Ausgabe 
22.2.1913
 
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führte, Me Rcchmtugeu mußteir von ihm angclviesen werden. Im November wurde das Quartieramtwegen der vielen hier tmnl) passiereirden Russen und sonstigen Truppen auf das Rathaus verlegt.

Das Stelleir einer dauernden Wachmannschaft, dre stets bereit sein mußte, Botengänge bei den ankoinmenden Truppen zu versehen, leLte der Stadtkasse bedeutende Ausgaben auf. So werden ain 1. November 1,8 fl. 12 Krz. verausgabt an 3 Mann für Wachen imweißen Roß" ioährend 7 Tage und 7 Nächte. Vom 1. auf 2. November müssen 10 Mann Wacheim Stern" und Zeughaus gestellt werdenivcgett Kriegsunruhen". 4 fl. 40 Krz. werden verausgabt für14 Mann Wache im Zeughaus bei den russischen Pferden", wie auchim Stern wegen der Ordo- nanzen", am 5. NovemAer 8 fl. 20 Krz. für 25 Mann Nachtwachen imStern, auf dem Rathaus, bei Stallmeister Frankenfeld lUni- versitätsstallmeister) und ins Sprucke".

Am 9. November warenbei der außerordentlichen Einquar­tierung und der die ganze Nacht dnrchpassierenden Russen und Preußen 40 Man n als Boten auf das Rathaus bestellt". Vom 10. auf 11. November werden 20 Mann zur Nachtwache auf das Rathaus beordert und erhalten 6 fl. 48 Krz. Vom 11. auf 12. sind 16 Mann Wache nötigwegen der vielen auf dem Rathaus gelegenen französischen Gefangenen und der deshalb notwendigen Bestellungen". Am 12. November waren wieder 7 Mann auf das Rathaus befohlen, um Kranke >und Ver­wundete zu tragen. Da das Geschäft äußerst unangenehm ist werden dem Mann 15 Krz. bewilligt. Am 12. mußten 3 Fuder Roggenstroh geliefert werdenzum Behuf der französischert Kriegs­gefangenen in dein Rathaus".

Am 26. sind Aufwärter nötig für die« russischen Kran­ken auf dem Rathaus. Am 3. November sind 1 fl. an Fährlohn verausgabt,um Fourage für die Gene­rale v. Sacken und Blücher in die Quartiere zu fahre n". (Blücher logierte im Einhorn.) 30 Krz. erhält Johs. Pfaff,um Stroh bey der Pulvermühle vor die Russen zu fahren". 1 fl. 36 Krz. werden verausgabt, um Brot und Fourage für die Russen am Schießhaus zu fahren. 30 Krz. erhält Wilh. Frech, einen Wagen Hafer an das Schießhaus zu fahren. 12 fl. werden Johs. Moll vergütet für das Bestellen von Fichrwerken vom 1. bis 15. November. 2 fl. 18 Krz. werden an Fr. Frank und Lonh bezahlt,welche am 3. und 4. Dezember bei Tag rind Nacht die 'Fuhren herbeigeschafft haben, ebenso an Joh. Hilgard und Wilh. Moll für gleiche Leistung anr 6. Dezember.

Alle möglichen Anforderungen wurden an die Stadtkasse gestellt. Sie muß 54 fl. an I. Berger bezahlen für 180 Pfund Wagenschmiere für das russische Militärfuhrtoerk. Im November lieferte zu Lasten der Stadtkasse der Gastwirtzum goldenen Hirsch", Joh. B. Müller, auf Befehl des Herrn Polizeirats Raiß an die Tafel des Herrn Prinzen General Whishilikow 2 fette Welschen ä 4 ft. 30 Krz. und einen fetten Kaprun a l fl. 30 Krz. Am 19. Nov. werden verausgabt 4 fl. für Lieferung von 4 Enten für die Generalstafel in Nr. 650, ferner 2 fl. für eine fette Gans an denselben General. Der Betreffende wohnte im -ehemaligen v. Gabertschen, jetzt Gailschen Hanse in der Neustadt. 2 fl. 30 Krz. erhalten 2 Personen, die die Aufwartung bei dein Herrn Grafen v. Schmettan gehabt hatten. 24 St;, erhält eine Person für Bedienung bei dem Prinzen Wil­helm v. Preußen (Bruder des Königs Friedrich Wilhelm III.). Für Wache bei demselben Mährend 2 Tage und Nachte werden 40 Krz. verausgabt. 48 Krz. erhält die Nachtwachebei den russischen Kühen im Linkerschen Garten".

Ms Dolmetscher bei den Polen und Russen dienten Friedrich Mohr imb Thomas Chovernsky. Mohr hatte schon im August bei der Anwesenheit der Polen die Verständigung vermitteln müssen; er bekam die jeweilige Dienstleistung mit 50 Kreuzern vergütet. Chovernsky scheint erst später mit dem Eintreffen der Russen zugezogeu worden zu sein. Er erhielt 30 fl., weil erals Dolmetscher bei den Russen auf dem Rathaus gebraucht wurde".

lieber 1000 fl. werden verausgabt für Branntwein. Liefe­ranten waren Hast u. Eckstein, Heinr. Wilh. Ferber, Waith. Wecker Wtwe., Gottfried Gilbert und Wilh. Hofmann von Dorf- Gill. Im ganzen wurden während des Jahres 1813 aus der Stadtkasse bezahlt: an B o t e n l o h n 1363 fl., für Lieferung an die Truppen 26 375 fl., für Kr iegssahrten 8875fl., insgesamt 3 6 513 sl. Die Rechnung wurde 1816 in Gegen­wart des Bürgermeisters und der Ratsschöfsen geprüft, aber erst endgültig 18 2 7 nach stattgehabter Revision abgeschlossen. 22 642 fl. mußten auf dieStadt-Schnlden-Tilgungskasse" über­nommen werden; den übrigen Betrag übernahm die Landeskaffe.

Den Schaden, den die Bürgerschaft während der Kriegswirren 1813 durch Einguartierungeic, Kontributionen, Schwierigkeiten im Erwerbsleben, Verteuerung der Lebensmittel, erlitten, läßt sich mcht ziffernmäßig feststellen. Immerhin wird er auch beträcht- lcch gewesen sein, und er mußte dauernd schwer empfunden Werden, da die Jahre 1814 und 1815 nicht nur nicht Erleichte- vungen brachten, sondern noch neue Anforderungen an die finan- Sielle Leistungsfähigkeit der Bürger stellten.

Vermischter.

kf. Wie weit Schwalben fliegen. Der HerausgEkS der englischen ZeitschriftBritish Birds" hat im! vergangenen Jahre beinahe 12 000 Schwalben auf die gleiche Weise beringt, wie es unsere wissenschaftlichen Vogelwarten tun. Er hat nun aus den verschiedensten Gegenden Nachrichten über den Verbleib der gekennzeichneten Schwalben erhalten, und dabei hat sich er­geben, daß die englischen Schwalben bis tief nach Südafrika fliegen und den Winter dort zubringen. iSine der gekennzeichneten Schwalben ist beispielsweise in Turban (in Natal) gefangen wor­den. Der englische Vogelforscher hat seinen Versuch übrigens! hauptsächlich deswegen unternommen, um festzu stell en, wie weiß die Schwalben ihre alten Nistplätze toieder aufsuchen.

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", Im Restaurant.Sieh, nur, Max, der Unteroffizier! dort am Tische hat schon wieder ausgetrunkeii." -r-,Hm, der ist wahrscheinlich vom Leerbataillon."

Habt Mitleid!

Ihr freut euch an des Ofens Wärme, Wenn's draußen stürmt, ge'riert und schneit» Gedenkt drum auch der armen Tiere In dieser harten, falten Zeit.

Gönnt eurem Pferd die warme Decke, Wenn's warten muß in Wind rind Schnee^ Wie manchem arbeitsmüden Pferde Tut ost die Kälte bitterwey.

Und stellt nicht an die Wetterseite Des treuen Hundes hölzern Haus, Bereitet ihm ein warmes Lager, Füllt gut mit Stroh die Hütte mls. Laßt nicht das Kätzchen draußen frieren, Wenn's Einlaß in das Haus begehrt, Bedenket, daß ihr selbst euch ehret. Wenn ihr Schutzlosen Schutz gewährt.

Und wenn die Vöglein ztt euch fliegen, So «nacht das Futter gern bereit, O seid barmherzig mit'den Tieren, Schützt sie vor Hunger, Frost und Leid.

E. Wüterich-Mudalt. (Züricher Bl. für Tierschutz).

Vli-errätsel.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer \ A iS H

I o a ahn Alabaster Sehafkopf Hauskatze tot e p z r f e

Ein Freund unseres Blattes schreibt tms: Sie brachten in Nr. 28 der Gießener Familienblätter vom heutigen Tagedie Auf­lösung des Geographischen Verschiebrätsels in voriger Nummerfl Ein eigener Zuiall hat es gewollt, daß das Rätsel nicht blos eine Auflösung, sondern zwei hat und zwar:

Madrid Wien

Arrrbien

Madrid

Borneo

Borneo

Italien

Breslau

Breslau

Kuba

Wien.

Pr»g

Kuka

Budapest

Prng

Italien

Budapest

Arabien

M a r i e n b a d.

Wiesbaden.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckeretz R. Lange, Gieße»