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Domshof gegenüberliegenden Fassade, ein Eckturm mit cigentüinlich geschweifter Kuppel an der Rückseite, em zierlicher Dachreiter, zahlreiche kleine Giebel über dem Hauptgesuus, die mit Putten und Masken geschmückten Einrahmungen der Fenster und bt» Mortals der Hauptfront sind die Hauptzrerterle der tonst in den sMicktekten Renaissanceformen gehaltenen Außenseite des bi^> zum Hauptgesims 14, bis zum Dachfirst 23 Meter hohen Gebäude-.
Durch die schmiedeeiserne in Blau und Gold gehaltene Gittertür des Hauptportals gegenüber dem Dom gelangt man zunächst in die geräumige Wandelhalle des Erdgeschosses, denen äußere Erscheinung durch den Belag des Fußbodens mrt einem schach- brettähnlichen Muster gelber und grüner Tonfließen altm Lttl- und die weiße kassettierte Decke bestimmt wird. . Hier befinden sich nur einige Diensträume für Senatoren, sowie die Kanzlei- und Registraturräume. Zu den oberen stockwerten, deren ^and^l- hallen ihrerseits Fußböden aus verschiedenen Marmor,orten ^igen, während sämtliche Treppenbelage und Handlaufer au- Unttrs- berger Marnror, sämtliche Tür- ititdPortalumrahtnungen, ^r.PPem Pfeiler iind Treppenbrüstungen ans Oberkirchner Sandstein her- gestellt sind, führt das in einfachen, aber anmutigerr normen..gehaltene Treppenhaus. Auf der Wandelhalle des ersten Gefchosfe-, in dem auch die meisten Sitzungszimmer der Senatoren und Syndici liegen, angelangt, finden wir uns einer^ großen «hr mit in die Wand eingcl.asfenem, auf Holz gemaltrui Zifferllatt von Prof. Selger-Nürnberg gegenüber, die die mahnende Anschrift trägt: „Die Zeit ist heilig". Hier ist ferner die vom Norddeutschen Lloyd gestiftete Bronzegruppe der Schiffahrt, eine Jungfrau auf einem Delphin reitend, von Prof. Cahn-Munchen, aufgestellt, während gegenüber . die von dem Bonner Maler C. Wiegandt mit Oelfarbe auf Lernwand aufgttragena 3,v0 Meter breite und 2 Meter hohe „Landkarte von Bremen , 191^ das Interesse des Besuchers fesselt. An die Marktfertedief er Wandelhalle, die noch durch ein paar Büsten Kar,er Wilhelms 1. niid Friedrichs III. geschmückt ist, schließt sich das Zimmer de- Se- natsvräsidenten, das mit seinen vergoldeten Ledertapeten, feiner gemalten Holzdecke iind seineni Beleuchtungskörper (aus einem Walroßschüdel mit Goldbeschlag hergestellt) einen ebenso prächtigen als originellen Eindruck macht. t ,
Auf der andern Seite der Halle erhebt sich das Portal des Senatssitzungssaals. Auch er zeigt mit seinen Möbeln und Doppeltüren aus Mahagoni, seinem schweren Teppich, seinen allen Kaiserporträts, seiner von Leisten eingeteilten Stoffbekleidung der Wände und seinen mächtigen Glaslüsters, die sich auch rn den übrigen größeren Räumen überall finden, solide Pracht. Recht- von ihm liegen die Senatsgarderoben, das Spreche und Wartezimmer und die Handaufzüge für die Aktenbeförderung,,unks, mit ihm direkt verbunden, die Bibliothek. Durch Mit kostbaren alten geschnitzten Schränken und Spiegeln geschmückte Wandelgänge gelangen wir in ein gemütliches Spielzimmer für Festlichkeiten, das zwei Jahrhunderte alte große bremische Familten- bilder zieren, dann weiter in das weitzgetäfelte und mit weißen vergoldeten Möbeln ausgestattete Kabinett des Senatspräsidenten, in dem wir zwei kostbare alte Gobelins und eine alte Uhr mit Schildvattverkleidung bewundern; dieser Raum ist für den Empfang von Fürsten und Gesandten bestimmt. Bon hier aus betritt man den Kaminsaal, der seinen Rameil von einem großen Kamin aus edlem farbigen Marmor führt. Hier ziehen besonders die Originalporträts alter bremischer Bürgermeister und die nach Entwürfen von Prof. Hupp-Schleißheim gefertigten Prunkstühle an dm Wänden die Aufmerksamkeit auf sich. Dieser Raum l,t durch eine große Tür mit dem alten Rathaussaal verbunden, und schließt sich andererseits an den großen Festsaal an, der mit seiner Damengalerie und seiner Musiktribüne noch ins zweite Stockwerk hinaufragt. Doch erfolgt der Aufgang zu diesem, bei Festlichkeiten auf einer eigenen Festtreppe mit einem dazugehörigen Portal an der Marktseite für die Auffahrt der Gäste. Ueber dieser Treppe zeigt ein großes Gemälde Bremerhaven im Jahre 1842; rechts von ihr liest man über dem Portal des Festsaals die einladende Inschrift:
For gode Fruenn und gode Tid Sind alle Dag de Dreien wid.
Im Festsaal selbst imponiert uns zunächst der gewaltige, 80 Leuchtkörper tragende Lüster aus vergoldeter Bronze. Sein Haupt- schmuck sind Werke der Kunst, ein großes allegorisches Gemälde, Merkur als Repräsentant der fahrenden Kaufleute der Weser huldigend (von Prof. L. Herterich-München), Bilder der alten bremischen Stadttore von dem Bremer Maler O. Bollhageu, ein die Gegenwart versinnlichender Spiegel, dessen Goldumrahmung die Gestalten der Vergangenheit und der Zukunft bilden, von Prof. Georg Römer-München, die reichgeschnitzten und vergoldeten Wappen der Hansestädte und eine Reihe von Fahnen über den Fenstern, Kopien nach Originalen aus dem Zeughanse.
Für die Festlichkeiten ist durch eine Küche neben dem Festsaat im zweiten Stock gesorgt, von wo elektrisch geheizte Speiseivagen das Mahl in den ersten Stock befördern. Im zweiten Stock befinden sich ferner das Bauburean des neuen Stadthauses, von dem aus der Bremer Architekt Weidner die dreijährige mühevolle und komplizierte Bauarbeit geleitet hat, das Sitzungs
zimmer für die Deputationen und der Gerichtssaal für Disziplinar-- sachen, dessen Hauptzierde eine auch von C. Wiegandt geschaffene Ansicht der Weser (mit der Stadt in der Ferne), vom Elektrizität^ markt der Hemelinger Wehranlage ans, bildet. Das Dachgeschoß birgt mit seinen feuerfesten Decken und Wänden das ca. 1000 Quadratmeter große Archiv, während mächtige Kellerräume di« überschüssigen Schätze des weltberühmten Ratskellers bewahren. Das ganze Bauwerk aber darf gewissermaßen als der würdig« Schlußstein in dem prachtvollen Gebäudekranze gelten, den das Bremen von einst und das von jetzt in rühmlichem Wetteifer nm den alten Marktplatz, beit Kern und Sitz des städtischen; Lebens, gelegt haben.
Vermrßchtss.
— Speisekarten an deutschen Fürsten höfen. Das Hauptblatt des deutschen Gastwirteverbandes veröffentlicht folgende „Menus":
Hof-Tiner im Residenzschloß zu Bückeburg.
(86 Personen.) Menu du 1. Janvier 1913. Diner.
Hultres
Potage clair de tortue
Poulardes truffees Toulousaine Mousseline ä l’andalouse Selle de daim rotte, salade Cardons bordelaise Coinpote de cerises Bombe Nelusco Friandises de Roquefort Dessert
Hof-Ball im Residenzschloß zu Bückeburg. (268 Personen.)
Menu du 4. Janvier 1913.
, Souper.
Consomme double
Aspic de homards, sauce gribiche Selle de gibier, garnie
Pate de foie gras de Straßbourg Disidon rott, salade Glaces melees, gaufrettes Dessert
Hausball des Kammerpräsidenten Sr. Exzellenz von Frese in den
Rathausfestsälen zu Bückebiirg (Hostraiteur A. Ulrich).
(125 Personen.)
, ' Speisenfolge.
Geflügelsuppe.
। Forellen, blau
Straßburger Gänseleberpastete Rehrücken mit Champignons
Artischocken gefüllt mit Kaviar und Spargelspitzen i - Ananaseis
Käsestangen Dessert
Hoffentlich haben die Essen am 1, Janvier und M 4. Janvier besonders gut geschmeckt.
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Auflösung der altägyptischen Hieroglyphen in voriger Nummert Gott ift des Schwalben Arm.
Redaktion: K. Nenrath. — Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,


