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24 Ritabferbeit ins Feld. DaS Mische Reiter-Negm^nt kommt nickt zur 39. Division, sondern wird der Kavatlene-Division Boaunwut des 6. französischen Armeekorps Marmont zuget<nlt.
Am 25. April stößt von Weimar die Kavallerie der 39. Tr- vision Marchand auf den Feind. Ter badische Tragonerlcu^ narrt v. Selteneck macht einige Gefangene, darnntn mich den Mittmeister v. Micher, den Neffen des Feldmarschalls. Am 27 April vereinigte sich die Division in S-ma- £>ter trttft aud) Mrinz Emil von Hessen ein, der nun das Generalkommando der hessischen Brigade übernimmt. JBn Weißenfels, besteh-. Ende April die Avantgarde des 3. französischen Korps ern rühmliches Gefecht. Obschon sie nur aus rnngen französischen^nfantersiWi beschick, schlägt sie doch alle auf sie gerichteten Angriffe von <'000 feindlichen Kavalleristen zurück , und rechtfertigte das Vertrauen, das der 'französische Kaiser auf diese junge Mannschaft gesetzt hatte.
„Tie häufigen Patrouillen und Rekognoszierungen, die be- toto etlichen iVcIbftxiicfycri, bic iQNge ^cuieic bei* fiingcn
SJtofSX einen Begriff von den Strapazen zu
geben, die ern Feldzug mit sich bringt. Aber alle meie Beschwernisse werden ziemlich nut, Gleichmut ertragen, und auch bei den militärischen Uebungen zeigt sich der gute Geist, der unter den hessischen Soldaten herrscht.
Vermischte».
Lk. Ein neues Beriahren, Trinkwasser keim- srei zu machen. Der Pathologe der Universität LeedS, Dr. Myr CoplanS, veröffentlicht ein neues, von ihm erfunoeneS Verfahren, Trinkwaffer keimfrei zu machen. CovlanS schlagt vor, die schädlichen Keime des Trinkwassers gewissermaßen durch eure Art „VeMeinerungsprozeß" auszuiällen. Ties erreicht er durch die Vereinigmrg von zwei verschiedenen Maßnahmen: sueru werden dem Wasser verschiedene Chemikalien zugesetzt, die kleine, feite Körper, die darin herumschwimmen, mit einer gallertartigen Schickt umgeben. Einerlel, wie stark verunreinigt das Wasser auch ist, alle festen Teilchen, darunter natürlich auch Mikroben, werden auf diese Weise gefangen, und wenn man das Wasser »un sich selbst überließe, mürben sie allmählich zu Boden sinken. Tiefe Selbstreinigung beschleunigt Dr. Coplans durch den zweiten ,<eu seines Verfahrens: das vorbehandelte Wasser wird nun m einen Lavalschen Zentrifugal-Separator gebracht, der es von den künil- lich vergröberten Verunreinigimgeii vollkommen befreit. Das keim- sreie Trinkwasser strömt dann in stetigem Strome ans der Maschinenanlage heraus. Nach den vorläufigen Mitteilungen, die Dr. Coplans im „Journal of Pathology and Barteriology' veröffentlicht, kann man durch dieses neue Verfahren innerhalb einer, halben Stunde aus verunreinigtem Wasser, das irgend einem Teiche entnommen wird, keimfreies Trinkivasser in großen Mengen bereiten. Wenn sich diese Angabe in vollem Umfange bestätigt, wäre ein wertvolles Mittel zur Keimfreimachung von Wasser erfunden worden, das namentlich im Kriege eine bedeutende Rolle svielen könnte.
kf. Bogelmord an der französischen Küste. Wenn vom Vogelmorde die Rede ist, denkt man gewöhnlich an die Jtalieiier, die tatsächlich zahlreiche Zugvögel fangen. Aber auch in Frankreich, einem Lande also, das im Gegensatz zu Italien dem internationalen Vogelschutzbunde im Jahre 1902 beigetreten ist, wird der Vogelmord betrieben und zwar, wie ein Bericht der „Revue fran^atse d'ornithologie" zeigt, in ganz erschreckendem Maße. Zwischen Gironde und Adour fängt die gesamte Küstenbevölkerung den „Couillic", wie dort die gelbe Bachstelze genannt wird. Tie Jagd wird mit Hilfe eines Lockvogels und mit Sietzen ausgeführt; die durchziehenden (ober durchziehen wollenden) Bachstelzen lassen sich zutraulich in der Nähe des Lockvogels nieder, dann wird das Netz über sie geschlagen und hierauf drücken die Vogelfänger in Eile den gefangenen Tierchen den Kopf ein. Ein einzelner Vogelsteller erlegt so im Laufe des Vormittags 20 Dutzend Bachstelzen! Volle vierzehn Tage hindurch, während der ganzen Dauer des Zuges, widmet sich jedoch die ganze Bevölkerung diesem mörderischen Vogelfänge, und es werden so viele Bachstelzen erlegt, daß die Jagdbeute täglich einen ganzen Esien- bahnwagen füllt. Hieinach ist es teilt Wunder, wenn die Bachstelze und andere nützliche Vögel selten werden. Ebensowenig erbaulich ist die Feststellung, die PSrier be Larsan über bie Schwalben und ihre Mürber macht: in der Gegend von Mödoc hat er ermittelt, wieviele gefangene Vögel, hauptsächlich Schwalben, mit der Eisenbahn befördert werben Es sinb annähernd 28 Tonneit in einer Saison l Eine große Menge aber wirb schon an Ort und Stelle verzehrt l Hier ist hinzuzufügeii, welches Gewicht ein Bachstelzen- ober Schwalbenbraten hat; eine lebende Schwalbe wiegt rund 10 Gramm und das Gewicht der Bachstelze dürfte sich von dem der Schwalbe kaum unterscheiden. Wieviel als Braten übrig bleibt, kann sich nun jeder leicht ausrechnen.
* Alte Handschriften a ls Kapitalsanlage. Aus London wird berichtet: Die Versteigerung der berühmten Sammlung kostbarer alter Handschriften und Inkunabeln, bie George Ti!NN zusammengebracht hat und bie jetzt bei Sotheby unter den Hammer gekommen sind, beweist aufs neue, welche gute KavitalS- onlage Inkunabeln sein können. Ein italienisches illiiminiertes Manuskript au8 dem 14. Jahrhundert, das bie rounberbaren Vor
züge der Bäder von Puteoli und Baiae unter dem Titel „Balne» Puteolana" schildert, wurde 1901 für 1720 Mk. gekauft; bet der jetzigen Versteigerung kaufte es der Kunsthänbler Quaritch für 10 000 Mk. Eine in gotischen Lettern gebrückte Inkunabel auS dem 15. Jahrhundert, „Doctrinale" von Alexander Gallus, kostete noch 1806 1100 Mk.: es fand für 10 000 Mk.' einen Käufer. Ein italienisches Manuskript aus dem 15. Jahrhundert mit einem dem Giuliano Dati zugeschriebenen Geoichl in Ottaverimen stieg in be« gleichen Zeit im Werte von 700 Mk. auf 2o2O Mk. und ein andere» französisches Manuskript aus der gleichen Zeit, „be Re Militari* des Frontinus, wuchs in der Bewertung von 1000 Mk. auf 2700 Mk. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf Ralph Higdens berühmtes lateinisches Manuskript „Polychronicon", das von John Blaeman zur Zeit Heinrich VI. in Eton geschaffen wurde. Ter Weltgeschichte von Higden, die bis zum Jahre 1420 führt, sind zehn Blätter interessanter alter englischer Stammbäume und kurze Biographien der englischen Könige von Egbert biS zu Eduard IV. voraufgestellt. Zugleich enthält das Manuskript eine Federzeichnung vom Windsor-Schlosse, die als die älteste Darstellung des Schlosses betracht werden muß. Dünn hatte diese Reliquie im Jahre 1899 für 1320 Mk. gekauft; bei der Versteigerung wurde sie jetzt mit 6000 Mk. bezahlt. ________
Büchertisch.
■— Andreas Streicher: Schillers Flucht von Stuttgart. Mit einer Einleitung von Prof. Dr. Georg Witkowski. Mit zahlreichen Bildern aus Schillers Zeit. (Haus4 bücherei" — Band 46). Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis- Stiftung in Hamburg-Grosiborstel. Preis gebunden 1 SHarL Diese Darstellung Schillers im persönlichen Verkehr lieft sich wie ein Roman. Wie Schiller sich aus dem Joch des Herzog» Karl Engen befreit und durch die schwersten Röte und Gefäßen an sein Ziel gelangt, wird in spannender, anschaulicher Schilderung durch den treuen Freund erzählt, der ihn Schritt für Schritt begleitet hat. In diesem Buche besitzt das deutsche Volk das wamste Bild seines Lieblingsdichters. Alle Biographie» Schillers haben Streicher als hauptsächliche Quelle benutzt, uub zu vielen Theaterstücken und Schillerromanen hat dies Büchlein angeregt. Nun liegt es endlich auch im Original in einer mm tigert illustrierten Volksausgabe vor. m „
— Werden und Wesen der Sprache. Von Professor Dr. L. Sütterlin. 177 Seiten, 3,20 Mark. Verlag von Quelle und Meyer in Leipzig. 1913. In gemeinverständlicher, geradezu unterhaltender Form trägt uns der Verfasser aus dem reiche» Schatze seiner durch jahrzehntelange Studien erworbenen Kenntnisse die Grundtatsachen des Sprachlcbens vor und führt uns in bi< Übrigen ». T. noch nicht gelösten Fragen dieses Gebietes ern. Wie die Sprache entstanden, sich im Lause der Jahrtausende ticr« ändert, welche Kräfte dabei mitwirkten und zu welchem gebnisse sie führten, ist der wesentliche Inhalt dieses lesens« werten Bilches.
Schach-Ausgabe.
Schwarz.
b c d e f g h
»bcdelgh
8
6
3
2
Weiß.
Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Diamant-Rätsels in voriger Numinest F
Arm Frey» F r e y t a g Ratte Sau £
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange,


