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queW, wenn sie straffangeziogen über die Rollen gleiten. Dann ei 2"n£ biing über den leicht gekräuselten Fluten, und ’Tjt Wto1 gefüllte Netz sichtbar. Sobald n9^' 9eN bn’ Mannschaft an die Entleerung und da« Sortieren des Fanges. Vorher aber wird
^'ei ®Ctcrtc geworfen. Mit bewundernswürdiger
OMP ®ü!$!*>nrc& die Zurufe des nicht immer
ShlfLr» r ®flV.ttonS gesteigert wird, werden die guten
Mustern abgesondert, nnt einem Keinen Hammer rcinaebutzt und übrige aber, also Austernbrut, Krabben, 'Tnmi 'flmn m™? U|1Pv ^eder über die Seite geworfen. 0Ä SffJ« Sterte Netz an die Reihe. Und so geht's Dom Tr ifV v 9nba Tag graut, bis zum späten Abend.
Austemwyon recht auszunutzen und die Ausbeute koMH r°c? "möglich! zu gestalten, unterhalten einige größere
H^u TwnpfbWger auf der ChesapeakebUcht. Ihre Einnche tung ist im wesentlichen dchselbe wie hei den Segelbooten, nur arbeiten mehr Schleppnetze, manchmal deren fünf und sechs. Zum Ausziehen dient Udoch eine Zhlindermaschine; dadurch wird ungemein viel Zeit erspart, die sonst bei der Anwendung der Handwinde verloren geht.
t£e Seit ^der Austernjagd vor allem in die Wintermonate Mit, haben die .Fischer natürlich unter manchen Unbilden der Witterung zü leiden. Plötzlich, während sie sich bei der ange- strengtesten Arbeit befinden, ziehen am Horizont bleigraue Wolken aus, und ehe sie fich's versehen, werden sie vom wütenden Schnee- ^ag oftmals nur Ku gebrechliche Fahrzeug der WilMr von Wind mnd Wellen pr-cisgibt. Manchem armeii Teufel
^libei die Hände und Füße; denn an jene seemännische to,te ein rechter echter Seebär sein eigen nennt, ist bei dem gewöhnlichen AusternKnger gar nicht zu denken. Das' M^u^spital in Ballimore ist um diese Zeit des Jahres immer überfüllt, und dennoch bedeutet ein längerer oder kürzerer Aufent- halt an dieser Stätte menschlichen Elends und körperlichen Verfalls für viele den einzigen Lichtpunkt in ihrem Leben.
_ Als Haupterntefeld kommt Dallys-Point-Riff in Betracht, das -noch heute als der beste Austerngrund Nordamerikas gilt. Hunderte von Booten. kreuzen hier tagtäglich, um am Abend nach Sonnenuntergang ihre Beute an die ihrer harrenden großen Kompagnieboote abzuliöfern. Rechnet man nun, daß jedes kleinere Segelboot täglich etwa 40 Bushel (1 Bushel = 36,4 hl) oder annähernd 613 300 Sttick der Schalentiere erntet, so erscheint es' leicht begreiflich, daß eine Austernhandel treibende Firma während der Saison ohne jede Mühe täglich im Durchschnitt 150 Hektoliter Mustern versenden kann. Noch einträglicher gestaltet sich das Geschäft der Dampfbagger, die monatlich nicht selten gegen 7000 Küchel oder 2550 Hektoliter aus der Tiefe hevaufholeu. Ein nicht Unerheblicher Teil der Mistern wird dann, von den rissigen grauen Schalen befreit, in Konservenbüchsen verpackt und in alle Zonen der Welt versandt. Tenn der verhältnismäßig geringe Ertrag unserer europäischen Küsten reicht bei weitem nicht hin, um den Bedarf zu docken. Wie dieser sich aber gerade in den Gvoßf- städten steigert, Keigt am besten das Beispiel von Paris, das jährlich mehr als vier Millionen Franks für Austern ausgibt.
Mer auch die auf eigene Hand Austernfischerei treibende Boote kommen dabei auf ihre Rechnung, wenn auch die. Mannschaft, die vielfach auf Teilung augewvrben wird, recht oft das .Nachsehen hat. Diese Bvvte bringen gewöhnlich zweimal im Monat ihren Fang nach Baltimore, um ihre Ware Binnen weniger Stunden Ku verhandeln. Gleichzeitig wechseln sie fast immer ihre Mannschaft, die froh ist, wieder davonzukommen. Doch cs gibt deren ja genug, in diesem Leben Gestrandete und Schiffbrüchige, die ihr letztes Glück und Heil auf dem Austernfänger versuchen.
Vermischtes.
* Die Opfer des Blitzes. Der englische Gelehrte A. I. Blake veröffentlicht in der „Nature" interessante Beobach- tungen über die Opfer des Blitzes. In England ist deren Anzahl überraschend gering. Es sind nämlich nur 12,4 Tote im Jahre, so daß auf die Million Einwohner 0,36 Todesfälle durch Blitz kommen. Mm größten ist die Anzahl der Todesfälle durch Blitz nach Blake in Ungarn. Dvrt beträgt sie 16 auf die Million. Etwas geringer ist sie in den Vereinigten Staaten, nämlich 10 auf die Million, und ebenso groß in Steiermark und Kärnten. Mit geringeren Zahlen finden stch in der Liste Preußen (4,4 auf die Million), Frankreich und Schweden (3) und Belgien (2). Unter diesen Opfern des Blitzes sind nur die verstanden, die wirklich getötet werden. Die Anzahl von Menschen, die der Blitz trifft, ist ganz bedeutend größer. Selbst wenn viele Menschen gleichzeitig vom Blitze getroffen werden, ist unter Umständen die Anzahl der Getöteten verhältnismäßig gering. So berichtet Blake von einem Falle, wo der Blitz in eine Kirche einschlug, in den gerade 300 Menschen beim Gottesdienste versammelt waren. 200 darunter blieben völlig unbeschädigt, 100 wurden bewußtlos, davon wurden 30 auf kurze Zeit bettlägerig, und nur 6 wurden getötet. Von einem anderen Falle, wo 92 Menschen gleichzeitig vom Blitze getroffen wurden — es wird nicht gesagt, unter welchen Umständen —, wurden 10 getötet; 20 wurden gelähmt, 55 trugen leichtere Verletzungen davon und nur 7 blieben unverletzt
Mit dm Austernfischern in der Lhe§apeake-Vai.
Von Arthur H eldt.
„r0® nachdem ich' aus meinem heimatlichen Provinzial- Itadtcheu über den großen L.erch ausgewandert und in Baltiurore wvr, machte ,ch meine Bekanntschaft mit einem der zahl- mt- ^Ä^brnresiaurants der amerikanischen Großstädte, in denen und Hoarse-Shoe-Austern auf ein Dutzend oder mo) meyr verschiedene Äxten zubereitet werden. Ein Dutzend rU dAdren da zu einer regelrechten Portion, was den Wirt fremch nicht hindert, manchmal deren nur .zehn zu verabreichen. Unstern zu backen, zu braten, zu gratinieren oder zu kochen, hält atlermngs der richtige Austernesser für Barbarei, ja er verschmäht Mar den sonst unentbehrlichen Zitronensaft. Mehr noch als in dm Auster in den Vereinigten Staaten für breiig Bevolkerungsschtchten ein vortreffliches Nähvmiitel geworden, da sie nicht nur die Eigenschaft besitzt, gut zu schmecken, sondern auch ftn™ Acht zu unterschätzenden Nährwert aufweist. Während sich in Geschmack der eine Ur gekochte Austern entscheidet, bevorzugt rxrr.<^vtberc< r^Jev ds Reizmittel Ur den Magen kommen hauptsächlich whe Mustern in B!etracht. So ist die Auster wegen ihrer leichten Verdaulichkeit — sie ist von allen Schalentieren am vertragen - auch ein vorzügliches Genußmittel für Kranke und Rekonvaleszenten.
Wir waren am Ende des amerikanischen Sommers, und da ich uaheres über den Austernfang selbst erfahren wollte, mich, auf eine Woche mit einem Austernfischer in die Chesapeakebucht zu gehen. Es war nicht so einfach, aber schlieU M erreichte ich mein Ziel.
, Das Signal zum Hissen der Segel wurde gegeben, und nach M'ttn Viertelstunde Uhren wir in die Bucht hinaus. DU Ehefapsakebai, der umfangreichste und wohl auch ergiebigste AUstern- grund an der amerikanischen Ostküste, gehört zum Staate Maryland, und die än ihr liegende Stadt AUuapolis — der Sitz der ^n.er^ni ®ric9Stttabentie West-Point und reich an sonstigen historlsckMN Erinnerungen — war ehedem nicht nur Heimat der meisten ^ .sternftscher, sondern auch der Markt für die Ware selbst. Schon langst aber ist an Stelle dieses' bedeutsamen Ortes, der einst bestimmt war, die große Stadt des Südens zu werden, Baltimore getreten, wo sich auch gegenwärtig der ganze Handel, Angebot und Nachfrage vollzieht.
3,n mildem, ruhigem Seewasser gedeiht die Auster am besten. K-u sie ihre Heimstätte aufgeschlagen hat, sammeln sich jedoch auch gar bald ihre Feinde, Fische, Krebse, Seesterne und Schnecken Den unvernünftig nachspüreuden Menschen aber halten strenge Gesetze in Schranken, um die Uusternbrnt vor Vernichtung und Ausrottung zu schützen. Da der Äusternkonsum in den Vereinigten (Staaten weit größer ist als in jedem andern Teil der Erde, da außerdem die Ausbeute recht ergiebig gestaltet Werben sollte, mußte man die künstliche Austernzucht aufnehmen. Ihre Anfänge liegen schon mehr als dreißig Jahre -urück, und ihre Enttvicklung hat iw Lause der Zeit so an Umfang gewonnen, daß man dort, wo sie ausgeübt wird, das AUge meilenweit über Austernbeeto schweifen lassen kann. Wenn die Brut daun „schwärmt", wird sie auf. Bänken in Tiüfwasser, an Reisigbündeln, Brettern oder auf» geführtem Mauerwevk tn flachem Wasser aufgefangen und Kur Wciterentwicklung gebracht; die alten Mustern werden auch in abgeschbossme Bassins gebracht, während man die jungen, an künstlichen Dämmen aufgestauten Äjusterlinge ins freie Wasser Verpflanzt.
Selbstverständlich erfreut sich dieser Seebetvohner einer Schonzeit. Zur Zeit des Fanges aber, d. i. vom Oktober bis März, ftuden wir, soweit wir tzu blicken Vermögen, die Bai ober Bucht Mit unzähligen größeren oder kleineren Booten bedeckt, deren Leitung Mmeist in den Händen amerikanisierter Irländer liegt. Wie niedrig und abscheulich jedoch Leben Und Treib«! an Bord seines Austernfangers sind und wie vvrrvhend beide wirken, geht wohl am ^besten daraus Hervor, daß zur Verrichtung dieser schweren Arbeit und Mm Leben in schmutzigen, stinkenden, nicht einmal mannshohen Wohnränmen im allgemeinen nur die verworfensten und gänzlich heruntergekommenen Elemente ober höchstens die frisch von Europa Herübergekommenen gewonnen tonten können; auch hies hat noch seine Schwierigkeiten und geschieht oftmals nicht ohne Betrug von feiten des Heuerbos.
Während früher die Austern mit langen hölzernen Stangen Und Zangen von den Felsen losgebrvchen wurden, bedient man sich heute großer Schleppnetze, die ans einem Sack von Gliederketten bestehen. Von den beiden Seiten Und der Mitte dieser Netze läuft je eine Eisenstange, die sich zu einem Ring ver einigen, au dem das auf per Wirche aufliegende Seil befestigt wird. Auf den Segelbooten, deren Mannschaft gewöhnlich ans 6—8 Leuten besteht, findet man Meist nur zwei solcher Faugnetze; au jeder Bordseite eines.
. D«s Kommando „Ict go" (gehen lassen) ertönt. Ein Rasseln, «n Geplätscher, und _ die Netze sinken hinab auf den Grund der Buchtz Das Boot treibt unterdes unter Segel vorwärts, während das Wasser um den Bug spritzt und schäumt. Diese Art des Fanges liefert einen viel höheren Ertrag als die bereits erwähnte Methode mit Zangen und Stangen.
Abermals ertönt das Signal; diesmal Kam Aufwinden des erst«! Netzes.„ Die au den Breitseiten befindlichen Rollen quietschen und krächzen, und das Wasser wird aus den Seilen ge-


