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Ackern) und beit gut Polutph sprechenden Rittuietster Frechen Äiipi non Collenberg Mr Bedeckung. Als diese nach eurer yet- SuinSn«? WÄ in Wilna den in der Nähe Lieser Stadt gelegenen Engpaß versperrt fanbeit, schlugen sie erneu Seitenweg ein, auf dem sie nach erner ^tt^ Taae und zwei Nachte lanaen Fuhrt am 13. Dezember in der Nahe d-es Dorfes .netto wisckki gefangen genommen wurden. Bon hier ab ist vas Leben Grolmans eine Kette der fürchterlichsten Qualm, die in dem Anf- labe eines nicht bekannten Verfassers in der ^„.lbenbzeitung^ 1831 Nr 34—37 (unverändert abgedruckt rn der.,,Karlsruher Oeitmta"' 1840 Nr. 67-69, 71-73) ausführlich befchrleben sind. In Keitowischki wurden die drei Gefangenen bald nnWandelt iind aüsgepltinMrt Dem Rittmeister von Rüdt, ber Jemen Leidens- aefährten nichts mehr nützen konnte, gelang es infolge seiner Kenntnis der polnischen Sprache, über Wien nach Danse zu entkommen: ihm war -es bestimmt, am 12. vsu£t 181a bei Straßburg zu fallen. Hubbauer dagegen trennte sich, nicht vonseinem. mt* alücklichen Geführten. Die schwerste und gefährlichste Mißhandlung, die der krank zu Boden liegende Grolman tit Kettowftchft erlitt, bestand in einem Kolbenstoß, den ihm ein m die, stiche emge- dnngener Marodeur auf die Brust versetzte. 'Einige Hilfe verschaffte dem Unglücklichen ein russischer Dragonerofftzrcr, der sie zsterst auf feinen Edelhof und dann nach. Schifchnwri, einen: zehn Stunden hinter Kowno gelegenen Ort bringen ließ. Dort chr ch Grolman, der sich inzwischen etivas erholt hatte, an den Großfürsten Konstantin, den Bruder des Zaren Alez anders L, tmb bat ihn um Hilfe. Ms er aber auch m Schtschmori fchlecht behandelt zu werden begann, ließ er sich mit. «nein Transport gefangener Franzosen nach Wilna führen. DieMuhfalen des fünf tägigen Marsches dorthin und einige vor Wilna erlittene Unbilden hatten bei dem Kranken ein fürchterliches Must- und Nervenfieber hervorgernfen und sein Befinden so verschlimmert, daß. er nicht vor dem Zaren, der ihn auf den Bericht be» Großfürsten Konstantin hin zu sehen wünschte, erscheinen konnte Einige Zeit battouf, jedoch nach der Abreise des Zaren von Wiüta, trat etne Besserung ein, so daß er noch an den beiden letzten agen des Januars nach Maitfe, an den Großherzog von Buden und an seinen Freund den Flügeladjutanten Theodor von Sentter, schreiben und in diesen Briefen noch immer die Hoffnung auf Rettung aussprechen konnte.
Mlein „die Wiedergenesung" Grolmans war, wie er selbst an den Großherzog Karl schrieb, „keine fotbie". Bald wurden seine Brustschmerzen, die voll dem erlittenen Kolbenstoß herrührten, heftiger denn je zuvor, intb ein nervofes Fieber kam hinzu. Ihm erlag er, wie das Kirchenbuch der evangeUsch-luthe- rischen Kirche zu Wilna auAveist, am 6 Februar alten, d. h. am 18 Februar 1813 neuen Stils, abends t/aO Uhr. Aus dem bei der damaligen Vorstadt Pogulanka gelegenen Friedhof die,er Gemeinde wurde er bestattet. Sein Grab ist jetzt langst verschwunden.
Der sympathische Andruck, den Grolman ans seine Zeitgenossen, wie beispielsweise auf den Markgrafen Wilhelm von Baden und auf Philipp Joseph Resues mackste, stimmt mit dem Bild überein, das ilvch der heutige Leser aus seinen Tagebüchern und Briesen gewinnt, von denen einige, namentlich die «an den Pfarrer Baur, auch Zeugnis von seiner dichterischen Begabung ablegen. Es liegt etwas Echtes, Reines und Gewinnendes in semer Persönlichkeit, und eS ist nickst zu viel gesagt, wenn ihn Karl Obs er in seiner Ausgalie der Denkwürdigkeiten des Markgrafen Wilhelm von Baden (Band 1, Heidelberg 1906, S. 127) als „einen feingebildeten, ausgezeichneten Offizier bezeichnet, der an Kenntnissen und Befähigung wühl alle seine badifchen Kameraden übertraf". _____________
(Ein Ausflug in die Ordenrweli.
Zil der merkwürdigsten Spezies der ehrgeizigen Leute gehören die sogenannten Ordensjäqer. Wie es zu allen Zeiten Menschen gegeben hat, die jedwedes äußere Ehrenzeichen „aus Prinzip" abzulehnen pflegen, so ist auch die Zahl derer nicht (gering, die sich glücklich schätzen, wenn sie ein buntes Bändchen in ihr Knopfloch besten oder einen glitzernden Stern auf der Herzseite ihres Fracks besestigen können. Und man glaube nur ja nicht, daß alle diese Leutchen, die ihr irdisches Glück in derlei niedlichem Tand suchen und sinden, durchweg zur Sippe der Streber in Gänsefüßchen gehören, zu den kleinen Narren, deren Ehrgeiz weniger der Sonne zustrebt als den Sternen ans Silber und Gold: es gibt recht .verständige Menschen, die in Verzückung geraten, wenn bei einem gelegentlichen Ordensregen auch für sie etwas. abfällt.. Klaus von Rheden, ein liebenswürdiger Plauderer, erinnert in einem durchweg farbig illustrierten Artikel des Febrnarheftes von Vel- hagen & Klasings Monatsheften daran, daß z. B. Ibsen eine wahre Zärtlichkeit für feine Orden fühlte und melancholisch wurde, als ein ihm verheißenes Großkreuz ausblieb — allerdings nur versehentlich, und daß der große Maler Delacroix, wenn er einen neuen Orden erhielt, sich sofort in Gala warf und zwischen Spiegeln auf und ab marschierte, um die Glanzwirkung der Neuheit zu den übrigen Dekorationen zu erproben.
Man sagt, daß Schauspieler und Sänger die enragiertesten Ordensjäger seien. Von Karl Sonntag und dem verstorbenen Leipziger Theaterdirektor Stägemann erzählt man, daß sich beide mit leidenschaftlicher Vorliebe von ihren Orden unterhielten; von einem berühmten Shylock, daß er an einem kleinen Hoftheater nur gastieren wollte, ivenu man ihm ein herzogliches Ehren», kreuz zusagte, das er merkwürdigerweise noch nicht besaß; von einem andern nicht minder berühmten Komödianten, daß er nach einem Gastspiel den Oberhofmarschall wecken ließ, der vergessen hatte, ihm das versprochene Äerdienstkreuz zu übergeben: der Host marschal! erschien am Fenster und warf dein abreisenden Hamlet die Dekoration mit freundlichem Gruß heraus. Ein vielgenannter Theaterdirektor (Schauspieler zugleich) besitzt zweiunddreißig Orden.- Auf seiner Frackklappe flammen Orden und Sterne von unerhörter Schönheit. Sie kommen z. T. weit her und sind oft recht teuer, gewesen. Man kann nämlich auch Orden kaufen.
Mir selbst — erzählt der Verfasser weiter — ist vor längeren Jahren einmal ein prachtvoller Orden in Tunis angeboten worden. Da war ich vom damaligen Bei in Audienz empfangen worden, und beim Abschied näherte sich mir der „Jntrodukteur" (ein Mmut, der Hoheit genannt wurde und einen gänzlich vergoldeten, aber schon etwas abgeschabten Rock trug) und fragte, ob mir wohl mit einer Dekoration gedient sei. Ich hatte nichts dagegen und gab meine Adresse auf. Am anderen Tage erschien denn auch ein Kawaß in meinem Hotel und reichte mir, ein Kästchen pnd zugleich auch eine Rechnung über „Kopialgebühren" oder dergleichen. Es handelte sich um ein paar hundert Franken, die immerhin em Loch in meine Reisekasse gerissen hätten. Da kriegte ich einen Schreck und äußerte, ich müßte mir erst einen Scheck etnlöfen, ber Kawaß möchte morgen wiederkommen. Er ging mit seinem Kästchen davon, imd ich wechselte schleunigst das Hotel, um der Aller-' höchsten Huld zu entfliehen.
vermochte».
— Telegraphenstangen als Barometer. Wer hat nicht als Kind bei Spaziergängen bisweilen an den die Landstraße hegleitendeii Telegraphenstangen Halt gemacht, das Ohr an das Holz gelegt und jenem seltsamen surrenden Summen gelauscht, das unaufhörlich Tag und Nacht von den Telegraphendrähten ausgeht! Professor dl. Field von der Universität Ottawa hat dieses Phänomen zum Gegenstand eingehender Studien gemacht, die zu sehr interessanten Ergebnissen geführt haben., Man hatte lange geglaubt, daß man die Schwingungen der Tele- graphendrähte drirch die Wirkung des Windes und des Luftzuges erklären müßte, aber diese Annahme wird durch die Tatsache er- schnttert, daß das Summen und Surren auch bei völliger Windstille andauert. Forscher haben dann einen gewissen Zusammenhang zwischen dem Summen der Telegrapheirpfähle und den atmosphärischen Verhältnissen angenommen, und der Physiker suchte das Geräusch durch die ständige Zusammenziehung und Ausdehnung der Drähte zu erklären, also als eine Folge der Wttterungswcchfel und der TeMperatnrschwankungeu. Aber auch diese Theorie hat ihre Mängel, weil zu feder stärkeren Ausdehnung ober Zummmen- zschung der Drähte so starke Tempcraturschwankmtgen nötig wären, wie sie kaum vorkommeil. Professor Field ist bei Untersuchungen nun auf die überraschende Tatsache gestoßen, daß die Telegraphenpfähle barometrische Eigenschaften besitzen und als primitive, aber recht zuverlässige Wetterpropheten benutzt werden können. Es hat sich gezeigt, daß das Summen seine Stärke und seinen Klangcharakter oft verändert: und aus dieseir Veränderungen ergeben fick Schlüsse auf die kommende Witterung, die durch die Erfahrungen und Beobachtungen bann vollauf bestätigt wurden. So kann Man, wie in der Minerva berichtet wird, bei einem dumpfen Summen mit Sicherheit annehmen, daß innerhalb der nächsten zwei Tage ein starker Attterungsitmschlag eintreten wird., Ist das Summen dagegen scharf, gespannt und sehr deutlich, so steht ein Witterungsumschlag schon für die nächsten Stunden bevor. Professor Field führt dieses Phänomen auf akustische Schwingitngen der Telegraphendrähte zurück; die Schwingungen werden den Drähten aus der Erde durch die Pfähle übermittelt und sind ein Ausfluß der charakteristischen Schwingungen der Erdoberfläche, die von den Seismographen aiifgezeichnet werden. Die Telegraphenpfähle werden auf diesem Wege sozusagen zu Barometern, deren sich feder Vorübergehende mühelos bedienen kann.
Geographisches Verschiebrätsel.
Madrid — Arabien — Borneo — Italien — Breslau — Wien — Kuba — Prag — Budapest.
Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben werden, daß eine Vuchstabeureihe, von oben nach unten gelesen, den Namen eines Badeortes ergibt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Ein böftS Maul in scdärier denn eilt Schwert.
Redaktion: K, Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schrn UniversitStS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange,


