Samstag, den 22. März
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Osterhimmel.
Die Osterwasser gießen In nfervollem Fließen Niel Wunder auf die Welt, Und durch die Wälder schweben Geheimnisvolle Leben, Und alles ist erhellt.
lieber die Berge fliehen
Die Wolken; Stürme ziehen Sie fort mit starker Hand. Der Himmel wächst ins Blauet Komm, Ostersonne, schaue Froh auf dein selig Osterland.
Max Bittri ch.
jfraueniiebe.
Roman von Hör st.Bode m e r< (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
11. Kapitel.
Was junge Paar hatte in der Tat von Berlin aiw teilten Abstecher zu Beerenburg gemacht. Der gab ihm zu Ehren eilt kleines Fest int Kasino. Hans-Wilhelms Kameraden schüttelten intmer wieder die Köpfe.
„Der gute Kerl ivar doch eigentlich furchtbar dumm gewesen! So eine Frau heiratet man doch vom Fleck weg!" '
Man fand sein langes Zögern ganz uufaßlich.
Einen .Hausstand einzurichten, kostet aber eine Hei- denmenge Geld; der Anschlag, den sich Eva macht. Muß- erheblich überschritten Werden. Grund genug, nach Mo reih zurückzukehren.
*
Nach vierzehntägiger Abwesenheit trafen sie zu Hause ein, am Bahnhof empfangen von Frau von Mo reih und dem Grafen Relendorff; doch fuhr der Vater gleich nach der Begrüßung nach GlossoW zurück.
Hans-Wilhelm ärgerte sich im Stillen. Eva merkte es wohl. Als sie abends allein zusamniensaßen, faßte sie ihren Mann 'bei der Hand.
„Aergere dich nicht über Pappa! So ist er nun einmal — wie haben alle Fehler und müssen nachsichtig sein!"
Hans-Wilhelm schwieg, er durfte nicht über die Fehler .anderer richten.
„Eva, das liebende Weib erriet seine Gedanken.
„O, es wird alles noch schöner, als es ohnehin schon ist! Ein ganz reines Glück gibt es doch kaum auf diese« Welt!"
Da nimmt er sie auf feinen Schoß.
„Eva, warum hast du mich eigentlich so lieb?" Sie schlingt die Arme um ihn.
„Liebe ist ein Gefühl — ergründen fällt da schwer, Nur so viel Weiß, ich, hättest du mich noch lange wartttf- lasseu, wäre ich zusammengebrochen!"
Wild küßt er sie.
„Und ich Esel bin jahrelang att so viel Liebe, Güte ufl Schönheit vorbeigetrottet!"
Eva fährt nur selten zu ihrem Vater, sie fühlt, Hans» Wilhelm sieht es nicht gern, und sie gibt ihm recht. Mm! Graf Relendorff nicht, seine Kinder zu sehen, forderte -er vor allen Dingen den Schwiegersohn immer noch nicht auf, bei ihm zu verkehren, als sei Glosfow- seine zweite Heimat, so war es Pflicht des Weibes, den Mann über den Vater, zu stellen. Oft hatte sie allerdings weiche Anwandlungen, dann bedauerte sie den einsamen Vater, der still und ruhig seiner Pflicht nachging. Was er einmal für richtig hielt, davon brachte ihn kein Mensch ab. Er war eben ein Charakter. Und pochte an sein Herz von Zeit zu Zeit die .Sehnsucht nach seinem einzigen Kinde, so stürzte er sich mit doppeltem Eifer in die Arbeit, um in ihr Ruhe zu finden.
Aber die Winterabende so ganz allein Waren entsetzlich laug und Evas Stimme bei den Mahlzeiten zu missen, ihrem munteren Geplauder zuzuhören, das ivar ihm nun genommen. Frau von Moreth schien ihm auch sein Verhalten zu verübeln, sie war reservierter geworden. Nun ja, sie hing an ihren Kindern, das War begreiflich und selbstverständlich, ein Frauengemüt ist weicher als ein Männerherz. Kam dann endlich einmal Eva —< in acht Tagen War das kaum .einmal der Fall, — so mußte er sich zusammennehmen, um nicht werten zu lassen. Wie sehr er sich freute. Und weil er feine Gefühle zu verbergen suchte, so wurden sie einander immer fremder, man redete von gleichgültigen Dingen, jedes war darauf bedacht, keine Herzenstöne anzuschlageu, der Graf, weil er fürchtete, dann von Eva überrumpelt zuj werden, die Tochter, weil sie bartun wollte, daß zwischen ihnen solange eine Scheidewand stehen bleibe, bis Hans- Wilhelin mit offenen Armen als Sohu aufgenommen worden sei!
Der aber tat seine Pflicht und Schuldigkeit! Jetzt im Winter war Zeit, die Jmtenwirtschaft in Stand zu setzen. Alle Kräfte eines Gutes richtig zu verteilen, War doch schwerer, als einer Schwadron den Dienst anzusetzen.
Einmal hatte der Oberinspektor auf dem Gutshofe mörderisch geschimpft, der Bogt hatte fünf Minuten zu spät zur Wiederaufnahme der Arbeit geläutet.
„Aber Drewei, machen Sie doch jetzt im Winter nicht solchen Heidenradau wegen lappiger fünf Minuten! Wenn Wir in der Ernte wären und ein Gewitter stände am Himmel, Wäre das etwas anderes."
Da hatte er sein Buch herausgezogen.


