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Vermischtes»

- Rotationsdruck und Verlaa der Briikl'icken Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.

Redaktion: K. N e u r a t ö.

Zitatenratsrf. , , . ,

Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, sodaß sich ein neues Zitat ergii't:

1. Was nützt miet) der Mantel, weit» er nicht gerollt tftt

2. Nicht um Gnade will ich Vetteln, ich verlange nur mein Recht.

3. Und darum Räuber und Mörder!

4 Vergelten will ich's Euch, wenn Ihr mein Leben schont.

5. Schwer büßen soll der Frevler, der die Tat verübt.

6. Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn. .

7 Man hat Exemvel, daß man den A!ord liebt und den Mörder strast.

' Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer r M E D E A ERIS DIS E S A

Absenker werden nach der Blüte im August Es heschiehi

in der Weise, daß an einem, tm Boden befindlichen Triebe ein Einschnitt von einem Knoten bis zum andern gemacht wird, so daß der Stengel halb durchschnitten ist. In den _ Spalt wird häufig ein kleines Steinchen oder sonstiger Gegenstano geschoben, um das Wiedcrzusammemvachsen zu verhindern. Alsdann wird der auf diese Art verletzte Stengel mit einem kleinen Haken am Boden be­festigt, etwas Erde darum gehäufelt und bei Trockenheit oster^ be­gossen. Nach Verlauf einiger Wochen, wenn sich an der verletzten Stelle junge Wurzeln gebildet haben, wird der Stengel vol ends ganz durchschnitten, der Absenker also von ^r Mut.erpslanze getrennt. Ist die Bewurzelung nach wetteren 34 Wochen voll­endet, so nimmt man diese ab und behandelt sie, als selbständige Pflanzen. Die Vermehrung durch Absenker ward früher allgemein gehandhabt. In neuerer Zeit aber, wo große Mengen m kurzer Zeit verlangt werden, vermehrt man die Nelken nur noch durch Stecklinge, die in geeigneten Häusern oder Mlstbeetkasten zur Be­wurzelung gebracht werden. Zur Samenzucht werden nur rie gefüllt blühenden Pflanzen ausgewählt.

Die Nelke gedeiht in jedem nahrhaften, lockeren Gartenboden, sie liebt die Morgensonne und freien Standort. Zur Topskultur gibt man den Nelken ein Gemisch von lockerer Rasenerde, welcher man etwas verrotteten Kuhdung und scharfen Sand öusetzt. Die Gärtner pflanzen die gewöhnlichen Landnelken kurz vor der Blute aus dem freien Lande in Töpfe und bringen fte tn blühendem Zustande dann auf den Markt. Solche Pflanzen lohnen weitere Pflege nach der Blüte nicht. Sie haben ihren Zweck mit Beendigung ihrer Blütezeit erfüllt. _ ,, a

Wie jede andere zu hoher Vollkommenheit gebrachte Kultur­pflanze, so hat auch die Nelke von mancherlei Krankheiten und Feinden zu leiden. Eine der gefürchtetsten ist die Hohls liebt Die Stengel werden unförmlich dick, platzen und gehen ent. Bet der Wassersucht, die durch zu große Nässe im Boden oder zu reich­liche Düngung entsteht, sterben die Stocke plötzlich ab. Auch Rost und andere Pilzkrankheiten, Würmer, Käser, Raupen und allerlei andere Schädlinge gehen als ungebetene Gäste bei den Nelken zu Tisch und der Züchter, welcher es versäumt, die Abwehrmittel zur rechten Zeit in Anwendung zu bringen, hat Mißerfolge. ,

Das vielgestaltige Geschlecht der Nelken hat noch mancherlei andere Vertreter, die zum Teil uralte Gartenpflanzen sind, wie die noch stärker duftende Federnelke, die Bart- oder Studenten­nelke, die Chineser- und Hedwigsnelken, die Kaisernelke usw. Keine aber hat die blumenliebende Menschheit so vielfach befchastigt wie die Aristokratin ihrer Gattung, die Gartennelke, die tu ihrer Entwicklung ein Beispiel bietet, wie eine von Natur aus be­scheidene Blume unter der Pflege des Menschen sich allen seinen Launen anzupassen vermag, um sein Schönheitsideal zu werden,

Jt C Ij 11 C Lt.

* iDie Troddeln bürgern sich wieder ein. Seit einiger Zeit sieht man diesen nicht ungraziösen Abschluß von verschiedenen aufeinander stoßenden Linien ziemlich häufig. Ge­wöhnlich Meuten sie den Schlußpunkt irgendeiner Drapierung. Gei den Schärpen machen sie sich ganz besonders hübsch, nur Essen sie aus sehr schwerem guten Material hergestellt sein. Die Lätzchen bei den Damentoiletten werden am unteren Rande vorne und rückwärts durch eine Reihe kleinerer Quastchen recht hübsch abgeschlossen. Wirst der geraffte Oberrock auf der einen oder der anderen Seite einen Zipf, so wird er in eine große Troddel als Abschluß gesteckt. Auch die Bolero werden recht häufig mit kleinen Quastchen besetzt, die gleich Miniaturkastagnetten sich hin- und herschwingen. Auch die Pompadours schließt man nut -einer Troddel. Der Rcistd der Schirme wird mit Reihen bunter kleiner Quasten besetzt, und auch den Hutrand verschmäht man Nicht damit zu garnieren. !Die im Herbste kommenden Federboas enden gleichfalls mitunter in einer Troddel.

* Das Geheimnis des Korsetts. Eine drollige kleine Geschichte wird von dem Expräsidenten Loubet erzählt. Ein Freund traf ihn eines Nachmittags, wie er vor entern Laden der Avenue de l'Opsra in seinem Wagen saß. Man begrüßte sich, und der Freund ging iveiter. Ais er zwei Stunden später wieder vorbei kam, saß Loubet noch immer in feinem Wagen. -Sie haben jetzt viel Zeit zu verlieren, nicht wahr?" fragte der andere und trat an das Gefährt heran.Wo ist denn Birne Loubet?"Meine Frau?" erwiderte der Exprä,ident.Die ift da drinnen schon die ganze Zeit, seit wir uns zuletzt sahen." Der andere sah nach dem Ladenschild, auf dem nut großen Buch­stabenNu Corset Mystöre" (Zum geheimnisvollen Koriett) ge­schrieben stand.Und wirklich? fügte Loubet hinzu, indem er auf die Korsettmodelle im Schaufenster zeigte.Es ist ein Geheim­nis, wie sie da hiiieinkvmmen soll," Mme. Loubet ist nämlich eine sehr korpulente Dame. _ . ,

Der fröhliche Abschied. Die Tausende von Ameri­kanern, die alljährlich in bett Sommermonaten ihre Erholungs­reise »ach Europa antreten, brauchen fortan dem Augenblick- beg Abschiedes nicht mehr mit Beklommenheit entgegen zu sehen. Bis­her war der Augenblick des Abschieds doch immer ein Wermnts-

kropfen int Becher der Freude; wenn das Sdsiff langsam vom Ufer glitt und die -Freunde und Verwandten sam Kai zurückbliebem wenn dann die Schiffskapelle ihre gemütvollsten Weisen ertönen ließ, dann wurde einem doch oft das Herz schwer -und die Äugest füllten sich mit Tränen. Die für das körperliche und -seelische Wohl ihrer Passagiere besorgten Schiffahrtsgesellschaften konnten das nicht mehr länger mit ansehen. Die rührenden und traurigen; Abschiedsszenen müssen den Direktoren in der Seele weh getan haben; die Folge war jedenfalls, daß man sich eingehend mit der Frage beschäftigte, ob es denn nicht möglich sei, den Mschieds- schmerz zu betäuben und gewissermaßen zu einer .Abschiedsfreude zu machen. Die Furcht dieser zartsinnigen Erwägungen ist fetzt gereift. Wodurch kam es bisher, daß man immer so leicht senti­mental wurde? Ach, diese Abschiedsmusik, diese langgezogenech schmerzlichen Klänge, diese traurigen Lieder von Abschie-dnehmen und Ankerlichten! Die fröhlichsten Menschen erlagen der Sug­gestion dieser Musik, und sobald die Kapelle ihre schmelzenden! Töne erftingen ließ, wurden selbst fteiuerne. Herzen zu Butter. Und wozu das alles? So faßte man den Entschluß, künftig bet der Abfahrt der Schisse keine Abschiedsweisen mehr spielen zUlafsen,. sondern an bereit Stelle fröhliche, lustige Ragtimes. Am -sonntag wurde der Plan in New York erprobt, bei der Abfahrt des Damp­fersBan Dyck". Und wirklich, der Erfolg war ausgezeichnet. Man strich alle elegischen Weisen -aus dem A'bschiebskonzert, spielte nur; Tanzmelodien, und als der Rumpf des Schiffes sich langsam von der Kaimauer entfernte, ging die Kapelle mit El an m diS Melodie des Walzers aus der Lustigen Witwe über E Passagiere uahnieii unwillkürlich den Rhythmus der Musik auf; wahrend der Dampfer davonglitt, sah mau auf Deck Leute fangen unb auch dieHinterbliebenen" am Ufer folgten halb biefem Beispiele und tanzten, bis die Musik in der Ferne verhallte. Es gab kerstq Rührung, keinen Schmerz. Ja sogar ein paar Missionare, die an Bord waren, zeigten vergnügte und lächelndeVtienen. VUnerttoi aber ist stolz, 'auf diese einfache und sinnige Weise-seinem National- verniögen an Gefühlen die zwecklose und damit unökonomische Auf­wendung von Tränen erspart zu haben.

* B o in lustigen Onkel ö» m. Realismn s. Es wirdJulius Cäsar" gegeben, und an Ausstattung ist nickM ge­spart Aber als die Ermordungsszene kommt, versagt der Dolch, der aus der Scheide herausschnellen soll, seinen Dienst, und verzweifelt sticht Brutus immer wieder mit her wider­spenstigen Waffe auf den unglücklichen Cäsar em, bis von der Galerie eine ruhige, ehrlich erftaunte Stimme kommt:Donner­wetter, ist der zähe!" Man m n ß sich zu helfen wl 11 en. Der Drucker stürzt in wilder Aufregung in das Zimmer des Re­dakteurs.Denken Sie sich," schreit er.Johnson, der Mörder, ist eben telegraphisch begnadigt worden. Und wir haben die ausführ­liche Darstellung, wie er gehängt wird, mit JllustratioiieiiiM heutigen Blatt, das schon in Druck ist."Beruhigen cr-ie pch, antwortet der Redakteur kaltblütig.Wir setzen einfach in Fett­druck darüber:Johnson begnadigt!Ausführlicher Bericht, ivas ihm bevorstand!" Zarter Wink.Stern meines Lebens! flüsterte der liebeglühende Jüngling.Und was fur ciu ©lern, fragte die Schöne zurück.Venus, die bezaubernde, veriuhrernche Benns "Ach, dann bitte doch lieber Saturn."Warum denn, mein Liebling?"Weil der Saturn gelegentlich einen neuen Ring bekommt." Zerstreut. Der Professor kommt abends nach Tarife, und nachdem er mehrmals umsonst an der Haustür ge­klingelt hat, hört er aus einem Fenster des zweiten Stocks die Stimme seines Dienstmädchens:Der Professor ist nicht zu Hause.

All right," sagt er,bann will ich ein anbermal wiederkomnien, u'nb steigt beruhigt die steinerne Bortreppe wieder herunter. Olle Ka mellen. Die anierik. Choristin, bte in London große tzi- folge erringt, ist stolz darauf, stets auf der Höhe zii seiii und vieles, was sie in London sieht, scheint, ihr polle Kamellen

Wie sind doch die Engländer zurück! sagte fuiigst solch eine niedliche Choristin aus New YorkDa ,sehe ich, daß man hier in einem TheaterSomniernachtstrauin gibt. Tas hatten wir bei uns schon vor zwei Jahren auf dem Broadway.