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Jackett. Den Kops bedeckt eilt steifer Filzhut in der Art der bei den Damen üblichen Reithüte. So bleibt also zur Unterscheidung der Geschlechter in der Tracht eigentlich nur der Rock übrig; dafür ist aber dieser auch an der linken Seite geschlitzt. Ganz kann sich die Eva schließlich doch nicht verleugnen.

* Ein Traum vom Golsström.Das Klima, die Wärme und das Licht der Welt kontrollieren", das will ein amerikanischer Ingenieur CarollL. Riker, der in einem vor kurzem erschienenen Werk ein Projekt auseinandersetzt, den Golsstrom durch einen Meerdamm von 500 km Länge und 800 Fuß Höhe abzu­lenken. Ter große warme nördlich fließende Golsstrom würde nach seiner Meinung die ganze Nordpolarsvhäre erwärmen und das Eis zum Schmelzen bringen können, wenn er nicht in seiner Wirkung geschädigt und vernichtet würde durch die eiskalten süd­lich fliefienben Labrador-Strömungen. Tie Grand Banks an der Südostküste von Neufundland haben viele Kilometer an der Küste entlang nur eine Wassertiefe von wenigen hundert Fuß. lieber dieses Plateau des Meeresgrundes fließt der kalte Labradorstrom von Norden und begegnet hier bem Golfstrom, ben er _ zeUeilt. Der Jngenieurtraum be-3 Autors, ber nach bem Urteil Sach- verstänbiger burchaus nicht außerhalb des Bereiches bet' Möglich­keit liegen soll, besteht nun darin, daß eine Mole vom Südost­punkt von Neustmdlanb aus in der Richtung nach Osten gegen 300 km tief im Wasser gebaut und etwa 300,Fuß hoch geführt wird. Dieser Damm würde den warmen Golsstrom in das Ties- wasser des Meeres ablenken, während die kalte Labraborströnrrmg ebenfalls von dem Danrm abgelenkt und unter dem Golfstrom durchgeleitet würde. Die eisige Wirkung der kalten Gewässer würde damit für immer in ben Tiefen bes Ozeans verloren gehen. Die warmen Wasser bes Golsstromes ober würden sich ungehindert miSbreiten können und sogar ben Eisanhäustntgen am Pol selbst gesährlich werben. Riker ist bet Ansicht, baß schon ein Damm von 45 km Länge das Klima an der Küste von Neufundland bis Kap Hatteras mildern nnb die Härte der strengen Winter aufheben würbe. Die Erbarmng einer solchen Mole, mag sie nun 45 ober 300 km lang (ein, wirb jedem als ein erstaunliches Unternehmen erscheinen; wie der Vater des Gedankens ober eingehend aus­einander zu setzen versucht, ist es eine verhältnismäßig leichte Sache, die innerhalb von 8 Jahren bequem durchgeführt werden könnte. Die Kosten ivären allerdings nicht gering; sie betragen nach feiner ungefähren Schätzung 190 Millionen Dollar. Im Falle dieses Projekt ober als überhaupt unmöglich erscheinen sollte und Riker, bet bereits bei einem Versuch, ben amerikanischen Kon­greß dafür zu interessieren, gescheitert ist, setzt seii'e ganze Hoffnung aus das Eintreten König Georgs für seine Pläne bann hat der Ingenieur noch einenkleineren Plan" in Petto, dessen Kosten sich nut ans 40 Millionen Dollar betauten und bei dem die Ablenkung ber Strömungen burch Drahtseile unb Kabel erfolgen soll. Das Buch ivirb von verschiebeneu amerikanischen Fachzeilschristen eiit- gehenb besprochen; bet Plan wird als interessant erörtert, aber on eine Verwirklichung glaubt niemonb.

* Eine Huudestatistik in Frankreich. Aus Paris wird berichtet: Nicht ohne Melancholie müssen sranzösische Statistiker ans Grund ber soeben erschienenen amtlichen Berichte über bie Er­gebnisse ber Htmbezählnng in Frankreich seststelle», daß die Ver- mehrung ber vierbeinigen Freunde bes Menschen in der sranzösi» scheu Republik ein viel günstigeres Bilb zeigt, als bie Bevölkerungs­statistik. 1872 zahlten in Frankreich wenig über 2 200 000 Hunde- besitzer die Hnnbesteuer, beute betaust sich die Zahl der versteuerten Hunde oui nicht weniger als 3 725 973 abgabenpflichtige Vierfüßler. Und am gewaltigsten ist bie Zunahme der Hunde iii Paris; sie stieg von 70 000 ans 176 000, also um rund 250 Prozent. Die Geburtsziffern für bie Hunde sind in Frankreich durchaus be­friedigend, wenn auch bei der Zunahme dertzimdebevöllerung" die von Jahr zu Jahr zunehmende Einwanderung deutscher, engli­scher und belgischer Hunde sehr hoch in Anrechnung gebracht werden muß.

* Die Reise ei net Katze. Daß der Hund eine seltene Orientierungsgabe besitzt und imstande ist, selbst auf weite Ent­fernungen den Weg wieder zu seinem Herrn zu finden, das ist allgemein bekannt. Dagegen pflegt man der Katze diese Fähig­keit übzusprechen, ein Umstand, der wohl auch zu dem oft wieder- Ibolten Borwurfe der Undankbarkeit und Gleichgültigkeit gegen die Katze beigetragen hat. Es liegt nun jetzt ein Fall vor, der dieser landläufigen Anschauung widerspricht. Er ereignete sich in Eng­land, und die ZeitschriftNos Loisirs" bürgt für die Zuver­lässigkeit der Geschichte. Eine in ber Stadt Ripon lebende Frau mamens White begab sich von Ripon nach Cardisf, um Uten dort lebenden Eltern einen Besuch abzustatten. Sie hatte mit sich im Zug eine Katze, eine gewöhnliche, aber schöne schwarze Katze, die auf den Namen Tumimi hörte und die sie ihrer Mutter als Geschenk mitbringen wollte. Die Katze war während der Eisen­bahnfahrt in einen Korb eingeschlossen. Tnmimi hatte in ihrem lnenen Heim zu Cardiff erst einen einzigen Tag verlebt, als sie spurlos, verschwand. Alle Nachforschungen loaren vergeblich; nur Konnte in Erfahrung gebracht werden, daß allerdings eine schwarze Katze in der Nähe der Eisenbahnlinie gesehen worden iuar. Zehn volle Tage später ging in Cardiff die Meldung ein, daß Tumimi in ihrem alten Heime in Ripon wieder eingetroffen war. Frei­

lich in welchem Zustand! Das Tier war völlig erschöpft, die Klauen -abgenutzt, die Pfoten über und über blutig. Ripon ist von Cardiff nicht weniger als 400 Kilometer entfernt; die Katz« mutz also durchschnittlich 40 Kilometer am Tage zurückgelegt haben,: und sie hat damit jedenfalls eine Rekordleistung vollbracht. Un-s aufgeklärt bleibt nur, wie Tumimi ihren Weg nad) Hanse zurück- -gefilnden hat. Ist sie quer über Land gewandert? Ist sie der Eisenbahnlinie gefolgt? Ist sie vielleicht auf einen fahrenden Zug aufgesprungen? Aber wie konnte sie sich der Eisenbahnlinie und ihres Weges überhaupt erinnern, da sie während der ganzen Fahrt von Ripon nach Cardiff in ihrem Korbe eingesperrt gelegen hatte? Man sieht, es gibt auch int Katzenleben noch mehr Dinge, als unsere Schulweisheit sich träumen läßt.

* EinguterTi p. Lumpensammler:Keine leeren Flaschen heute, Madame?"Nein, bei uns nicht. Aber wenn Sie mal bei Mr. Soakem da an der nächsten Tür nachfragen wollen seine Fran kommt erst morgen von der Badereise zurück!"

* Ihr Verdienst. Der Vater:Wie, Kind, du hast dein neues Gesellschaftskleid?"Ja, Papa, aber von meinem selbst­verdienten Geld, ich habe es schon bezahlt von dem Gelde, das ich für deinen vorjährigen Pelz bekam."

Büchertisch.

Di e Schriftleitung der Lese, der bekannten literarischen Wochenschrift für das deutsche Volk, ist von München nach Stuttgart verlegt worden. Die Herausgabe des Blattes besorgt jetzt Theodor Etzel, der Mitbegründer und frühere Mitherausgeber. Dadurch ist die Garantie geboten, daß die Lese ihren bisher hochgehatteuen Zielen:die Originalwerke edler 'und starker Dichter und Denker aller Völker und aller Zeiten und insbesondere die verdienstvollen lebenden deutschen Dichter der großen Masse des Volkes nahe zu bringen", auch fernerhin mit dem gleichen Erfolge treu bleibt.

Kürschners Bücherschatz, Nr. 910/911:I nt Herzen Rvms" von Marion Crawford. (Verlag von Hermann Hillger, Berlin.) Iii eine, von allen Schauern des Geheimnisses umzitterte Welt führt uns der Roman, der uns in einer guten Uebersetzung von Baronin von Aretiii dargeboten wird. In verschüttete Brunnenschächte, an die weltentlegensten Stätten, wo nur das raunende Flüstern der rätselhaftenver­lorenen Wasser" lebendig ist, klimmen wir mit den Helden des Romans und wir erleben alle Sensationen der Entdeckung einer vergoldeten Kolossal-Statne mit ihnen. Die spannende Hand­lung gruppiert sich in romantischen und eigenartigen Situationen um den kulturhistorischen Kern des Romans.

Unter den deutschen Kalendern nimmt der Lahr er Hinkende Bote" wohl noch immer die volks­tümlichste Stellung ein. Noch ist die alte kemhafte Art des Be­trachtens und Erzählens ihm zu eigen verblieben, doch wandelt er wie seine Aufrollung derWeltbegebenheiten" beweist mit offenen Augen durch die Zeit. Von gut vaterländischem Geist, aber auch von Freimut der Rede zeugen eine Standrede über unsere deutschen Brüder im Ausland" und die reizend illustrierten Jahrhundert-Erinnerungen. Eine Reihe von Erzählern haben auch für den neuesten Jahrgang so recht aus dem Volksleben geschöpft. Der heurige Kalender enthält außerdem Beiträge be­währter Mitarbeiter desHinkenden". Heiteres und Ernstes wird so bem Leser vertraut, der sicher von gewohnter und doch all­jährlich neuer Weise sich lebhaft angesprochen fühlt. Auch der Bildschmuck strebt mit Glück volkstümliche Einfachheit an.

Skat-Aufgabe.

Hinterhand reizt bis Null ouvert, weshalb Mittelhanv, die mit folgender Karte:

Q Q

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nur Coeur-Solo spielen wollte, Grand ansagt. Der Spieler wird Schneider, obgleich im Skat noch 10 Augen liegen. Wie war die Kartenverteilung und der Gang des Spieles?

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Diamanb-Rätsels in voriger Nummerr

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Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen