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trage die Folgen
auch."'
Beeren-- glücklich
nicht gefeiert!" ,
„Papa, wenn dein einziges Kind dich verlaßt, um dem Manne seiner Wahl anzugehören, dann gebietet es! die Sitte, daß du bie. Hochzeit ausrichtest."
„Liebe Eva, du hast mich schon längst verlassen, also
ausüben zu können?" c ,
„Nein, das glaube ich allerdings nach deinem bty= heriqen Verhalten nicht."
„Also, du willst nur das Gerede der Menschen heraus-
Eva hatte unterdessen die Räume tut rechten Flügel! wohnlich hergerichtet. Frau von Moreth wollte dem jüngere Paare durchaus ihre Zimmer, die besser waren, zur Verfügung stellen, da hatten die Verlobten aber sehr energisch aufbegehrt.
„Fast dreißig Jahre hast du den linken Flügel bewohnt, jede Kleinigkeit hat ihren alten, dir lieb gewordenen Platz, du bleibst die Hauptperson, die Stürme sind vorüber nun freue dich an deinem Lebensabend auf den Sonnenschein!"
Da hatte Frau von Moreth die Hände gefaltet.
„Kinder, mir ist das noch alles so unfaßbar; ich weiß gar nicht, ob ich das Glück ertragen kann!"
Da war Hans-Wilhelm aufgestanden und hatte dm Mütter stumm auf die Stirn geküßt.
*
bett
„Du wirst dein Wunder erleben! Evas Vater spielt •
Hans-Wilhelm und Eva wurden anfgeboten. ^eden Nachmittag war sie drüben in Moreth, denn er kam nie nach Glossow, da sein Schwiegervater ihn nie aufforderte. Auch der mied Moreth, obgleich er wüßte, daß die einfache Frau, der dock ein guter Teil seines Herzens noch immer gehörte, schwer darunter litt. Er sagte sich; gebe ich Nur ein wenig nach, so werde ich-bald nicht anders tonnen, Ivie . Hans-Wilhelm Ratschläge erteilen, und das will ich fürs erste auf keinen Fall.
Täglich brachte Eva 'Grüße mit; er dankte und ließ wieder grüßen und 'wenn er mit Hans-Wilhelm zusaminen- traf, so redete er mit ihm nur das unumganglicy Zotigste. Sein Schwiegersohn nannte ihn immer noch „Onkel", die die Leute fanden es albern; Relendorf aber meinte, dies dokumentiere seinen Standpunkt vor aller Welt.
Die Einladungen zur Hochzeit wurden verschickt. Beil ^‘uitfere Eva!" sagt die Mütter stolz.----
der Gelegenheit stieß Eva mit ihrem Vater heftig zusammen. ! seinem Arbeitszimmer stehen sich Fritz von Beeren-
„Natürlich bin ich dabei, aber hier in Glossow wird sie I ^erg^ und Hans-Wilhelm gegenüber, während die Braut
Abenteuer öe§ Brigadier Gerard.
Von C. Doyle.
(Schluß des 1. Teils.)
Wie der Brigadier sein letztes Abenteuer bestandl
Endlich hörte der Wind auf, der uns'so lange begünstigt hatte/ und mehrere Tage trieben wir auf spiegelglatter See und unter einer Sonne, daß auf Deck zwischen den Planken das Pech heraus- quoll. Wir drehten und drehten an unseren Segeln, um jedes Lüftchen aufzusangen, bis wir endlich aus Meter windstillen Zone 'rauskamen und wieder mit einer frischen Brise südlich liefen. In dieser Gegend wimmelte es von fliegenden Fischen. Einige Tage schon war Burns sehr unruhig, ich bemerkte, wie er sich fortwährend die Hände über die Augen hielt und nach dem Horizont ausblickte, als ob er Land suchte. Zweimal erwischte ich ihn in. der Kajüte, wie er auf der Karte die Stecknadel anstierte, die sich der Küste immer mehr näherte und sie doch nie erreichte. Endlich, eines Abends, als der Kapitän und ich eine Partie Ecarto in der Kajüte spielten, trat er mit einem wütenden Ausdruck aus keinem sonnengebrnunten Gesicht zur Türe 'rein.
„Nein!"
„Papa, das ist hart, das wird die Welt nicht begreifen!"
.„Ich lasse nur meine Ansicht gelten, das müßtest du I doch gerade wissen, Eva." ---
Da ritt Hans-Wilhelm bei den Nachbarn herum und sorgte für Unterkommen der Hochzeitsgäste und für Wagen und Pferde.
Auch an Düsedau wandte er sich.
Der schlug ihm vergnügt auf die Schulter.
„Selbstverständlich, machen wir! Uebrigens, Häns-Wil- Sm, auf deinen Hochzeitstag freue ich mich, wie eine alte ngfer auf den Brautkranz!"
stritt hin und her. Einer meinte, er hätte nun die Kinderschuhe ausgetreten und wäre vernünftig geworden, ein anderer wiegte den Kopf zweifelnd hin und her.
Die neuen Lebensbedingungen habeii ihn stutzig ge macht. Die moralische Anwandlung wird nicht lange anhalten fürchte ich."
Jochem Düsedau lachte Heger. , ,.
„Fürchten - Quatsch! Der gute Junge war fertig aber er wußte ja, die Eva Relendorff rannte ihm nicht weg - na, und da hat er sich nun rangiert. Daß der Schwiegervater ihm so wenig grün ist,, wtrd wohl seme guten Gründe haben, da marÄert ersetzt einfach den gesetzten Rann Sind erst mal die Flitterwochen vorüber, dann wollen wir uns wieder sprechen!"
Manche stimmten Düsedau zu, manche meinten, jeder wäre einmal in seiner Jugend mehr oder weniger leicht- finnia gewesen, dann käme eben emes Tages die Vernunft. Man machte einen dicken Strich unter die Rechnung — und wurde eilt anderer.
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Am Tage des Polterabends standen sich Frau von Mo- reih und Oberst von Seinsheim zum ersten Male wieder seit fünfundzwanzig Jahren gegenüber.
„Gnädige Frau, wie gern ich gekommen bin!
„Vor allem, lassen Sie mich danken, daß sie ihre Hände so väterlich über Hans-Wilhelm gehalten haben/'
„Es war mir Herzenssache — ich tat's gern."
„Mein Junge hat es in erster Linie Ihnen zu verdanken, daß er morgen au seinem höchsten Ehrentage den Koller unseres glorreichen Regiments tragen darf."
Da wurde es dem Obersten schwer zu antworten. .
„Wir wissen, was wir dem Namen Moreth schuldig sind", sagte er dann endlich.
Da reicht ihm die alte Freundin herzlich die Hand.
„Mein Mann, das Andenken an ihn ist mein stolz und die Pflicht, über seinen Sohn zu wachen, ist die Ausgabe meines Herzens gewesen!"
Der Kampfgenosse Hans von Moreths beugt jtch über die schlanke, feingeäderte Hand. Bewegt antwortet er:
.„Ich habe Vertrauen zu Hans-Wilhelm; ein starkes Weib geht neben ihm!"
„Ja, unsere Eva!" sagt die Mutter stolz. — - '
In seinem Arbeitszimmer stehen sich Fritz von Beerenberg und Hans-Wilhelm gegenüber, während die Bram mit Frau von Seinsheim und der Gräfin Beerenberg plau-
den Gekränkten!" . f ,
„Hans-Wilhelm, verlange auf einmal nicht zu viel. ■
w owuvu. „Ich hab's Za schließlich nicht anders verdient — zu-
.Glaubst du etwa auf diese Weise einen Druck auf mich gegeben; aber schön ist das nicht!"
'■ 1 -• — „Mit der Zeit äüdert sich das fchon noch. Uebrigens
heiratest du doch den Alten nicht!" ,
.Soll ich vielleicht ein gutes Wort für dich bei ihm!
einlegen? Du weißt, ich tu's von Herzen gern."
fordern?" I „Um Gottes willen, laß die Hände davon! Heute abend
Das ist mir herzlich einerlei, mein Kind. Jedermann I wirst du selbst zu der Erkenntnis kommen ; bei dem ver-
soll aus meinem Verhalten den richtigen Schluß, ziehen, daß I fangen nur Beweise!" ich mit deiner Wahl durchaus nicht einverstanden bin." „Sv freue Dich darüber
„Gut, dann werde ich eine ganz große Hochzeit geben", I „Ehrlich gestanden, lieber Fritz, ich tu es
sagte die Komtesse sehr entschieden. — | „Hans-Wilhelm so gefällst du mir.
J Und so war es. Annähernd hundert Einladungskarten I Und die Frau von Seinsheim und die Gräfin
flatterten in die Welt hinaus. Schon aus Neugier sagten I bürg sind sich darüber einig: „Moreth kann sich die meisten zu. Vom Regiment hatte Oberst Seinsheim und I preisen, denn er bekommt eine reizende Frau. Graf Beerenberg mit ihren Gemahlinnen ihr Kommen an- | (Fortsetzung folgt.)
^meldet, auch noch ein paar andere Kameraden wollten erscheinen. „ . c
Eva war's zufrieden, nur das Unterbrmgen der Gaste machte ihr Sorge. Noch einmal wandte sie sich bittend an ihren Vater.
„Du wirst uns doch deine vielen FreindenzimMer wenigstens zur Verfügung stellen nnd deine Wagen und Pferde?"


