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»Werde meine Geliebte!" flehte Peter immer bring» "cher. „Ich nehme es crufl mich, meinen Bruder umzustim-, wen; er ist ein nachsichtiger, selbstloser Mensch, wenn er sieht, daß wir zueinander gehören, wird er sich nicht sperren. Mindern dich großmütig freigeben!"
(Fortsetzung folgt.)
hessische Truppen unter Napoleons Zahnen im Jahre WZ.
,TTT _ . Von Dr. H. Berger- Gießen.
•VII. Die Hessen in Torgau. Rückkehr der Truppen. (19. Oktober bis 25. Dezember 1813.)
. Während das 1. Bataillon des Füsilierregiments in Leipzig gefangen wurde, kam das 2. Bataillon des Regiments ont 19. Oktober des Abends unbehelligt in T o r g a u an. Es gehörte, wie bereits früher erwähnt, zur Ehrenwache des Kaiserlichen Schatzes irnd der Egnipagen »nd war durch eine List des Generals Tarier bei Eilenburg der Gesangcnnehmung entgangen. In Torgau trat das Füsilierbataillon Landsleute an, das 2. hessisch e M arsch- bataillon, das im Juli in Darmstadt gebildet lvnrdc. Es sollte ursprünglich zur Ergänzung der Mannschaften der übrigen Regimenter dienen, war aber sofort bei seiner Ankunst in Dresden der Besatzung der Festung Torgau zugcteilt worden. Seit 1810 Ivar diese Stadt, nachdem sie Napoleon stark befestigt hatte, von französischen Truppen besetzt. Die Besatzung bestand im Oktober •1813 noch aus 1500 Mann; über 20 000 Kranke und Ver- wundetc lagen in der Stadt. Täglich raffte der Typhus, der in gräßlich verheerender Weise in Torgau wütete, Hunderte von Menschen dahin.
Im Westen der Stadt, aus dem linken User der Elbe, in einer Entfernung von einer Viertelstunde, befand sich das Fort Zinna, im Norden das kleinere Fort Mahla und die Lünette Repitz, im Süden die Lünette Coswig. Aus dem rechten Ufer der Elbe BUbeten vier Bastionen einen „starken Brückenkopf". Dem zweiten Füsikierbataillon wurde sein Posten bei einen: in der Ratsvorstadt gelegenen See zugewiefeu. Es mußte zunächst dort bis zum 31. Oktober ein Lager beziehe». Tas gleichfalls zu den kaiserlichen Equipagen gehörige französische Marinebataillon wurde in das Fort Zinna gelegt, während der Wagenpark selbst und die Gensdarmerie in die Stadt zu liegen kamen. Das hessische Marschbataillon erhielt jetzt seine Stellung an dem Brückenkopf auf dem rechten Ufer der Elbe.
Tas Lager bei dem Tee war für das Füsikierbataillon bei dem kalten, regnerischen Wetter recht unbequem. Die Fuß- und Körperbckleiduug der Mannschaft tvar aufgcrissen. Die Lebensmittel waren knapp und schlecht. Die Rationen wurden verringert, und nur noch in Salpeter eingemachtes Pferdefleisch wurde ausgegeben. Unter diesen Umständen konnten Erkrankungen nicht ausbleiben. Jeder scheute sich, in die Lazarette der Stadt zu kommen, da er Bei den schauderhaften sanitären Verhältnissen und Einrichtungen in denselben befürchten mußte, nicht mehr lebendig heranszukommcu. Die Stärke des Füsilierbataillons betrug an- faugs November noch: 10 Off., 39 Untcroff., 6 Spielleute und 337 Gemeine. Kommandant der Festung' Torgau war der französische Generäl Gras v. Narbonne, ein strenger, aber gerechter Mann. Ende Oktober kam das Füsilierbataillon von seinem kalten Lager Bei dem Sec in die Scheinen der Ratsvorsladt zu liegen.
Mit dem 1. November erschien vor Torgau mit 14 Batailloncu, 9 Eskadronen und 12 Geschützen der preußische General von Tauentzien, um die Stadt zu blockieren. Die preußische Vorhut besetzte die Dörfer Zinna und Wölfan. Am 2. November ging General Durier mit einem französischen und dem hessischen Füsilier-Bataillon gegen die Dörfer vor in der Absicht, die Stärke des Feindes zu erkunden. Die Preußen zogen sich hinter das Dors Zinna zurück. Als aber General Tauentzien mit Verstärkungen hcranrückte, befahl General Durier den Rückzug, der sich in geordneter Weise vollzog, wobei das hessische Bataillon wieder besondere Entschlossenheit und Ruhe zeigte. Die Verluste bei diesem Aussallstzefecht waren gering, da die feindlichen Granaten- in dem weichen Boden stecken blieben. Der Mangel an Brennholz nötigte am 5. November das hessische Kommando in den Scheunen der Vorstadt, eine Anzahl Leute iit einen der Teichmühle benachbarten Wald zu entsenden, nm Brennmaterial zu holen. Den Äolzcholern folgte ein Detachenient von 4 Unteroffizieren und 50 Mann unter dem Befehl des Leutnants Müller. Dieser Abteilung gelang es, burch geschickte Bewegungen zu vcrhiudern, daß das Unternehineu im Walde gestört wurde, so das- die Rückkehr der Holzholcr ohne Verlust erfolgen konnte.
Durch das verbreitete Gerücht von den: am 2. November erfolgten Beitritt des Großhcrzvgs zu den Verbündeten nahmen die Kommandeure des 2. Marschbataillons und des 2. Bataillons der Gardefüsilierc, Major Kraft und Major v. Carsten Anlaß, bei dem 'Festungskommandanten, Graf Narbonne, sich die Erl-aubnis ill erbitten, einen Offizier nach Darmstadt zu entsenden zwecks
fernerer Weisungen. Kapitän Lynker II. reist dahin ab und trifft oiii 13. November in Darmstadt ein. Am 17. erfolgte die Beisetzung des am Typhus verstorbenen Gouverneurs Graf Nar- £?.nnc/ lJ)o6ei das 2. Füsilierbataillcm die Ehrenwache stellte. ^ie Heste-r wurden unter das Kommando des Generals Brun gestellt.
'Jj.11 ?2. November wurde Torgau von den Preußen enger emgeschlossen. Durch das heftige Geschützseuer gerieten die Scheunen, M , w, Ratsvorstadt in Brand und mußten von dem hessischen Bataillon verlassen werden. Die folgende Nacht mußte das Bataillon bei kalter Witterung unter freiem Himmel zubringeu. Allgemeiner Unmut machte sich^unter der Mannschaft geltend; mau wünschte Quartiere tu der Stadt, die ihnen auch bewilligt wurden. Aber von den Quartierzettelu wurde kein Gebrauch gemacht, da viele Hauser mit Kranken belegt waren, und man sich nicht der Ansteckungsgefahr aussetzen wollte. So inußte das Bataillon wieder INI Freien nt den Anlagen biwakieren.
Am 23. November traf Kapitän Lynker II. aus Darmstadt mit einem schreiben des Großherzogs in dem Hauptquartier des Generals Tauentzien ein, wo er vor der Hand bleiben mußte. Das Schreiben aus Darmstadt enthielt die Weisung an die beiden Kommandeure, Major Kraft und Major v. Carsten, keine Feind- seligkeiten mehr gegen die Verbündeten zu unternehmen und die Ausforderung, bei dem französischen Festungskommandanten durchzufetzen, daß die hesfischen Soldaten sofort entlassen wurden. Dabei sollte man keinerlei weitere. Verpflichtungen eingehcu. General Tauentzien sandte dieses Schreiben an die beiden hessischen Kom- mandeure. Auch die preußischen Vorposten hatten Kenntnis von dem Beitritt des Großherzogs zu beit Verbündeten erhalten und riesen es ihren hessischen Kameraden herüber, infolge dessen einige zu den Preußen herüberkamen, die sie in die Heimat entließen.
Das 2. hessische Füsilierbataillon kam jetzt an den Brückenkopf zu dem Marschbataillon, wo das weitere abgewartet werden sollte. Die Mannschaften mußten die Gewehre zufammensetzen. In lhrer Nähe hielten bewafsnete französische Abteilungen. Die beiden hessischen Kommandeure begaben sich zwecks weiterer Unterhandlungen in das Hauptquartier des-französischen Festungskommau- dauten, bei dem auch poch mehrere andere französische Generale erschienen. Die Entlassung der hessischen Truppen wurde wohl zugestandcu, aber nur unter der Bebiugung, daß die Waffen uiedcrzulegen seien, und daß die Offiziere die Verpflichtung eingingen, innerhalb eines Jahres nicht gegen Frankreich zu kämpfen. Als die beiden hessischen Majore biefä^SBebiiigung bestimmt ab- wiesen, würben sie in Hast geitomnicir Die darauf hereingcru- feuen anderen hessischen Offiziere gaben dieselbe Erklärung wie ihre Vorgesetzten ab. Im Interesse ihrer Mannschaft, denen man nach längeren Verhandlungen die Entlassung mit den Waffen ohne jede Verpflichtung zugestand, gaben die Offiziere ihr Ehrenwort, innerhalb eines Jahres nicht die Waffen gegen Frankreich zu ergreifen.
Am 25. November gegen Abend rückten die beiden hessischen Bataillone als entlassen aus der Festung Dorgaii ab und kamen zunächst ins Biwak nach Trisewitz, wo sie eine Quarantäne durchzumacheil hatten. Hier traf am 26. Kapitän Lynker aus dem preußischen Hauptquartier ein. Die beiden hessischen Kommandeure wurden erst am 28. November, nachdem sie bis zuletzt standhaft geblieben, aus ihrer Haft entlassen. Am 27. rückten die beiden Bataillone in die Heimat ab. Der Rückmarsch erfolgte über Leipzig, Weimar, Gotha, Eisenach, Fulda, Schlüchtern, Hanau, Seligenstadt, Umstadt, Darmstadt, wo sie am 25. Dezember ankamen. Die Stärke der beiden Bataillone betrug noch: 2. Bataillon Gardefüsiliere: 7 Off., 25 Urtteroff., 1 Spielmann, 69 Gemeine, 1 Arzt, 6 Trainfoldatcn = 109 Manu; 2. Marschbataillon: 4 Off., 20 Untcroff., 1 Spielmauu, 84 Gemeine, 1 Arzt, 3 Trainsoldaten — 113 Mann.
Schon am 30. Oktober war Kapitän Müller mit bett währcnb der Schlacht bei Leipzig zurückgeschickten bemontierten Artillerie-Fahrzeugen in Darmstabt angekomnien. Das Detachement Müller bestanb aus: Artillerie: 2 Off., 10 Untcroff.,- 22 Gemeine, 2 Chirurgen = 36 Mann; Train: 1 Off.? 2 Untcroff., 30 Gemeine, 2 Chirurgen — 35 Mann; Pf erbe: 4 Reitpserbe, 50 Zugpferbe; Fahrzeuge: 2 Haubitzen, 4 sechs- psüubige Kanonen, 2 Munitionswagen.
Am 25. Dezember kamen auch in Darmstabt die hessischen Truppen aus ber Gefangenschaft von Neu-Ruppin an. Sie waren, wie bereits erwähnt, am 22. Oktober in Begleitung eines preußischen Ossizicrs und 6 Mann in Leipzig abgegangen und kamen über Berlin, wo sic 3 Rasttage hatten, am 2. November in der 18 Stunden von Berlin entfernt liegenden kleinen Stadt Neu-Ruppin an. Sie wurden in der Stadt und in den umliegen- ben Dörfern eingnortiert und fanden bei der Bewohnerschaft gute Aufnahme und freundliche Behandlung. Am 30. November überbrachte ein Offizier aus Berlin den Befehl des Prinzen Emil, daß sofort der Rückmarsch in die Heimat anzutreten sei. Der Prinz war mit seinen Ossizieren int Eiswagen aus Berlin bereits abgereist. Der Rückmarsch der Mannschaft aus Nen- Ruppiu erfolgte über Berlin, die Saale abwärts durch Thüringen, Hersfeld nach Grünberg, wo sich die Reste des Leibregiments trennten und in ihre Garnison Gießen zurückkehrten. Der übrige Rest der hessischen Brigade kam in einer etwaigen Stärke von


