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Firnenrsulch. Roman von Paul Grab ein.

Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

, Malmort trat zuerst hinaus auf den gefährlichen Pfad. ört)raggcfteUt, dre rechte Schulter an die Felswand gepreßt, begann er auf dem schmalen Felssims entlang zu schreiten. Sctounbmtb- blickte Gottliebe ihm nach, wie Auge, Hand und rMß aufeinander eingearbeitet waren und mit der Prä- 8qwn einer Maschine gleichzeitig funktionierten. Kein Bau« oern und Versuchen. Wo das scharf und doch blitzschnell prüfende Auge den Tritt und Griff erkannt, da faßten im selben Moment auch schon Hand und Fuß mit stählernem KSrifji zu. Ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit überkam einen, wenn miau ihn so selbstsicher, Herr des Berges, auf dem schwindelnden Felsstreifen dahinschveiten sah.

®° selgte denn auch Gottliebe, nun ganz wie er in Anspruch genommen von der schwierigen Aufgabe, die alle Mistes- und Körperkraft voll aUspannte. Da war jetzt gar teilte Zeit, über die Gefahr der Lage nachzudenkeu, und toemt überhaupt noch für ein Gefühl Raum war in ihrer Seele, so war es das eines frohen Stolzes auf ihre Kraft Und ihren Mut, die sie hier festen Fußes zwischen Himmel Und Erde dahinschreiten ließen.

So ging es langsam, aber ein gut Stück bergan. Plötz- lrch aber versagte der Weg das Band verlor sich am Felsen.

Unwillkürlich zum Halt gezwungen, fest an die Wand Mr Rechten geklebt, mußte Gottliebe denken: Wie den ge­wöhnlichen Sterblichen da drunten wohl zumute gewesen wäre in dieser Situation? Das Bild der verzärtelten Mode­dame, der Frau v. Malmort, die sie so hochmütig über die Schulter angesehen hatte, stieg unwillkürlich vor ihr auf. Hier! rief sie ihr im Geist stolz zu hier laß uns messen miteinander, wer der stärkere von uns beiden ist, wer das Recht hätte, auf den anderen herabzusehen! Wer wirklich das Recht hätte, sich diesem Manne als ebenbürtige Ge­fährtin zu gesellen du oder ich!

Nun wie weiter?"

Lächelnd sah Malmort von vorn zu ihr her. Es reizte ihn, zu sehen, wie sie diese Situation ertrug.

Wer ruhig begegnete ihm ihr Blick und studierte dann dre Wand vor und über ihr.

Hier den Fels hinauf Griffe sind da dann im Kamm droben hoch."

Bravo, bravo!"

Laut rief er es ihr zu.

Ich glaube wahrhaftig, Sie können auch allein hinauf, ohne mich!"

Sein Blick traf sie in freudigem Stolze.

Es ist ja eine. Freude, mit ihnen zu gehen, eine Her­

zensfreude, Fräulein Gottliebe! Könnten Sie mich doch immer begleiten."

e^Pbumal sah sie aus dem sonst stets so ernsten m lch eme helle, lachende Freude strahlen. Das machte sie 1°. glücklich! Und zum ersten Male hatte er sie wie, wie seine ^achter es tat, vertraulich mit dem Vornamen ge­nannt. v

, T sonderbar klang ihr das im Ohr. Es war ihr, als VE sie eben ihren Namen zum allererstenmal gehört, j?* ~ sie hatte den Namen bisher immer so alt­fränkisch, bigott gefunden; nun aber schien er ihr mit einem nM mehr häßlich. Im Gegenteil! Und plötzlich chw st ihr durch den Kopf: Der Name paßte in seiner alturtumlichen Art sogar recht gut zu ihm, zu der ganzen, vergangenheitsumwitterten Umgebung in Malmort drunten, imb eg mürbe gar nicht schlecht geklungen haben: Gottliebe b. Malmort viel besser, würdevoller und ernster als mitschwirrte mE' to0 etwas so Kapriziöses, Leichtfertiges .. . Wer im nächsten Augenblick schüttelte sie Unwillig dwse Gedanken ab. Wie albern, wie kindisch! Und mit ge­spannter Aufmerksamkeit verfolgte sie Malmorts Bewegun- gen, der sich bereits am Fels hinaufwand. Den Körper

<7 kstdw Wand gepreßt, zog er sich mit elastischen, ruck­weisen Bewegungen empor. Aber nun ein Halt!

Ueberhängendes Gestein Mer ihm benahm ihm die Mög­lichkeit weiterer Griffe. Ein kurzes Ueberlegen, dann warf er die freie Hälfte seines Seils uni den Felszacken über sich, eine Schlinge in das herabhängende Ende gemacht, den Fuß wie in einen Steigbügel hiueingesetzt, und dann zog er sich selbst bis zu dem Felsvorsprung hinauf, auf den er sich nun mit einem Ruck schwang.

So glücklich oben!

Nun nur auch herauf! Aber Sie brauchen den Fahr­stuhl nicht ich schaff's so!"

Und mit gewaltiger Kraft hielt er ihr das straff ge­spannte Seil, an dem sie nun, wie in der Turnstunde, regel­recht hinaufklomm.

Sie klettern ja wie ein Bube!"

Lachend half er ihr ganz auf die kleine Plattform sie bot gerade zweien Raum herauf. Indem er ihr dabei den Arm nachhelfend um die Schultern legte, berührte seine Rechte, ohne es zu wollen, ihre von der Anstrengung wogende Frauenbrust unter der leichten Wollbluse. Es durchs zuckte sie wie ein elektrischer Schlag.

Malmort fühlte das Zittern, das ihren Leib durchfuhr, aber er ahnte seine wahre Ursache nicht. Er glaubte viel- drrhr an einen augenblicklichen Anfall von Schwäche.

O ich mute Ihnen aber doch zu viel zu?" Zärtlich besorgt hielt sie noch immer sein Arm, und sein bärtiges Antlitz beugte sich dicht über sie.

Einen Moment litt sie mit geschlossenen Augen, von süßem, nie geahntem Schauer durchrieselt, diese Berührung; es war wirklich eine augenblickliche Schwäche über sie ge-