728

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Rrühl'scheu vntverkitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Wiege»

VerfteSrätsel.

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer".

Jngernranland Solling Judasbauni Kinder­garten Vergißmeinnicht Heilmittel Demosthenes Wechselbank Redefreiheit Fanstrecht Schutzen fest Gutenberg.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Buchstabenrätsels in 'voriger Nummer: Kilometer Amalie Kubel Liverpool Zwillinge;

Karl Zeller.

Dieser Tage hat sich! dort Dr. James £». Hellyer, ein angesehenes Arzt aus Baltimore, verehelich^ ititlb zwar mit einer Frau, biet er noch nie vorher gesehen hatte! Das war so gekommen: Inh vergangenen Jahre hatte teilt Freund des Arztes fülr diesen ein- Heiratsanzeige erlassen. Unter den heiratslustigen Damen mqldetti sich auch ch'ule Wsitlvse Marion Arnett in Philadelphia, und ihr Brief versetzte den Arzt in solcheil Entzücke^, daß er spornstreichs zum Fernsprecher lief, um die Hand der Witwe Arnett anhieltt und vorschlug, sie sollten' cjinander bis zur, Verheiratung nichffs sehen. Hierauf ging die Witwe ein, uli>b dieser Tage hat nun die Hochzeit stattgesnnden, die darin, daß der Bräutigain die Braust! noch nicht tfait Angesicht kannte, eilte gewisse Aehnlichkeit mit einer ostasiatischen Hochzett hatte. Bor der Trauung teilte der Pfarrer der Braut mit, er wersde sie nur trauen, wenn sie ihm ihr Antlitz! zeige. Das vlerlangste ter, wtzil er einten sogenanntenpractica! joke" befürchtete, etloa in der Art, daß, die Braut eine Negerin sei. Hierauf ging Frau Arnett ohne weiteres eilt; dann fand die Trauung statt, und als. Dr. Hellyer den Schic,ter seiner jungen! Frau lüftete, erblickte er eine hübschet blonsde Fran von etwa 4a Jahren. Weiter wird berichtet, die jetzige Frau Hellher sei eins gebildete Damse und, was dem iteugebackeuen Ehentanne wohl nicht gerade unangenehm war, ziemlich vermögend. Ws Dv. Helltser! den Schleier aufhob, soll er die klassischen Worte gesprochen habens das bessere Geschäft mache er."

Vermischtes.

*UeberTie re,die kleiner wer den, plaudert in den soeben erschienenen Lieferungen 38-43 des bekannten illustrierten Prachtwerks:Die Wunder der Natur" (Deutsches Berlagshaus Wong u. Eo., Berlin W. 57, 65 Lieferungen) ber englische Biologe Prof. W P. Pycraft. Eines der wunderlichsten Betfpwle hierfür bfetet der südamerikanische Trugfrosch. Bei diesem Frosche erreicht die Larve, dieKaulquappebte erstaun­liche Sänge von rund 25 Zentimetern, wovon nicht weniger als etwa 18 Zentimeter auf den Schwanz entfallen. Im Laufe der weiteren Entwicklung wird nun dieser Schwanz durch bte, Tätigkeit sogenannter Phagozyten (Freßzelleu") allmählich von innen her vernichtet und verschwindet schließlich. Der erwachsene Trugfrosch mißt derart nur noch 56 Zentimeter, ist allo beträchtlich kleiner geivorden. Das ist eine so absonderltche Erscheinung, daß man früher glaubte, hier verliefe die Metamorphose als Ausnahme von der allgemeinen Regel einmal umgekehrt, d. h. aus dem! kleinen Frosche ginge ein größeres fischähnltches Tier hervor. Sinne hat diese irrige Anschauung dann in der wissenschaftlichen Bezelch- lnung dieses Frosches verewigen zu sollen gemeint und ihntfW frösch" getauft. Gelegentlich sind nun solche Riesenlarven auch bei der Knoblauchs-- und Geburtshelferkröte, der Unke uff. be­obachtet worden; auch hier kommt die auffallende .Große der Larve auf Rechnung des mit mächtigem Flofsensaume gezierten Ruderschwanzes. Ein weiteres interessantes Beispiel bietet der Aal in frühen Entwicklungsstadien. Noch vor wenigen Jahren wNren uns die Laichgewohnheiten des .Aals völlig rätselhaft. Heut wissen wir. daß die Laichplätze der Aale in bedeutenden Meerestiefen (Bet Island und den Färöern beispielshalber int Tiefen von über 2000 Metern) zu suchen sind. Aus dem 2 5 Millimeter großen Ei des Aals entwickelt sich nun ein merk­würdiges Wesen, tdas man noch bis in unsere Tage für eine besondere Tierart hielt undGlasaal" nannte. Der Glasaal, in Wahrheit also die Aaallarve, ist ein.glashelles, lorbeerblatt- Ärmiges Wesen, das nach einiger Zeit zur Meeresoberfläche heraufsteigt und sich umzubilden Beginnt. Die großen Zahne schwinden, die Kiefer werden andre, nnb während dieser Umwand­lung nimmt die Larve keinerlei Nahrung durchs den Münd zu sich, sondern zehrt vom eigenen Körpermaterial. Solch Auf­saugungsprozeß, Bei dem wieder die Freßzellen eine bedeutende Rolle spielen, verkürzt die Larve und macht aus dem breit abge­platteten Tiere ein wurmförmiges, kurzum er schafft einen winzig Keinen Aal. Im übrigen bringen diese Lieferungen eine aus der Feder des Leipziger Zoologen Prof. Dr. H. Simroth stam­mende Abhandlung Über djeSchwäntme", die uns an diesem' Gerät" des täglichen Gebrauchs Wunder über Wunder enthüllt, Äne Plauderei Bruno H. Bürgels über dieSternbilder" in der bekannten poetischen Form, die dieser populäre Agronom Wr seine Veröffentlichungen wählt, .eine wundervoll illustrierte Abhandlung von E. Carthaus überEdelsteine und Halbedel­steine", eine ebensolche überMerkwürdige .Vogelschnäbel" ans der Feder Hsinroths, Plaudereien non Francs, Zell, Thesing, Welten, LM, eine Studie über dieKvrattenfische" von dem Berliner'Zoologen Prof. Dr. R. Hesse, überSeeanemoiten" von dem Direktor des k. k. Aquariums zu Triest, Prof. Dr. C. I. Eori. An paläontologischen Themen werden dasRiesen­faultier" und dasDiitotherinm" durch Schoenicheu behandelt uff. Immer und immer wieder staunt man über, die Fülle der herrlichsten Natuturkunden, mit denen der Verlag in vollendetster Reproduktion diesesBuch des Wissens', der Freude an der Natur" und diesesBuch der Kunst" geschmückt hat.

- Die nie gelegene Br aut. Ein echt amerikanisches Stücklein läßt sich IbiieDaily Mail" aus Newyork berichten.

vüchettisch.

Peter Rosegger, Gesammelte Werke. Vom Berfasser neubearbeitete und neueingeteilte Ausgabe. 40 Bände in 4 Abteilungen zu je 10 Bänden. Jeden Monat gelangt ein Band zur Ausgabe. Jeder Band geschmackvoll gebunden. 2,50 Mk. Ein­zelne Bände werden nicht geliefert. Verlag von L. Staackmann in Leipzig. Soeben erschien von der ersten Abteilung Band 4: Hetde- peters Gabriel. Eine Geschichte in zwei Büchern. Die Einmütigkeit, mit der die gesamte deutsch-österreichische Presse eben erst in langen Artikeln und Berichten des 70. Geburtstages Peter Roseggers ge­dachte, hat wieder einniial so recht gezeigt, wie tief dieser beste aller lebenden deutschen Volksschriftsteller ins Volk gedrungen ist. Der soeben erschienene vierte Band derGesammelten Werke" ent­hält MitHeidepeters Gabriel" eines der persönlichsten Büchev Roseggers und ist deshalb gerade jetzt besonders willkommen. Ent­standen aus den ErzählungenIn der Einöde" (1872) undOswald und Anna" (1876), gehörtHeidepÄers Gabriel" aber auch zu dem Besten und Suchten, was uns Roseggers Muse beschert hat. Es spiegelt uns in seinem ersten Teile die schweren Schicks als- Eäge, von denen des Dichters Elternhaus in seinen Juxend­en heimgesucht wurde, und zahlreiche Knaben- und Jünglings- erinnetnngen wieder; in seinem zweiten Teile i|t es em Denkmal von des Dichters überaus glücklicher erster Ehe und als solches, gleichzeitig ein Idyll von höchstem poetischen Reiz.HeidepeterA Gabriel" muß ohne Zweifel zu den Büchern Roseggers gezahlt werden, die unverwelklich sind. Es lvird intimer wieder durch feine dichterischen Schönheiten entzücken.

Urlaubs Werke, in drei Teilen herausgegeben, mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Adalbert Silberrn'ann. Goldene Klassiker-Bibliothek, Deutsches 'Berlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57. Am 13. November war Ludwig Uhland fünfzig Jahre tot. Eine Ausgabe von Uhlauds Werken gibt die Goldene Klassiker-Bibliothek deshalb heraus. Wenn mir berichten, daß sie die Gedichte vollständig, mit Einschluß sämtlicher Nachlaßgedichte, die beiden vollendeten Dramen liebst einer reichlichen Auswahl der draniatischen Entwürfe, endlich Prosaschriften in einem Umfange wie keine andere populäre Ausgabe enthält, so braiichen mir zu) ihrem Ruhme nichts meiter hinzuzufügen; Korrektheit der Texte, ein gutgeschriebencs Lebensbild und ausführlicher Kommentar, deut­licher Druck, holzfreies Papier und geschmackvoller Einband: baS sind Vorzüge, die sich bei dieser Sammlung von selbst verstehen.

Reklamemarken aus den Werken Sven Hedi ns gibt soeben die Kunstanstalt M. Fickel in Nürnberg heraus. Es sind sehr schön ausgeführte Reproduktionen nach den Bildern, die Hedin in seinen rasch.berühmt gewordenen Reisewerken ver­öffentlicht hat. Die Marken stehen in jeder Hinsicht weit über den gewöhnlichen Reklamemarken und haben zweifelsohne auch Einen pädagogischen Wert, zumal sie.in einer Größe gehalten sind, die eine gute Wiedergabe ermöglicht. L

ihren Notpfennig an barem Geld in den Kaffen haben;, denn das sind keine Leute, die immer lamentieren, unb sich heimlich ms Fäustchen lachen!Amerika ist jetzt bei uns, für geben, der arbeiten mag," das ist eine Rede, die gang jtttb gäbe bei ihnen iit.

Leider ist mit der steigenden Kultur auch viel.von der einstigen Einfachheit verloren gegangen; und Spinnrad und Haspel ohne welche ich« mir den Vogelsberg nicht denken.mag hab in bie Gerümpelkammer gewandert; und in den logenannten Spimlstuben der jungen Vogelsbergerinnen wird wohl noch ge­strickt, aber es werden auch viele unnütze Dinge .angefertigt: Häckeispitze und Einsätze und dergleichen, mehr. , :

Nur über einen Mangel, dem ich m der übrigen SSelt norfo nie begegnet bin, hörte ich bei meinem letzten Besuch rm Vogelsberg eine meiner einstigen Gespielinnen klagen: über beit Mangel.cm heiratsfähigen Mädchen in ihrem Dörflein; so daß es Manchem ansehnlichen Burschen schwer falle, bte zu ihm passende Frau zu bekommen. _m.. r . r

Ihre eigenen Worte lauteten:Dai Madercher fet bet uS so rar, daß se mit siebezehn un ochtzeh Johr schtm eweck aeheuro^ wem, un so wehlerisch seist je, baß es ynanchem Borsch sch-ver hält, e Fraa zu kriege."

(Fortsetzung folgt.)