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zages laufen. Wie wird das erzielt? Die Aufnahme erfolgte mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 16 Bildern in der Sekunde. Ans dein Film wird vor der Vorführung jedes zweite Bild herausgeschnitten; die Vorführung erfolgt dann mit der gleichen Geschwindigkeit, 16 Bilder in der Sekunde, aber für das Auge ist das Tempo damit natürlich verdoppelt. Nach diesem Prinzip ist es nun auch möglich, Leute von mit voller Geschwindigkeit dahmbrausectden Schnellzügen abspringen zu lassen. Im Wirklichkeit fuhr der Zug langsam wie eine Droschke; aber durch das Ausschneiden der Zwischenbilder und durch bte Be­schleunigung des Vorführungstempos kann ohne Schwiercgkett der Eindruck einer Schwindel erregenden Schnelligkett erzeugt toerden. _______

Vermischtes.

kf. Eine Tiroler Gemeinde inc Hochlande von Pern. Seit 50 Jahren besteht im Hochlande von Peru in einer Höhe von rund 900 Metern die von dem Freiherrn Damian v. Schutz- Holzhanfen ins Leben gerittene Kolonie Pozuzo. Sie ist nach den Mitteililugen desBereins für das Deutschtuin tm Auslande" überwiegend von katholische» Tiroler- und oberbayerischen Bauern besiedelt, denen sich einzelne Auswanderer vom Hunsrück, aus der Eiiel und von der Mosel angeschlosscn hatten. In gesunder und schöner Lage am Krenzungspunkte der seit Jahren geplanten Hoch­straße, die über die Anden hiniveg Perus Hauptstadt Li>na mit dem Ainazonas und Para verbinden soll, hat sie günstige ZukunftS- aussichten. Einstiveilen leben die Leute ohne rechte Verbindung mit der Außenwelt vorwiegend in Naturalwirtschaft. Daß die Kolonie sich, ivenn auch in bescheidensteii Fornien, gehalten hat, dankt sie hauptsächlich ihrem ersten Psarrer, dem Tiroler Pater- Josef Egg, der vo>i 1857 bis 1895 unter ihr wirkte. Seinen Lebens­unterhalt erwarb er sich durch Ansertigtmg von Spinnrädern. Ende 1890 bestand seine Gemeinde ans 515 Seelen, darunter 365 Deutsche, der Rest Indianer. Sein Nachfolger, Pater Schafferer, gleichfalls eilt Oesterreicher, berichtet in neuester Zeit, daß die Ge­meinde heilte noch 400 Seelen hat, von denen drei Fünftel detltscher, meist tirolischer Abkunft sind. Sie wohnen bis aus 7 Stunden Entfernung zerstreut auf ihren Bauernhöfen. Die Schulbildung ist infolge mangelnder Lehrkräfte im Rückstände. Früher wurde Deutsch und Spanisch unterrichtet, jetzt vorwiegend Spanisch auf Regierungs­kosten. Predigt und Kinderlehre werden in deutscher Sprache ge­halten; im Umgang herrscht die Tiroler Mundart. Der Geistliche ist gleichzeitig der einzige Arzt der Gegend. Er hat zur Förderung des Handwerks unter beit Leuten eine Universalwerkstätte angelegt, die mit Wasserkraft getrieben ivird. Drei Tagereisen entfernt von Pozuzo besteht eine kleine Tochterkolonie O x o p a m a, die ohne deutschen Geistlichen ist, und daher dem Ausgehen im Misch- lingstum noch mehr ausgesetzt erscheint als die selbst gefährdete Muttersiedlimg.

K.-K. Zur Kultivierung der Zitrone. Die Frage, wann die bekanntlich aus Asien stammende Zitrone in Italien zur Kulturpflanze erhoben wurde, galt bis heute als ungelöst. In den älteren römischen Berichten findet man die Zitrone nirgends er­wähnt und auch Plinius gibt uns keine bestimmten Angaben dar­über. Als zieinlick wahrscheinlich kann indes angenommen iverde», daß unter dem in seinen Schriften erwähnten medischen oder assyrischen Apfel, von den: er angibt, daß er zum Schmuck der Häuser verwendet wurde, die Zitrone zu verstehen ist. Diese An­nahme wird überdies noch dadurch bestätigt, daß der Forscher Wehrhahn kürzlich aus der Nachbildung eines antiken Wand­gemäldes eine Pflanze dargestellt sand, die wir ohne Zweisel als Zitrone erkennen müssen. Zu Plinius Zeiten scheint man die Zitronenbäumchen demnach tatsächlich nur zum Schinuck der Häuser uub Gärten verwendet zu haben; zu diesein Zwecke wurden sie vermutlich in Kübel gepflanzt. Ihre Verwendung in der Küche ist jedenfalls viel späteren Datums und der Beginn der Zitronen­kultur in Italien wäre somit verhältnismäßig spät und keinesfalls vor das erste Jahrhundert nach Christus zu setzen.

* Mutterinstinkt der Tiere. Eine hübsche Jagdgeschichte, die außerdem, wie dieBohemia" versichert, den Vorzug hat, vollinhalt­lich wahr zu sein, spielte sich vor kurzer Zeit in dein in der Wachau gelegenen Revier eines Wiener Jagdherrn ab. Ein Jäger hatte eine Fähe (Füchsin) schwer angeschossen, die aber noch die Kraft sand, in den Bau zu sahren. Es wurde nun eine sehr scharfe Dachshündin in den Bau gelassen, die auch nach kurzer Zeit die verendete Fähe aus der Einfahrtsröhre des Fuchsbaues herausschleppte. Gleich darauf schoß sie wieder in den Bau. Da man an der toten Fähe sah, daß sich Junge im Bau befänden, erwartete man, die außerordentlich scharse Hündin bald mit den gewürgten JtUtgen Herauskommeti zu sehen. Aber die Jäger warteten vergebens; trotz Rufens und Pseiseits kant die Hündin nicht mehr ztnn Vorschein. Es blieb also nichts anderes übrig, als zu graben uitb beit Kessel des Baues zu suchen. Nach einiger Mühe sand man ihn auch, und als man ihn aufdeckte, zeigte sich, daß vier junge lebende Füchse darin ivnren und von bet- Hündin, die vor kurzem ihre Jungen verloren hatte, mit allem Eifer einer wirklichen Mutter - gesäugt wurden. Die Hündin wies jeden Versttch der Jäger, sich der jungen Füchse zu bemächtige», k»urre»d u»d das Gebiß zeigend ab. Ma» brachte sie jedoch glücklich mit de»

Ju»ge>i in die Wohnung ihres Besitzers, wo sie in einer Ofennisch« haust, unaufhörlich um die Sicherheit ihrer Adoptivkinder besorgt. Die Geschichte erscheint übrigens nicht so merkwürdig, wenn man sich der zahlreichen ähnlichen Beispiele erinnert, die uns von Natur­forschern aller Zeiten übermittelt ivorden sind und die alle die unge­heure Macht des Mutterinstinkts bei Tieren bestätigen. Wenn wir bedenken, daß die Hündin vor nicht langer Zeit selbst geworfen hat und ihrer Jungen beraubt ist, so würde obtge Tatsache durch den Drang des Tieres, seine Muttermilch loszuwerden, eine sehr hand­greifliche Erklärung sinden. Indessen kommen auch Fälle vor, wo derMutterinstinkt sogar den eigenen Jungen gegenüber versagt. So «nachte ein alterHegemeister, dessenMitteilungen ich durchaus Glauben schenken darf, die Erfahrung, daß seine Kuh jedesmal beim Anblick ihres frisch geworfenen Kalbes in höchste Wut geriet und es auf die Hörner nehmen wollte, so daß es künstlich ernährt werden mußte. Das Merkwürdige war, daß sich das Tier bei jedem Wurf so benahm. Die gleiche Beobachtung wurde bei einer Stute gemacht, welche ebenfalls das Fohlen nicht zum Säugen kommen ließ. Als dritten Fall, bei welchem vielleicht auch der Farbensinn eine Rolle spielt, teile ich aus derselbe» zuverlässigen Quelle mit: Eine schwarze Henne, welche schwarze und bunte Küken erbrütet halte, tötete letztere der Reihe nach durch Schnabelhiebe, so daß sie geschlachtet werden nmßte

bk. - G e s u ch t ein Dorf, indem nicht geklatscht wird. Folgende zeitgemäße Zeitungsanzeige fand sich vor einigen Tagen in der LondonerTimes":Dorsllatsch! Wenn es ein Dorf in England gibt, uw man den Herbst in Frieden und Ruhe verbringen kann, ohne daß man von üblem Nachbarklatsch behelligt rvird, so würde der Ausgeber dieser Anzeige hoch erfreut sei», den Na»te» des glücklichen Dorfes zu erfahren W. G. O. 23 Expedition derTimes"." Der Mann oder ist es eine Frau? muß üble Ersahrungen gemacht haben. Ob es überhaupt ein solches Muster­dorf gibt! ?__

humoristischer.

* An sder Schule. Eine Mutter kommt in die Schule zur Lehrerin der achten Klasse. Fran B.:Fräulein, was ist denn mit die Paula, ich hab' mir doch so über die Zensur aufgeregt/ sie hat doch wieder Genügend in Anschauung; ich hab! zu se gesagt:warum siehste denn bloß das Fräulein nich an?"-

* Stimmt.Warum nimmst du denn immer 'ne Köchin zur Brant?" Grenadier:Nu', das is haltGeschmacks-« fache."

* Verleidet.Besuchen Sie noch immer spiritistische Versammlungen?"Nein, jetzt nicht mehr. Das letzte Mal haben sie mich in der Dunkelheit braun und blau geschlagen/ und dann sagten sie, das wären die Klopfgeister gewesen."

* Gründ e.Ich höre, der Schmiedemeister Knopp bot dir seine Hand und sein Vermögen weshalb hast du ihn aus- geschlagen?"Seme Hand war mir zu groß und das Vermögen zu klein."

* Man m sich zu helfen wissen. Gast (zu der Wirtin): 7,Um Himmelswillen, Frau Wirtin, was mag nur Ihr Mann vorhaben? Der sitzt unten am See und hak ein Rascer­messer in der Hand!"Haben S' nur keine Sorge; gestern bei der Rauferei haben's auch die Spiegel z'sammg'wichst, und da schaut er halt ins Wasser beim Rasieren."

* Geographie s ch w a ch.Nun, was hat dir dein Mann von der Reise mitgebracht?"Diese Brosche; sie ist aus Lugano."Ach schön wieder ein neues Metall?"

* Aus der I n str u ktio ir s st u u de. Unteroffiziers Huber, was tut der Soldat auf Posten, wenn er sieht, daß die Ablösung kommt?" Huber:Er freut sich!"

* Erster Gedanke. Hebamme (zum Vater, einem Gast-. Wirt):Ein Junge ist's!"Dös is g'scheit! Wenn er nutz die Kegel scho' aufstell'n könnt'!"

Rösteisprung.

Auflösung in nächster Nummer.

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Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: 9t a ch e n, R o ch e », 8i e ch e ».

Redaktion : ff. Neurat h Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»