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Mittwoch, den 18. Zun'l
Kr. 93
1913- h
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Die Flümmenzeilhen rauchen Roman -ans deni Jahre 1813 von Miaix Karl Böttcher-Chemnitz.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Die Nachricht von der Niederlage der Franzosen war am 1 frühesten Morgen durch einen Boten ans Wessel gebracht I worden und hatte die Patrioten in einen wahren Sieges tau'.nel versetzt. Dem Zuge der Empörten schloßen such Neugierige an, und als der Schultheiß Peter Wendt von I dem Lärm erfuhr, eilte er mit Etzinger nach dem Schloy,, nm den alten Heißsporn, Johann Schwind, den Sstim«, i vor Torheiten zu bewahren, denn noch waren sre Vertrags- i mäßig napoleonische Untertanen, und Linthardt khwite I durch seine Weigerung, mitzulämpfeu, Lei der franzoistchen Verwaltung auf Unterstützung der Behörden rechnen. Dadurch Märe natürlich dem Dorfe nicht geringer Schade I zugesügt worden. I
Der Erbjunker stand auf dem Altan und sprach, als etwas Ruhe geworden war, zu den im Hofe Versammelten: „Was wollt Ihr von mir, Leute? Laßt mir meinen Frieden, wie ich Euern nicht gestört habe!" . I
/Was, Frieden?" rief der Schmied. „Ist eine Art für einen adligen Herrn, sich jetzt in die,er schweren Zeit auf die Bärenhaut zu legen, jetzt wo der Bonaparte vertrieben werden soll und kann!"
,/Darüber zu urteilen, steht Ihnen kein Recht zu, mem | bester Schwind. Außerdem rate ich Euch, diese aufruhre- , rischen Reden zu lassen. Ihr scheint vergessen zu haben, daß Ihr französischer Untertan seid, imd Euch dwse Wotte leicht den Kopf kosten können!"
Ha, wollen Sie drohen, Junker? Ja, setzen Sie Ihrem Verrat an der guten Sache die Krone auf und zeigen ^te mich bei der französischen Kommission in Wessel an!
Bei dem Worte Verrat zuckte Linthardt zusammen und wurde bleich, dann sagte er: „Was Ihr vou Verrat verstehe ich nicht! Ich tue, was jedermann an meiner Stelle tun würde: ich erhalte mir und den Meinen und nicht zittcht deui deutschen Nationaleigentum ein Riesenvermogeu. Was nützte dem Lande die eine Faust, der eine Degen der nach der ersten Stunde des Kampfes schon tot und nutzlos st tu Tann, wenn das Land nach dem Kriege, mag er aussatten wie er will, eine feiner herrlichsten und reichsten Besitzungen an Frankreich verliert? Was nützt ..."
Worte! — Nichts als Worte!" schrie einer dazwischen, und ein andrer: „Verräter!" — Und dieses Wort entflammte einen Wutausbruch bei allen, und sie drangen gegen die Freitreppe vor und hoben ihre Fäuste, und auS 1 Mg f^s^W^nnd^Widlich' umlauern, noch iM«H° zwanzig Kehlen schrie es dem Junker entgegen. „Vmua, . I rait €J—fiemntrt. Wenn ick
-- Kämpfen oder weg vom Schloßt" - s nL1T ' 1
Linthardt stand mit steinerner Ruhe, aber bleich, auf dem Altan und schaute auf die wilde Horde Nieder, und Frau von Bourgee und Tomette flohen m die entferntesten Gemächer des Schlosses, benn sie fürchteten für ihr Lebern —
Das war der Augenblick, wo einer der französischen Reiter in den Hof einritt. „Hallo, Leute!" schrie . er in den Lärm, und int Augenblick verstummten dw zornigen Schreier. Alle wandten sich dem franzostschen Ordonnanzoffizier zu. „Ich suche den Schloßherrn!"
tSo ist das Volk! Im Slugewb lick noch bestritten sie, daß Linthardt ein Recht auf das Schloß habe, fetzt blickten alle nach Linthardt. Der Offizier gruMe höflich, sprang vom Pferde und schritt bann durch die Wenge, die ihm willig Bahn machte. Da trat der Schultheiß Peter Wend, der eben mit Etzinger angekommen war, dem Reiter m den Weg: „Verzeiht, §err. Ich bin der Schultheiß de Ortes und habe Euch zu sagen, d-aß dieser fuiige Mann da oben nicht der Schloßherr ist. Der eigentliche Herr, der Freiherr von Altenlohe, hat das Schloß verlassen, und & ist rechtmäßig an ei« franMische HemsMst, FEvv» Bourgee, überlassen worden, die fetzt int Schloß, wohnt.
Sie muß auch raust!" schrie einer dazwischen, die andern stimmten bei, und Linthardt winkte mit den Armen, als wolle er wieder sprechen. Als sich die Leute berühmt batten, sagte der Offizier kurz und fetzt weniger höflich.
I Ich bin nicht hier, zu untersuchen. Wem da--- Schloß gehört, 'ist mir auch ganz gleich. Jedenfalls wird es sofort instand gesetzt, einen großen Transport Verwundeter auf- zunehmen. Euch, den Schultheiß, mache ich für ordnungs- niästiae Ausführung dieses Befehls verantwortlich. Ihr und Säle kommt, ferner day in großen Bottichen
I Trinkwasser in allen Gängen und Korridoren steht, und I schließlich werdet Ihr noch Brot und Milch, zu liefern haben.
W Ärd Lch K Furageoffizier, der Euch im SchE- beivenamt sucht, genauer sagen. Und "un geht ssfovt an die Arbeit. Bei Nichtbefolgung dieser Befehle oder bei der geringsten feindseligen Haltung gegen die ^stquar- tierung und gegen die Kranken und Verwundeten wird der Bürgermeister, der Pfarrer und eine dritte angesehene I Person erschossen und Dors und Schloß biv aus die Leite | '^^Mit dumpfern Schweigen hatten die Leute diese Drohung vernommen unb nun erhob sich ein Murmeln und leises I Fluchen nm welches sich jedoch der Offizier nicht t munterte.
® “Ä« «i d°m Aiü», ->b-i her ®rti«ntet w°r »«. I schwnndeii. Dann bestieg er sein Vs^rd.
I Als er in die Lindenallee einbog, kamen seine beiden I Kameraden geritten, in ihrer Mitte den Pfarrer Tempel I führend Der Pfarrer trat zu den Dorfleuten und sagte zu ilmen: Hört, Ihr Sieben, ich bin erstaunt und betrübt, I -^ßr' in diesen schweren Zeiten, wo Not und Feindschaft vag I j i ) , :,.mYmtprrt. nocki IM eia-


