Ausgabe 
17.11.1913
 
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Fritz Droop schildert das schöne, traute Schlesierland in gemüt­voller Welse. Prof. Dr. Martin Kremmer, vormals Dozent an der Kaiser Wilhelms-Akademie in Pilsen, behandelt die Provinz Posen. Bon der Ostmark versetzt nns das nächste, von Paul .Schaumburg verfaßte Kapitel nach Sachsen; Westfalen hat in Dr. I. Wiese einen begeisterten Schilderer gefunden; das eigenartige westfälische Volksleben und die landschaftlichen Schönheiten der roten Erde" können dem Leser kaum wärmer und eindringlicher vorgeführt werden. Dr. Arthur Obst, Redakteur desHamburger Fremdenblatts", hat in fesselnder Weise Schleswig-Holstein und die Hansestädte geschildert und dabei Land und Leute in den Lie­dern der Dichter und intz Volkstum dargesteiklt. Gin sehr inter­essanter Aufsatz über Helgoland von dem Universitätsprofessor Dr. Theodor Siebs-Breslau, dem bekannten friesischen Sprachforscher, gibt uns höchst wertvolle und noch wenig bekannte Aufschlüsse über das wogenumspülte Eiland. Das heidenreiche Land Hannover, dessen Schilderung Fritz Droop übernommen, findet in Gedichten von Theodor Storm, Detlev v. Liliencron und Hermann Allmers auch seine poetische Verklärung. Franz Poppe, der durch Olden­burger Dialektdichtungen sich einen bekannten Namen erworben hat, beschreibt seine oldenburgische Heimat mit warmer .Begeiste- Sj; Paul Heidelbach entwirft stimmungsvolle Skizzen von en-Nassau und Waldeck-Pyrmont; die Lippeschen Lande fin­den in Karl Wehrhan, Braunschweig in Mela Escherich Darsteller voll dichterischen Schwunges. Dr. Marx Möller schildert in der diesem Poeten von der Waterkant eigenen Weise die mecklenburgi­schen Lande.

Das Königreich Bayern hat in Dr. Alois Dreyer, dem be­kannten Münchener Schriftsteller, einen glänzenden Schilderer ge­funden. Das Königreich Württemberg und die Hohenzollernschen Lande behandelt Professor Dr. Eugen Gradmann. Das Großher- zogtum Baden mit dem Schwarzwald konnte keinen geeigneteren Darsteller finden als den Herausgeber derZeitschrift für alo- mannische Volkskunde" Professor Dr. Friedrich Pfaff in Freiburg. Die düsteren Schlvarzwaldseeu und Hochmoore schildert Otto Ernst Sutter. Das Großherzogtum Hessen schildert Franz Eomo besonders nach der Seite des Volkstums in einer fesseln­den Arbeit. Der Bearbeiter des Königreichs Sachsen ist Professor Dr. Sturmhoefel, Leipzig. In einer poesievollen, wie eine Dich- tu,ng sich lesenden Schilderung hat Geh. Hofrat A. Drinius, deh AltbekannteThüfriicher Wandersmann" von seiner geliebten/ Heimat ein treues Bild entworfen. Die Darstellung der Reichs­lande ist ebenfalls bodenständigen Kennern anvertraut. Wilhelm! Scheuerntann, ein Elsässer Landeskind, hat in fesselnden Bildern seine elsässische Heimat geschildert. Fritz Lienhard erfreut uns in der ihm eigenen, mit literarischen Reminiszenzen durchwobenen Darstellungsweise durch ein fesselndes Bild von der Hohkönigs- burg. Der Lothringer Fritz Hupfer schildert seine Heimat beson­ders in bezug auf die interessante Enttchcklstwg mtbi die Wand­lungen, die Lothringen seit dem Kriege 18701871 durchgemacht hat. Arthur Fürst, Redakteur des Berliner Tageblatt, gibt eine interessante Studie über die deutschen Kanäle. Der jüngst verstor­bene Ottomar Beta schildert die Deutschen Kolonien besonders nach der volkswirtschaftlichen Seite. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Hugo Böttger gibt in einem umfangreichen Kapitel eine fes- selnde Darstellung der Entwicklung von Deutschlands Volkswirt- schaft und Sozialpolitik. Professor Heinrich Sohnrey behandelt den gegenwärtigen Stand der läudlichest Wohlfahrtspflege in Deutschland, lieber das Deutschtum int Auslände verbreitet sich Professor Tr. Hoeniger und bringt dabei die allerneuesten Daten. In liebenswürdiger Weise hat Peter Rosegger seine Feder in den Dienst des Unternchmens gestellt, indem er über die von ihm be­gründete Deutsche Schutzstiftung in Oesterreich interessante Mit­teilungen gibt. Den Schluß des ganzen Werkes macht Fritz Droop in einem glänzend geschriebenen Epilog:Die Kultur des gegen­wärtigen Deutschland", welcher in meisterhafter Weise die geistigen und kulturellen Strömungen in Deutschland zusammen­faßt. Eine Fülle von prächtigen Bildern, darunter zahlreiche sar- benphotographische Aufnahmen, die diese neue Technik bereits! auf'der Höhe zeigen, tragen ziur Veranschaulichung des Rieserr- stoffes bei. Die Anschaffung wird dadurch erleichtert, daß neben der kompletten Ausgabe eine Lieferungsausgabe zum Preise von je 80 Pfg. erscheint. r

Mit feinem Verständnis sind die Bilder ausgesucht, in denen! die ganze Schönheit unserer deutschen Landschaft, die Originalität Unserer Stammesarten und der von gesunder Kraft zeugende Hn- mor Unserer Gaubewohirer ihren Ansdruck finden.

vüchertisch.

E. Stilge b a u er, Harr y. (Ein Heine-Roman.) Reuß «. Jtta, Verlagsanstalt, Konstanz. Stilgebauer dichtet seinem Helden keinen Nrmbus an und er läßt sich nicht aus einer blinden Verehrung für den Dichter zu einer Glorifizierung verleiten, sondern er bemüht srch, uns mit einem Menschen bekannt zu machen, der unsere Schwächen hat, der kämpft wie totr, aber durch dessen Menschlichkeiten man um so ergriffener seine Größe hin durchfühlt. Stilgebauer gibt aber mich mit diesem Buche ein Kulturbild der

ersten Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts. 'Die politische»! und literarischen Bewegungen jener bedeutsamen Epoche läßt er vor uns erstehen. Die ersten Kapitel des Romanes spielen in der Rhemgegend tion Düsseldorf bis Bonn und erfahren durch einige prächtige Landschafts- und Naturstimniungen ein reizendes Kolorit. Die späteren Seiten führen uns bann an alle die Stätten, an die in fieberhafter Hast Heine das Schicksal führte, ohne ihn irgendwo Ruhe finden zu lassen. Er, der sein Vaterland über alles' liebte, mußte in Paris die beste Zeit seines Lebens verbringen, er, der Leben und Schönheit tote keiner verehrte, toar die letzten zehn Jahre seines Daseins in qualvoller Krankheit, an die dustere Matratzengruft" gebannt.

Deutsche Sprache.

Deutsche Sprache, Mutterlatit, In der Wiege uns schon traut, Lichtstrahl in des Geistes Nacht, Brachte!! Wissen, reich an Segen, Warst uns Stern aus vielen Wegen, Halt auch weiler treue Wacht!

DeutscheSprache.deutschesWort, Deutschen Wesens starker Hott, llrkrast deutscher Einigkeit, Sei gesegnet, sei gepriesen, Hits das Baud noch enger schließen, Heute und in Ewigkeit!

DeutscheSprache, deutsches Lied, Eh'rue Kelte, Glied an Glied, Ewig grünend Ehrenreis: Blühe weiter und erklinge, Daß die Nachwelt einft noch singe Deutscher Treue Lob und Preis.

Deutsche Sprache, deutsche Rede, Sturmerprobt in Kampf und Fehde, Urquell dem Gedankenmeer; Biegsam, weich tute laue Winde, Hart wie Eichenholzes Rinde, Königin, bleib stolz und hehr!

H

Deutsche Sprache, deutsche Art, Wie Geschwister eng gepaart, Eines läßt vom andern nicht. Temsch geboren, deutsch sich regen, Trett sein auch aus sleileit Wegen Führt zum Ziele, iührt zum Licht.

DetttscheSprache, deutscheKunst Buhlen nicht um fremde Gunst; FreivonBeiiverk, schlicht und schön, Wuchtig, kräftig, deutsch im Schritte,

Stni des Weges gold'ner Mitte Geht's bergan ztt lichten Höh'm

,Deutsche Sprache, deutscher Rai, Sie gebären deutsche Tat, Sind bekannt in iveiteut Land. Ernst im Wägen, kühn int Wagen, Trett, auch in den schwersten Tagen, Heil dir, deutsches Vaterland!

DeulscheMänuer.deutscheFrauen Hellt am Werke lueiterbnuen, Hellt und wirket mehr und mehr l Stolz und kühn wie deutsche Eichen, So soll deutsche Sprache reichen Weithin über Land und Meer!

ermann B ö n i n g, Wiesbaden.

Humoristisches.

* Erklärliche Wildheit.Ja," erklärt der alte See­fahrer, als ich m Südamerika Schiffbruch erlitt, stieß ich auf einen Stamm wilder Frauen, die keine Zungen hatten."Um ®otte§ willen, ruft eine Zuhörerin,wie konnten sie denn sprechen. ,,^a, erklärt der Seebär,sie konnten ja nicht und oas war es ja gerade, was sie so ivild machte."

Auflösung des Ergäuzungsrätsels in voriger Nummer: Laßt euch nicht das Lob betören, Laßt euch nicht den Tadel stören!

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Rösselsprung.

Auflösung in nächster Nummer.

8iei'z>flion: K. N - urath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität«-Buck- und Steindruckerei. R. Lange, Gieße»