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Landschaft Die Farbe erhält erst Schönheit und Aufdruck durch die HelliakcÄswerte, die sich in ihr offenbaren. Buii einem ffinsten, MoremvsandNchen Gefühl für Lichtphänomene ausgestattet, malt er schön die lmntm Schatten, die die. Pleiuairrsten entdeckten mth wird nicht müde, die zartesten Stimmungen der ~»tt, dre Spiegelungen und Brechungen des Li ch t sinder Atmo spb are auf- zufangen und darzustellen. Und Jmprefsromst rst er auch rn der Beobachtung momentaner Eindrücke, voruberhuschender L>eelcn- zustäude, in dem Festhalten jenes eigentümlichen Zubers des Alktags, da im flüchtigen Augenblick „die Amtston ^er, schwellendsten Töne sich gruppieren und auflown ^re^» nistisch ist endlich sein hastiger aiideutend« Stil, lerne kühne Art leicht auspielender Achektlve, rasch abbrechender ^atze, worin er bereits deines Art vorausnimmt. . . -
Erwägt mau all dies an Büchners 100. Geburts agcz sc> must man sagen: Dies kurze Leben war Rberrerch»an Ebarstew Schaffen. Fortissimo und strestrsstmo ist die Tonart, in der es sich absvielte Der frühreife Schüler in Darmstadt, der skepttßyi. Strastbnrqer'Student, der in den allgemeinen Frerhettstaume der abklinacnden Juli-Revolution hinetugertsseue Empörer in Gnd-n, der verzweifelnde, gehetzte Flüchtling, der religmerende und doch auf einer höheren Warte für seine Ideale Weiterkampfende lh>rivat- dolent in Zürich, der sich durch eine vortreffliche tofffenßha tliche ?lrbeit die gelehrten Sporen verdient hat — diese Etappen s eines Lebens sind typisch für den begabten Sohn ferner Zeit, aber fre erhalten einen Ewiakeits-Grirndton durch dre dichterischen Schöpfungen die durch sie genährt und bedingt wurden. Wie jedem Grasten ward ihm sein Leben zum Dichten nttb druckte feiner Persönlichkeit die leuchtende Märtyrerlroire des Gernes aufs Hanpt, vor der wir uns in Verehrung neigen, mögen wir sie auch, tote hier, auf einem kaum erblühten Scheitel erblicken.
Warum folgen die Schafe dem Le'ühammel?
Von Dr. Th. Zell.
Kein Tier wird selbst von Tierfreunden,so abfällig beurteilt, wie das Schaf. Selbst ein Brehm, der sich für die meisten Tiere begeistern kann, will von ihm nichts wissen. Vor allen Dingen stützt uns die Dummheit des Schafes ab, die nad)- Ueberzeuqunq darin glänzend zum Ausdruck gelaugt, die näheren Umstände zu prüfen, dem Leithammel blmdlmgo wlgt. So kann es kommen, daß eine nn Schiffe besindliche «chasherd- ihrem Fnljrer ohne Besinnen ins Verderben folgt, fall» dieser ffch- durch einen unglücklichen Zufall freigemacht und rnv Meer sesturzt hat In Wirklichkeit ist die Haiidlungswrffe des Schafes nicht ,o furchtbar dumm, Ivie es auf den ersten Blick erscheint. Ich habe schon ost betont, daß man das Benehmen emes Haustieres niemals verstehen kann, wenn man nicht die Lebensweife der wilden Vorfahren kennt. Denn ist schon der Mensch in semen Gewohnheiten konservativ, so ist es das Tier noch unendlich mehr.
Beim Wikdschas ist es nun uralte Sitte daß jedes Glied der Serbe genau dem Vordermanns folgt. Der Grund ckn dn st Eigen- tümlichkeit ist ganz einleuchtend. Wildschafe leben Mit Vorliebe m gebirgigen Gegenden. Wallte bei ciner^ eiligen Flucht jedes Laer seinen eigenen Weg gehen, so wurde e» leicht verunglt.cken. Wti soll es in der Eile prüfen, ob ein Weg bedenklich ist, em Stern abbröckelt, zumal ivenn ihm durch ärmere Lrere die Aus,lcht versperrt ist^ Man kann noch einen Schritt wettergehen und behaupten daß. die Methode der Wildschafe geradezu bewundernswert ist. Das Lestschaf ist das erfahrenste Glied der «erde da» bei der Flucht sicherlich die günstigsten Wege ernschkagen wird, zumal es stets einen völlig freien Ausblick hat. Die anderen ^rere können gar nichts besseres tun, als ihrem Führer blindlinb» M folgen Auch der Mensch handelt nn Gebirge nn Verhältnis «u seinem Führer nicht viel anders. Mit Dmumhert hat dieses Benehmen also gar nichts zu ton. Ueberdres machen e- zwei andere Tiere, deren Intelligenz ganz „unbestritten ist, m der Wt dnw genau ebenso. Es sind das nämlich Elefanten und Affen. Der Dickhäuter folgt dem Leittier deshalb ganz genau, weis er iveiß daß ein Geschöpf von etwa hundert Zentikern -schwere sehr leicht durchbrechen kann und dann verloren ist. Bei stullstenden Affen ist ebenfalls, so seltsam es sich anhört, dre: BewrgmS wegen ihrer Schwere maßgebend. Ob em Zweig halt, ist ihm rn der Eile von weitem nicht immer anzusehen. Bricht der Zwerg ivas gewöhnlich zur Folge hat, daß der Affe zu Boden stürzt, so ist er verloren. Hat der Ast aber den Lettaffen getragen, so wird er sicherlich auch die anderen Mitglieder der Herde aushalten. Brehm schildert beispielsweise eingehend, wie die klugen Ateer- katzen aus der Flucht genau denselben Ast ergreifen,, den der Vordermann benutzt hat. Sie können auch, gar nichts besseres tun.
Das Schaf, das blindlings dem Leithammel folgt, tut also nichts anderes, als daß es von einer in der Wildnis durchaus angebrachten Handlungsweise, die wir auch bei Affen und Elefanten antreffen, als Haustier nicht abläßt, obivohl sie hier ganz sinnlos ist Das ist für uns Menschen bedauerlich, aber von Dummheit kann man hierbei nicht gut sprechen. Derrn auch der Hund und das Werd handeln nicht anders. Der Hund dreht sich herrte noch
um, ehe er sich hinlegt, als mutzte er tote seine Vorfahren erffl das Gras Niederdrücken. Ebenso geht das Pferd noch heute zu unserem Entsetzen durch, weil seine svilden Vorfahren rn den endlosen Ebenen genau das Gleiche taten, sobald sie Gefahr merkten. Dort gibt es auch keine Häuser und Bäume, gegen die mcml rennen kann.
vermischte».
— Chinesische Kochkunst in Loudon. Wenn es in London so weiter geht, wird es in absehbarer Zeit dem Restaurant- besucher in der britischen Metropole schwer werden, feuunt Hunger mit einem einfachen Beefsteak oder Roastbeef zu stillen. Denn,über Rächt ist eine neue Mode aufgetaucht, der die Neugier dre Anhänger in Scharen zutreibt. Keine Mode, die den äußeren Menschen angehk, nein, eine viel innerlichere Mode. Die chinesische Kochkunst belagert London. Gewiß gab es schon immier in den Hafenvierteln und bei beit Docks kleine chinesische Kneipen, in denen die Seefahrer ans dem fernen Osten seltsame Leckerbissen genießen konnten. Aber das waren bescheidene Gasthöfe, die nur vom seefahrenden Volke besucht wurden und in die sich kaum ein Angehöriger der wohlhabenderen Stände der Themsestadt ans Abenteuerlust und Nengrer er um al verirrte. Jetzt aber wird es anders, in der besten Gegend schießen luxuriöse elegante chinesische Restaurants aus dem Boden, Lokale, die von vornherein in ihrer Ausstattung bekunden, daß sie eilte wohlhabende Kundschaft erstreben. Allein drei große derartige Restaurants haben in jüngster Zeit ihre Pforten geöffnet, das eine in der Shaftesbury-Aoenue, das zweite am Ptcadulh- Zirkus, das dritte am Strand nahe beim Lyzeum-Theater. ,^>l dem letztgenannten Gasthof walten allein sieben erprobte chtnestsche Köche ihres Amtes, und verblüfft starrt der europäische Besucher auf die Speisekarte, die ihm Hunderte von unbekannten exotischen Lückerbissen verheißt. Wer zählt die Ingredienzien, nennt die Rauten! Da gibt cs.gehackte Gerichte, in denen die seltsamsten Etzbar- feiten sich vermengen, da ißt man Bohuentrtebe und Bauibus- knospen, Zwiebeln und Reis, natürlich viel Reis Da gibt, es Suppen aus merkwürdigen Pilzen, in denen Schweinefleisch, Ente, Fischteile und natürlich auch Haifischflossen schtonnmen, kurz, an Auswahl und Sensationen ist kein Mangel. Die Speisekarte,ne-utt Namen und Preis in chinesischer Sprache und chinesischen «christ- zeichen und daneben in Englisch; und der Gast, der Platz nimmt,- erhält außer den EtzstLbo« ohne weiteres auch gleich ein enropaislpe» Besteck, so daß er die Wahl hat, alle diese Leckerbissen aus dem Reiche des Himmels echt chinesisch oder mitteleuropäisch zu den Lippen zu führen Für Kapitalisten gibt es besondere Genüsse, etwa das Kai Si Tschuu, .Haifi s ch f k os se n mit. lungern, tnochenlosent Huhn, das Gericht 12 Schilling: oder.vielleicht Kai Aong Ym Wu, ; B»g eine st su ppe mit gehacktem Hühnerfleisch, spottbillig, der ! Teller Suppe für nur 3,50 Mark ....
* Studienerfolg. „Bei meinem Sohn hat sich das Studium rentiert: er hat seilte erste Patientin geheiratet und jetzt ist er Rittergutsbesitzer."
* Bon tä eg eit. Im kulturhistorischen Museum hängen ein paar Strümpfe, die vor vier Jahrhunderten .die Herzogin Sibylle von Sachsen getragen hat. Herr Slivinsky steht nut seiner eleganten Frau vor dem Glaskasten und meint spitz: „D«me Strümpfe wird man dereinst gewiß mcht ansstetlen. — „Du ärgerst mich, nicht", erwidert siez „nickst rede Frau kann eben eine Herzogin sein !" — „Gewiß," sagt er, „aber ich mein' ja nur van wegen der Löcher!"
* Kemers „Mein Fräulein, ich liebe Sie glühend!" —t „Dann springen Sie mal ins Wasser. Wenn es zischt, will ich eS glauben!" ____________
S!ai-Aufg2de.
Mittelhand reizt bis Trefs-Solo: Vorhand, welche anfangs nur Pique-Solo spielen wallte, meldet deshalb Grand ans folgende
Karte
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♦4?
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Wat liege« zwei leere Blätter. Trotzdem vertäust das Spiel für Borband so günstig, daß die Gegner Schneider werden. Mittelband bat 34 Augen in ihren Karie« mehr als Hinterhand. Wie waren die Karten Verteilt und ime wurde gespielt?
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer; Was dich nicht dremtt, das blase nicht.
Redaktion: K. Neurath — Rotationsdruck und Berlaa der Brühl'ichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießen


