Ausgabe 
23.1.1913
 
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erfüllen wird.

(Fortsetzung folgt.)

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,

nach irgendeiner Seite hin Fußbeschwerden Haden. Täglich« Waschungen der Füße mit Wasser und Seife, öftere Fußbäder ollten auch im Winter nicht unterlassen werden. Werden die Menschen von Jugend an schon an solche Reinlichkeit gewöhnt, o haben sie einmal' den Vorteil, daß sie durch die damit ver­bundene Älbhärtung der Haut den schädlichen Einflüssen der Er­kältung gegenüber geschützt werden, sowie weiter den, daß nicht eine Entartung der Fußhaut eintritt, die während der Soldaten- zeit bei größeren Märschen die Ursache der sogenannten Fuß­krankheit wird. Daß die Füße int Winter warm gehalten werden müssen, ist selbstverständlich. Am schlechtesten hat es unsere Schul­jugend, ivenn sie bei Schneewetter mehrmals am Tage einen ost nicht unbedeutenden Schulweg zurückzulegen hat. Selbstverständlich wird mait darauf achten müssen, daß das Schuhwerk nickst nur den anatomischen Beschaffenheiten der Füße entspricht,, sondern auch kräftige Sohlen und kräftiges Oberleder hat und dicht Hält, o daß teilte Stellen zum direkten Eintritt von Schneewasser und Feuchtigkeit vorhanden sind. Wollene Strümpfe sind in der kalten Jahreszeit solchen von anderem Stoss vorzuziehen. Bor allen Dingen sollten Eltern darauf achten, daß die Kinder nicht mit nassen Füßen herumlausen. Hierdurch kann der Grund zu lang­wierigen Erkrankungen gelegt werden. Darum sollte jede Mutter auch sorgsam darauf achten, daß ihr Kind gleichzeitig mit den Straßenschuhen auch die in diesen getragenen Strümpfe ablegt und mit trockenen vertauscht. Tie feuchten Strümpfe und Leder­schuhe sollten bis zum nächsten Gebrauch stets freihängend aus­bewahrt werden.

* Ein schwieriger Kunde.Sagen Sie mal, warum geht der Brown immer so schäbig angezogen? Geht's ihm so schlecht?"Nein, er hat viel Geld. Aber er kann in der ganzen Stadt keinen Schneider finden, der ihm maßnimmt."Aber warum denn nicht?"Er ist zu kitzlig."

sämtlich von seinen Hütern mit Beschlag belestt wurdne So

«a daß bei seinem Tode, tnt Jahre 1821, tinnrer noch trat Befehl von seiner Hand an mich ergangen war. Nun wurde ich Ihnen zwar noch sehr gern erzählen, wie Gras Bertrand um> tcy fw wieder ans Tageslicht beförderten, und tn wessen Besitz sie iekt sind aber das Ende ist noch nrcht gekonunen. ,

Doch der Tag naht, wo Ihnen Sunbe von dreien Pieren werden wird, und dann werden Sre sehen, tote der große Mann, wenn ihn auch längst schon die Erde deckt, immer iwcf) in Bewegung versetzen kann Und wenn JS

weihen Sie auch Etienne Gerard rat freundliches Gedenken, er 3m Sie Ihren Kindern, daß sie den seltsamen Kauz gekannt haben, daß Sie von seinen eigenen Lippen gehört, welch wrchtche Rolle er bei jenen merkwürdigen Erergmisen geiprelt tote ihn der Marschall Berthier in Versuchung gAuhrt, tote er den schlimmen Räuber auf .dem Wege nach Paris verfolgt, wtc- der Kaiser ihn umarmt und nut ihm durch den Wald von Fontaine bleau geritten ist. ... , ~

Der F-rühling ist ins Land gchogen, liebe Fneunde dre Vogel singen, und die Knospen erichließen sich. Sie-haben^gewiß jetzt Besseres im Sonnenschein zu tun, als dm ^zahlungen eines alten, morschen Soldaten zu lauschen. Seren Sw vmsichert,^daß noch mancher Lenz die Erde nut ferner P^chubericktteu to rb, ehe Frankreich wieder euren Herrscher frnbet, tote ber ffllann war, dessen Diener gewesen zu sein uns ewig Mi Stolz unb Freude

Vermischter.

Vollmoeller als Prophet des Kino s-Sha!e- speare. Karl Vollmoeller, dessen Miracle gegenwärtig in dem MM Kinematographentheater verwandelten Covent Garden-Opera als Film vorgeführt wird, veröffentlicht in ernem- Londoner Bwtte einen Hymnus aus den Kino, von dessen Ausbreitung und <Ärt- wicklung er die Lösung großer künstlerischer und wissenschaftlicher Aufgaben erwartet. Ter Kino, so. führt -r aus wrrb dre Mög­lichkeit bringen, das Ylugproblem wirklich zu losen, beim die Avmtik von heute sei nur ein Gleiten und durchaus kern Flregen, -vas Problem des wirklichen Fliegens aber, das Problem des mecha- nischeit Fluges, werde nur in Btiudesgenosienschaft mit dem Kino -gelost werden, denn dieser allein ist imstande, dte unfaßbar schnellen Bewegungen der Vogel zu registrieren, festzuhalten und damit dem Studium zu erschließen,^schon Heute ist die medlzimiche Wissenschaft bei dem Kino tief in der Schuld, denn der Film cr- moglicht Temonstrationen von dem Wachstum der Krankheit und dem Kampfe im Blute, bildhafte Vorführungen, wte sie bisher unmöglich waren." Aber am längsten verweilt Vollmoeller bei den künstlerischen ZukunstsMögllchkeiten des Fluges /Er gibt zu, gegenüber dem Theater hat das Ktnoferne Beschrartkrlngen, aber dwse werden ausgeglichen durch so wunderbare-Möglichkeiten, wie sie heute von einem Durchschnittsmenschen nicht geahnt wer­den". Der Verfasser des Miracle skizziert auch diese Möglichkeiten; sie liegen nach seinen Ausführungen in dem Bereiche berrem phantastischen Pantomime unb der Phantasie". Hier wird der Kino nach Bollmoellers Ueberzeugung unumschränkt herrschen, hier wird das Theater nie hoffen dürfen, dem- Film nahezu- kommen. Der Dichter aber, der sich entschließt, seine Kunst rn den Dienst des Kinos zu stellen, hat größere und sretere Möglich­keiten des Schaffens, beimer kann dte Hohen unb Tiefen des Weltalls durchforschen, die Tiefe des, Meeres unb ben fernsten Stern kann vor allem seine Inspiration befruchten , kann alles verwirklichen,was bic Phantasie ber Menschheit ie erdacht . Er wird einen Realismus erreichen, tote er ihn mit der Hilfe des Theaters nie erhoffen könne. Gespmstm- und Geistererschei­nungen, Märchen, Wunder, Unfälle unb Buhneneffekte aller Art gehören von Re^s wegen in das Bereich des Kinotheaters, -so eröffnet sich nach Bollmoellers Ansicht dem Dickster ein gewal­tiges neues, fast unbegrenztes Feld für Eroberungen,«n Feld . ungeträumter Ehrm unb des Ruhmes, wenn nur ber rechte Mann die Möglichkeiten des Films so studiert, tote bte des Theaters . Diese Möglichkeiten werden Männer erstchen lassm,die' sie nutzen. Ja, wer weiß, ob das gegenwärtige Jahrhundert nickst das Empor- steigen eines Genius erleben wird, den künftige Generationen als den Kino-Shakespeare feiern werben, einen Mann, ber in seiner Aist so groß unb so unsterblich fein wirb, rote ber -Barbe von Stratford on Avon?" ,. ..

* Fußpflege im Winter. Merktoürbigertoet;e hegen die Menschen im großen und ganzen die Ansickst, daß eine rationelle Körperpflege nur im Sommer nötig fei. Infolgedessen vernach­lässigen sie eine solche im Winter. Namentlich die Füße werben vielfach stiefmütterlich behandelt. Im Sommer, ivenn man wette Fußwanderungen unternimmt, bann mahnen bie Füße von selbst ihren Besitzer, baß sie einer regelrechten Pflege bedürfen, unb daß sie ihre Pflichten regelmäßig nur dann genügend ausüben können, wenn sie nickst nur eine zweckmäßige Bekleidung erhalten, sondern auch reinlich gehalten werben. Viele Menschen wagen sich ohne Zweifel deshalb im Winter weniger ins Freie, weit sie

vüchertisch.

Friedrich Nietzsches Werke, Lieferungsausgabe in "44 Lieferungen zu 1 Mark. Mit der 5. Lieferung tritt Nietzsche der Unzeitgemäße auf den Plan. Nietzsche fühlte sich mit ben meisten seiner kulturphilosophischen unb künstlerischen Anschau­ungen im -Gegensatz zu ben herrschenden Meinungen seiner Zeit unb beschloß, in einer Reihe von Betrachtungen all dieses Gegcn- 'sätzliche ans Licht zu kehren, und sich frei zu machen zu positivem Schassen und zugleich auf die Umwandlung ber zeitgenössischen Anschauungsweise einzuwirken. Tie ersteUnzeitgemäße Betrach­tung" ist gegen bie Schrift von Davib Friebrich StraußDer alte und der neue Glaube" gerichtet. In der zweiten Unzeit­gemäßenVom Nutzen und Nachteil ber Historie für das Leben" deckt Nietzsche bie Schäden derhistorischen Krankheit" auf, ohne dabei ben großen Wert der Geschichtswissenschaften zu verkennen. Die dritte unb vierte UnzeitgemäßeSchopenhauer als Erzieher" unbRicharb Wagner in Bayreuth" m-alen in «gewaltigen Dimen­sionen zwei Bilder hin, das des wahrhaft großen Philosophen unb das des großen Künstlers. Wenn Nietzsche hier weit über die Wirklichkeit hinaiisschießt, so macht das gerade die Schriften jetzt wertvoll: sie lassen erkennen, was erlich damals unter wirk­licher philosophischer unb künstlerischer Größe vorstellte. Und mit einer Art seherischem Vorausblick hat er in diesen Bildern schließlich sich selbst in seinem späteren auS'gereifieu Typus gemalt. Die nur skizzenhaft entworfene, aber deswegen besonders intim wirkende BetrachtungWir Philologen", legt mit rücksichtsloser Offenheit bloß, was Nietzsche als rourmssichig, morsch, faul an der klassischen Mtertumswissenschaft und am Philologenftande erkannte. Wenn diese Entwürfe auch bereits vor fast vierzig Jahren ge­schrieben sind, enthalten sie doch überall Aussprüche, die wegen ihrer prägnanten Fassung noch immer als- maßgebende Diskussions­grundlage für philologisch-pädagogische Resormbestrcbungen ver­wendet werden können.

Sitatenrätfel.

Aus jedem ber kolgeuben Zimte ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt:

1. 9)1 ein Solin, nichts in der Welt ist unbedeutend.

2. Mensch, bezahle deine Schulden!

Lang ist ja die Lebensbahn ....

3. Unb immer höher schwoll die Flut.

4. Der Knabe Don Carl langt on, mir fürchterlich zu werden.

5. Wer früh erwirbt, lernt früh den hoben Wert

Der holden Güter dieses Lebens schätzen.

6. Stets ist die Sprache kecker als die Tat.

7. Am Ende ist der ganze Kerl noch nicht ejnmal geboren.

8. Ein jeder gibt den Wert sich selbst.

9. Das ist des Landes nicht ber Brauch.

10. Tages Arbeit! Abends (Säfte! Saure Wochen! Frohe Fest« Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Scherie, Schürze.