, die im Laufe der letzten 40 Jahre durch Zufall ans Licht gebracht wurde. Im „Journal beschäftigt sich Camille Ducray mit diesem Geheimnis der Geschichte. Am 3. September 1870 lief in den Tuilerien die Unglucksbotschast von Sedan ein: der Kaiser und sein Heer waren gefangen. Vor dem Schlosse versammelt sich eine Volksmenge, es kommt zu Kund- gebnngen und von Stunde zu Stmtde wirb die Haltung feindseliger und drohender. In der folgenden Nacht genehmigt das Parlament in einer außerordentlichen Sitzung den Vorschlag Jules Favres: „Louis Napoleon Bonaparte und seine Dynastie sind der Negierungs- gewalt, die ihnen die Verfassung verliehen hatte, entkleidet. Die Ereignisse überstürzten sich. Im Morgengrauen des nodiften Tages fühlte Eugenie de Guzman, Kaiserin der Franzosen und Regentin, den Thron wanken, und schon um 3 Uhr mittags fluchtete sie sich zu dem amerikanischen Zahnarzt Evans. Aber Eugenie war Frau und eine Frau von Verstand. Ehe inan ihre Kassetten und Schatullen plündern sollte, wollte sie ihr Eigentum retten. Sie batte einige Leute, denen sie Vertrauen entgegenbriiigen konnte, schon vorher zu sich befohlen, hatte ihre Jmvelen unter diese Männer verteilt, ihnen ein genaues Inventar beigefügt und den treuen Dienern das Reiseziel angegeben. Es war Madrid; der Gräfin von Montyo. der Mutter der Kaiserin, sollten die Schätze in Verwahrung gegeben werden. Dann verlassen diese geheimen Sendboten das Schloß. Sie haben geschworen, ihre Mission zu erfüllen — oder zu sterben. Und mm beginnt der Abenteuerroman. Einige dieser Boten muhen ihr Ziel erreicht haben, denn später wurden rechtmäßige Juwelen der Kaiserin Eugenie verkauft. Die anderen aber trafen nie in Madrid ein und inanche von ihnen kamen vielleicht um. Gewiß- heit über ihr Schicksal hat man nie erlangt: aber Spuren und Indizien sind mehrfach anfgetaucht. Im Jahre 1873 sand ein Bürger von Cannes auf dem protestantischen Friedhöfe von St. Hippolyte-du-Fort eine Flasche, die ebenfalls ein Verzeichnis von Juwelen aus dem Besitz der Kaiserin Eugenie enthielt. Und kurz darauf wirb in der Nähe des Kirchhofes voii Ganges im Departement Herault ein ähnlicher Fund gemacht. 1882 legen Erdarbeiter in La Salle eine Reihe von Skeletten frei; eines von ihnen zeigt am Halse eine kleine Blechbüchse. Man finbet darin Papiere, und darin ein amtlich abgestempelteS Verzeichnis, vom 4. September 1870 datiert, mit Angabe der kaiserlichen Juwelen, die der Bote der Gräfin von Montijo überbringt. Ter Empfängerin wird mitgeteilt, daß der Ueberbringer der „fünfte" Bote mit Juwelen fei. Die Naclstvrsihungen ergaben, daß die aufgesimdenen Skelette die Gebeine von Reisenden waren, die am 19. September
nachts bei einer Eisenbahnkatastrophe bei St. Fran-ois umgekommen waren. Auch der geheime Boten der Kaiserin Eugenie befand sich unter den Toten. Aber wo blieben die Juwelen, die et bei sich trug? Sie sind spurlos verschwunden. In der Gegend wußte man damals nut zu berichten, daß einige der Augenzeugen jener Katastrophe auf rätselhafte Weise über Nacht plötzlich reich geworben seien. Nie aber würben Juwelen gefunden.
K.-K. D i e neuen chinesischen Flaggen. Die bisherige chinesische Kriegsflagge war dreieckig und zeigte aus gelbem Felde einen stahlblauen Drachen und in der linken oberen Ecke einen roten Ball Die viereckige Handelsflagge war gelb, mit Drachen und rotem Ball wie die vorige. Das aut den Trümmern der Mandschudespotie aufgeriebtete republikanische Gemeinwesen hat nun aber auch ueue Flaggenvorgeschrieben, die anstelle der bisherigen zu führen sind, fo daß die Flaggen tafeln in unseren Nachschlagewerken einet Korrektur unterzogen werden müssen, über die wir einige Angaben in den „Zeiten und Völkern" (Stuttgart) finden. Fortan ist die Kriegsflagae guadratisch, weiß, mit einem roten Viereck in der linken oberen Ecke, in dessen Mitte ein neunzackiger schwarzer Stern erscheint. Die längliche Handelsflagge ist rot und trägt in der Milte eine» großen schwarzen neunzackigen Stern, dessen Spitzen gelbe Kugeln außen abschließen und innen einsäumen. Die Nationalflagge der bewaffneten Macht zu Lande, die auch auf Gebäuden gehißt wird, ist rechteckig mit fünf gleich breiten Horizontalstreifen, die von oben nach unten folgende Farben ausiveisen: rot, gelb, blau, weiß, schwarz,
* Das Geschlecht der Luftschissn amen. lieber das Geschlecht der Luftschiffnamen herrschte wie über das der Schiffe bisher große Unsicherheit. Der Sprachausschuß des Lnft>ahrer- verbanbes, der bekanntlich vor kiirzem auch vortreffliche deutsche Ausdi ticke für zahllose Fremdwörter eiugefübrt hat, empfiehlt nunmehr, den in der Kaiserlichen Marine geltenben Brauch auch auf die Luitschiffahrt anjuwenben; nämlich: 1. Man wendet das Ge- schlechtsivort an, das naturgemäß dem Namen znsteht, also: d e r „Prinz Adolf", b er „Mars", b er „Pelikan", b t e „Viktoria Luise", d i e „Hertha", d i e „Hansa", d i e „Gazelle". Natürlich gilt dies auch sät GattungSbezeichnuugen: man fährt mit eine m „Zeppelin", besteigt den „Patieval 9". 2. Namen, die in unserer Sprache keinen Artikel haoen, weil sie von Landern und Städten entlehnt sind, erhalten den weiblichen Artikel, alio: die „Weißenburg", die „Helgoland", die „Nassau", die „Deutschland", die „Schivaben", die „Kiel I". Einer gedankeulofen Nachäffimg englischen Sprach- gebraitcljS macht man sich bei Uebernahrne von Regel 2 der Hailer« sichen Marine «i cb t schnldig, vielmehr war die Auffassung der Schiffuainen als weiblich eine alte niederdeutsche Gewohnheit, die die Engländer erst übernommen ober wohl gar schon von den Angelsachsen ererbt haben. Uebrigens ist diese Sprachstile im Englischen am Artikel nicht erkennbar, der ja für alle Geschlechter gleich the lautet, sondern nur an dem Fürwort she, das stellvertretend für den Namen eines Schiffes eintritt. Zur weiteren Bernhigung könnte man anführen, daß man sich Länder imb Städte gern burcl) Jranengestalten verkörpert denkt, denen bann allerdings meist lateinische Namen beigelegt werben: Germania, Borussia, Lipsia. Endlich hat einmal der Sprecher bei der Taille beS Dampfers „Deutschland" eine recht sinnige Erklärung gegeben. An Bord sei es ihm klar geworden, warum man Schiffe wie die „Deutschland" als weibliche Weien bezeichne: weil f i e schön sind n n d die Männer sie lieben. Derselbe Gedanke hätte ihm sehr wohl auch au Bord eines unserer demschen Lnstschiffe kommen können.
* Die gute alte Zeit. Buchhalter (eines Geschäfts, als der Praktikant mit dem Briefmarkeubefeuchter Marken aufklebt): „Was für Geschichten heutzutage aus allem gemacht werden! Zu meiner Zeit hat matt einfach für 5 Pfennig pulverisiertes Gummiarabikum ins Maul genommen und Hunderte Marken dann aufgeklebt!"
Auflösmig tu
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Tadel, Nadel.
Areuzrötsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben t a a a a abbbb ddeeeo teeegggggggiilln nrrrrrrssuuww derart einzutragen, daß die
setikrechten und wagerechten Reihe» gleichlatiienb solgettdes ergebe»:
1. Berg i» der Schweiz.
2, Nüytichen Rattbvogel.
3. Bringt bisweilen Tod und Verderben.
Öfter Nummer.
Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießo»


