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Vüchertisch.
__ Daudets Tartarin von Tarascon, der klassische humoristische Roman des neueren Frankreich, bringt der Gelbe Verlag in Dachau in einer trefflichen Verdeutschung von A G e r st m a n n heraus. Das anmutige Werk, das die schwächen der Franzosen aufs unterhaltendste geißelt, indem es von den wunderbaren Abenteuern des Herrn Tartarin von Taraseon erzählt, ist mit 45 Zeichnungen von Emil Plreetorius geschmückt, der für die lustigen Schicksale des ehrbaren Spießbürgers eine treffende Form gefunden hat. Das hübsche Buch kostet nur 1,80 Mark.
— Die Gedichte Walthers von der Vogelweide veröffentlicht in einer wundervollen Ausgabe der durch seine geschmackvoll ausgestatteten Bücher vorteilhaft bekannte Verlag von Kurt Wolff in Leipzig als siebzehnter Band der Trugulin-Drucke. Die auf Grund des Lachmannschen Textes voir Dr. Hanns Berendt besorgte Ausgabe ist in einer prächtig geschnittenen Schrift auf feinstes Papier in Quartformat gedruckt und ist allein rein technisch betrachtet von hohem Reiz. Allen Freunden der mittelhochdeutschen Poesie wird diese Ausgabe viel Freude bereiten, weshalb wir sie ganz besonders empfehlen. ,
— Der Sänger der Landstraße, wie inan Hans Ostwald mit Recht bezeichnen kann, versteht es, seinen Gestalten die Blutwärme des Lebens zu verleihen. Diese Gestaltungskraft wird dem soeben in Kürschners Bücherschatz Nr. 925 (Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9) erschienenen Band „Hanna und ihr Kampf und andere Erzählungen" von Hans Ostwald einen großen Erfolg bereiten. ■
— „Tie Rampe". Mit Beiträgen von Hernt. Snder- niann, Max Dreyer, Georg Engel, Ludwig Fulda, O. Blumenthal, W. Bloem, Georg Hirschfeld, F. v. Zobeltitz u. a. Geheftet 2 Mk. (Johannes Baum Verlag, Berlin W. 30). Tie „Stampe", das Jahrbuch des Verbandes Deutscher Bühnenschriftsteller, ist jetzt zum vierten Male erschienen und präsentiert sich äußerlich in einem neuen Geivairde. Ein flott gezeichnetes Titelblatt zeigt den Autor vor der Ranipe. Hermann Sudermann leitet im Anschluß an das effektvolle Titelblatt den Reigen der Bühnenschrift- steller mit einem Gedichte, dessen Titel mit dem Buchtitel über- einstinnnt, ein. Mär Dreyer schließt sich mit einer reizenden Novelle „Bob" an. Ihm folgt Ludwig Fulda mit einem bisher unveröffentlichten Einakter „Feuerversicherung". Tas belletristisch- unterhaltende Element wiegt vor. Alfred Schirokauers Grundzüge einer „Technik des Filmstücks" müssen von allen dankbar begrüßt werden, die sich auf dem neuen, viel umstrittenen Gebiet betätigen wollen. Von den dramatischen Beiträgen seien genannt: Herbert Hirschbergs historisches Drama „Fatznar" und Hans Fritz von Zwehls sprachlich hervorragender Dramatisierung eines Märchens ans 1001 Nacht, die im Dresdener Hoftheater ihre Urauf» führnng erleben soll. Otto Ernst hat einen ebenso belehrenden wie amüsanten Beitrag „Der Schauspieler und der Dichter" bei- gesteuert, ein Thema, das auch Wilhelm! von Scholz in der ihm eigenen Weise originell behandelt hat. , _
— FünfSerien Chromopla st bilder und zwar Serie 32: Garda-See; Serie 33: Jerusalem III; Serie 37: Tunis- Karthago ; Serie 39: Schliersee und Tegernsee: Serie 42: Aegypten II, Theben-Edfu. Preis jeder Serie 2 Mk. Farbenphotographische Gesellschaft m. b. H., Stuttgart, Augnstenstr. 13. — Vor Weihnachten letzten Jahres haben wir die hübsch zusammengestellte Familienserie der Chromoplastbilder „Bon Nah unb Fern" samt Stereoskopapparat in unserer Zeitung besprochen. Inzwischen hat die Farbenphotographische Gesellschaft weitere interessante Serien herausgegeben. Eine Auswahl der neu erschienenen Serien sind die obengenannten. Die Farbenpracht wie Plastik dieser Chromoplastbilder sind wiederum entzückend und überraschend. Jedermann wird die Naturtreue, die feinen Farbennuancen und die famose Wirkung bewundern. >
— Die Kultur des alten Aegypten. Bon Prof. Dr. Freih. W. v. Bissing. 92 Seiten Text und 22 Tafeln mit 66 Abbildungen. (Wissenschaft und Bildung, Band 121.) Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 1913. — Nur wenige Gebildete haben eine klare Vorstellung von der so vielseitigen und interessanten Kultur des alten Pharaonenresches. Wir begrüßen deshalb das Buch eines Mannes, der zu unseren hervorragenden Aegyptologen zählt unb burch eigene Forscherarbeit das ganze Gebiet beherrscht. Nur fo- konnte es dem Verfasser gelingen, uns in knappster Form die wichtigsten Elemente der verschiedenem Kulturformen darzustellen und die Punkte herauszuheben, die für die Entwicklung entscheidend waren. Ob er uns in die, Grundlagen des ägyptischen Staates unb der Gesellschaft, in Literatur unb Wissenschaft, Kunst oder Religion einführt, stets ist seine Darstellung von sprühender Lebendigkeit und überzengenber Plastik.
— SB r i e g e r, Altmeister deutscher Malerei. Berlin, Verlag für Kunstwissenschaft G. m. b. H. — Altmeister deutscher Malerei ist eines von einer Reihe von Werken über nationale Kimst „Das deutsche Museum", die in knapper Form in das Wesen unserer nationalen Kunst cinführen sollen. Sie sind itm so eher mit Freuden zu begrüßen, als leider festgestellt werden muß,
daß das Interesse an altdeutschen Meistern zum mindesten sehr geschwunden ist, wenn nicht von manchem als überwundener Standpunkt betrachtet wird. Hiergegen macht das vorliegende Buch Front unb zeigt in einer Auswahl von 96 .ganzseitigen Abbilbungen bie hohe Kunst eines Matthias Grünewalb, Hans Balbung Grien, Albrecht Dürer, Hans Holbein unb so manches anberen. Kurz und jebem verstänblich sinb auch bie einleitenden Erklärungen Lothar Briegers. Das Werk kostet kart. 2,40, geb. 3,60 Mk. K.B.
— Peter Rosegger, Gesammelte Werke. Vom Verfasser neubearbeitete und neueingeteilte Ausgabe. 40 Bände in 4 Abteilungen zu je 10 Bänden. Jeden Monat gelangt em Band zur Ausgabe. Jeder Band geschmackvoll gebunden 2,50 Mk. (3 K.), in Halbpergament 4 Mk. (4,80 K.). Einzelne Bände werden nicht geliefert. Verlag von L. Staackmann in Leipzig. Soeben erschien von der ersten Abteilung Band 8: Der G o t t s u ch e r. Ein Roman aus dunkler Zeit. Die rüstig vorwärtsschreitende, prächtige Neuausgabe von Stoseggers Gesainmelten Wer »en bringt! im 8. Band den weltbekannten Roman „Der Gottsucher", von dem schon Carmen Sylva einst mit Recht behauptete, daß der Dichter seine ganze Seele hineingelegt habe. Das Werk ist eines der bedeutendsten und reifsten Roseggers und bildet —_ 1883 erstmalig erschienen — einen Markstein in des Dichters Entwicklung. Es ist gleichzeitig eine Bereicherung unserer Literatur um ein ethisch wie dichterisch überaus wertvolles Kunstwerk von bleibendem Wert. Rosegger hat es nicht nur verstanden, einen ihm von der Geschichte gebotenen Stofs meisterhaft zu gestalten; ev hat ihn auch mit einer Fülle von tiefen Gedanken ausgestatteü und seinem echt religiösen Empfinden herrlichen Ausdruck darin verliehen. Möge das Werk auch in diesem neuen Gewände recht vielen Menschen dichterischen Genuß unb religiöse Erbauung spenben.
— Braunschweig, Hildesheim und der Harz, Berlin, Verlag für Kunstwissenschaft G. in. b. H. (kart. 3 Mk.). 110 Abbildungen nach Naturaufnahmen bietet das Werk, tue ein treffliches 'Bild geben von der Schönheit der alten Löwen- ftadt Braunschweig und ihrer näheren uno ferneren Umgebung, Mit künstlerischem Auge sind bie altehrwürdigen Denkmäler des Mittelalters geschaut, an denen besonders Braunschweig, Hildesheim und Goslar so reich sind, und fein künstlerisch sind sie wiedergegeben unb zu einem sehr wertvollen Buche vereint. Prächtig sind bie Abbilbungen des 1166 errichteten Burglöwen, der uralten Burg Dankwarderode, in der noch heute Hof;estlichkeften stattfinben, erhaben bie Bilder bes Domes zu Halberstabt. Auch bie Wiedergaben aus Quedlinburg, Goslar, Blankenburg und den anderen schönen Städtchen des Harzes sind von seltener Schönheit. Dr. Ernst E o h n - W i c n e r hat bas Werk mit einer geschmackvollen Einleitung versehen. K. B. >
Weihitachtsglocke«.
Ter traute, alte Klang der Westmachtsglocken tönt wieder durch die sternenklare Nagst;
verkünden wieder uns die iel'ge Kunde, daß diese Nacht den Heiland uns gebracht.
Unb wo ein Herz in sehnsnststsvolleu.Schlägen an längst vergangne fcböiv e Ze st n denkt, so ist's der weih volle Klang der Weihnachtsglocken, der in das Herz den süßen Frieden senkt.
O Weihnachtsabend, voll von Iubeltönen, die aus den iroben Memcheuseelen geh'» — und leise klingt in unsre Träume wieder der trauten Weihnachtsglocken Lobgetön.
A » h y R ü h l (Schotten).
Silbenrätsel.
a, ab, ar, ch, ch, ehr, en, ist, land, man, mo, na, os, rat, ri, tal, nr, zee, zi.
AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, baß die Ansanas- buchstaben von oben nach unten und bie Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort ergeben. Es bedeuten aber bie einzelnen Wörter folgendes:
1. Niederländische Provinz.
2. Türkischen Sultan.
3. fligur aus einer Wagnerschen Oper.
4. Britische Kolonie.
5. Biblischen Namen.
6. Ein Gebirge.
7. Stadt in England.
Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummert Weiß. Schwarz.
1. Se5 — d7 Beliebig.
2. gibt (durch entsprechenden Abzug) j- und Matt.
Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange. Siege»


