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und nach Sansibar geschickt wurde, um! den Sklavenhandel an Ort und Stelle zu studieren und mit Hilfe des Sultans von Sansibar Mittel und Wege zu seiner Ausrottung zu suchen. Mit welchem Erfolg, das wissen wir! Noch zu Gordons Zeit war der Sklaven­handel im Sudan in vollem Gange, und noch viele Jahrzehnte sollten vergehen, ehe die Macht der Sklavenhändler gebrochen war!

Für Livingstone selbst war es aber ein Glück, daß er sichmicht dem Häuptling Tugumbe angeschlosfen hatte, denn die Eingeborenen sammelten sich zur Gegenwehr, überfielen den Sklavenhändler und seine Schar und töteten zweihundert ihrer Peiniger.

Die Frage nach dem Schicksal des Lualaba-Flusses blieb aber nun ungelöst, und Livingstone selbst begann zu fürchten, daß sein Traum, im Lualaba die Nilquelle vor sich zu haben, falsch sei. Ein Gerücht drang zu ihM, daß der Fluß nach Westen abbiege; aber iMmer noch konnte er nicht den Glauben aufgeben, daß der Lualaba nach Norden gehst und die Nilquelle deshalb unter den Zuflüssen des Bangweolo-Sees zu suchen sei. Obgleich die Schwie­rigkeiten um ihn herum wie Mauern emporwuchsen, wurde sein Ent­schluß nicht nachzugeben, nur noch fester. Ohne eine starke, gut ausgerüstete Karawane konnte er allerdings nichts durchsehen. Daher mußte er nach Udjidji zurückkehren, wo neue Vorräte von der Küste sicherlich längst eingetroffen waren. Unter tausend Gefahren bewerkstelligte er den Rückzug durch das empörte Land, und halbtot von Fieberanfällen und von allem entblößt, erreichte er im Oktober Udjidji. .

Hier wartete seiner aber eine neue Enttäuschung! Die Vor­räte waren freilich angelangt, aber der arabische Schuft, der Living­stones Sachen aufbewahren sollte, hatte sie verkauft, darunter zwei­tausend Meter Zeugstoff und mehrere Säcke Perlen, die einzige gangbare Münze im Verkehr mit den Schwarzem, Der Araber erklärte ruhig, er hübe geglaubt, der Missionar sei tot!

Wie Livingstone in dieser hilflosen Lage zumute war, lesen totr in seinem Tagebuch; er glich dem Mann, der da nach Jericho hinabging und in Räuberhände fiel, und er schien vergeblich auf den Priester, den Leviten und den barmherzigen Samariter warten zu sollen. Mer fünf Tage nach seiner Ankunft in Udjidji schreibt er in sein Tagebuch:

Als ich aber am! tiefsten niedergeschlagen war, da näherte sich doch schon der barmherzige Samariter! Denn eines Morgens kant 'Susi Hals über Kopf angelaufen und rief atemlos:Ein Eng­länder! Ich sehe ihn!" Damit machte er wieder kehrt, um dem Fremden entgegenzueilen. Eine amerikanische Flagge an der Spitze der Karawane verriet die Landsmannschaft der Ankömm- linge. Warenballen, Zelte, Kochgeschirre, Zinkbadewannen usw. wurden da herangebracht, und ich mußte unwillkürlich denken: das MNß ein reicher Herr sein, kein so armer Teufel wie ich!"

Vermischte».

Birte um etwas Feuer! Wenn wir rauchen wollen, müssen wir Feuer haben und wennwir den spanischen Unfug loswerden wollen, der im deutschen Zigarrenhandel sein Wesen treibt, so müssen wir weniger Gedrlld und mehr Feuer haben. Die Anwendung einer Sprache, die wir nicht verstehen, ist eine Narrheir, von der wir uns endlich lossagen sollten. Müssen wir aber durchaus von den Spaniern lernen,' so wollen wir von ihrer Sprache nur getrost die Hand lassen, die wird uns doch stets spanisch vorkommen, wollen dafür aber etwas von demStolz des Spaniers" annehmen, damit wir dahin ge­langen, auch auf diesem Gebiete unsere eigene Art zur Geltung zu bringen. Man braucht die Schwierigkeiten, die eine sprachliche Umwälzung für die Zigarrenfabrikauten mit sich bringt, durchaus nicht zu unterschätzen, aber durch Zähigkeit und ernstes Wollen kann mau alle Schwierigkeiten, alle äußeren und inneren Wider­stände besiegen; wo aber der Wille fehlt, da müssen wir Raucher ihn erzwingen. Werfen wir doch nicht die Preislisten, die uns die Zigarrenhäuser alljährlich in Menge zusenden, achtlos in den Pavier­korb, sondern verwenden wir einige Minuten auf ihre Durchsicht und lassen wir es uns alle Jahre einige Postkarten kosten, um uns der­artige Preisverzeichnisse zu verbitten. Mit Schüchternheit wird nichts erreicht, aber der festen Entschlossenheit von Tausenden kann weder Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit, noch auch böser Wille aus die Dauer widerstehen. Also, verehrte deutscheTobacksbrüder", bitte etwas wenigerGemütlichkeit" und etwas mehr Feuer!

Vüchertisch.

Literarischer Jahresbericht 1912. Heraus­gegeben vom Dürerbunde. München, Georg D. W. Callwey. Die Arbeit des Türerbundes bei der Sichtung des literarisch Wertvollen unter den vielen jährlichen Neuerscheinungen des Büchermarktes beschränkte sich bisher auf denLiterarischen Jahres­bericht", der dre Neuigkeiten besprach, während derLiterarische Ratgeber eine umfassendere Uebersicht über die gesamte ältere und neue Literatur gab. Der Literarische Jahresbericht wendet sich an das am geissigen Leben der Nation tiefer beteiligte Publikum, welches auch während des Jahres gute Bucher kauft und für diese Einkäufe gern einen Ratgeber anerkennt. Ter Jahresbericht be­spricht für Bücherfreunde, die sich über die Büchererscheinungen

eines Gebietes unterrichten wollen, in zahlreichen sachlich ab«, grenzten Abteilungen die wichtigsten Neuerscheinungen, soweit ft» in der Zeit vom Herbst 1911 bis zum November 1912 herauskamen.

Der gu t e To n u nd die feine S it te. Von Eufemio, v. Adlersfeld-Ballestrem. Fünfte Auflage. In vor­nehmem Geschenkeinband mit Goldschnitt 2 Mk. Verlag von I. I. Weber (Illustrierte Zeitung) in Leipzig. Me Befangen­heit im Umgänge mit den Mitmenschen ist für den, der ihr unterworfen ist, eine recht lästige Beigabe zur Geselligkeit und verleidet sehr oft jungen wie auch älteren Leuten den rechten Genuß an dem geselligen Beisammensein, namentlich wenn das Leben sie in Kreise führt, denen sie bisher fern gestanden. Me Be­fangenheit hat zumeist ihre Ursache in der Unkenntnis der Um­gangsformen. Das vorliegende, geschmackvoll ausgestattete Buch gcht nun in der klaren und leichtfaßlichen Form des Katechis­mus eine Anleitung, sich die in den Kreisen der Gebildeten aller Stände unerläßlichen Formen anzueignen und sich die Natür­lichkeit ,zu bewahren, die uns über die Maschine erhebt Und die den Neuling den Kreisen, mit denen er gleichwertig verkehren will, Menschlich nahebringt. Me Literatur über denguten Ton" ist seit KniggesUmgang mit Menschen" mehr und mehr ange­wachsen, jedoch, dürfte kein Buch in seiner Art so meisterhaft ohne alles Beiwerk, das den Leser nur verwirrt, geschrieben sein, wie der vorliegende Führer der bekannten geistvollen und lebensklugen Verfasserin.

Karl Fröhlichs Fröhliches ABC-Buch. Her- ausgegeben tom Kunstwort, Kunstwart-Verlag Georg D. W. Call­wey, München. Preis 1,50 Mk. Das ersteKunst-ABC", null sagen, das erste künstlerische Bilderbuch für die Jugend, das be­wußt darauf ausging, zum künstlerischeu Sehen zu erziehen. Bor fünfzig Jahren! Dann kam! es durch allerlei Buchhändler- Mißgeschick sozusagen aus der Welt und ging im Strome all der abertausend Neuheiten unter. Der Kunstwart aber hat es jetzt aufgefischt und bringt es nun, .abgedruckt von den alten Original­stöcken, heraus. Dieses ABC-Buch aber mit seiner unerschöpf­lichen Fülle von Einfällen, seinem' höchst urwüchsigen Kompo­sitionstalent und der verbPffenden Geschicklichkeit seiner Schnitte, ist wie ein Jungquell sprudelnder Bilderlust. Das einzige erhaltene Exemplar, das sich auftreiben ließ, war von Geschlecht zu Ge- Geschlecht in der Familie der Hochgenuß der kleinen Welt nun wird der alte Fröhlich wieder in Tausenden von deutschen Häusern zu den lststigen Werdenden als beliebtester Bilderonkek plaudern .

Günther, Hanns: Dynamomaschinen und Elektro­motoren. Eine allgemeinverständliche Darstellung für jedermann. Mit zahlreichen Abbildungen. (104 S.) Verlag der Technischen Monatshefte (Franckh'sche Berlagshandlung), Stuttgart. Dieser Band ist der dritte in, der Reihe, in der der bekannte Züricher Schriftsteller den elektrischen Strom in seinen verschiedenen An­wendungen darstellt. 'Absicht des Verfassers war es, eine grund­legende Kenntnis von diesem Gebiete zu geben. Es ist ihm 'nun auch geluckgen, immer die großen Umrisse herauszuarbeiten und auf das Grundsätzliche aufmerksam zu machen, so daß man danach das innerste Wesen dieser modernen Maschinentypen ver­stehen lernt. Ein gutes Abbildungsmaterial kommt dem Autor dabei zustatten.

Schach-Ausgabe.

Schwarz.

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8

8

6

6

5

5

3

2

2

Weiß.

Weiß setzt mit dem dritten Znqe Matt. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Charade in voriger Nummer: A in e i s e.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts.Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieba»