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e. „Und befehlen Sie, Geld."
öffnete Fredy das Zimmer und sah, iure der Fremde sich sorg- fältig vor dein Spiegel die Krawatte band.
„Rascher!" flüsterte Fredy, „das Auto ist gleich vor der Tur.
Wohin wollen Sie fahren?"
„Nach Nero Vork," tagt
rasch zu fahren. Hier in de
„Es ist für Sie."
„Sie haben Recht!" rief der Flüchtling gerührt — „ach werde es Ihnen nie vergessen. Ich sende es natürlich mit den
Kleidern zurück." . , .,. ~ rr
Vor der Tür hielt das Automobil. Fredy trat aus die Terrasse, wo ihn sein Chauffeur James erwartete, auf den er sich vollkommen verlassen konnte, da er ihn von frühester Jugend auf fährst einen Mann nach Neuyork," sagte er, „oder wohin er will. Sprich nicht mit ihm, und stelle feine Fragen, dann kannst du wenigstens sagen, du weißt von nichts, wenn man dich später ausfragen sollte."
Der Chauffeur nickte und ging die Treppe herunter, aber er war noch nicht unten, als wieder das Gebrüll der Serene ertönte, noch nicht befriedigt, ihr Opfer zurückfordernd. James zuckte zusammen und sah Fredy, an. , .
„Stelle keine Fragen!" wiederholte dieser.
In diesem Augenblick kam von oben seine Frau. Sie hatte ihre schönste Toilette an und erschien Fredy so bezaubernd, day er alles vergaß, und sie entzückt betrachtete. Aber Las dauerte nicht lange. Zn seinem unbeschreiblichen Schrecken öffnete sich die Tür und der Fremde trat heraus. Die junge Frau schrie erschreckt auf.
Sich besinnend rief ihm Fredy zu:
„Sind Sie fertig?"
Dieser nickte, wandte aber seine entzückten Blicke nicht von Mrs. Kepsy.
-„Gehen wir!" rief Fredy, „das Auto wartet.
Aber der Fremde rückte nicht voll der Stelle, er starrte die blendende Erscheinung der jungen Fran an und sagte dann mit riner tiefen Verbeugung:
„Mein Name ist Banworden — Harry Vanworden."
Ohne zu fragen, woher er so plötzlich erschienen sei, trat Banny mit strahlendem Lächeln auf ihn zu und sagte:
„Wollen Sie nicht mit uns speisen, Mr. Vanworden?",
„Es ist gar nicht Banworden," rief ihr Gatte verzweifelt, 7,es ist ein Techniker, der sich das elektrische Licht ansah."
Er ergriff den Fremden am Aermel und zog ihn zum Ausgang. Er zeigte auf die Golfmütze und die Automobilbrille/ die dieser in der Hand hatte, und sagte aufgeregt:
„So fetzen Sie doch die Brille auf, sonst erkennt man Sie. Sprechen Sie nicht — ich habe schon alles angoordnet, was nötig war."
Der Chauffeur wartete auf das Zeichen zur Abfahrt, und Fredy nickte ihm zu. James beugte sich herab, um die Maschine in Gang zu bringen ... da versperrte etwas Entsetzliches, Blutiges den Weg. Es mar eingewickelt in die Lumpen eines grau und rot gestreiften Anzuges und bemühte sich vergebens sich aufzurichten. „Ich ergeb' mich!" murmelte der Unglückliche, „ergreifen Sie mich." Und die Stille der Nacht unterbrach itneber der Schrei der Sirene.
Der Fremde besann sich zuerst. Er stieß Fredy zur Seite, nahiu den Mantel von seinen Schultern und warf ihn auf den Armen, setzte ihm die Automobilbrille auf und schleppte ihn ins Auto. In die Hand des Chauffeurs steckte er das Geld.
„So rasch Sie können! Bis zur Bahn sind es nur zwölf Meilen. Unterwegs kaufen Sie ihm »Kleider, auf dem Bahnhof rin Billet nach Boston."
Das Automobil verschwand rasch in der Dunkelheit.
Fredy dachte, der junge Verbrecher würde gehen, aber zu feinem Erstaunen blieb er neben ihm stehen.
„Und Sie?" fragte Fredy.
Aber der sah nach der Stelle, wo Vanny stand, und sagte bittend:
„Vielleicht gestatten Sie wirklich, daß ich znm Essen bleibe?" „Wer sind Sie beim?" fragte Fredy ganz benommen.
„Ich sagte doch schon, daß ich Harry Vanworden bin." In der offenen Tür erschien der Haushofmeister.
„Es ist serviert."
Der Fremde stieß einen Ruf der Befriedigung aus.
„Greedly," rief er. „Sagen Sie, bitte, Mr. Kepsy, wer ich bin."
Auf Greedlys Gesicht erschien ein Lächeln, dessen er nicht eimnal Fredy gewürdigt hatte. Er verbeugte sich lief vor dein jungen Mann. ^,,Wenn Mr. Harry Banworden zuin Essen bleibt, erlauben Sie, Sir, daß ich eine Flasche Paul Vibert 84 heraus!- bringe?"
»Nicht eine Flasche, einen ganzen Korb," rief Mr. Kepsy.
*
Um 10 Uhr, als sie noch bei Tische saßen und den Grad vollständiger Uebereinstinnnung erreicht hatten, der sonst nur unter längst bekannten Menschen herrscht, brachte Greedly einen
Zettel, auf dem eine soeben telephonisch eingelaufene Nachricht stand. Sie war vom treuen James.
Laut las Fredy:
„Ich .erhielt alles Notwendige, und setzte ihn in den Zug nach Boston. Auf dem Wege nach Hanse bin ich arretiert worden> wegen zu schnellen Fahrens durch die Stadt. Senden Sie Geld^ um die Strafe zu bezahlen."
Vermachtes.
ff. Die Mode bei Tische: wie man Früchte her« nm reicht. Nicht mehr die altehrwürdige Fruchtschale auf hohem Fuß wird bei großen Diners und Festlichkeiten aufgefahren, sondern wie Pariser Modeblätter berichten, werden jetzt die Früchte am Ende einer Mahlzeit auf neuartigen, silbernen, kristallenen ober porzellanenen Platten herumgereicht. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil dadurch die kleinen Bergstürze und Unglücksfälle vermieden werden, die bei Heu kunstvoll aufgebauten Fruchtpyramiden nicht selten unausbleiblich waren. Jetzt wird jede Frucht, Trauben, Bananen, Aepfel, Birnen, Mandarinen, Nüsse oder Ananas, für sich serviert und zwar von dem Nachbar durch einen Wall von grünen Blättern sorgfältig geschieden. Natürlich hat sich auch die Industrie sofort dieser Moderichtung bemächtigt. Es werden neuerdings fein ausgeführte Fruchtplatten auf den Markt gebracht, die verschiedenartige Fächer aufweisen. Für das kleine, intime Diner gibt es einen hübschen Fruchtbecher aus Kristall. Der Henkel stellt einen Weinzweig bar, an dessen Ranken getrocknete Trauben ober andere Früchte aufgehängt werden können.
* Der Fingerhut und bie Glockenblume sind bekannte Pflanzen■ und wurden schon in uralten Zeiten als Ziersiauden in den Gärten gezogen. Ihre Verwendung kann auf vielseitige Art geschehen, als Einzelpflanzung auf Randbeeten ober im Rasen, ober in ganzen Gruppen, ober vox ober zwischen Gehölzen. Die Blütezeit dieser beiden Stauden ist im Monat Juni und Juli, lieber ihre Kultur will ich' nur kurz erwähnen, daß der Fingerhut ausdauernd und winterhart ist. Die Anzucht erfolgt durch Aussaat im Frühjahr. Der Same keimt leicht, und es wachsen die Pflanzen im Laufe des Jahres zu kräftigen Büschen heran, welche im nächsten Sommer zur Mute gelangen. Der Fingerhut kommt in verschiedenen Arten unb Farben vor, in weißrosa, purpurrot, hellgelb n. a. Die großen, glockenförmigen Blüten sind außerdem im Innern verschieden gesprenkelt. Schön ist eine monströse Abart, bei welcher die oberste Blüte schalenförmig erweitert und sehr groß ist. Die genannte Glockenblume ist nur zweijährig. Die Pflanzen sterben nach der Samenreise vollständig ab. Die Glockenblume muß daher wie Lack, Nelken, Stieflnütterchen alle Jahre frisch durch Aussaat heran- gezoaen werden. Auch die Glockenblume kommt in verschiedenen Farben vor, besonders schön sind bie weißen, rosa und zartblauen Sorten. Eine Abart verbient besonders hervorgehoben zu werden, es ist bie Form calysanthema, bei welcher sich bie Kelche schalenförmig erweitern und die Farbe der Blüten angenommen haben.
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* Unter Freundinnen. Er:, „Soll ich Ihnen etwas Eis bringen, während Fräulein Selldorf singt?" — Sie: „Ich danke, nein. Wenn ich bei diesem Gesang etwas nehmen würde, wäre es Chloroform."
* Ist das eine Art unb Wei s e? Söhnchen eines Rechtsanwalts (nach einem handgreiflichen väterlichen Erziehungsakt) : „Für beit gemeinsten Raubmörder reißt er sich sämtliche Beine ans, und mich schlägt er wegen einer lumpigen Zigarette halb tot!"
Magisches Dreieck.
In bie Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben n a a c h h h h i i n n n n r derart einzutragen, baß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:
1. Asiatisches bleich.
2. Kampilusliges Tier.
3. Ein Fürwo.t.
4. Ist in Pennsylvauien zu finden.
5. Einen Buchstaben.
Auflösung in nächster Nummer.
Redaktion: K. Nenrat h.
Auflösung des Geographischen Vcrschiebrätsels in voriger Nummer: Nanking 5lia«-Tfchon
Heringsdorf
Norcksee Spanien . Amerika
Havana New Bork Nzunphenvurg
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange,
Gießen.
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