Ausgabe 
18.9.1913
 
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Erganzungsrätsel.

herrsche:

Da ist Herbst!

V. dB.

H. et

2. M. aB

Redaktion: L, A -> urath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,

r.ttbat, . S..e.z,

i d. n, . -e.z!

Jetzt erhält der Spieler keinen Stich mehr und bleibt somit im Schneider. Hätte er das aA nicht eingestochen, so würde ihn Vor­hand doch immer ivieder mit der langen a-Farbe traktiert haben. Außerdem mußte er ans Spiel zu kommen juchen, um die übrigen Wenzel herauszuziehen. Da diese aber in einer Hand standen, mußte das Spiel bei gegenivärtiger Kartenverteilung verloren werden.

vermochte».

* Esperanto-Geld. Der schöne reformatorische Eifer, mit dem die Anhänger des Esperanto für eine allen Völkern der Welt gemeinsame Sprache kämpfen, schickt sich an, nun auch auf das Münzwesen überzugreifen. Im Zusammenhang mit dem jüngsten Esperanto-Kongreß in Bern sind bereits die ersten Geld­stücke eines einheitlichen internationalen Münzwesens geprägt wor­den. Auf der Vorderseite dieser Münzen sieht man das Kopfbild des Dr. Zamenhof, des Erfinders des Esperanto, auf der Rückseite ein Esperantowappen mit der Umschrift:Jubiläo de Esperanto 18871912" und die Wertbezeichnung der Münze:1 Sm." Sm" ist die Abkürzung für das Wort spesmil, der Grundlage der angestrebten internationalen Münzeinheit. 10 spesmils enthalten genau 8 Gramm Gold, 1 spesmil entspricht in seinem Werte un­gefähr 2 Mk. oder 2,50 Franks. Durch diese Münzeinheit hoffen

V.e.e. t.i.e d.i.e . l.. n M. n.. r. e t. u W..i. E.l.n d.i.e

herbstlicher.

In Winter, Lenz und Sommer teilten unsere Vorfahren das Jahr noch zu Zeiten des Tacitus ein. Unbekannt iuarett damals dem GermanenNamen und Güter des Herbstes". Noch trieb der Deutsche keinen Weinbau, an Obst erntete er nur das was ihm !vild zuwuchs. Fremd war ihm also das Angenehmste, Schönste und Charakteristischste an der dritten Jahreszeit: die resche Obst- und Weinernte. Kein Wunder daß diese Zeit gleichsam eindruckslos an ihm vorüberstrnch, daß sie ihm gar nicht als selbständiger, wichtiger Jahrcsabschnttt erschien, daß er sie mit untergehen ließ sn der langen, unfreund­lichen Winterperiode, in der die Menschen von der Natur nichts Gutes mehr zu erwarten hatten! Das änderte sich dann Verhült- Uismäßig balv. Man lernte die nachsommerliche Zeit als fröhliche Zeit der Wein- und Obsternte kennen und auch als solche benennen. Im Althochdeutschen bereits finden wir darum das Wortherbist, das zunächst wohl nur jene Erntezeit bezeichnete, später der ganzen dritten Jahreszeit den Namen gab. Der Ursprutig des Wortes soll eine im Germanischen verloren gegangene Wurzel harb ge­wesen sein, die dem indogermanischen karp Frucht entspricht. Demnach wäre unserHerbst" stammverwandt mit dem griechischen karpos = Frucht und dem lateinischen carpere = Pflücken und bedeutete soviel alsdie Zeit, in der man die Früchte pflückt". Auf anderem Wege gelangten andere zioar zu der Vermutung, daß derHerbst" vielleicht eher den Begriff desSchnittmonats" decke und damit die Zeit der Getreideernte bezeichne. Die erste Deutung klingt aber wahrscheinlicher, tvenn man bedenkt, daß selbst heute noch in Oberdeutschland unter dem WorteHerbst" fast, nur die Obst- und Weinernte, namentlich die letztere, verstanden wird. Der Norddeutsche ist es nicht gewohnt, den Ausdruck in diesem Sinne angewandt zu sehen, und ihn berührt es darum ganz eigen­artig, wenn er in Süddeutschland hört, daß man z. B. die zur Weinlese erforderlichen Gerätschaften dasHerbstgeschirr" nennt, daß der Aufseher bei der Lese derHerbstherr" heißt usw. Außer für Wein und Obst wird das WortHerbst" auch für die Ernte, den Jähresertrag im allgemeinen gebraucht. Wohl in diesem Sinne heißt es in SchillersTeilung der Erde":

Was tun?" spricht Zeus,die Welt ist weggegeben,

Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein."

Hier in diesem Fall würde den großen Schwaben keiner seiner LandÄeute mißverstehen. Wenn aber der Dichter ein andermal ein Bild gebraucht wieDie Blätter fallen Von den Bäumen und mein Herbst ist kommen", so könnte ein schwäbischer Bauersmann, der die Stelle mundartlich auffaßt, der Meinung sein, daß für den Betreffenden nicht etwa eine Zeit der Wehmut, sondern dje Zeit des Erntens und Einheimsens gekonimen sei! Für das, was in schristdeutscher Sprache alsHerbst" bezeichnet wird, hat der Schwabe zwei ganz besondere Ausdrücke:Spätling" undSpät­jahr".

( i Als Spätling, alsSpätsommer" sahen auch hie ältesten Griechen den Herbst an. Allerdings entsprach diese Jahreszeit nicht ganz unserem Herbst, denn sie begann so früh, daß sie noch die heißesten Sommertage in sich einschloß. Erst ungefähr seit dem 5. Jahrhundert P. Ehr. schufen sich die Griechen einen eigentlichen Herbst, dessen Name verdeutscht etwa lauten .würde:Deii Spät­sommer vernichtend." Bei einer Anzahl von Völkern erhielt die dritte Jahreszeit auch den NamenVorwinter", so bei den Iren und den Tschechen. Eine sozusagen malerische Auffassung des Herbstes spricht aus seiner litauischen Benennung, die soviel tote braunrot" besagt, also eine Anspielung auf die Laubverfärbung ist. Wie dagegen die Römer zu ihrem Herbstnamen gekommen sind, ist schwieriger zu sagen. Man meint, daß vielleicht in dem Worte antumnus der Name einer alten Gottheit stecke, und alte Zusammenhänge lassen vermuten, daß dieser Name wiederum! mit den BegriffenWachstum" oderWohlstand" identisch sein könnte. Darin liegt etwas Ueberzeugendes. Denn als eine Zeit des Wohlstandes gilt ja fast überall der Herbst, weil der Mensch in ihm geerntet hat, was ihm zuwuchs, weil Hann die Scheunen Voll sind. Sagt doch darum mancherorts auch bei uns das Volk, um anzudeuten, daß irgendwo Fülle, Wohlhabenheit, Ueberfluß

. n s. r. ä.. t. n . u. d. i

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer:

(Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; A, U Unter, Bube, Wenzel; D Dame, Ober.)

Vorhand erhielt:,, aA, aZ, aK, aD, a8, a7, b8, b7, im Skat lagen a9 und cZ, Hinterhand hatte die Uebrigen. Spielgang: 1. V. aA M. bB H. c7

die Anhänger des Esperanto eine Brücke zwischen dem Dezimal- system und beit Abarten der britischen Währung zu schlagen. Der Anreger dieser Münze ist der Privatdozent an der Genfer Uno» versität Rene de Saussure. Die internationale Esperanto-Ge-» meinde hat sich das Ziel gesetzt, mit der Zeit die Einfiihrung dieser Münze als eine Art internationaler Hilfswährung in allen Kultur­staaten durchzusetzen, um damit die Auswechselung fremder Münz- arten zu erleichtern.

* DieSteigerung derPelzpreise. Die außerordent­liche Verteuerung der Pelze, die durch die schonungslose Ausbeutung des Tierbestandes und die dadurch hervorgerufcue Verkleinerung der Jagdgebiete entstanden ist, wird in einer Zusammenstellung des Bulletins der belgischen Gesellschaft für koloniale Studien" be­leuchtet, Hier ist eine Statistik gegeben, die den Wert der Pelze int Jahre 1880 und 1910 miteinander vergleicht. Danach kostete ein Bärenfell 1880 37,50 Frs., 1910 150 Frs., Biber 5 Frs. und 35 Frs., Hermelin 0,30 Frs. und 5 Frs., Schwarzfuchs 125 Frs. und 12 500 Frs., Silberfuchs 125 Frs. und 1250 Frs., Rotfuchs 3,10 Frs. und 30 Frs., Weißfuchs 3,10 Frs. und 50 Frs. Ein Luchsfell hatte 1880 einen Preis von 3 Frs. und 1910 von 30 Frs.; Marderfelle variierten zwischen 25 Und 100 Frs., Bisamfelle zwischen 25 und 250 Frs., Fischotter zwischen 5 und 250 Frs. Das Fell einer Moschusratte kostete 1880 0,30 Frs. und 1910 5 Frs., das eines Vielfraßes 6,25 und 35 Frs., das eines Schwans 3,10 und 15 Frs. In den drei folgenden Jähren ist die Aufwärtsentwicklung der Preise noch weiter fortgeschritten. Der teuerste Pelz bleibt nach wie vor der be^1 Achwarzfuchses, da dieses Tier jetzt fast völlig ausgerottet ist.

* D i e Heilung desblinden Bettlers". Durch Schuld eines gar zu modernen und gar zu durchsichtigen geschlitzten Damenrockes schmachtet fetzt ein armer Bettler int Arbeitshaus von Kansas City. Am Freitag sah Mr. Mc Cartp einen armen Teufel durch die Straße humpeln; auf der Brust trug der Bettler einen Zettel, der mitleidigen Gemütern verriet, daß der Träger blind und taubstumm sei. Mr. Mc Carty las die daran an­schließend auf dem Zettel verkündete Leidensgeschichte und war so gerührt, daß er dem armen blinden Manne ein reichliches Almosen gab. Der Spender wollte gehen, als er zufällig sah, wie eine sehr reizende junge Dame aus den Alten zutrat und ihm ein paar Cent gab. Sie trug einen modernen, sehr gewagten Schtitzrock, und der arme blinde Bettler konnte den Blick nicht von diesem Schlitz­rock reinen, ja, als die schöne Mildtätige weitergiug, drehte sich der Blinde sogar noch um und sah ihr nach und murmelte dabei etwas in den Bart.Verrückt, aber ganz nett," sagte der Taubstumme, keineswegs tadelnd, dann aber wurde er sestgenommen und mußte beichten, daß er angesichts dieses Schlitzrockes die Sprache wieder- gesunden und auch wieder sehend geworden war.

kf. Falsch verbünde n. Eine niedliche Telephongeschichte, die, wie derGanlois" versichert, den Vorzug hat, durchaus wahr zu sein, hat sich letzthin in Paris zugetragen. Ein Mann, dessen Frau von einer plötzlichen Ohnmacht und von heftigen Schmerzen befallen worden Ivar, telephoniert an den Arzt um Rat. Es ent­wickelt sich folgendes Gespräch:Meine Frau beklagt sich über allgemeine Schmerzen und über heftiges Seitenstechen. Was jst da zu machen?"Mächen Sie ihr sofort warme Umschläge und dann . . .", in diesem Moment wurde das Gespräch unterbrochen und der besorgte Gatte hörte folgenden wohlgemeinten Ratschlag, .der aber offenbar an die Adresse eines Dampfkessel-Besitzers ge­richtet war:Lassen Sie sie während vierundzwanzig Stunden völlig abkühlen; dann schlagen sie mit kräftigen Hainrnerschlägen die Schlacke heraus, nehmen einen Wasserschlauch und spülen sie unter starkem Druck ganz gründlich aus."

* Die Ueberraschung der Suffragette.Nun weiß ich endlich, wo mein Mann immerfort seine Abende ver­bringt !"Ach? Wo beim?"Zu Hause, ich ging gestern zufällig nicht aus und dadurch entdeckte ich die ganze Geschichte ,

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